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Verbrauch, Kosten und Austausch einer Nachtspeicherheizung

Wie lässt sich der Stromverbrauch senken und welche Alternativen gibt es zur Nachtspeicherheizung?

Die Nachtspeicherheizung - auch Nachtspeicherofen genannt - gehört zu den elektrischen Widerstandsheizungen und erzeugt durch Strom Wärme, die dann in magnesithaltigen Formsteinen für einige Stunden zwischengespeichert wird. Über eingebaute Lüfter wird diese Wärme dann in den Wohnraum abgegeben. Betrieben werden Nachtspeicherheizungen mit günstigem Strom in sogenannten Schwachlastzeiten.

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Stromverbrauch und Einsatz von Speicherheizungen

ThermoComfort Elektro-Speicherheizung für Ausbau und Sanierung von Dimplex (Foto: Glen Dimplex Deutschland GmbH)
ThermoComfort Elektro-Speicherheizung für Ausbau und Sanierung von Dimplex (Foto: Glen Dimplex Deutschland GmbH)

Der Heizstromverbrauch von Speicherheizungen ist seit den 1990er Jahren stetig angewachsen und macht heute mit rund 70 TWh über 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland aus. Dies hat auch Konsequenzen für den Klimaschutz, denn Nachtspeicherheizungen emittieren jedes Jahr 30 Millionen Tonnen CO2 und verursachen damit rund 3 Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen. Und der Stromverbrauch könnte weiter zunehmen, denn nach wie vor werden jedes Jahr viele neue Widerstandsheizungen in Wohnhäusern und vor allem in Mietwohnungen installiert.

Am meisten wird in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit Nachtspeichern geheizt. Allerdings weist Hamburg den größten Anteil an Wohneinheiten mit Elektroheizungen auf. Insgesamt werden in Deutschland etwa 1,5 Millionen Wohnungen mit einer Nachtspeicherheizung beheizt.

Prinzip des Nachtstromtarifs und Preisvorteile

Nachtspeicherheizungen werden immer mit einem vergünstigten Nachtstromtarif betrieben. Normale Elektroheizungen werden häufig mit normalem Haushaltsstrom betrieben und können energiesparender im Verbrauch sein. Aufgrund der höheren Strompreise sollte
Nachtspeicherheizungen werden immer mit einem vergünstigten Nachtstromtarif betrieben. Normale Elektroheizungen werden häufig mit normalem Haushaltsstrom betrieben und können energiesparender im Verbrauch sein. Aufgrund der höheren Strompreise sollte ein Umstieg jedoch genau durchgerechnet werden. (Foto: energie-experten.org)

Für das Heizen mit einer Nachtspeicherheizung gibt es spezielle Stromtarife. Dieser sogenannte Nachtstrom ist wesentlich günstiger als ein normaler Stromtarif, da nachts in der Regel weniger Strom verbraucht wird, Kraftwerke jedoch weiteren Strom durchgehend produzieren (Schwachlastzeit). Damit dieser überschüssige Strom auch nachts abgenommen wird, können Speicherheizungen mit diesem verbilligten Strom Wärme erzeugen und bis zum nächsten Tag zwischenspeichern.

Ein wesentlicher Preisvorteil beruht dabei aber auch auf niedrigeren Netznutzungsentgelten, die den Anbietern solcher Stromtarife für elektrische Widerstandsheizungen gewährt wird. Im Bundesschnitt werden somit nur etwa 2 Ct/kWh angesetzt, was nur einem Drittel der regulären Netznutzungsentgelte im Niederspannungsbereich entspricht. Ohne dieses niedrigere Entgelt lägen die Stromtarife für Nachtspeicherheizungen wesentlich höher.

Bei einem vergünstigten Nachtstromtarif behält sich der Stromanbieter allerdings auch das Recht vor, die Stromversorgung gesondert zu erfassen und auch in bestimmten Umfang über Rundsteuerempfänger zeitweise abzuschalten (Sperrzeit), falls es in Schwachlastzeiten doch zu einem ungeplant höheren Stromverbrauch im Netz kommen sollte. Während diese Praxis über lange Zeit nur den jeweiligen Netzbetreibern vorbehalten war, werden spezielle Heizstromtarife heute auch von vielen überregionalen Stromanbietern angeboten.

