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Preiswerte Dämmwolle für Wärmedämmungen: Herstellung, Verarbeitung und Preise

Was ist Dämmwolle? Wie wird sie hergestellt? Welche Eigenschaften hat Dämmwolle? Wie wird sie verarbeitet und was kostet sie?

Dämmwolle ist ein anderer Begriff für Mineralwolle. Und damit ein Oberbegriff für zweierlei Werkstoffe: Glaswolle und Steinwolle. Dämmwolle ist ein weicher Werkstoff aus künstlichen mineralischen Fasern (Glas oder Gestein). Nach Polystyrol ist Dämmwolle der häufigste und auch preiswerte Dämmstoff, der hierzulande eingesetzt wird.

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Zusammensetzung von Dämmwollestoffen

Dämmwolle wird häufig als Zwischensparren-Dämmfilz aus Glaswolle für eine fast verschnittfreie Wärmedämmung von innen zwischen Sparren- und Balkenlage in unbelüfteten Steildächern verwendet. (Foto: energie-experten.org)
Dämmwolle wird häufig als Zwischensparren-Dämmfilz aus Glaswolle für eine fast verschnittfreie Wärmedämmung von innen zwischen Sparren- und Balkenlage in unbelüfteten Steildächern verwendet. (Foto: energie-experten.org)

Dämmwolle ist entweder Glaswolle oder Steinwolle. Glaswolle besteht bis zu 70 Prozent aus altem Glas, das so recycelt wird. Außerdem zählen Kalkstein, Sand und Soda zu den Rohstoffen von Glaswolle. Hinzu kommen Binder wie 0,5 bis 7 Prozent Phenolharze für die Festigkeit und etwa 0,5 Prozent Mineralöl, um im Endprodukt eine Staubbindung zu erwirken. Steinwolle besteht aus den Rohstoffen Feldspat, Dolomit, Basalt, Anorthosit oder entsprechendem Recyclingmaterial, aus Koks, um Energie zu liefern, sowie ebenfalls 0,5 bis 7 Prozent Bindemittel wie Phenolharze und 0,5 Prozent Mineralöl.

Unterschiedliche Verfahren zur Dämmwolleherstellung

Dämmwolle kann mittels dreier unterschiedlicher technischer Verfahren gewonnen werden:

  • Ziehverfahren,
  • Blasverfahren und
  • Schleuderverfahren,

wobei man die Herstellungsmethoden sogar miteinander kombinieren kann. Zum Beispiel zum Schleuder-Ziehverfahren oder Schleuder-Blasverfahren. Sämtliche Verfahren bedeuten ein Schmelzen der Rohstoffe bei Temperaturen zwischen 1.200 und 1.600 Grad Celsius.

Beim Ziehverfahren entstehen sehr lange Glaswoll- oder Steinwollfasern, die man auch Endlosfasern nennt. Sie werden vor allem im Textilbereich eingesetzt. Im Blasverfahren entstehen Fasern, weil man die Schmelze buchstäblich anbläst. Und das Schleuderverfahren produziert Dämmwolle so ähnlich wie man Zuckerwatte herstellt: Die Glas- oder Steinschmelze wird Tropfen für Tropfen auf eine sich schnell drehende Schwungscheibe gegeben. Mit der Drehbewegung (Zentrifugalkräfte) schleudert man die Schmelztröpfchen, so dass sie zu Fasern werden. Zugleich werden Bindemittel und Imprägnierstoffe hinzugefügt, die der Dämmwolle Festigkeit geben und dafür sorgen, dass sie später wasserabweisend ist. Am Ende erhält man ein Vlies aus Dämmwollfasern. Das wird mit Hilfe eines Kettenbands durch einen Härteofen gezogen, der etwa 230 Grad Celsius Hitze hat.

Dämmwolleeigenschaften bei Wärmedämmungen

Dämmwolle punktet als Dämmmaterial gleich dreifach, denn sie bietet

  • Wärme- und Kälteschutz
  • Schallschutz
  • sowie Brandschutz.

Außerdem ist sie resistent gegenüber Feuchtigkeit, Fäulnis, Pilzen (Schimmel) und Verrottung. Gegenüber hohen Temperaturen ist Dämmwolle ziemlich beständig, wobei sich Steinwolle von Glaswolle hier noch unterscheidet, da sie sich mit einer Temperaturbeständigkeit von 1.000 Grad Celsius sogar noch beständiger erweist als herkömmliche Glaswolle mit 700 Grad Celsius. Dämmwolle brennt nicht und setzt auch keine giftigen Gase frei, sie gehört deshalb in die höchste Baustoffklasse A1 (gemäß der aktuellen europäischen Norm DIN EN-13501-1). Dämmwolle mindert beziehungsweise verhindert sogar ein Ausbreiten von Feuer. Ein Grund, warum sie beispielsweise auch als sogenannter Brandriegel (quasi ein Gürtel aus Dämmstoff um das gesamte Gebäude) in Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) verwendet wird.

