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Einblasdämmung: Techniken, Vor- und Nachteile und fachgerechte Ausführung

Wie funktioniert die Einblasdämmung? Welche Vor- und Nachteile hat die Einblasdämmung? Was muss beim Einblasen beachtet werden?

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Diese Hohlräume lassen sich per Einblasdämmung dämmen

Die wohl bekannteste Einblasdämmung ist die eines zweischaligen Mauerwerks. Im Bild sieht man die Hohlraumdämmung mit Knauf Insulation Supafil, einem losen, nicht brennbaren Mineralwolle-Dämmstoff ohne Bindemittel-Zusätze. (Foto: Knauf Insulation)
Die wohl bekannteste Einblasdämmung ist die eines zweischaligen Mauerwerks. Im Bild sieht man die Hohlraumdämmung mit Knauf Insulation Supafil, einem losen, nicht brennbaren Mineralwolle-Dämmstoff ohne Bindemittel-Zusätze. (Foto: Knauf Insulation)

Die Einblasdämmung hat sich als spezielle Dämmmethode zum Dämmen schwer oder gar unzugänglicher Hohlräume bestens bewährt. Sie wird deshalb auch Hohlraumdämmung genannt. Hohlräume in Dach und Wänden zu dämmen, das erhöht die Energieeffizienz eines Gebäudes und trägt wesentlich zur Minimierung von Energieverbrauch und dafür fälligen Energiekosten bei. Die Einblasdämmung ist für Bestandsbauten, insbesondere Altbauten, besonders geeignet, da sie sich im Nachhinein ohne große bauliche Änderungen durchführen lässt.

Für eine Einblasdämmung geeignete Hohlräume sind in folgenden Gebäudeteilen zu finden:

  • im ausgebauten Steildach (unter den Dachschrägen, hinter der Innenraumverkleidung, zwischen den Sparren, im Spitzboden)
  • im begehbaren oder nicht begehbaren Dachfußboden, sprich: der obersten Geschossdecke,
  • im Kriechboden eines Flachdaches,
  • im Mauerwerk (zweischaliges Mauerwerk, Stichwort: Kerndämmung)
  • und im Keller (Kriechkeller).

Methoden zum Einblasen von Dämmstoffen im Überblick

Eine spezielle Form der Einblasdämmung ist die Schüttdämmung, die wie hier mit dem ökologischen Seegras-Dämmstoff NeptuTherm ausgeführt werden kann. (Foto: NeptuTherm)
Eine spezielle Form der Einblasdämmung ist die Schüttdämmung, die wie hier mit dem ökologischen Seegras-Dämmstoff NeptuTherm ausgeführt werden kann. (Foto: NeptuTherm)

Bei der Einblasdämmung werden lose Dämmstoffe entweder in Form von Flocken (wie z. B. Zelluloseflocken) oder Granulat mit Hilfe einer Einblasmaschine in die vorgenannten Hohlräume geblasen. Eine Variante der Einblasdämmung ist dabei die sogenannte Schüttdämmung, bei der die meistens granulierten Dämmstoffe in die Hohlräume geschüttet werden.

Zum Einbringen der Dämmstoffe in die Hohlräume werden vorhandene Zugänge zu den Hohlräumen benutzt oder neue geschaffen. Oft reichen schon Löcher von wenigen Zentimetern Durchmesser, die fachgerecht in einem bestimmten Muster angeordnet sind, um die Dämmstoffe einzublasen, so dass die Hohlräume fugenfrei und gleichmäßig gefüllt sind. Die zum Einblasen gebohrten Löcher werden nach dem Befüllen der Hohlräume wieder geschlossen.

Neben dem gängigen Einblasen von Dämmstoffen in ein zweischaliges Mauerwerk haben sich je nach Lage des zu dämmenden Hohlraums spezielle Einblastechniken entwickelt:

  • So hat man insbesondere zum Befüllen von Hohlraum zwischen den Dachsparren die sogenannte Dämmsack-Technik entwickelt. Dazu werden passgenaue Kunststoffsäcke zunächst mit Luft gefüllt zwischen die Sparren geschichtet und dann mit Dämmstoff vollgeblasen.
  • Oder man setzt gelochte Platten unter die Sparren und bläst Dämmstoff durch die Löcher hindurch in den dahinter befindlichen Hohlraum.
  • Ein Dachfußboden lässt sich der Einfachheit halber direkt mit Dämmstoff beschütten, der zur Minderung von Staub und zur Befestigung zusätzlich entweder nur oberflächlich oder mit Wasser oder einem Wasser-Kleber-Mix durchfeuchtet werden kann.
  • Zur Einblasdämmung zählt man daher auch die Schüttdämmung in Kriechkellern oder in Kriechböden meistens unter Flachdächern. Hier werden die Dämmstoffe nur lose in die Hohlräume geblasen.

