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Klimaplatten zur Innendämmung – für ein wohnliches Klima ohne Schimmel

Was sind Klimaplatten? Wie tragen Klimaplatten zum angenehmen Wohnklima bei? Wie wirken Klimaplatten gegen Schimmel? Was muss man beim Anbringen von Klimaplatten zur Innendämmung beachten?

Als Klimaplatte wird eine Bauplatte bezeichnet, die überwiegend aus dem mineralischen Baustoff Kalziumsilikat (auch: Calciumsilikat) besteht. Andere gängige Bezeichnungen sind Wohnklimaplatte, Kalziumsilikat-Platte (Auch: Calciumsilikat-Platte) und Klimadämmplatte. Wobei die Bezeichnung Programm ist, denn die Klimaplatte kann je nach Ausführung unterschiedlichen und mehreren Zwecken zugleich dienen, zum Beispiel dem Wohnraumklima, der Schimmelvorbeugung und der Innendämmung.

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Eigenschaften und Einsatzgebiete von Klimaplatten

redstone-Klimaplatte Vivo zur Innendämmung und Sanierung. (Foto: redstone GmbH)
redstone-Klimaplatte Vivo zur Innendämmung und Sanierung. (Foto: redstone GmbH)

Die sogenannte Klimaplatte besteht aus Siliziumdioxid, Kalziumoxid, Wasserglas (so nennt man die nach einer Schmelze erstarrten, glasartigen, wasserlöslichen Natrium-, Kalium- oder Lithiumsilikate) und Zellulose. Unter Zuhilfenahme von Wasserdampf werden die Bestandteile zu den Klimaplatten gehärtet. Entsprechend ihrer rohstofflichen Herkunft besitzen Klimaplatten folgende Materialeigenschaften:

  • Klimaplatten sind formstabil.
  • Klimaplatten sind druckfest.
  • Klimaplatten sind nicht brennbar.
  • Klimaplatten sind diffusionsoffen.
  • Klimaplatten sind alkalisch.
  • Klimaplatten sind baubiologisch beurteilt unbedenklich.
  • Klimaplatten können Feuchtigkeit aufnehmen, puffern und abgeben.
  • Klimaplatten wirken wärmedämmend.

Hauptsächlich setzt man Klimaplatten zur Schimmelbekämpfung ein. Darüber hinaus nutzt man sie häufig zur Innendämmung von Außenwänden, insbesondere bei Alt- und Fachwerkbauten, deren historisch wertvolle Fassade optische erhalten bleiben soll beziehungsweise die fachwerksbedingt keinen homogenen Untergrund (Dämmebene) bilden. Ihr Wärmedurchgangskoeffizient liegt in etwa zwischen 0,053 und 0,07 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Dazu sollte man allerdings wissen, dass nicht jede Klimaplatte auch als Dämmplatte genutzt werden kann, denn nicht alle Klimaplatten besitzen die entsprechende Zulassung nach der Norm DIN 4108 Teil 10 (Kurzzeichen: WI). Klimaplatten werden außerdem als Brandschutzverkleidung von Bauteilen angebracht.

Zum Anbringen einer Klimaplatte wird diese positioniert, fest angedrückt und die nächste Klimaplatte stumpf gegen die vorherige gestoßen. (Foto: epasit GmbH)
Zum Anbringen einer Klimaplatte wird diese positioniert, fest angedrückt und die nächste Klimaplatte stumpf gegen die vorherige gestoßen. (Foto: epasit GmbH)
Vor dem Anbringen der nächsten Klimaplatte kann die Stoßkanten mit Kleber versehen werden, die Fugenbreite sollte dabei 3 mm nicht überschreiten. (Foto: epasit GmbH)
Vor dem Anbringen der nächsten Klimaplatte kann die Stoßkanten mit Kleber versehen werden, die Fugenbreite sollte dabei 3 mm nicht überschreiten. (Foto: epasit GmbH)

Vorteile und Nachteile einer Klimaplatte in der Innendämmung

Um abzuschätzen, ob eine Klimaplatte zur Innendämmung der optimale Dämmstoff ist, sollte man ihre Vorteile und Nachteile als Innendämmplatte kennen.

Als Vorteile können genannt werden:

  • Klimaplatten lassen sich einfach verarbeiten.
  • Eine Innendämmung mit Klimaplatten ist eine Alternative zu nicht diffusionsoffenen Dämmstoffplatten plus Dampfsperre/ Dampfbremse
  • Klimaplatten weisen eine gewisse Fehlertoleranz auf, das heißt, das ein teilweises Durchstoßen der Platte zwar Wasserdampf eindringen lässt, dieser wird dank der hohen Kapillarität gepuffert und wieder abgegeben.
  • Klimaplatten sind baubiologisch vorteilhaft, denn sie wirken aufgrund ihres hohen pH-Werts von Haus aus gegen Schimmel.
  • Klimaplatten lassen sich ökokorrekt recyceln.
  • Klimaplatten bewirken eine Energieeinsparung, da sie einen sogenannten „warme Wand“-Effekt haben: Dank der höheren Oberflächentemperatur der Wände lässt sich die Raumtemperatur absenken.
  • Klimaplatten sorgen für ein schnelles Aufheizen eines Raumes im Winter, da die kalte Außenwand nicht „geheizt“ werden muss. Deshalb macht ihr Einsatz auch eher bei nur zeitweilig genutzten Räumen Sinn.

