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Tarifvergleich und -wechsel von Wärmepumpenstrom

Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe? Welche Wärmepumpentarife gibt es? Welche Zusatzkosten sind mit einem Tarifwechsel verbunden? Wann lohnt sich ein spezieller Wärmepumpenstrom?

Um eine Wärmepumpe zu betreiben, braucht man Strom. Den kann man als normalen Haushaltsstrom beziehen oder als sogenannten Wärmepumpenstrom. Dieser ist in vielen Fällen günstiger pro kWh, weist jedoch auch Besonderheiten auf, sodass man genau nachrechnen muss, wann sich ein Wechsel von einem normalen Stromtarif hin zu einem Wärmepumpentarif lohnt.

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Berechnung des Verbrauchs von Wärmepumpenstrom

Bezieht man alle Kosten wie evtl. Kosten für einen extra Stromzähler mit ein, so kann es sein, dass sich ein spezieller Wärmepumpenstrom-Tarif erst aber einer bestimmten Verbrauchsmenge rentiert. (Grafik: energie-experten.org)
Bezieht man alle Kosten wie evtl. Kosten für einen extra Stromzähler mit ein, so kann es sein, dass sich ein spezieller Wärmepumpenstrom-Tarif erst aber einer bestimmten Verbrauchsmenge rentiert. (Grafik: energie-experten.org)

Der Wechsel hin zum Bezug von speziellem Wärmepumpenstrom setzt in der Regel einen speziellen Zähler voraus und ist häufig auch mit einem Grundpreis verbunden. Daher ist der reine Vergleich der Tarife für Wärmepumpenstrom mit dem Haushaltsstromtarif trügerisch, da auch diese Fixkosten berücksichtigt werden müssen. Bezieht man diese Kosten mit in einen Vergleich ein, so zeigt sich, dass erst ab einem bestimmten Verbrauch der Bezug von Wärmepumpenstrom auch finanziell sinnvoll ist.

Daher sollte zunächst der eigene Stromverbrauch der Wärmepumpe abgeschätzt werden. Besitzer einer Wärmepumpe werden den Stromverbrauch ihrer Wärmepumpe kennen. Plant man jedoch erst den Kauf einer Wärmepumpe, so kann man der Verbrauch an Wärmepumpenstrom in Abhängigkeit der Effizienz der Wärmepumpe abschätzen, wieviele Kilowattstunden (kWh) Strom sie benötigt, um unter Nutzung einer Umweltwärmequelle (Luftwärme, Erdwärme oder auch Grundwasserwärme) die gewünschten kWh Wärme pro Jahr zu erzeugen.

Die Effizienz selbst ist wiederum abhängig von der Art der Wärmepumpe (Luft-, Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe) und von der Vorlauftemperatur des Heizungssystems, die wiederum von der Art des Heizwärmesystems (Fußbodenheizung, Heizkörper) und von der Dämmqualität des Haues beeinflusst wird. Ist der Verbrauch an Wärmepumpenstrom unbekannt, so kann man Schätzwerte für die Jahresarbeitszahl (kurz: JAZ) entsprechend der oben angeführten Kriterien aufstellen und so den Stromverbrauch wie nachfolgend dargestellt berechnen.

Tabelle 1: Schätzung des Verbrauchs an Wärmepumpenstrom für unterschiedliche Systeme und Einbindungsvarianten*
Systeme und Einbindungsvarianten JAZ Stromverbrauch (Heizleistung 5 kW) Stromkosten Stromverbrauch (Heizleistung 15 kW) Stromkosten
Luftwärmepumpe          
mit Fußbodenheizung im Neubau 2,8 3571 kWh 607 Euro 10714 kWh 1.821 Euro
mit Heizkörpern im Neubau 2,4 4167 kWh 708 Euro 12500 kWh 2.125 Euro
mit Fußbodenheizung im Altbau 2,6 3846 kWh 654 Euro 11538 kWh 1.962 Euro
mit Heizkörpern im Altbau 2,2 4545 kWh 773 Euro 13636 kWh 2.318 Euro
Erdwärmepumpe          
mit Fußbodenheizung im Neubau 4,2 2381 kWh 405 Euro 7143 kWh 1.214 Euro
mit Heizkörpern im Neubau 3,8 2632 kWh 447 Euro 7895 kWh 1.342 Euro
mit Fußbodenheizung im Altbau 4,0 2500 kWh 425 Euro 7500 kWh 1.275 Euro
mit Heizkörpern im Altbau 3,6 2778 kWh 472 Euro 8333 kWh 1.417 Euro

* Schätzwerte gelten für den Einsatz von Wärmepumpen zur Heiz- und Brauchwasserbereitung bei 2000 Heizstunden pro Jahr und einem Durchschnittspreis für Wärmepumpenstrom von 0,17 Euro pro kWh

Vergleicht man die Kostenerspranis, so ergab sich bei Wärmepumpenstrom im Vergleich zum Grundversorgungstarif im Jahr 2015 eine Differenz von durchschnittlich 414 Euro. 2014 betrug die Ersparnis zwischen Wärmepumpenstrom und dem normalen Tarif in der Grundversorgung noch 322 Euro. Die Ersparnis zu einem normalen Haushaltsstromtarif fällt jedoch deutlich geringer aus. So ist bei einem Stromverbrauch von 7.500 kWh nur eine Ersparnis von etwas mehr als 100 Euro zu beobachten. Kommen dann weitere Fixkosten wie Kosten für einen extra zu installierenden Stromzähler hinzu, so kann es bei sehr kleinen Wärmepumpen und niedrigem Stromverbrauch wie z. B. einer Brauchwasser-Wärmepumpe sinnvoll sein, einen normalen Tarif zu wählen.

