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Digitale Energiewende: StromDAO sucht Killer-Blockchain

Du kennst noch nicht die Blockchain? Boah, warte, ich erklärs Dir. Jetzt verstanden? Was ist denn daran so schwer? So oder ähnlich finden gerade Experten-Gespräche über die Blockchain statt. Und wenn Experten die Thematik nicht verstehen, was soll denn erst der Kunde denken? Was die Blockchain braucht, ist eine Killer-Blockchain. Das ist die Anwendung, deren Nutzen so offensichtlich vorteilhaft für die breite Masse ist, dass sie Konkurrenzprodukte "disruptiv" vom Markt fegt. Das Unternehmen StromDAO will dazu die Blockchain selbst nutzen, um solche Blockchain-Produkte zu entwickeln. Hört sich abgefahren an. Ist es auch.

Eine DAO ("Dezentrale Autonome Organisation") ist eine Unternehmensform, die sich lediglich über die Regeln der Blockchain organisiert. (Grafik: energie-experten.org)

Eine DAO ("Dezentrale Autonome Organisation") ist eine Unternehmensform, die sich lediglich über die Regeln der Blockchain organisiert. (Grafik: energie-experten.org)

Blockchain ist eine neuartige Technologie für den sicheren Austausch und die Speicherung von Daten. Transaktionen können auf Basis der Technologie verifiziert, validiert und zu Blöcken zusammengefasst werden. Blockchain-Datenbanken gelten als manipulationssicher, da die einzelnen Informationsblöcke aufwändig verschlüsselt und dezentral gespeichert werden. Die wohl bekannteste Nutzung ist die digitale Währung Bitcoin.

Eine aktuelle dena-Studie „Blockchain in der Energiewende“ auf Basis einer Umfrage unter 70 Führungskräften von unter anderem Energieversorgern, Netzbetreibern und Energiedienstleistern bescheinigt der Blockchain großes Zukunftspotenzial, wenngleich Skepsis mitschwingt: „In der zweiten Phase der Energiewende kommt es darauf an, die vielfältigen Komponenten und Akteure im Energiesystem intelligent miteinander zu verbinden. Die Blockchain-Technologie bietet dafür einen vielversprechenden Ansatz. Es ist ein gutes Zeichen, dass einige Vorreiter in der Energiewirtschaft sich konstruktiv mit diesem Trend auseinandersetzen. Ob es zu erfolgreichen Geschäftsmodellen führen wird, kann heute noch nicht gesagt werden“, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Die Skepsis ist nicht ganz unbegründet. Eines der Probleme beim Markteintritt ist dabei die schwerverständliche Komplexität der Blockchain-Produkte. Nur wenigen wird auf Anhieb klar, wie das Konstrukt eigentlich funktioniert und was wirklich damit gemeint ist. Das Risiko ist also groß, dass es die Blockchain schwer haben wird, sich am Markt zu platzieren, wenn man es nicht schafft, sie in mundgerechten, appetitlichen Happen dem Endkunden schmackhaft zu präsentieren.

Die Blockchain hat in Deutschland daher vor Allem ein Marketing-Problem. Helfen können neue Produkte, die auf der Blockchain basieren, deren Nutzen aber sofort für Jedermann erkennbar und von Nutzen sind. So muss ein Interessent nicht die Technik dahinter verstehen, sondern - um die Allegorie des Autos zu bemühen - kann sich einfach reinsetzen und losfahren.

Wenngleich es bereits Blockchain-Anwendungen in Deutschland gibt, so muss trotzdem gesagt werden, dass die Allgemeinverständlichkeit und auch der in letzter Zeit medial überaus angepriesene Nutzen der Blockchain-Produkte - ohne den in Deutschland aktiven Pionieren zu nahe treten zu wollen - noch nicht den Konsumzeitgeist des Otto-Normalverbrauchers getroffen hat. Dies liegt sicher an der sehr frühen Phase des Blockchain-Marktes, dessen Existenz der breiten Masse zudem überhaupt noch nicht bekannt sein dürfte.

Was nun helfen kann, das ist die Killer-Blockchain in Anlehnung an die Terminologie der Anfänge des Internetzeitalters, als man mit Killer-Webseiten noch Seiten bezeichnete, die durch Ihren Aufbau und Nutzen einfach jegliche Konkurrenz alt aussehen ließ. Heute würde man dazu auch den Begriff "disruptiv" benutzen, der andeutet, dass ein Weg einer Lösung durch einen anderen unterbrochen und quasi abgelöst wird. Aber wie entwickelt man denn eine Killer-Blockchain?

Das Unternehmen StromDAO, gegründet von der Strommarkt Koryphäe Thorsten Zörner, nutzt dazu selbst die Blockchain als partizipative Handlungsform, um über Abstimmungen der am Unternehmen Beteiligten, Blockchain-Produkte im Mehrheitsverfahren zu entwickeln. DAO steht dabei für "Dezentrale Autonome Organisation" und ist ein typischer Begriff aus der Blockchainwelt, der für eine Unternehmensform steht, die lediglich über die Regeln der Blockchain organisiert wird.

Um sich am Unternehmen zu beteiligen, kann man Stimmrechte erwerben. Je mehr man investiert, desto mehr hat man zu sagen. Die Beteiligung ist dabei quasi eine Schwarmfinanzierung (Crowdfunding). Die Verwaltung der Stimmrechte und die Abwicklung von Abstimmungen erfolgt dann im Falle der StromDAO über die Ethereum Blockchain.

Ziel ist die Entwicklung eines innovativen Stromanbieters, der nicht mikroskopische Änderungen am Standard-Produkt vornimmt, sondern das Produkt Strom auf Basis der Möglichkeiten einer Blockchain neu denkt. Dabei stehen das Standard-Lastprofil ebenso zur Diskussion als auch die Vertriebskanäle. So denkt die StromDAO u.a. darüber nach, das z. B. Elektrogeräte direkt mit den nötigen Kilowattstunden verkauft werden. Eine Waschmaschine von Mediamarkt gibt es dann inklusive Stromvertrag für den Betrieb der Waschmaschine.

Wenn man solche Ideen zu Ende "spinnt" dünkt einem schnell, dass die erste Killer-Blockchain zu disruptiven Erschütterungen am deutschen Strommarkt führen könnte. Wer Lust hat, sich daran als geistiger Brandstifter zu beteiligen, der sollte mal bei der StromDAO vorbeisurfen: http://stromdao.de Aber auch hier bleibt das Problem, die Technik potenziellen Mitgründern an der StromDAO einfach zu erklären. Ansonsten schlägt man sich mit den eigenen Mitteln.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade "Digitalisierung in der Energiewende".

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"Digitale Energiewende: StromDAO sucht Killer-Blockchain" wurde am 28.11.2016 verfasst