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Experten-Ratgeber zu Holzpflaster-Typen und Verlegung

Was ist Holzpflaster? Welche Eigenschaften hat es? Wo macht der Einsatz von Holzpflaster Sinn, wo nicht? Wie verlegt man Holzpflaster und welche Oberflächenbehandlungen sind dafür gängig? Was ist bei der Reinigung und Pflege zu beachten?

Holz ist ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Seit Jahrtausenden begleitet Holz uns als Bau- und Werkstoff, sowohl beim Konstruieren unserer Wohnstätten als auch beim Dekorieren derselben. Holz ist ein lebendiger Begleiter, der auf klimatische Verhältnisse im Raum reagiert und das Raumklima beeinflusst. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel einen ganz besonderen Fußbodenbelag aus Holz vor: sogenanntes Holzpflaster. Sie erfahren charakteristische Eigenschaften des Belags und wie Sie ihn verlegen. Wir erklären darüber hinaus, welche Oberflächenbehandlung für Holzpflaster möglich ist und wie Sie Ihren Holzpflasterboden reinigen und pflegen müssen.

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Holzpflaster – Beschaffenheit und Eigenschaften

Holzpflaster ist ein Holzboden, der aus Holzklötzen besteht. Das können quaderförmige oder zylindrische Klötze sein, die nebeneinander aufgestellt (so dass man den Querschnitt durch den Holzstamm als Optik erhält) einen Bodenbelag ergeben, der als höchst belastbar und äußerst abriebfest gilt.

Böden aus Holzpflaster liefern ähnlich wie andere Holzböden, zum Beispiel Dielen oder Parkett, die typische, materialspezifische Fußwärme, dämpfen Lärm, besitzen eine natürliche Wärmedämmung und Trittschalldämmung. Sie bieten eine trittfeste und rutschhemmende Oberfläche. Positiv hervorzuheben ist auch das günstige Brandverhalten von Holzpflaster sowie seine hohe Festigkeit gegenüber Verschleiß. Zudem besitzt Holzpflaster eine geringe elektrische Leitfähigkeit. Daher wird es nicht nur in privaten Räumen, sondern auch als Boden Belag in Gewerbe und Industrie verwendet.

Holzpflaster aus Lärche mit versiegelter Oberfläche in einem Restaurant. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)
Holzpflaster aus Lärche mit versiegelter Oberfläche in einem Restaurant. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)

Einsatz von Holzpflaster: drinnen und draußen

Aufgrund seiner Beschaffenheit wirkt Holzpflaster rustikal. Am häufigsten kommen Klötze aus Eichen-, Lärchen-, Kiefern- und Fichtenholz zum Einsatz. Holzpflaster, das muss man zu seiner Verwendung als Bodenbelag wissen, ist vergleichsweise hoch – das muss bei der Gestaltung des Untergrunds bedacht werden.

Holzpflaster kann sowohl bei der Inneneinrichtung als auch bei der Gestaltung von Außenbereichen zum Einsatz kommen. Meist nimmt man für den Außenbereich größere Klötze als im Innenbereich. Wissen muss man auch, dass Holzpflaster, das Wind und Wettern ausgesetzt wird, insbesondere bei Nässe an der Oberfläche rutschig werden kann. Es heißt, bei Holzpflaster bestünde eine Versickerungsleistung von etwa 50 Prozent.

Holzpflastertypen für den Innenbereich

Für den Einsatz im Innenbereich unterscheidet man Holzpflaster in unterschiedliche Qualitäten, die die Norm DIN 68702 festlegt. Unterschiede ergeben sich dabei aus den Abmessungen der Klötze des Holzpflasters, der Oberflächenbehandlung und dem Aufbau des Bodenbelags. Die DIN 68702 unterscheidet Holzpflaster in:

Holzpflaster GE

Klötze (Eiche, Kiefer, Fichte) zum Einsatz im gewerblichen und industriellen Bereich, wo es spezifischen Belastungen infolge Schub- und Zugspannung sowie Fahrverkehr standhalten muss. Typische Höhe der Holzpflasterklötze: fünf bis zehn Zentimeter, Breite: sechs bis acht Zentimeter, Länge: sechs bis vierzehn Zentimeter.

