Wo stecken die größten Einsparpotenziale von Krankenhäusern und welche können lohnenswert erschlossen werden? Diesen Fragen ist Fraunhofer UMSICHT in einem Forschungsprojekt nachgegangen und hat die Energienutzung in 20 Krankenhäusern im Detail untersucht.
In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt wurde der Energieverbrauch in 20 Krankenhäusern mit einer Größe von 300 bis 600 Betten untersucht. Es wurden in energierelevanten Verbrauchssektoren detaillierte Energiemessungen durchgeführt und die Betriebsweise der Energieversorgungsanlagen analysiert sowie Maßnahmen zur Energieoptimierung aufgezeigt. Darauffolgend wurde der jährliche Energieverbrauch der untersuchten Verbrauchsektoren Heizung, Trinkwarmwassererzeugung, Lüftung, Kälteversorgung und Aufzüge und die Energieverbrauchskosten berechnet. Diese Ergebnisse mündeten in ein Benchmark, um den Energieverbrauch der Krankenhäuser in Abhängigkeit verschiedener Einflussgrößen zu ermitteln.
Auf der Basis der Messergebnisse wurden zudem Einsparmöglichkeiten aufgezeigt und Best Practice Lösungen entwickelt, die besonders effektive Einsparungen ermöglichen und in den meisten Krankenhäusern durchgeführt werden können. Weiterhin wurden Kennzahlen und einfache Werkzeuge zur überschlägigen Berechnung von Kosten und Einsparungen entwickelt. Der angestrengte Krankenhausvergleich ermöglicht nun die Verwendung dieser Ergebnisse als Vergleichsgrößen.
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass in vielen Bereichen der Austausch alter, ineffizienter Anlagen zu einer deutlichen Einsparung führt und wirtschaftlich sinnvoll ist. Doch neue Anlagen garantieren nicht immer einen optimalen Energieverbrauch, da vielfach eine ineffiziente Betriebsweise zu erhöhten Energieverbräuchen führt. Die Autoren der Studie bemängeln, dass die Datenlage in den Krankenhäusern für eine Einschätzung und für den Vergleich mit anderen Krankenhäusern nicht ausreichend ist. Vor allem die Verbrauchswerte der elektrischen Geräte, die sich auf den Wärme- und Kältebedarf auswirken, sind bisher fast vollständig unerfasst. Daher müssen weiterführende Untersuchungen angestrengt werden, um die Datensituation in den Krankenhäusern zu verbessern und eine energetische Auswertung von Raumflächen und Raumnutzung zur Abbildung der Energieverbrauchsstruktur zu automatisieren und, um den gesamten Energieverbrauch von Krankenhäusern abbilden zu können.
Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT