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Innendämmung: Wie man Schimmel gezielt vorbeugt

Warum ist die Gefahr von Schimmel bei der Innendämmung besonders hoch? Wie kann man der Schimmelbildung vorbeugen? Was muss man beim Montieren einer Dampfsperre beachten? Wie wirkt eine diffusionsoffene Innendämmung Schimmel entgegen?

Wer eine Innendämmung plant, um die Energieeffizienz seiner Räume zu erhöhen, der sollte sich unbedingt mit dem Thema Schimmel auseinander setzen. Und zwar mit den Fakten und nicht mit den Halbwahrheiten, die im Zusammenhang mit Dämmung über Schimmel immer noch weit verbreitet sind. Denn anders als diese implizieren, lässt sich das Schimmelproblem bei der Innendämmung wirksam vermeiden.

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Bauphysikalische Wasserdampfdiffusion in Außenwänden

Schimmelpilzbefall im Fußboden durch eine Wärmebrücke in einer schlecht gedämmten Außenwand im denkmalgeschützten Altbau. Bautechnisch kann der Schaden durch eine hohlraumfreie Innendämmung saniert werden. (Foto: Verband Privater Bauherren e.V./ Institut peridomus)
Schimmelpilzbefall im Fußboden durch eine Wärmebrücke in einer schlecht gedämmten Außenwand im denkmalgeschützten Altbau. Bautechnisch kann der Schaden durch eine hohlraumfreie Innendämmung saniert werden. (Foto: Verband Privater Bauherren e.V./ Institut peridomus)

Häufig hört man Halbwahrheiten wie "Wer zu viel dämmt, bekommt es mit Schimmel zu tun." oder "Wände müssen atmen." Wer meint, Wände müssten atmen, der weiß offensichtlich nicht alles über die bauphysikalischen Verhältnisse in einer Wand. Wände können nämlich gar nicht atmen! Ein Austausch der Luft findet in einem Raum ausschließlich über die Be- und Entlüftung desselben via Türen und Fenster statt. Auch eine Lüftungsanlage dient diesem Zweck.

Was eigentlich mit Atmen im Zusammenhang mit Schimmel und Innendämmung gemeint ist, ist die bauphysikalische Wasserdampfdiffusion, also die Wanderung von Wasserdampf aufgrund Eigenbewegung durch Bau- und Dämmstoffe hindurch. Wobei man auch hier bei den Tatsachen bleiben muss: Über die Wände wird lediglich ein minimaler Anteil von zwei bis fünf Prozent der Feuchtigkeit eines Raumes abtransportiert. Ein Wasserdampfmolekül hat etwa die Größe von 0,3 Nanometern. Die Wasserdampfdiffusion kann demzufolge auch innerhalb des Bauteils stattfinden.

Luftfeuchtigkeit und Diffusion als Schimmelursache

Gerade in ungedämmten Altbauten kommt es häufiger zu einer Schimmelproblematik. Durch eine Innendämmung kann das Schimmelrisiko gesenkt werden. (Grafik: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv))
Gerade in ungedämmten Altbauten kommt es häufiger zu einer Schimmelproblematik. Durch eine Innendämmung kann das Schimmelrisiko gesenkt werden. (Grafik: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv))

„Angetrieben“ wird der Wasserdampf von den unterschiedlichen herrschenden Wasserdampfdrücken auf beiden Seiten des Bauteils, was man auch kurz mit Dampfdruckgefälle bezeichnet. Sie wirken quasi als Antriebskräfte. Der Wasserdampfdruck ist dabei abhängig von der Temperatur und der relativen Feuchtigkeit der Luft.

Herrscht im Winter beispielsweise sowohl drinnen als auch draußen eine relative Luftfeuchte von 50 Prozent, enthält die kalte Außenluft (zum Beispiel minus 15 Grad Celsius) weniger Wasserdampf als die warme Innenluft mit 20 Grad Celsius und mehr. In diesem Fall wandert der Wasserdampf von innen (warm) nach außen (kalt). Es kann dabei geschehen, dass ein Teil des Wasserdampfes so stark abkühlt (Unterschreitung des Taupunkts), dass er noch im Bauteil kondensiert und dort Schimmel begünstigen kann. Das Phänomen ist typischerweise in unsanierten Altbaumauern anzutreffen.

Anders herum geht’s im Sommer, wenn die Temperaturverhältnisse umgekehrt sind und die relative Luftfeuchte ungefähr gleich ist. Wasserdampf diffundiert dann von außen (warm) nach innen (kühl). Ist die Luftfeuchte deutlich verschieden, dann diffundiert der Wasserdampf auch bei gleich hohen Temperaturen: von hoher Luftfeuchte (feucht) zu niederer (trocken).

