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Ziele und Maßnahmen einer Altbausanierung

Im Zuge einer Altbausanierung wird die Bausubstanz an den wichtigsten Bauteilen (Dach, Fassade, Keller etc.) grundlegend erneuert. Zielsetzung einer Sanierung eines Altbaus ist die Beseitigung von Baumängeln (Statik, Schadstoffe etc.) und/ oder die Verbesserung der Wärmedämmung und -erzeugung.

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Eine Altbausanierung wird notwendig, wenn einerseits die Bausubstanz die Sicherheit des Gebäudes hinsichtlich seiner Statik oder seiner Bewohner nicht mehr gewährleisten kann oder aber Schadstoffe wie Asbest, Schwermetalle, Formaldehyd etc. verbaut wurden, die die Gesundheit der Bewohner gefährden. Andererseits wird eine Altbausanierung durchgeführt, um gezielt den energetischen Dämmungsstandard anzupassen. Eine sogenannte energetische Sanierung verfolgt dabei das Ziel, nach der Altbausanierung so wenig Wärmeenergie wie möglich zu verbrauchen und dadurch so wenig CO2-Emissionen wie nötig zu emittieren.

Tabelle 1: Typische Schadstoffe im Bestand von Wohngebäuden nach Baujahr
Schadstoff / Baujahr vor 1939 bis 1958 bis 1975 bis 1986 bis 1996
Teer X X X    
PCP X X X X  
DDT X X X X  
PCB X X X X  
Lindan X X X X  
Asbest X X X X  
Künstliche Mineralfaser (alt) X X X X X
Schwermetalle X X X    
Phenole X X X    
Lösemittel / VOC X X X X X
Formaldehyd     X X  
SVOC / Weichmacher Flammschutzmittel         X

Zielsetzungen und Zielkonflikte einer Altbausanierung

Grundsätzlich soll eine Altbausanierung dazu führen, darauffolgend so wenig Wärme wie möglich zu verbrauchen. Innerhalb einer Altbausanierung wird daher versucht, bautechnisch die Wärmeverluste zu reduzieren, als auch anlagentechnisch Wärme so effizient wie möglich zu erzeugen. In der Praxis richtet sich die Zielsetzung einer Altbausanierung dazu sowohl an der Reduktion der CO2-Emissionen als auch an der Wirtschaftlichkeit der gewählten Sanierungsmaßnahmen aus. Insbesondere bei der Wärmedämmung des Hauses können jedoch Zielkonflikte entstehen. So reduziert eine zunehmende Wärmedämmung des Hauses natürlich den Wärmeverbrauch als auch die CO2-Emissionen, jedoch steigen die hierfür aufzubringenden Investitionskosten überproportional zu der daraus resultierenden Heizkosteneinsparung. Daher wird in der Praxis einer Altbausanierung vielfach ein Kompromiss angestrebt, der sowohl eine möglichst gute Wärmedämmung der Gebäudehülle als auch eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen innerhalb einer Altbausanierung berücksichtigt.

Komplettsanierung eines Mehrfamilienhaus-Altbau in Hamburg-Altona. (Foto: energie-experten.org)
Komplettsanierung eines Mehrfamilienhaus-Altbau in Hamburg-Altona. (Foto: energie-experten.org)

Wirtschaftlichkeit einer Altbausanierung

Eine Altbausanierung muss natürlich immer auch in einem wirtschaftlichen Rahmen für den Hausbesitzer bleiben. Grundsätzlich sollte daher jede Maßnahme einer Altbausanierung die jeweils aufgewendeten Kosten mindestens innerhalb der Lebens- bzw. Abschreibungsdauer wieder einbringen. Jede Maßnahme, die in einer solchen Gesamtkostenbetrachtung ein negatives Ergebnis erbringt, ist aus rein wirtschaftlichem Kalkül nicht zu empfehlen. Die so ermittelten Alternativen sollten dann in ihrer jeweiligen Ausprägung wie z. B. der Dicke der Dämmung oder dem U-Wert der Fenster anhand des jeweiligen Grenzertrags miteinander verglichen werden. Folgt man diesem Vorgehen, so ergibt sich ein Bündel an Handlungsalternativen. Ein ähnliches Vorgehen bietet auch eine Energieberatung, die dem Hausbesitzer im Ergebnis mehrere Handlungsalternativen aufzeigt.

Vorgehensweise bei einer Altbausanierung

Eine Altbausanierung sieht sowohl die Verbesserung der Wärmedämmung als auch die Umstellung der Wärmeerzeugung auf ein effizientes, häufig auch regenerativ betriebenes Heizungssystem als auch die weitestgehend verlustfreie Verteilung und eventuell Rückgewinnung der so erzeugten Wärme vor. Die in Abhängigkeit der gebäude- als auch nutzerspezifisch zu wählenden Sanierungsoptionen können dabei sowohl in einem Zug als ein Bündel an Maßnahmen als auch einzelend, schrittweise umgesetzt werden. Bei einem schrittweisen Vorgehen können sich jedoch unter Umständen insbesondere hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten eines Haushalts andere Maßnahmen als sinnvoll erweisen als bei einer Altbausanierung, die in einem Zug durchgeführt wird. Dies liegt insbesondere daran, dass bei einem schrittweisen Vorgehen, zunächst die Maßnahmen mit der größten Energieeinsparung in Relation zum Investitionsaufwand gewählt werden können. Dies versetzt den Haushalt dann in die Lage, danach mittelfristig weitere Maßnahmen aus den im ersten Zuge eingesparten Heizkosten zu finanzieren. Unter diesem Aspekt kann es dann bei einer schrittweisen Altbausanierung sinnvoll werden, z. B. zunächst das Heizungssystem zu sanieren und nachfolgend kleinere Dämmungsmaßnahmen auszuführen.

Heizkosten im Einfamilienhaus: Vergleich saniert und unsaniert
Heizkosten im Einfamilienhaus: Vergleich saniert und unsaniert

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"Altbausanierung: Alle Maßnahmen im Überblick" wurde am 19.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.