Demgegenüber stehen die folgenden Nachteile:

  • Wegen der geringen Wärmespeicherkapazität (1000 Joule pro Kilogramm und Kelvin) des Werkstoffes, aus dem die Klimaplatten sind, besteht die Gefahr, dass sich ein sogenanntes „Barackenklima“ einstellt, wenn Innenwände und Geschossdecken als Wärmepuffer ausfallen.
  • Klimaplatten haben eine höhere Wärmeleitfähigkeit als andere Dämmstoffe.
  • Dienen Klimaplatten als Innendämmung müssen schwere Gegenstände durch die Platten hindurch in der Außenwand verankert werden.
  • Klimaplatten überlassen dem Inneneinrichter nur eine eingeschränkte Auswahl bei der Wandoberflächengestaltung. So sollte das Tapezieren und Streichen der Wand mit diffusionsoffenen Materialien erfolgen. Und auch das Verlegen von Fliesen ist auf Klimaplatten begrenzt.
  • Klimaplatten sind vergleichsweise teuer: 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Eine fünf Zentimeter dicke Platte kostet pro Quadratmeter zwischen 40 und 60 Euro.

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Wie wirkt eine Klimaplatte an der Innenwand?

Taupunkt und Temperaturverlauf einer Innendämmung mit Wohnklimaplatte (Grafik: www.u-wert.net, zuletzt aufgerufen am 31. Januar 2015)
Taupunkt und Temperaturverlauf einer Innendämmung mit Wohnklimaplatte (Grafik: www.u-wert.net, zuletzt aufgerufen am 31. Januar 2015)

Die Außenwände herkömmlicher Altbauten besitzen einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert von etwa 1,5 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Allein eine fünf Zentimeter starke Klimaplattenschicht vermag diesen Wert auf 0,6 W/m²K zu senken. Die Klimaplatte trägt also zum Wärmeschutz und zur Energieeinsparung bei. Entsprechende Kosten dafür werden gemindert.

Eine Dämmschicht auf der Innenseite einer Außenwand bewirkt, dass weniger Wärme von innen nach außen strömt. Laut Studien kann die Temperatur an der raumseitigen Wandoberfläche mit einer Klimaplatten-Innendämmung um bis zu vier Grad Celsius angehoben werden. Das hat direkten Einfluss auf das Wohlfühlklima im Raum.

Die Innendämmung dichtet den Raum ab. Gleichzeitig wird dadurch die Wand kälter. Im Winter kann Frost tiefer in die Wand eindringen. Problematisch wird das, wenn Wasserdampf aus dem Raum in die Dämmung vordringt und zwischen dieser und der Wand oder in der Wand wegen eines gegebenenfalls verschobenen Temperaturgefälles (Taupunkt wird schon in der Wand unterschritten) kondensiert. Das könnte zu Schimmelbefall führen. Wasser in der Wand führt zudem zu bautechnischen Schäden. Dem wirkt eine Klimaplatte, die bauphysikalisch betrachtet eine kapillaraktive Innendämmung darstellt, effizient entgegen.

Klimaplatte als kapillaraktive Innendämmung

Kalziumsilikat-Platten bremsen den diffundierenden Wasserdampf nur wenig. Sie können aber dank ihrer kapillaren Saugfähigkeit eine ganze Menge Wasser aufsaugen und puffern. Anders ausgedrückt: Anfallendes Tauwasser wird gut in der Klimaplatte verteilt und für eine gewisse Zeit aufbewahrt. Nimmt die Feuchtigkeit des Raums dank optimaler Lüftung wieder ab, ist die Klimaplatte in der Lage, die gepufferte Feuchtigkeit schnell wieder an den Raum abzugeben. Die Klimaplatte ist dank des pH-Wertes von Kalziumsilikat resistent gegenüber Schimmelpilzen. Zum Verlust der Außenwand als Wärmespeichermasse für den Raum, der bei der Innendämmung von Außenwänden stattfindet, muss gesagt werden, dass dennoch eine ganze Menge Wärmespeichermasse verbleibt: Innenwände, Innendecken und Mobiliar. Experten beziffern den Verlust auf etwa 20 Prozent der Wärmespeichermasse.

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"Klimaplatten in der Innendämmung" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.