Fürs Verlegen ist wichtig: Alle Klötze innerhalb eines Raums müssen gleich breit sein, während die Länge durchaus im angegebenen Bereich variieren darf. Geliefert wird Holzpflaster GE werkseitig imprägniert, um es robuster gegenüber Feuchtigkeit zu machen. Das verwendete Holz muss trocken (Feuchtegehalt zwischen 10 und 14 Prozent), gesund und fehlerfrei sein, so dass seine holztypischen Eigenschaften nicht eingeschränkt sind.

Die Momentlasten durch den Staplerverkehr können dem Holzpflaster GE aus Kiefer nichts anhaben. (Foto: Fachverband Holzpflaster/OPW Oltmanns & Willms)
Die Momentlasten durch den Staplerverkehr können dem Holzpflaster GE aus Kiefer nichts anhaben. (Foto: Fachverband Holzpflaster/OPW Oltmanns & Willms)

Holzpflaster RE

Klötze (Eiche, Kiefer, Fichte, Lärche und ähnliche Hölzer) zum Einsatz in Innenräumen von Verwaltungs- und Versammlungsstätten, zum Beispiel Kirchen, Theater und Schulen, sowie im Wohnbereich besteht laut der genannten Norm aus Klötzen mit Höhen zwischen 2,2 und acht Zentimetern, Breiten zwischen vier und acht Zentimetern sowie Längen zwischen vier und zwölf Zentimetern.

Bei diesem Holzpflastertyp müssen die Längen und Breiten der in ein und demselben Raum verwendeten Klötzer gleich sein. Geliefert werden die Klötze dieser Holzpflasterkategorie entweder stückweise oder als vorgefertigte Verlegeeinheiten. Die Klötze müssen aus sogenanntem mehrstieligem, vierseitig gehobelten sowie künstlich getrocknetem Holz sein, deren Feuchtegehalt bei Anlieferung und Verlegung zwischen acht und zwölf Prozent liegen sollte. Praktisch bestens bewährt hat sich ein Feuchtigkeitsanteil von neun bis zehn Prozent.

Das repräsentative Holzpflaster RE aus Fichte ist in starkfrequentierten Bereichen nicht nur schick, sondern auch dauerhaft. (Foto: Fachverband Holzpflaster/OPW Oltmanns & Willms)
Das repräsentative Holzpflaster RE aus Fichte ist in starkfrequentierten Bereichen nicht nur schick, sondern auch dauerhaft. (Foto: Fachverband Holzpflaster/OPW Oltmanns & Willms)

Holzpflaster WE

Klötze (Eiche, Kiefer, Fichte, Lärche ) zum Einsatz in Werkräumen und Räumen mit gleichartiger Beanspruchung ohne große Klimaschwankungen und ohne Fahrzeug- und Staplerverkehr muss normgemäß aus Klötzen mit Höhen zwischen drei und acht Zentimetern, Breiten zwischen vier und acht Zentimetern und Längen zwischen vier und vierzehn Zentimetern bestehen. Während die Breite aller innerhalb eines Raums verlegten Klötze gleich sein muss, darf die Länge im genannten Rahmen unsortiert variieren.

Die Klötze müssen aus gesundem und scharfkantigem Schnittholz produziert worden sein, wobei Farbabweichungen durchaus erlaubt sind. Bei Lieferung und Verlegung sollte der Feuchtigkeitsanteil zwischen acht und dreizehn Prozent liegen, praktisch bewährt hat sich ein Feuchtigkeitsanteil zwischen elf und zwölf Prozent. Wichtig: Sobald das Holzpflaster diesen Typs höher als vier Zentimeter und entsprechend verklebt worden ist, darf es auch unter Fahrverkehr zum Einsatz kommen.

