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Dampfsperre und Dampfbremse im Vergleich

Wie funktioniert eine Dampfsperre und was unterscheidet sie von einer Dampfbremse?

Bauherren bekommen an verschiedenen Stellen mit ihr zu tun: der sogenannten Dampfsperre. Sie dient - wie ihr Name schon sagt - als Sperre, die verhindern soll, dass über die Maße Wasserdampf in die Bauteile einer Konstruktion und / oder Dämmstoffe eindringt, diese durchfeuchtet und infolgedessen Schäden anrichtet oder Ursache für Schimmelbefall ist.

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Unterscheidung von Dampfsperre und Dampfbremse

Der Begriff "Dampfsperre" wird häufig auch als Synonym für die Dampfbremse genutzt. Dies ist jedoch nur zum Teil richtig, denn die meisten der in der Praxis verwendeten Dampfsperren sind eigentlich Dampfbremsen. Lediglich Metallfolien aus Aluminium oder Kupfer sowie Glas verhindern die Diffusion von Wasserdampf so komplett, dass man sie als wirkliche "Sperren" bezeichnen könnte. Alle anderen Werkstoffe werden deshalb korrekterweise Dampfbremsen genannt.

Aus physikalischer Sicht kann eine Dampfsperre zugleich als Luftdichtschicht wirken. Eine Dampfbremse funktioniert nur in Verbindung mit einer Raumdämmung, wobei sie in der Regel raumseitig angebracht wird. Der Vorteil einer Dampfbremse: Ist durch eine undichte Stelle Feuchtigkeit in die Konstruktion eingedrungen, kann sie wieder verdunsten - bei einer Wasserdampfsperre ist dies nicht möglich. 

Dampfbremse und Dampfsperre lassen sich zudem nach ihrem "Wirkungsgrad" unterscheiden. Hierzu dient der sogenannte sd-Wert beziehungsweise Sperrwert, der die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke beschreibt. Also angibt, wieviel Meter Luft die dampfbremsende Schicht entspricht.

  • Von Dampfsperren ist die Rede, wenn der sd-Wert eines Werkstoff größer / gleich 1.500 Meter ist: dampfdiffusionsdicht.
  • Von Dampfbremsen spricht man, wenn der sd-Wert eines Werkstoffs zwischen 0,5 und 1.500 Metern liegt: dampfdiffusionshemmend.
Dampfbremse im Dachgeschoss eines Altbaus (Foto: Verband Privater Bauherren / RB Augsburg)
Dampfbremse im Dachgeschoss eines Altbaus (Foto: Verband Privater Bauherren / RB Augsburg)

Schäden durch undichte Dampfbremsen und -sperren

Eine solche Dampfbremse ist also eine Schicht, meist in Form von Folien, die auf der warmen Seite von Bauteilen aufgebracht wird, um die Diffusion von Wasserdampf zu behindern. Die warme Seite der Bauteile ist meist die Innenseite. Dringt nämlich zu viel Wasserdampf durch die gegebenenfalls in die Konstruktion integrierte Dachdämmung bis hin zu den Bauteilen, leiden beide darunter: Die Dämmung verliert bei einer bestimmten Durchfeuchtung an Dämmwirkung, die Bauteile erleiden Schaden. Beides kann zudem von Schimmelsporen befallen werden.

Es heißt, dass ein Großteil aller Bauschäden eine unzulässig hohe Durchfeuchtung zur Ursache habe. Jeder Bauherr sollte deshalb sorgfältig auf eine fachgerecht installierte Dampfbremse / Dampfsperre achten. Zur Planung derselben ist es empfehlenswert, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Immerhin können schon wenige undichte Stellen, typischerweise an Durchlässen für z. B. Kabel und Steckdosen, dafür sorgen, dass die Wirkung der Dampfsperre gen Null geht.

Durch die undichten Stellen dringt dann nämlich die warme und naturgemäß feuchte Raumluft in die Dämmung, wo sie gegebenenfalls abkühlt und Feuchtigkeit in Form von Tauwasser abgibt: Der physikalische Vorgang nennt sich Kondensation. Der Fachmann spricht von einem "Ausfall von Tauwasser" oder "Tauwasserausfall".

Mögliche Schäden sind:

  • Schimmelwuchs (innen und außen)
  • Moos- und Algenbewuchs (außen)
  • Frostsprengung nach Kondensation / Sublimation

Materialauswahl nach DIN-Norm und EnEV

Schon dickere Folien aus Plastik werden in der Baupraxis zu einfachen Dampfbremsen. Grundsätzlich verwendet man folgende Werkstoffe als Dampfbremsen:

  • Spezialpapier, das imprägniert und bituminiert wurde
  • Kunststofffolien aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyamid (PA)
  • Aluminiumfolien
  • Plattenmaterial aus Gipskarton oder Span