Austauschalternativen für alte Speicher-Heizsysteme

Der Austausch alter Nachtspeicher kann sich lohnen, sofern sich die damit verbundenen Umbaukosten des Heizungssystems in Grenzen halten. (Foto: energie-experten.org)
Der Austausch alter Nachtspeicher kann sich lohnen, sofern sich die damit verbundenen Umbaukosten des Heizungssystems in Grenzen halten. (Foto: energie-experten.org)

Während man in Neubauten aufgrund der EnEV auf den Einsatz von elektrischen Speicherheizungen nahezu gänzlich verzichtet, hat sich das Heizen mit bereits bestehenden Nachtspeicher-Zimmeröfen aufgrund stetig steigender Strompreise deutlich verteuert. Daher lohnt es sich, ein Ersetzen alter Speicheröfen mit modernen, effizienteren Nachtspeichern in Betracht zu ziehen, da so mit geringem Aufwand und Kosten mehr als 10 Prozent der Heizstromkosten eingespart werden können. Dabei ist der Austausch einer einzelnen Nachtspeicherheizung mit Kosten von 500 bis 1000 Euro pro Zimmerofen je nach Leistung anzusetzen.

Als Alternativen zur Nachtspeicherheizung kommen folgende Heizsysteme in Betracht:

Bei einem Umstieg von Elektrospeicherheizungen auf eine Zentralheizung muss jedoch bedacht werden, dass neben einem neuen Heizwärmeerzeuger auch ein Heißwassersystem mit z. B. Heizkörpern nachinstalliert werden muss. Dies kann den Austausch einer Nachtspeicherheizung deutlich verteuern. Daher sollte individuell ermittelt werden, welches Heizungssystem sich lohnt und, ob eine nachträgliche Wärmedämmung entweder einen Austausch der Elektrospeicherheizung oder den Umstieg auf ein Zentralheizungssystem wirtschaftlicher macht.

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Entsorgung schadstoffhaltiger Nachtspeicherheizungen

Am Typenschild der Nachtspeicherheizung lässt sich erkennen, ob diese schadstoffbelastet ist und ausgetauscht werden muss. (Foto: energie-experten.org)
Am Typenschild der Nachtspeicherheizung lässt sich erkennen, ob diese schadstoffbelastet ist und ausgetauscht werden muss. (Foto: energie-experten.org)

Die Entsorgung einer Nachtspeicherheizung muss in der Regel entsprechend der Elektronikschrottverordnung durchgeführt werden. Diese schreibt eine Entsorgung bei örtlichen Abfallwirtschaftszentren vor, da eine alte Nachtspeicherheizung Asbest und andere gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten können:

  • Asbest in Dichtungen, Kernabdeckplatten, Kernsteinträgern und Isolierungen
  • Chromat in den Speichersteinen (Geräte, die vor 1993 hergestellt wurden)
  • Künstliche Mineralfasern (Geräte, die vor Juni 2000 hergestellt wurden)
  • PCB-haltige elektrische Bausteile (Geräte, die vor Juli 1989 hergestellt wurden)

Ob eine Nachtspeicherheizung Schadstoffe enthält, kann vielfach nur sehr schwer festgestellt werden. Aber auch von asbestfreien Speichergeräten kann aufgrund der chromathaltigen Speichersteine eine Gesundheitsgefahr ausgehen. Im Zweifelsfall muss ein Nachtspeichergerät daher immer als schadstoffhaltig eingestuft werden.

Aufgrund dieser Schadstoffe und der damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren, sollte man nicht selbst eine Nachtspeicherheizung entsorgen, sondern diese nur von Fachbetrieben demontieren lassen.

Gesetzliche Regelungen zum Nachtspeicherverbot

Die Nachtspeicherheizung galt in den 1970er Jahren als ein sinnvolles Heizsystem, weil sie den aus einheimischer Kohle gewonnenen Strom nutzte und so zur Auslastung dieser Kraftwerke beitrug. Im Zuge der Dezentralisierung der Energieversorgung insbesondere durch Erneuerbare Energien und wirtschaftlichen als auch klimapolitischen Erwägungen beschloss die Bundesregierung 2007 jedoch ein Verbot von Nachtspeicherheizungen in Häusern mit mehr als sechs Wohneinheiten ab dem Jahr 2019.

Da Nachtspeicherheizungen jedoch auch eine Funktion als kurzfristiger Stromabnehmer beim Lastmanagement eines von zunehmend fluktuierend erzeugenden Erneuerbaren Energien gespeisten Stromnetzes einnehmen können, wurde dieses Verbot der Nachtspeicherheizung in 2013 zunächst wieder aufgehoben.

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"Verbrauch, Kosten und Austausch einer Nachtspeicherheizung" wurde am 17.09.2013 verfasst und am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.