Technische Unterschiede von Stromtarifen für Wärmepumpen

Lange Zeit waren es nur regionale Stromanbieter, die in ihrem Leistungsangebot auch speziellen Wärmepumpenstrom hatten. Inzwischen sind viele überregionale Stromanbieter mit Wärmepumpen-Tarifen hinzugekommen. Mittlerweile können Verbraucher zwischen durchschnittlich 25 Anbietern pro Postleitzahlgebiet wählen. Viele Stromlieferanten bieten Wärmepumpenstromtarife an, die nicht weitergehend nach den Bezugszeiten differenziert werden. Daneben gibt es die klassischen Heizstromtarife, die Hochtarife und günstigere Niedrigtarife ähnlich wie ihn elektrisch betriebene Nachtspeicherheizungen nutzen, umfassen.

Solche teureren Hochtarife und billigeren Niedrigtarife sind dabei abhängig von der Auslastung des Stromnetzes:

  • Der teure Hochtarif (HT) für Wärmepumpenstrom wird zu Hochlastzeiten angeboten, also tagsüber, wenn in den meisten Haushalten Strom verbraucht wird. Ein Grund, warum man den zum Hochtarif gelieferten Wärmepumpenstrom auch Tagstrom nennt.
  • Der günstigere Nachtstrom, also Wärmepumpenstrom zum Niedertarif (NT), ist nachts zu beziehen, wenn das Stromnetz weniger stark ausgelastet ist.

Wer jedoch den billigeren Wärmepumpenstrom nachts bezieht, muss die von der Wärmepumpe gelieferte Wärme in einem Pufferspeicher zwischenspeichern, um sie zu einem späteren Zeitpunkt über den Tag hinweg abzurufen. Bei einem Vergleich dieser Tarife muss daher der Durchschnittstarif berechnet werden. Ausgehend vom Stromverbrauch ist dabei entscheidend, wann die Wärmepumpe den Strom verbraucht. In der Regel kann von etwa 60% Strombezug zu NT und 40% Strombezug zu HT ausgegangen werden.

Experten-Tipp: Sie können durch die Wahl eines größeren Pufferspeichers den Bezug von Wärmepumpenstrom im NT-Tarif bis zu einem gewissen Grad optimieren und so weitere Stromkosten sparen. Hierzu sollten Sie sich von Ihrem Wärmepumpen-Anbieter beraten lassen.

Stromzähler-Kosten zur Erfassung von Wärmepumpenstrom

Um Wärmepumpenstrom abrechnen zu können, kann es notwendig werden, einen neuen Stromzähler zu installieren. (Foto: energie-experten.org)
Um Wärmepumpenstrom abrechnen zu können, kann es notwendig werden, einen neuen Stromzähler zu installieren. (Foto: energie-experten.org)

Da Wärmepumpenstrom jedoch getrennt vom Haushaltsstrom gezählt wird, bedarf es je nach Anbieter und vorhandenen Zählern entweder einem sogenannten Zweitarif-Zähler mit zwei Registern für den Strombezug in der "Hauptzeit" (HT) und den Strombezug in der "Nebenzeit" (NT) oder einem weiteren, normalen Eintarifzähler. Beim Bezug von Wärmepumpenstrom muss daher immer beim Stromversorger selbst erfragt werden, welcher Zähler vorgehalten werden muss.

Je nachdem muss entsprechend dieser Zähler extra eingebaut werden. Dabei können ganz unterschiedliche Kosten resultieren. Während einige Stromanbieter keine weiteren Anforderungen an den Zähler zur Erfassung des Wärmepumpenstroms stellen, kann in diesen Fällen mit Zählerkosten um die 100 Euro exklusive Einbau gerechnet werden. Es gibt jedoch auch Stromversorger, die nur spezielle Zähler zulassen und die auch nur von einem vom Stromversorger zugelassenen Elektriker eingebaut werden dürfen.

Zudem kann es vorkommen, dass die extra Stromzähler nicht in den vorhandenen Stromkasten passen und daher ein neuer Zählerschrank angeschafft werden muss. Auch dies wird teilweise vom Stromversorger vorgegeben. Daher kann es durchaus vorkommen, dass mit dem Bezug von Wärmepumpenstrom zusätzliche Kosten von 500 bis 1000 Euro allein für die Schaffung der technischen Voraussetzungen zu tragen sind.

