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Asbestsanierung: Maßnahmen & Kosten im Überblick

Wo ist Asbest verbaut? Wie erkenne ich asbesthaltige Baustoffe? Wann muss Asbest saniert werden? Welche Sanierungsmaßnahmen werden durchgeführt? Was kostet eine Asbestsanierung?

Heute noch ist Asbest in vielen Baustoffen und Bauteilen wie z. B. Dachziegeln, Fußböden oder Lüftungskanälen verbaut. Insbesondere das Einatmen von Asbestfasern und Asbestfeinstaub gilt als gesundheitsgefährdend. Für eine Asbestsanierung gelten deshalb strenge Vorschriften, um Kontaminationen zu vermeiden. Die Sanierung asbesthaltiger Bauteile wird daher von hierauf spezialisierten Fachbetrieben durchgeführt.

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In welchen Baustoffen und Bauteilen heute noch Asbest steckt

Das faserförmige Mineral Asbest findet sich bis heute in langlebigen Baustoffen und Bauteilen. Er kommt darin entweder als schwach- oder festgebundenes Faserprodukt vor.

Schwach gebundener Asbest

In Baustoffen und Bauteilen mit schwach gebundenem Asbest liegt der Asbestanteil oft bei über 60 Prozent, die Dichte unter 1.000 Kilogramm (kg) pro Kubikmeter (m3). Problematisch sind sogenannte Spritzasbeste, aus denen sich infolge Erschütterungen und Alterung leicht Asbestfasern lösen würden. Sie wurden in industriellen und anderen Großgebäuden verwendet, um an tragenden Stahlelementen als Hitze- und Brandschutz zu dienen. Die Asbestanteile in Spritzasbest werden in Abhängigkeit vom Spritzverfahren auf 20 bis 40 Prozent beim Nassverfahren und bis zu 90 Prozent beim trockenen Verfahren beziffert.

Fundorte für schwach gebundenen Asbest sind bis heute:

  • Asbesthaltige Putze
  • Leichtbauplatten (Decken- und Wandplatten, Heizkörpernischen)
  • Elektroinstallationen (Nachtspeicheröfen, Heizkessel)
  • Flanschdichtungen bei Heizungen
  • Heizrohrisolierungen
  • Papp- und Schnurdichtungen Rohrumwickelung mit Asbestbeschichteter Schnur (Asbestschnur) als Hitzeschutz bei Herden, Öfen und Kaminen
  • Wasserleitungen
  • Vinyl-Bodenbeläge (sogenannte Cushion-Vinyl-Beläge) mit Asbest-Trägerpappe (90 Prozent schwach gebundener Asbest) als Trittschalldämmplatte.

Expertenwissen: Die Unterschiede zwischen verschiedenen Bodenbelägen sind selbst für Fachleute nicht einfach festzustellen. So werden häufig Cushion-Vinyl-Beläge auf den ersten Blick leicht mit asbestfreien PVC-Fußböden mit Jutefilz-Unterseite verwechselt.

Fest gebundener Asbest

In sogenanntem Asbestzement ist Asbest fest gebunden. Der Asbestanteil liegt bei rund 10 bis 15 Prozent (Dichte: mindestens 1.400 kg/m3). Asbestzement ist in folgenden Anwendungen zu finden:

  • Dach- und Wellplatten
  • Rohren
  • Kabelkanäle und Lüftungsschächte
  • Asbestzementplatten oder -tafeln zur Fassadengestaltung und Balkonverkleidung
  • Asbestzementrohre in Leitungssystemen zur Abwasser- und Regenwasserentsorgung
  • Asbestzement-Wellplatten zum Dachdecken
  • Bodenbeläge wie Vinyl-Asbest-Fliesen (sogenannte Floor-Flex- oder Flex-Platten mit etwa 15 Prozent Asbest samt teils absbesthaltiger schwarzbrauner Bitumenkleber, bei dem Asbest als Füllstoff dient)

Wann eine Asbestsanierung fällig ist und wann nicht

Um festzustellen, ob es sich um Asbest handelt, lässt sich anhand von Daten aus den dokumentierten Bauunterlagen eines Gebäudes über Herstellungszeiträume und Verwendungszweck der eingesetzten Baustoffe und Bauteile eine etwaige Asbestbelastung ableiten.

