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Energieeffizientes Bauen und Sanieren rechnet sich

Energieeffizientes Bauen und Sanieren rechnet sich (Foto: energie-experten.org)

Energieeffizientes Bauen und Sanieren rechnet sich (Foto: energie-experten.org)

Die Energiewende bringt nicht nur Kosten sondern auch Nutzen, selbst wenn man das mit der Energiewende einhergehende Innovationspotenzial unberücksichtigt lässt. Dies zeigt die neue Studie "Ermittlung der Wachstumswirkungen der KfW-Programme zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren" am Beispiel der energetischen Sanierung im Wohnungsbestand. Hier zeigt sich, dass Ausgaben im Wirtschaftskreislauf immer auch Einnahmen sind. Große Investitionen in den Klimaschutz tragen also maßgeblich zu Wachstum und Beschäftigung bei.

Die Energiewende kostet Geld, aber Deutschland wird von der Umsetzung auch erheblich profitieren: durch mehr Arbeitsplätze, durch Wachstum und durch die Einsparungen von Energiekosten. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Prognos AG im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellt hat. Darin wird berechnet, welche gesamtwirtschaftlichen Effekte von der KfW-Förderung des energieeffizienten Bauens und Sanierens bis 2050 zu erwarten sind.

Die Grundlage für die durchgeführten Berechnungen bilden die Szenarien zum Energiekonzept der Bundesregierung (Prognos/EWI/GWS 2010). Untersucht wurden ein Basisszenario sowie zwei Zielszenarien, deren Maßnahmen zur Zielerreichung (Reduktion der CO2-Emissionen bis 2050 um 80% ggü. 1990) genügen. Zur Quantifizierung der Effekte wurden der Investitionsimpuls, die Energiekostenreduktion und vermiedene Umweltschäden, das künftige Fördervolumen und volkswirtschaftliche Effekte berücksichtigt.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Bis 2050 müssen für das Erreichen des Energiesparziels wohnwirtschaftliche Investitionen von insgesamt etwa 838 Mrd. EUR über die KfW-Programme finanziell unterstützt werden.
  • Mit diesen Investitionen können Energiekosten von 370 Mrd. EUR eingespart werden. Dies entspricht etwa dem Dreizehnfachen der Energiekosten aller privaten Haushalte für Heizung und Warmwasser in Deutschland im Jahr 2011. Allerdings wird auch deutlich, dass sich aus heutiger Sicht die Investitionen nicht allein aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren lassen. Zu den Energieeinsparungen hinzu treten jedoch Wertsteigerungen an den Gebäuden sowie Komfortverbesserungen für die Nutzer, die hier nicht Gegenstand der Untersuchung waren.
  • Durch die Umsetzung der geförderten Energiesparinvestitionen würden bis 2050 pro Jahr zwischen 200.000 und 300.000 Arbeitsplätze gesichert werden - vor allem in der mittelständischen Bauwirtschaft und im Handwerk. Sie führen zudem zu einer erhöhten Produktion in Industrie- und Dienstleistungsbereichen, die der Bauwirtschaft und dem Handwerk zuliefern. Pro Jahr erhöhten die mit den Investitionen angestoßenen gesamtwirtschaftlichen Effekte das deutsche Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 0,4 %.
  • Von Wachstum und Beschäftigung profitierten auch die öffentlichen Haushalte. Per Saldo beliefen sich die Mehreinnahmen (Steuern und Sozialabgaben) bis 2050 auf 95 Mrd. EUR (4 % des BIP 2012). Die für Zinsverbilligung und Zuschüsse einzusetzenden Fördermittel lägen dagegen mit weniger als 70 Mrd. EUR deutlich darunter.

Die volkswirtschaftliche Analyse der KfW-EBS-Programme kommt zu dem Ergebnis, dass eine Fortführung der Programme der deutschen Wirtschaft auch langfristig spürbare Wachstumsimpulse gibt. Die deutliche Ausweitung der Programme, um die Ziele der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende erreichen zu können, würde die Wachstumseffekte signifikant erhöhen. Aufgrund der besonderen Konstellation der Förderung beschäftigungsintensiver heimischer Wertschöpfung zulasten kapitalintensiver importlastiger Güter ergeben sich in den untersuchten Szenarien sichtbar positive Wirkungen auf die Bruttowertschöpfung und die Beschäftigung durch die geförderten Maßnahmen.

Die Berechnungen zeigen, dass die zusätzlichen Einnahmen des Staates über Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch die zusätzlichen Investitionen die Größenordnung des geschätzten Fördervolumens in den meisten Jahren übersteigen. Aus staatlicher Sicht ergibt sich damit eine Selbstfinanzierungsquote größer Eins. Essentiell hierfür ist, die finanzielle Ausstattung der KfW-EBS-Programme langfristig auf dem beschriebenen Niveau zu verstetigen und zu sichern. Um dies zu erreichen, sollte über zusätzliche und verlässliche Finanzierung, möglicherweise auch auf Basis eines haushaltsunabhängigen Abgabe- bzw. Umlagesystems, nachgedacht werden.

Die Prognos-Studie "Ermittlung der Wachstumswirkungen der KfW-Programme zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren" steht hier zum Download zur Verfügung.

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"Energieeffizientes Bauen und Sanieren rechnet sich" wurde am 20.03.2013 verfasst