Dämmwolle hat eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,03 und 0,045 Watt pro Meter und Kelvin. Das ist ein guter, weil geringer Wert, auf dem ihre guten Dämmeigenschaften basieren. Das Dämmen mit Dämmwolle hält im Winter die Wärme im Haus und im Sommer außerhalb des Gemäuers. So bleibt’s auch bei großer Hitze drinnen kühl (sogenannter sommerlicher Wärmeschutz).

Dämmwolle wirkt sehr gut schallschluckend, man spricht deshalb von einer akustischen Dämmfähigkeit. Für einen Wärmedämmstoff ist das von großem Vorteil, immerhin leben wir in geräuschvollen Zeiten und empfinden Ruhe – im Sinne von Geräuscharmut beziehungsweise Geräuschlosigkeit – im Job und in der Freizeit als wohltuend.

Dank ihrer Wärme, Schall und Feuer dämmenden Eigenschaften genügt Dämmwolle den Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) bestens. Sie kann ohne Probleme vom Dach bis zum Keller als Dämmstoff eingesetzt werden; etwa

  • als Dachdämmung zwischen oder unter den Sparren,
  • als Kerndämmung in Hohlräumen,
  • als Zwischenständerdämmung
  • oder als wärmedämmender Kern eines Wärmedämmverbundsystems.

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Gesundheitsverträglichkeit von Dämmwolle

Dämmwollfasern reizen im direkten Kontakt die Haut, worauf diese mit Rötungen und Schwellungen reagiert. Das ist der Grund für die Empfehlung, beim Umgang mit Dämmwolle unbedingt Schutzkleidung zu tragen, inklusive eines Augen- und Atemschutzes.

Dämmwolle ist “möglicherweise krebserregend“, weil Fasern gleich welcher Art im Körper eine Ursache von Krebs sein können. Darum unterliegen Fasern aus mineralischer Dämmwolle den gesundheitlichen und arbeitsschutzrechtlichen Bewertungen, die die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 521) beziehungsweise die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) regelt.

Danach darf Dämmwolle nur verkauft werden beziehungsweise weitergegeben werden, wenn sie nicht krebsverdächtig ist. Dämmwolle muss deshalb mindestens eines der folgenden sogenannten Freizeichnungskriterien erfüllen:

  • der Kanzerogenitätsindex Ki der Dämmwolle muss größer gleich 40 sein
  • ihr Filamentdurchmesser muss größer als 3 µm sein, das heißt: er ist nicht lungengängig
  • seit 1998 gilt für Dämmwolle: Der Nachweis einer ausreichend hohen Biolöslichkeit ist erforderlich. Er erfolgt im Allgemeinen mit Tierversuchen. Dämmwolle wird nur freigezeichnet, wenn die Halbwertzeit ihrer Biolöslichkeit 40 Tage oder weniger beträgt. Es gilt: Je höher die Biolöslichkeit der Dämmwollfaser, desto niedriger ist die Halbwertzeit.

Dämmwolle, die die eben genannten Freizeichnungskriterien erfüllt, erkennt man am RAL-Gütezeichen "Erzeugnisse aus Mineralwolle", wobei sich das Gütezeichen auf die Richtlinie 97/69/EG der Kommission bezieht. Das Qualitäts-Siegel steht für den entsprechenden Nachweis.

Preise für handelsübliche Dämmwolle

Im Handel findet man stark verdichtete Vliese aus Dämmwolle (vom Meter), Dämmwollmatten beziehungsweise Dämmwollplatten. Daneben ist Dämmwolle auch lose erhältlich: als Verschnitt (gerupft) oder als Flocken zum Füllen von Hohlräumen (beispielsweise für die Einblasdämmung) – abgepackt in handlichen Säcken. Je nachdem unterscheidet sich auch der Dämmwolle-Preis. Trotzdem ist Dämmwolle grundsätzlich recht preiswert, je nach Ausführung kostet sie zwischen 50 und 140 Euro pro Quadratmeter.

Letztlich sollte bei der Entscheidgung für oder gegen den Einsatz von Dämmwolle nicht nur der Preis einbezogen werden, sondern auch die oben genannten Dämm- und Verarbeitungseigenschaften. Gerade in Neubauten aber auch bei energetischen Altbausanierungen, die Wert auf eine ökologische Nachhaltigkeit legen, kann evtl. die Umweltverträglichkeit natürlicher Dämmstoffe den günstigen Dämmstoff-Preis der Dämmwolle überwiegen.

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"Preiswerte Dämmwolle für Wärmedämmungen" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.