Tabelle 1: Typische Schadstoffe im Bestand von Wohngebäuden nach Baujahr
Schadstoff / Baujahr vor 1939 bis 1958 bis 1975 bis 1986 bis 1996
Teer X X X    
PCP X X X X  
DDT X X X X  
PCB X X X X  
Lindan X X X X  
Asbest X X X X  
Künstliche Mineralfaser (alt) X X X X X
Schwermetalle X X X    
Phenole X X X    
Lösemittel / VOC X X X X X
Formaldehyd     X X  
SVOC / Weichmacher Flammschutzmittel         X

Wer sicher weiß oder vermutet, es mit asbesthaltigen Bauteilen oder Baustoffen zu tun zu haben, sollte sofort einen Experten zu Rate ziehen. Der erkennt oft per Draufschau vor Ort, wo Asbest drin steckt und belegt die Existenz von Asbest ggf. mit einer Laboruntersuchung. Die Materialprobe dazu sollte nur der Fachmann entnehmen! Beauftragen Sie im Zweifel besser einen Experten, der nur Messungen und keine Asbestsanierungsarbeiten durchführt, da dieser in der Regel ökonomisch unabhängiger urteilt.

Expertenrat: Die Investition in teilweise kostspielige Messungen von Asbestfasern in der Raumluft, wie sie auch im Internet angeboten werden, sollten Sie wohl abwägen, denn diese seien in der Regel gar nicht erforderlich und auch wenig aussagekräftig, weil sich hieraus keine unmittelbaren Maßnahmen ableiten ließen.

Grundsätzlich besteht für intakte Asbestzementprodukte im Innenraum jedoch keine generelle Notwendigkeit zur Sanierung des Asbestbauteils. Anders sei es bei Baustoffen und Bauteilen mit schwach gebundenem Asbest in Innenräumen.

Wann jedoch eine Asbestsanierung nötig ist oder nicht, darüber entscheidet eine Bewertung des baulichen und technischen Zustands Ihres Objektes. Eine solche Bewertung muss von einem zertifizierten Sachkundigen für Asbest nach Nr. 2.7 der Technischen Regel für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) erfolgen. Für die Bewertung, ob eine Asbestsanierung dringend ist, ist laut dem Gesetz die für das jeweilige Bundesland gültige Asbestrichtlinie heranzuziehen. Sie enthält unter anderem Kriterien zur Notwendigkeit einer Asbestsanierung.

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Vorschriften, die man bei einer Asbestsanierung beachten muss

Bei nachgewiesenem Asbest in der Bausubstanz Ihres Gebäudes und entsprechendem Sanierungsbedarf bzw. aktuellem Sanierungsgebot, insbesondere bei schwach gebundenem Asbest, dürfen Sie laut TRGS 519 mit den nötigen Asbestsanierungsmaßnahmen, also den 

  • Abbrucharbeiten,
  • Sanierungsarbeiten und
  • Instanthaltungsarbeiten,

die auch ASI-Arbeiten genannt werden, ausschließlich dienstleistende Firmen beauftragen, die das dafür nötige Know-how und Gerät haben. Die Dienstleister sollten gemäß den geltenden ASI-Vorschriften über

  • die erforderlichen personellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen und
  • eine entsprechende Zulassung der zuständigen Behörde (Nachweis der Sachkunde nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe 519) verfügen.

Die ASI-Bestimmungen regeln dazu auch die gegebenenfalls nötigen Vorbereitungen und Nebenarbeiten zur Asbestsanierung, darunter das Entfernen einer Platte, das Bohren und Anbringen einer Verkleidung oder einer Regenrinne.

Wie Sie Asbest verwenden und wie Sie mit ihm umzugehen haben, das regelt hierzulande eine ganze Reihe von Gesetzestexten, darunter: 

  • die Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV),
  • die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie
  • die Technische Regel für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) – Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten

Grundlage aller anderen Vorschriften und Regelungen ist das EU-weite Verwendungsverbot für Asbest (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006). Es gilt für alle potentiell betroffenen Kreise, darunter auch für Sie als Privatperson.

Es gilt bei der Asbestsanierung zu vermeiden:

  • das Freisetzen von Asbestfasern durch Bohren, Sägen, Schleifen, Fräsen, Flexen sowie durch Hochdruckreinigung
  • das Zerbrechen der Asbestprodukte oder belasteten Materialien

Es gilt bei der Asbestsanierung einzuhalten

  • der fach- und sachkundige Abtransport und die entsprechende Entsorgung
  • das Tragen von Schutzanzügen und Atemschutzmasken

Mit diesen Maßnahmen wird eine Asbestsanierung durchgeführt

Asbestsanierungen in Innenräumen

Zur Asbestsanierung in Innenräumen sind 

  • textile Materialien zu entfernen,
  • nicht textile Möbel mit Folie abzudecken und
  • Fenster plus Türen zu schließen.

Der zu sanierende Raum sollte nur von den die Asbestsanierung ausführenden Personen betreten werden. Mitunter ist die Errichtung einer Schadstoffschleuse erforderlich (Durchgangsräume). Alle Personen, die mit der Asbestsanierung beschäftigt sind, müssen Schutzanzüge und Atemschutzmasken mit Partikel- oder Staubfiltern tragen.

