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Berlin und Brandenburg: Überwiegend positive Stimmung am Bau

02Sep 10
Bauen

Berlin und Brandenburg: Überwiegend positive Stimmung am Bau

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Berlin und Brandenburg: Überwiegend positive Stimmung am Bau (Foto: Viktor Mildenberger - pixelio)

Am Bau in Berlin und Brandenburg herrscht eine überwiegend positive Stimmung. Das hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg ergeben. Demnach bewerten 31,2 Prozent der Unternehmer ihre Geschäftslage als gut, für weitere 55 Prozent stellt sie sich als befriedigend dar. Nur 13,8 Prozent der Befragten halten ihre derzeitige Lage für schlecht.

Ein Grund dafür ist die Umsatzentwicklung, die sich für knapp 30 Prozent der Befragten im ersten Halbjahr 2010 verbessert hat. Mit einem Umsatzplus bis zum Jahresende rechnen 52,3 Prozent der Betriebe. Dabei beurteilen die Berliner Unternehmer ihre Lage positiver als die Befragten aus Brandenburg: 33 Prozent der Berliner gaben an, dass ihr Umsatz seit Jahresbeginn gestiegen ist, für 42 Prozent hat sich auch der Auftragsbestand verbessert. Nur ein Viertel der Brandenburger Unternehmer konnte hingegen einen Umsatzanstieg im ersten Halbjahr 2010 verbuchen, zudem waren 37 Prozent von einer Verschlechterung betroffen.

Für Wolf Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, liegt die unterschiedliche Umsatzentwicklung auch an der Umsetzung des Konjunkturpakets II: „In Berlin kommt mehr vom Konjunkturpaket an als in Brandenburg. Insgesamt 54,4 Prozent der Unternehmer aus der Hauptstadt haben bereits Aufträge aus dem Konjunkturpaket erhalten, immerhin noch 3,5 Prozent rechnen damit. In Brandenburg sieht das bedeutend schlechter aus: Hier hat die Hälfte unserer Unternehmen nicht von der Förderung profitiert!“ Nur 34,7 Prozent der Brandenburger Unternehmer gaben an, Aufträge aus dem Konjunkturpaket erhalten zu haben. Viele Aufträge aus dem Konjunkturpaket flössen in Nebengewerke ab, so Wenkel weiter. Zudem würden gerade in Brandenburg die erhöhten Schwellenwerte oft nicht ausreichend genutzt, sodass viele Aufträge entgegen dem eigentlichen Sinn des Pakets überregional vergeben worden seien.

Die Anzahl der Beschäftigten am Bau erweist sich seit Jahresbeginn als relativ stabil: In Berlin hat die Hälfte der Befragten ihre Mitarbeiterzahl nicht verändert, 35,1 Prozent haben ihren Mitarbeiterstamm sogar aufgestockt. Nur 14 Prozent mussten die Anzahl ihrer Mitarbeiter seit Jahresbeginn reduzieren. Ähnlich sieht es in Brandenburg aus: 57,7 Prozent der Betriebe konnte die Anzahl der Mitarbeiter halten, 34,6 Prozent haben ihren Mitarbeiterstamm seit Jahresbeginn sogar erweitert.

Wenkel dazu: „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten unserer Unternehmer bislang mindestens ihre Stammbelegschaft halten konnten. Viele Betriebe haben zudem die erweiterten Bedingungen der Kurzarbeit genutzt, um die Auftragsflaute und die schlechte Witterung zu Jahresbeginn auszugleichen. Allerdings machen unsere Umfrageergebnisse auch deutlich, dass in naher Zukunft keine nennenswerte positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten ist. So planen in Brandenburg nur 1,9 Prozent der Befragten, neue Mitarbeiter bis zum Jahresende einzustellen. Dem stehen 13,5 Prozent der Betriebe gegenüber, die davon ausgehen, bis zum Jahresende ihren Mitarbeiterstamm reduzieren zu müssen. In Berlin rechnen insgesamt 21,1 Prozent der Unternehmer mit Neueinstellungen. Allerdings stellen sich auch 17,5 Prozent auf Entlassungen bis zum Jahresende ein.“

Wenkel forderte vor diesem Hintergrund erneut, Beschränkungen der Bauinvestitionen wie die Haushaltssperre in Brandenburg aufzuheben und von der geplanten Halbierung der Städtebauförderung abzusehen, um die negativen Effekte auf den Arbeitsmarkt nicht noch zu verstärken.

Das größte Problem der kleinen und mittelständischen Baubetriebe in Berlin und Brandenburg ist die unlautere Billigkonkurrenz am Markt: 70,2 Prozent der Berliner bzw. 71,2 Prozent der Brandenburger Unternehmer befürchten massive Wettbewerbsverzerrungen durch Dumpinganbieter. Damit einher geht die Schwarzarbeit am Bau, die für 61,5 Prozent der brandenburgischen und 49,1 Prozent der Berliner Betriebe eine der größten Sorgen der Branche ist.

Wenkel: „Insbesondere mit Blick auf die vollständige EU-Freizügigkeit ab Mai 2011 fordern wir erneut Politik und Behörden zu strengeren Kontrollen und effektiven Maßnahmen gegen die Schwarzarbeit am Bau auf. Schwarzarbeit vernichtet Jahr für Jahr Milliardenbeträge und treibt seriös kalkulierende Unternehmer durch einen Unterbietungswettbewerb in den Ruin. Wir fordern die massive Aufstockung der Kontrolleure bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit sowie der Vor-Ort-Kontrollen auf den Baustellen. Das alles muss noch in diesem Jahr passieren, um auf die vollständige Freizügigkeit am Arbeitsmarkt ab dem nächsten Jahr vorbereitet zu sein.“

Damit einher gehe auch die Durchsetzung von Vergabebestimmungen in Berlin und Brandenburg: „Wer öffentliche Aufträge an das Zahlen eines Mindestlohns koppelt, muss mit einem engmaschigen Kontrollnetz auch die tatsächlichen Löhne auf den Baustellen und damit die Durchsetzung der Vorgaben überprüfen.“

Ein weiteres Problem für die Bauwirtschaft ist der drohende Fachkräftemangel. Zudem befanden 64,9 Prozent der Befragten in Berlin und 40,4 Prozent der Brandenburger Unternehmer, dass die Ausbildungsreife der Jugendlichen immer schlechter werde. Dadurch werde der Fachkräftemangel noch verstärkt. Die Branche habe zudem ein Image-Problem bei jungen Menschen, das behoben werden müsse.

Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.

 

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