Welcher Werkstoff zum Einsatz kommt, das hängt von Gesamtaufbau der Konstruktion ab. Wichtig ist, dass es sich um zulässige Werkstoffe handelt. Die Zulässigkeit von Dampfbremsen/Dampfsperren regelt die DIN-Norm 4108 und die EnEV §6. Hieraus lassen sich auch die nötigen Sperrwerte ableiten. Bei der Auswahl einer Dampfbremse bzw. Dampfsperre gilt: Je höher der sd-Wert ist, desto dichter ist der Werkstoff und desto weniger Wasserdampf lässt er hindurch. Ein Beispiel zum Vergleich:

PE-Folie mit einer Dicke von 0,1 Millimeter hat eine Diffusionswiderstandzahl µ von 100.000 und damit eine Sperrwirkung wie 10 Meter Luft. Der µ-Wert von Aluminiumfolie dagegen beträgt 1.000.000.

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Berechnung und Vergleich des Sperrwertes von Dampfbremsen

Die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke, kurz sd-Wert (oder auch Sperrwert) genannt, ist ein Maß für den Widerstand, den ein Material der Verdunstung von Wasser entgegensetzt. Der Sperrwert einer Dampfsperrschicht ergibt sich aus der werkstoffspezifischen Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl µ mal der Dicke des Werkstoffes s (sd = µ x s). Er wird in Meter als Maßeinheit angegeben.

Vergleich der Sperrwerte von Dämmstoffen und Dampfbremsen nach sd-Wert
Dämmstoff/ DampfbremseRohdichte in kg/m3µ-Wert (sd-Wert)
Polyethylen (PE)920 - 980100000
Phenolharz1300100000
Polyvinylchlorid (PVC)139050000
Polyamid (PA)115050000
Polypropylen (PP)91010000
Epoxidharz120010000
Polyurethan (PU)12006000
Extrudiertes Polystyrol (XPS)20 - 65150
Expandiertes Polystyrol (EPS, Styropor)10-5060
Polyurethanhartschaum28 - 5560

Komplettlösungen für luftdichtes Verkleben

Beim Anbringen und Verlegen der Dampfbremse ist der luftdichte Abschluss der einzelnen Folien als auch der Anschlüsse und Durchdringungen der Dampfbremse von besonderer Bedeutung. Hierzu bieten verschiedene Hersteller zueinander passende Folien, Klebebänder und Klebstoffe an.

Die Deutsche ROCKWOOL bietet z. B. das "Luftdichtsystem Rockfol" an. Die Basis dieses Luftdichtsystems bildet eine Dampfbremse wie z. B. die klimaregulierende "Intello® Rockfol climate" oder die dampfundurchlässige "Rockfol PE" Folie. Die luftdichte Verklebung der Dampfbremse im Überlappungsbereich der einzelnen Folienbahnen erfolgt dann mit dem zum System gehörenden selbstklebenden Klebeband "Rockfol KB 1". Durchdringungen zum Beispiel durch den Kamin können mit dem dehnbaren Klebeband "Rockfol KB 2" verklebt, die Anschlüsse an das Mauerwerk mit der dauerelastischen Klebemasse "Rockfol DK" realisiert werden.

Verklebung der Anschlüsse der Dampfbremse an das Mauerwerk (Foto: DEUTSCHE ROCKWOOL Mineralwoll GmbH & Co. OHG)
Verklebung der Anschlüsse der Dampfbremse an das Mauerwerk (Foto: DEUTSCHE ROCKWOOL Mineralwoll GmbH & Co. OHG)

Selbstregulierende Dampfbremsen aus Polyamid

Sogenannte intelligente Dampfbremsen sind in der Lage, die Diffusion von Wasserdampf zu beeinflussen. So ist Folie aus Polyamid beispielsweise dazu fähig, ihre Dampfdurchlässigkeit an verschiedene Erfordernisse anzupassen. Dahinter steckt ihr Vermögen, Wasserdampf zu absorbieren, also ihr feuchteadaptives Verhalten.

Das Fraunhofer Institut schreibt dazu: Je höher die Umgebungsfeuchte, desto mehr Wassermoleküle werden zwischen die langkettigen Polymermoleküle eingelagert. Dadurch schaffen sich die Wassermoleküle quasi ihre eigenen Porenräume, in denen sie stark beweglich sind. Unter trockenen Umgebungsbedingungen werden entsprechend weniger Wassermoleküle sorbiert, mit der Folge, dass die Dampfdurchlässigkeit der Folie deutlich abnimmt. Dies ist bereits eine Eigenschaft des Grundstoffs Polyamid, so dass die Folie ohne jegliche chemischen Zusätze auskommt.

Zudem hat Polyamid als Dampfbremse folgende Vorteile:

  • schwer entflammbar
  • hohe Reißfestigkeit (etwa drei Mal so groß wie bei Polyethylen)
  • Sperrwirkung gegen organische Substanzen wie Holzschutzmittel

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"Dampfbremse und Dampfsperre im Vergleich" wurde am 10.05.2017 das letzte Mal aktualisiert.