Asbesthaltige Bauteile dürfen nicht vor Ort zerkleinert werden. Das Werfen von Asbestprodukten und Schuttrutschen sind deshalb untersagt. Asbesthaltige Bauteile müssen in reißfeste Folie eingepackt werden. Die vom Asbest befreite Baustelle muss nach der eigentlichen Asbestsanierung mit einem K1-Industriestaubsauger gesäubert werden – es dürfen keine Rückstände verbleiben. Nach Abschluss der Arbeiten zur Asbestsanierung ist der Raum feucht zu wischen und zu lüften.

Asbestsanierung im Außenbereich

Für eine Asbestsanierung im Außenbereich sind Türen und Fenster angrenzender Räume zu verschließen. Auf den Untergrund ist eine Folie auszulegen, um die Umwelt vor einer Verschmutzung und Sie vor einem kostenintensiven Bodenaustausch zu bewahren. Um während der Asbestsanierung möglichst wenig Staub zu entwickeln, sind die Asbestplatten vorsichtig zu nässen – keinesfalls per Hochdruckreiniger! Alternativ kann zu diesem Zweck auch ein Staubbindemittel zum Einsatz kommen.

Wichtig: Asbest muss entgegen gesetzt der ursprünglichen Einbaurichtung entfernt werden. Ausgebaute Asbestplatten müssen entweder

  • in sogenannten Deckelcontainern gesammelt und feucht gehalten oder
  • luftdicht in Kunststofffolien eingepackt werden.

Eine Kennzeichnung von Asbestabfall ist entsprechend der Vorschriften so oder so Pflicht. Ebenso die sachgerechte Entsorgung.

Um die Asbestsanierung (hier: Dächer der Agrargenossenschaft „im Ohnetal“ eG) zu finanzieren, bietet das Private Institut eine kostenneutrale Asbestdachsanierung unter Verrechnung der Einkünfte einer Solaranlage an. (Fotos: Privates Institut)
Um die Asbestsanierung (hier: Dächer der Agrargenossenschaft „im Ohnetal“ eG) zu finanzieren, bietet das Private Institut eine kostenneutrale Asbestdachsanierung unter Verrechnung der Einkünfte einer Solaranlage an. (Fotos: Privates Institut)

Preise und Kosten einer Asbestsanierung im Überblick

Wir raten Ihnen zwecks der anstehenden Asbestsanierung vorab Angebote verschiedener zertifizierter Asbestsanierungsdienstleister einzuholen und deren Preis und Kosten für Asbestsanierung zu vergleichen. Es gibt dort nämlich recht große Preisunterschiede.

Im Kostenvoranschlag sollten folgende Posten aufgeführt sein: 

  • Anfahrtskosten
  • gegebenenfalls Gerüstmiete
  • Quadratmeterpreis oder Arbeitsstunden
  • gegebenenfalls Kosten für eine Not-Dachabdeckung
  • Verpackungskosten
  • Kosten für die Asbestentsorgung

Der Preis für die Abrisskosten eines Daches im Rahmen einer Asbestsanierung ist 

Trotz regionaler Unterschiede liegen die Preise für Abriss und Entsorgung nach einer Untersuchung der Hochschule Koblenz im Schnitt bei rund 22 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Eine Gerüstmiete beträgt etwa rund 5 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter Wandfläche. Die Anfahrtskosten hängen vom Anreiseweg ab.

Achten Sie des Weiteren auf Extra-Kosten, die während der Asbestsanierung entstehen können. Ein fachkundiger Asbestdienstleister führt auf dem Kostenvoranschlag beispielsweise auch die Kosten für die speziellen, luftdichten Foliensäcke, Big-Bags oder Platten-Bags auf, in die die Asbestprodukte kommen (Preis pro Stück um die 10 bis 15 Euro). Auch die Annahmepreise regionaler Entsorgungsfirmen sind einzukalkulieren. Asbest ist schließlich Sondermüll. Sie liegen zwischen 100 und 300 Euro pro angefangene Tonne Asbestmüll.

Tabelle 2: Preise einer Asbestdachsanierung eines Einfamilienhauses mit einer Dachfläche von 150 m2
Maßnahme Geschätzte Brutto-Preise
Baugerüst 1.000 €
Abriss & Entsorgung 4.000 €
Entwässerung 1.000 €
Wärmedämmung 10.000 €
Vorarbeiten 1.000 €
Dacheindeckung 10.000 €
Summe Asbestsanierung 27.000 €

Expertenwissen: Hat ein Sachverständiger (TÜV- oder DEKRA-Experte) vor Beginn der Baumaßnahmen die Asbestbelastung nachgewiesen, lassen sich die Kosten der Asbestsanierung von der Steuer absetzen.

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Weitere Informationen zur Asbestsanierung

"Asbestsanierung: Maßnahmen & Kosten" wurde am 25.09.2017 das letzte Mal aktualisiert.