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Dachsanierung: Maßnahmen und Kosten im Überblick

Welche technischen Maßnahmen gehören zur Dachsanierung und welche Vor- und Nachteile bringen sie? Wann lohnt sich eine Dachsanierung und was kostet sie? Wann macht es Sinn, verschiedene Sanierungsmaßnahmen fürs Dach miteinander zu kombinieren?

Ein intaktes Dach schützt die Bewohner seines Hauses vor Wind und Wetter – und auch das Gebäude selbst. Es ist der Teil des Hauses, der es am stärksten mit den Umwelteinflüssen zu tun bekommt: Sonne, Regen, Hagel, Schnee, Frost und Wind setzen dem Dach auf Dauer ebenso zu wie daraus resultierende Mikroorganismen, die sich darauf ansiedeln und Witterungseffekte verstärken (Stichwort: Moos, Flechten, Pilze). Früher oder später steht der Hausbesitzer vor der Herausforderung, ein schadhaftes, altes Dach neu einzudecken, ein nicht nach Vorschrift gedämmtes Dach zu dämmen oder einen renovierungsbedürftigen Dachstuhl zu sanieren. Womöglich soll ein Dachausbau erfolgen. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Maßnahmen bei der Dachsanierung ergriffen werden können und was sie dafür an Kosten veranschlagen müssen. Dabei erfahren Sie auch, wann sich die eine oder andere Dachsanierungsmaßnahme lohnt und wann nicht – oder ob sich Maßnahmen sinnvoll kombinieren lassen.

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Dachstuhlschäden erkennen und sanieren

Das hölzerne Baukonstrukt unter der Dachhaut, also die unzähligen Balken, Bretter & Co., fasst man unter dem Sammelbegriff Dachstuhl zusammen, wobei eine enge Auslegung des Begriffs die Dachsparren ausschließt und sich auf die Holzkonstruktion bezieht, die die Sparren stützt und die Lasten in das Tragwerk ableitet.

Sanierungsfälle

Ein Sanierungsfall des Dachstuhls liegt zum Beispiel vor, wenn Stuhlpfosten oder Stuhlsäulen morsch geworden sind. Kleinere Schäden lassen sich sanieren, indem man die morschen Stellen mit Brettern verstärkt. Für die Sanierung größerer Schäden sollte man unbedingt einen Fachmann, also den Zimmermann, zu Rate ziehen. Der kann Schäden vor Ort beurteilen und behält dabei die Statik des Dachstuhls im Auge. Den Zimmermann sollte auch der Bauherr rufen, der die Aktivitäten eines Holzwurms bemerkt (Holzmehl ist dafür ein untrügliches Zeichen).

Teil- und Vollsanierung

Je nach Zustand des Dachstuhls wird er teilweise oder ganz zum Fall für eine Dachsanierung. Bei einer Teilsanierung reicht es mitunter, dass schwächelnde Dachbalken ausgetauscht werden. Beachten Sie, dass Sie das Sanierungsgutachten mit den Gesetzen für bauliche Veränderungen abgleichen – denn manche Sanierungsmaßnahme am Dach muss genehmigt werden. Ist eine totale Dachsanierung fällig, rekonstruiert der Schreiner das Gebälk in der Werkstatt. Erst anschließend wird es auf dem Haus errichtet. Bei einem kompletten Austausch des Dachstuhls ist es überlegenswert, einen gegebenenfalls vorher unbewohnten Dachraum im Zuge der Sanierung bewohnbar zu machen.

Sanierungskosten

Die Kosten für die Sanierung des Dachstuhls hängen von vielen Faktoren ab, darunter Dachform, Dachgröße, gewünschte Materialien und selbstverständlich dem Ausmaß der Sanierung. Pauschal sollte man mit 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter Fläche rechnen. Diese Sanierungskosten für das Dach können aber in erheblichem Maße variieren. Daher sollte man das weitere Vorgehen immer auf entsprechende Kostenvoranschläge stützen, um auf dieser Grundlage die wirtschaftlichste Dachsanierungsmöglichkeit auszuwählen.

Dachstuhlausbau

Ein Dachausbau oder Dachstuhlausbau bringt neuen Wohnraum. Wichtig: Hat ein Experte den Dachraum für ausbaufähig befunden, müssen Sie das Dachsanierungsvorhaben behördlich genehmigen lassen. Je nach Dachform (Steil- oder Flachdach) bieten sich unterschiedliche Ausbauformen für die Dachsanierung an. Bei den hierzulande beliebten Sattel- und Walmdächern beispielsweise geht es um die Wahl der Dachgauben, die die bewohnbare Dachgeschossfläche maßgeblich vergrößern können und für ordentliche Lichtverhältnisse sorgen. Flachdach-Sanierer können die Wohnfläche erweitern oder eine Dachterrasse errichten.

Vorgehen bei der Sanierung der Dachhaut

Steht eine Sanierung für die Dachhaut an, muss entschieden werden, ob die äußerste Dachschicht komplett erneuert werden muss oder nur teilweise. Wobei man die Dächer nach ihrer Form in Steildach und Flachdach unterscheidet, da dafür unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen anfallen.

