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Nicht alle Ökostromtarife nutzen der Umwelt

26Jan 12
Strom, Erneuerbare Energie

Nicht alle Ökostromtarife nutzen der Umwelt

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Nicht alle Ökostromtarife nutzen der Umwelt (Foto: Christoph Ruhland - aboutpixel)

Ökostrom ist häufig sogar günstiger ist als Normalstrom. Das hat eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben. Bei dem Test von 19 Ökostromtarifen kam allerdings auch heraus, dass nur zwei von drei Ökostrom-Angeboten auch einen Nutzen für die Umwelt haben. Der entsteht nämlich nur, wenn der Ökostrom konventionellen Strom vom Markt verdrängt, indem der Anbieter auch den Ausbau erneuerbarer Energien fördert. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert daher eine einheitliche Kennzeichnung, verbindliche Vorgaben und einen gesetzlichen Schutz des Begriffe „Ökostrom“, um Kunden eine schnelle und sichere Orientierung beim Anbieter- oder Tarifwechsel geben zu können.

Wer einen Ökostromtarif wählt, der möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die Energiewende vorantreiben. Doch die Stiftung Warentest konnte nur bei 13 von 19 untersuchten Ökostromtarifen feststellen, dass die Anbieter z. B. in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investieren. Laut Stiftung Warentest sind die Tarife der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau (Tarif Sonnencent 0,5), Lichtblick (Lichtblick-Strom) und Naturstrom (naturstrom) “Sehr stark“ ökologisch engagiert und bieten zusätzlich noch „gute“ Vertragsbedingungen. Greenpeace Energy (Privatkundentarif) ist ebenfalls „stark engagiert“, die Tarifbedingungen sind „befriedigend“. Nur bei diesen vier unabhängigen Ökostromanbietern geht das Geld nicht an ein Unternehmen, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft. Dennoch gibt es auch bei konventionellen Energieversorgern Tarife, die ein „sehr starkes“ oder „starkes“ ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen, sieben engagieren sich hingegen nur „schwach“.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Die Mehrzahl der über 2.000 Tarife, die derzeit als „Ökostrom-Angebote“ daherkommen, leistet überhaupt keinen oder nur einen sehr geringen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien, so die Verbraucherschützer. Die Ursachen für das Greenwashing liegen an einer fehlenden einheitlichen Kennzeichnung, an bisher unverbindlichen Vorgaben und mangelndem gesetzlichen Schutz des Begriffes „Ökostrom“.

Hinzu komme, dass es zwar durchaus Ökostrom-Gütesiegel gibt, die wissenschaftlich fundierte Kriterien bei der Labelvergabe zugrunde legen, unabhängige Kontrollen vorsehen und die Anstrengungen beim Zubau neuer Anlagen zur Energiegewinnung aus ökologisch vertretbaren Quellen transparent machen. Diese Label sind den meisten Verbrauchern bislang allerdings komplett unbekannt: „Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW hat TNS-Emnid ermittelt, dass 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger keine Ökostrom-Gütesiegel benennen konnten. Der Rest glaubte irrtümlicherweise, dass Ökostrom am Blauen Engel oder den Energieeffizienzklassen für Haushaltsgeräte zu erkennen ist“, so NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller.

Damit die Energiewende nicht zur Rolle rückwärts wird, sieht die Verbraucherzentrale NRW in einem einheitlichen und staatlich geprüften Gütesiegel den Königsweg: „Das Bundesumweltministerium sollte das Heft in die Hand nehmen. Denn ein verlässliches Ökostrom-Label mit hohen Anforderungen an den Ausbau der erneuerbaren Energien motiviert noch mehr Wechselwillige, auf Ökostrom umzusteigen. Und wo es nur ein Siegel gibt, steigert sich dessen Bekanntheitskurve fast von selbst und vereinfacht das Leben der Menschen“, so Müller.

 

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