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Übersicht für Einblasdämmungen geeigneter Dämmstoffe

Ein beliebter Einblasdämmstoff ist das Produkt isofloc, das aus Zellulose besteht und über eine Einblasmaschine eingeblasen wird. (Foto: energie-experten.org)
Ein beliebter Einblasdämmstoff ist das Produkt isofloc, das aus Zellulose besteht und über eine Einblasmaschine eingeblasen wird. (Foto: energie-experten.org)

Zum Dämmen mittels Einblasdämmung eignen sich organische Dämmstoffe wie Zellulose in Form von Zelluloseflocken, anorganische und somit verrottungsfeste wie Perlite, also mineralische Dämmmaterialien in Form von Granulat, oder Kunststoff(kügelchen), zum Beispiel Polystyrol (meist Styropor genannt).

Je nach Einblasdämmstoff kommt eine spezielle Einblasmaschine zum Einsatz, die im Fall der Zelluloseflocken zum Beispiel, die platzsparend gepresst angeliefert werden, diese zunächst auflockern muss, um sie anschließend fugenfrei und setzungssicher einzublasen.

Jeder Einblasdämmstoff hat seine Vor- und Nachteile, die Sie Ihrem Dämmvorhaben zu Eigen machen können. Zu nennen wäre die

  • Feuerfestigkeit der Dämmstoffe, die zum Brandschutz des Gebäudes beitragen kann,
  • die Schalldichte, und
  • die Resistenz gegenüber Feuchtigkeit.

Je nach Dämmstoff und der für das Dämmprojekt nötigen Menge davon ergeben sich unterschiedliche Preise für das Dämmvorhaben. Rechnen kann man mit Preisen ab 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter zu dämmenden Hohlraums.

Vor- und Nachteile des Dämmens per Einblasverfahren

Größter Vorteil der Einblasdämmung ist, dass diese meist ohne größeren baulichen Aufwand ausgeführt werden kann:

  • Weder Dachausbauten, noch Böden, Decken oder Wände müssen aufgerissen werden,
  • noch muss die Dachhaut geöffnet oder gar abgetragen werden.
  • Auch ein dafür meist teures Gerüst ist somit unnötig.

Das macht die Dämmmethode einfach und schnell – zwei wichtige Gründe für ihre Beliebtheit. Bezogen auf die zu dämmende Fläche ergibt sich für Einblasdämmstoffe meist ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Wird die Einblasdämmung allerdings unzulänglich ausgeführt, können sich für die daraus resultierende Dämmung schwere Mängel ergeben:

  • Feuchtigkeit kann die Dämmstoffe unwirksam machen,
  • sich bildender Schimmel der Grund sein, die Dämmstoffe teilweise oder gar ganz kostenintensiv auszutauschen.
  • Dringt die Feuchte bis in die Dachkonstruktion vor, kann sie auch diese nachhaltig schädigen.

Doch nicht nur Witterung kann bei mangelhafter Ausführung der Einblasdämmung deren Dämmwirkung verschlechtern: Auch unsachgerecht eingeblasenes Granulat rieselt schließlich durch jede Öffnung, die der Hohlraum besitzt. Auch beim nachträglichen Öffnen einer gedämmten Mauer, oder eines Dachs, beispielsweise, um Fenster einzubauen, kann der Dämmstoff schlimmstenfalls unkontrolliert herausrieseln.

Weitere Informationen zu den Vor- und Nachteilen

So werden Einblasdämmungen fachgerecht ausgeführt

Da die Hohlräume hinter einem Dachausbau oder im zweischaligen Mauerwerk kaum oder gar nicht einsehbar sind, bedarf es vielfach einer fachlichen Beratung und auch Ausführung der Einblasdämmung. Qualifizierte Handwerksbetriebe verfügen nicht nur über das nötige Know-how, sondern haben bestenfalls einen großen Erfahrungsschatz beim Einblasdämmen gesammelt. Sie bringen nicht nur passendes Handwerkszeug (Einblasmaschine und Dämmstoffe) mit, sondern auch geschulte Augen und Hände, um diese sachgemäß zu bedienen. Das Beauftragen eines Fachbetriebs anstatt die Einblasdämmung selber zu machen zahlt sich für den Bauherrn mehrfach aus:

  • in der optimalen Dämmung, die nur sachgerecht ausgeführt auch die verpflichtenden Energiesparnormen erreicht
  • in der schnellen und wenig Aufwand und auch Schmutz verursachenden Durchführung des Dämmprojekts
  • in der garantierten und einzufordernden Leistung eines qualifizierten Handwerksbetriebs

Planen Sie Ihr Dämmprojekt mittels Einblasdämmung selber zu machen, so kann ein Fachmann auch bei der Wahl des passenden Dämmstoffs eine große Hilfe. Sie können heute zwischen unzähligen Dämmstoffen wählen. Oftmals ist es jedoch so, dass auch beim Ausleihen einer Einblasmaschine ein zur Maschine passender Dämmstoff verarbeitet werden sollte.

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"Tipps und Infos zur Einblasdämmung" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.