Dacheindeckung beim Steildach sanieren

Regensicherung des Dachstuhls bei der Sanierung eines alten Reetdaches in Norddeutschland (Foto: energie-experten.org)
Regensicherung des Dachstuhls bei der Sanierung eines alten Reetdaches in Norddeutschland (Foto: energie-experten.org)

Eine teilweise Sanierung der Dacheindeckung läuft meist als Reparatur des Dachs. Der Komplettaustausch dagegen gilt als Dachsanierung. Die Dachsanierung ist fällig, wenn große Teile der Dacheindeckung alt und / oder offensichtlich beschädigt sind. Stellt man beim Abdecken fest, dass Dachziegel bautechnisch in Ordnung sind, lohnt es sich, kostenbewusst und rohstoffbewusst, diese gründlich zu reinigen und anschließend wieder zum Eindecken des Dachs zu verwenden. Den finanziellen Aufwand für die Abdeck- und Wiedereindeckarbeiten kann man als Bauherr übrigens erheblich mindern, indem man sich als Handlanger daran beteiligt.

Im Zuge einer notwendigen totalen Abdeckung und Neueindeckung sollte der Bauherr stets prüfen, ob sich weitere Maßnahmen zur Dachsanierung anbieten, die sich aus Kostengründen damit verknüpfen lassen. So lohnt es sich, eine gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschriebene Dämmung vorzunehmen. Denn die effektivste Form der Dachdämmung ist die Aufsparrendämmung – und die lässt sich nur auf einem komplett abgedeckten Dach errichten. Der Bauherr zahlt für Dämmung zwar drauf, spart gegenüber einer gesonderten Ausführung der Wärmesanierung die Kosten fürs Ab- und Eindecken und fürs Gerüst. 100 Quadratmeter Dachneueindeckung kosten etwa 8.000 Euro inklusive Ab- und Eindeckarbeiten und Entsorgung alter Dachziegel.

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Dachabdichtung beim Flachdach sanieren

Bei der Abdichtung des Flachdaches sollte auf ein Gefälle geachtet werden, um das Wasser zu den Abläufen zu führen. (Foto: energie-experten.org)
Bei der Abdichtung des Flachdaches sollte auf ein Gefälle geachtet werden, um das Wasser zu den Abläufen zu führen. (Foto: energie-experten.org)

Kleine Schäden an einem Flachdach kann man abdichten, ohne gleich eine komplette Dachsanierung zu stemmen. Vorausgesetzt, die Schadstelle wurde rechtzeitig erkannt, so dass sie noch keine Feuchtigkeitsschäden in der Dachkonstruktion und / oder Dämmschicht verursachen konnte. Ein wichtiger Grund, die Dachabdichtung regelmäßig zu überprüfen! Je nach verwendeter Flachdachabdichtung (Bitumen, EPDM, Kunststoff oder flüssige Abdichtung) muss man die Schadstelle entsprechend behandeln, wobei eine gegebenenfalls vorhandene Dachdämmung nicht beeinträchtigt werden darf.

Eine alte und / oder großflächig schadhafte Flachdachabdichtung ist ein Fall für eine Dachsanierung. Dabei erneuert man sowohl die Flachdachdämmung (beziehungsweise errichtet man sie erstmals gemäß der Vorschriften der ENEV), als auch die Dachabdichtung. Das Ganze geschieht in Abhängigkeit von der geplanten Nutzung des Flachdachs (begehbar gemäß DIN 18195, ungenutzt gemäß DIN 18531).

Dachdämmung sanieren

Ist das Dach noch nicht entsprechend der geltenden Vorschriften der EnEV gedämmt, muss dies nachgeholt werden. Und eine mangelhafte oder wirkungslose, weil alt und schadhaft, Dämmung muss ebenfalls auf den neusten und vorschriftsgemäßen Stand gebracht werden.

Je nach Dämmmethode sind der Aufwand dafür und die daraus resultierenden Kosten unterschiedlich hoch. Grundsätzlich hat der Bauherr die Wahl zwischen einer Dämmung des Dachs unter, zwischen und auf den Sparren. Die Unter- und die Zwischensparrendämmung lassen sich mit weniger Aufwand (oft auch in Eigenleistung) realisieren, wenn der Dachraum bislang unbewohnt ist, und führen – miteinander kombiniert – auch zu guten Dämmwerten. Allerdings kostet eine Dachdämmung von innen meist Raumvolumen.

Der Aufwand für eine Innendämmung bei bewohntem Dachgeschoss ist fachmännisch dagegen eine echte Herausforderung, die Profis vornehmen sollten. Als Bauherr muss man deshalb abwägen, was sich eher lohnt: eine Unter-/Zwischensparrendämmung oder eine Aufsparrendämmung. Letztere lässt sich wie beschrieben optimal und kostensparend mit einer Dachhautsanierung kombinieren.

Die Kosten für eine Sanierung der Dachdämmung hängen von Dachfläche, Dämmstoff und Dämmmethode ab. Sie liegen zwischen 50 und 200 Euro pro Quadratmeter.

Asbest-Sanierung

Die Fläche der hierzulande noch in Altbauten verlegten Asbestzementplatten geht in die Millionen Quadratmeter. Sie stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren, wo sie als extrem robustes Dachbaumaterial eingesetzt wurden. Aber: Asbest löst Krebs aus und ist deshalb seit 1993 in der BR Deutschland verboten. Eine Dachsanierung bei einem Bestandsgebäude, das auch mit Asbestzementplatten bestückt ist, ist daher ein Must-do. Sie ist jedoch eine Aufgabe für Spezialisten, die nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe-TRGS 519 vorgehen. Man muss dafür mit Kosten von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter rechnen.

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Weitere Informationen zur Dachsanierung

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"Dachsanierung: Maßnahmen und Kosten im Überblick" wurde am 24.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.