Kiefer-Holzpflaster mit hellem Splintbereich und dunklem Kernbereich. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)
Kiefer-Holzpflaster mit hellem Splintbereich und dunklem Kernbereich. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)

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Verlegen von Holzpflaster

Wer Holzpflaster verlegen möchte, braucht einen festen, sauberen und tragfähigen Untergrund. Meist wird Holzpflaster auf Betonboden verlegt, also auf einer Betondecke mit oder ohne Verbundestrich. Gegen gegebenenfalls aufsteigende Feuchtigkeit sollte eine Abdichtung realisiert werden. Die einzelnen Holzpflasterklötze verlegt man im Verband, wobei man geradlinige Längsfugen stehen lässt.

Verlegen von Holzpflaster GE

Damit Holzpflaster des Typs GE besser auf dem Untergrund haftet, bringt man in der Regel einen Voranstrich auf den Beton auf, der mit einer Unterlegebahn, zum Beispiel aus Bitumen, beklebt wird. Darauf klebt man dann mittel seines geeigneten Klebers (gemäß Herstellerangaben) die Holzklötze. Diese sind vom Hersteller bereits imprägniert worden. Die Holzpflasterklötze GE presst man beim Verlegen entweder dicht aneinander oder man verlegt sie mit Fugen. Die Fugen füllt man anschließend mit heißer Bitumenmasse.

Verlegen von Holzpflaster RE und WE

Holzpflaster der Typen RE und WE, die man im Wohnbereich verlegt, kommen auf einen tragenden Untergrund in Form eines gut getrockneten Estrichs. Die einzelnen Klötzer klebt man mit einem Spezialkleber, der schubfest ist, fugenlos dicht an dicht verpresst auf den Estrich. Fugen sind bei normalen Raumflächen lediglich zu allen angrenzenden oder die Verlegefläche durchdringenden Flächen in einer Breite von etwa anderthalb Zentimetern nötig. Handelt es sich um außerordentlich große Raumflächen, muss man beim Verlegen zusätzliche sogenannte Bewegungsfugen errichten.

Eichen-Holzpflaster bietet ein großes Farbspektrum von hellen Beigetönen bis hin zu dunkelbraunen Schokotönen. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)
Eichen-Holzpflaster bietet ein großes Farbspektrum von hellen Beigetönen bis hin zu dunkelbraunen Schokotönen. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)

Oberflächenbehandlung, Reinigen und Pflegen von Holzpflasterböden

Nach dem Verlegen wird Holzpflaster abgeschliffen. Klötze der Kategorie RE – und wenn vereinbart auch WE – bekommen anschließend einen Oberflächenschutz, um das Holzpflaster vor Wasser und Schmutz zu schützen. Als Schutzschicht kommen Öl-Kunstharze (Versiegelung), Öl oder kaltes beziehungsweise warmes Wachs zum Einsatz. Von einer Versiegelung, die einen Film bildet, wird meist abgeraten, da das Holzpflaster doch eher starken Feuchtigkeitsschwankungen unterliegt.

Aufgrund der eben erwähnten Feuchtigkeitsschwankungen des Holzpflasters bilden sich üblicherweise Fugen zwischen einem und drei Millimetern zwischen den Klötzen. Unterliegt der Holzboden starken Feuchtigkeitsschwankungen sollte man deshalb eine Schmutzschleuse vorbauen. Andernfalls reicht ein trockenes Ausfegen (Auskehren) des Raums mit Holzpflaster, um dieses zu reinigen.

Wurde der Bodenbelag geölt, muss man in regelmäßigen Abständen Öl nachschmieren, wobei die Angaben der Hersteller ausschlaggebend sind wann und womit dies erfolgen sollte.

Das geölte Holzpflaster aus Eiche wird durch verfestigte Sandfugen fixiert. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)
Das geölte Holzpflaster aus Eiche wird durch verfestigte Sandfugen fixiert. (Foto: Fachverband Holzpflaster/ OPW Oltmanns & Willms)

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Wissenswertes über Parkett

"Experten-Ratgeber: Holzpflaster-Typen & Verlegung" wurde am 09.02.2017 das letzte Mal aktualisiert.