Bei einem Vergleich der Tarife für Wärmepumpenstrom müssen daher auch diese Kosten mit in einen Tarifvergleich einbezogen werden. Im ungünstigsten Fall kann es sein, dass man bei einem niedrigen Stromverbrauch und hohen extra Kosten für den Stromzähler mit einem normalen Stromtarif günstiger liegt. Sehr grob geschätzt sollten Sie ab zusätzlichen Kosten von 500 Euro genauer nachrechnen, ob sich der Wärmepumpenstromtarif noch rechnet.

Tabelle 2: Vergleich von Stromtarifen* für Wärmepumpenstrom nach Eintarif- und Doppeltarifzählern** (Quelle: Verivox)
Tarif Wärmepumpenstrom Nötiger Stromzähler Stromkosten pro kWh Grundtarif Stromkosten insgesamt
Grünwelt Wärmestrom Wärmestrom12 Classic Eintarifzähler 18,81 Cent/kWh keiner 1.410,75 Euro
Grünwelt Wärmestrom Wärmestrom12 Classic Doppeltarifzähler 18,81 Cent/kWh keiner 1.410,75 Euro
MAINGAU Energie Wärmepumpe 12 Öko Eintarifzähler 18,83 Cent/kWh keiner 1.411,94 Euro
MAINGAU Energie Wärmepumpe 12 Öko Doppeltarifzähler 18,83 Cent/kWh keiner 1.411,94 Euro
Grundgrün grundgrüner Strom Eintarifzähler 17,45 Cent/kWh 9,00 Euro pro Monat 1.416,75 Euro
Grundgrün grundgrüner Strom Doppeltarifzähler 17,45 Cent/kWh 9,00 Euro pro Monat 1.416,75 Euro
E.VITA Online Heizstrom Eintarifzähler 17,46 Cent/kWh 10,00 Euro pro Monat 1.429,61 Euro
E.VITA Online Heizstrom Doppeltarifzähler 17,46 Cent/kWh 10,00 Euro pro Monat 1.429,61 Euro
GGEW GGEW Wärmepumpe Eintarifzähler 17,85 Cent/kWh 7,93 Euro pro Monat 1.433,95 Euro
E.ON E.ON WärmeStrom 2019 Doppeltarifzähler 17,31 Cent/kWh 12,00 Euro pro Monat 1.442,95 Euro

* Tarifvergleich im Einzugsgebiet von Hamburg bei einem jährlichen Stromverbrauch von 7.500 kWh (Stand: Dezember 2015)

** Annahmen: Verbrauch HT 40%; Verbrauch NT 60%

Öko-Wärmepumpenstrom oft besonders günstig

Da der Verbrauch an Wärmepumpenstrom sich einerseits als größter Kostenfaktor in ihrer Betriebskostenabrechnung niederschlägt und andererseits auch ihre Klimabilanz erheblich beeinflusst, entscheidet quasi die Quelle des Wärmepumpenstroms über die Nachhaltigkeit des Einsatzes der Wärmepumpe. Besonders vorteilhaft ist daher der Bezug von Ökostrom.

Dabei ist der Bezug von Ökostrom für Wärmepumpen keinesfalls immer teurer, denn häufig bieten gerade Ökostromanbieter auch günstige Wärmepumpenstromtarife an. Grundsätzlich kann es sich daher durchaus lohnen, im eigenen Bezugsgebiet auch Ökowärmepumpenstromanbieter ins Auge zu fassen oder sich gezielt nach Wärmepumpentarifen umzugucken, die einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen.

Fazit: Wärmepumpenstrom nicht in jedem Fall günstiger

Bezieht man alle vorgenannten Kostenfaktoren mit in einen Tarifvergleich von Wärmepumpenstrom ein, so kann es im ungünstigen Fall sein, dass es sich bei einem sehr niedrigen Verbrauch an Wärmepumpenstrom lohnt, einen normalen, günstigen Haushaltsstromtarif zu nutzen als weitere Kosten für den Stromzähler oder zu hohe Grundgebühren in Kauf zu nehmen.

Diese ungünstigen Konstellationen können insbesondere bei Warmwasser-Wärmepumpen, kleinen Erdwärmeheizungen bis zu etwa 5 kW oder kleineren Luftwärmepumpen der Fall sein, die nur bivalent mit einer Spitzenlastheizung eingesetzt werden, oder bei Wärmepumpen eintreten, die mit einer heizungsunterstützenden Solarwärmeanlage kombiniert werden.

Auch die heute gebräuchliche Lösung der Kombination mit der eigenen Photovoltaikanlage kann dazu führen, dass der Verbrauch an Wärmepumpenstrom derart verringert wird, dass es sich nicht lohnt, einen speziellen Tarif zur Deckung des letztlich übrig bleibenden Strombedarfs einzusetzen.

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"Tarifvergleich und -wechsel von Wärmepumpenstrom" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.