Jedes Bauteil setzt der Wasserdampfdiffusion aufgrund seiner spezifischen Beschaffenheit einen spezifischen Widerstand entgegen. Je höher der ist, desto weniger Wasserdampf kann wandern. Die sogenannte Diffusionswiderstandszahl µ gibt darüber Auskunft. Daher ist die Beurteilung der Diffusionswiderstandszahl bei Innendämmungen ein wesentliches Kriterium, um später Schimmel zu vermeiden.

Fachgerechte Ausführung vermeidet Innendämm-Schimmel

Soviel zum Atmen von Wänden. Doch was hat das mit der Bildung von Schimmel bei der Innendämmung zu tun? Eine dämmende Schutzschicht außen wirkt der Dampfdiffusion wirkungsvoll entgegen. Die Kälte bleibt vor der Dämmschicht, so dass das Gemäuer vor einer Kondensation des Wasserdampfes darin geschützt ist. Die Innendämmung hingegen hält zwar die Wärme im Raum, weil sie diesen innen abdichtet. Aber sie tut dies - gut gemacht - so wirkungsvoll, dass auch die Mauer dahinter nicht mehr warm wird. Der Taupunkt verlagert sich dementsprechend und Schimmel kann bei einer Innendämmung nicht entstehen.

Ist die Innendämmung nicht fachgerecht ausgeführt, weil sie beispielsweise Fugen hat, oder ist sie ohne Dampfbremse/ -sperre ausgeführt, gelangt durch Fugen und/oder Dämmstoff hindurch Wasserdampf hinter die Innendämmung. Dort trifft er auf die kalte Wand und kondensiert teilweise zu Wasser. Die Feuchtigkeit zwischen Innendämmung und Außenwand begünstigt dann die Entwicklung von Schimmel.

Damit ist klar, dass das Problem „Schimmel“ mit einer fachgerecht aufgebauten Innendämmung gar nicht erst entstehen muss. Das bedeutet, dass man entweder eine diffusionsoffene Innendämmung montiert beziehungsweise eine Dampfsperre einzieht.

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Dampfsperre oder diffusionsoffene Innendämmung gegen Schimmel

Innendämmung mit Dampfsperre gegen Schimmel

Die Dampfsperre wird gegebenenfalls vor die Innendämmung gesetzt, so dass Feuchtigkeit gar nicht erst in den Dämmstoff vordringen kann. Die Dampfsperre bildet ein nahezu undurchdringbares Hindernis. Von außen nach innen betrachtet, sieht die Wand mit Innendämmung inklusive Dampfsperre so aus:

  • Außenwand
  • Dämmplatte
  • Dampfsperre
  • Gipskartonplatte.

Diffusionsoffene Innendämmung gegen Schimmel

Diffusionsoffene Leichtbauplatte VeroBoard Rapid aus Blähglas-Granulat wirkt alkalisch und bildet daher einen feuchtigkeitsunempfindlichen Untergrund. (Foto: Verotec GmbH)
Diffusionsoffene Leichtbauplatte VeroBoard Rapid aus Blähglas-Granulat wirkt alkalisch und bildet daher einen feuchtigkeitsunempfindlichen Untergrund. (Foto: Verotec GmbH)

Bei der diffusionsoffenen Innendämmung kommen Dämmstoffe zum Einsatz, die neben der dämmenden Eigenschaft noch weitere mitbringen: Sie sind diffusionsoffen und können Wasser in flüssiger Form transportieren. Sie sind damit kapillaraktiv. Und auf der Kapillaraktivität beruht das Funktionsprinzip der diffusionsoffenen Innendämmung, wobei Dämmstoff und Klebemörtel eine funktionelle Einheit bilden. Der Klebemörtel sollte in dieser Einheit immer folgenden Ansprüchen gerecht werden:

  • höhere Wärmeleitfähigkeit als die Dämmplatte
  • größerer Diffusionswiderstand als die Dämmplatte, aber nicht so hoch wie eine Dampfsperre
  • geringere Kapillaraktivität als die Dämmplatte

Dank dieser Eigenschaften schafft es der Klebemörtel, dass die Kondensation innerhalb der Dämmung oder an der Schichtgrenze zwischen Dämmung und Klebemörtel stattfindet. So kann der Dämmstoff die Feuchtigkeit aufnehmen und zur raumseitigen Wandoberfläche zurück transportieren. Der kapillare Wassertransport folgt dabei dem Kapillardruck - und damit dem Feuchtegehaltsgefälle. Der Dampftransport wiederum erfolgt entsprechend des Dampfdruckgefälles. Das heißt, beide Transportmechanismen folgen verschiedenen Kräften - sie können gleichzeitig entgegengesetzt ablaufen. Dabei kommt es zu einer Art Gleichgewicht zwischen Dampfdiffusion in die eine und Kapillartransport in die andere Richtung. Mit dem Effekt, dass das Feuchteniveau in der Wand gering gehalten wird. Und Schimmel bei Innendämmung keinen Vorschub leistet.

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"Innendämmung ohne Schimmel" wurde am 19.09.2016 das letzte Mal aktualisiert.