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Überblick über Ofen-Bauweisen, Typen und Verwendung

Was ist ein Ofen und welche Aufgabe hat er? Welche Wärmearten liefert ein Ofen? Worin unterscheiden sie sich, welche Vor- und Nachteile haben sie? Wie wirken sich raumluftabhängige und -unabhängige Luftzufuhr auf die Raumluft und die Beheizung aus?


Ein altes russisches Sprichwort lautet: „Im November verabschiedet sich die Sonne und man entdeckt die Liebe zum Ofen.“ Die Weisheit passt ohne weiteres auch in unsere Längengrade. Denn ein Ofen erzeugt tatsächlich wohlige Wärme im Raum. Doch Ofen ist nicht gleich Ofen. Heutzutage gibt es unzählige Ofenmodelle auf dem Markt, die sich in Bau- und Funktionsweise und daraus resultierender Form unterscheiden. Man befeuert sie je nach Ofentyp mit unterschiedlichen Brennstoffen und bindet sie entsprechend ihres Typs in den Wohnstil und mitunter auch in das Heizsystem ein. Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen Überblick über aktuelle Öfen und helfen so bei der Entscheidung für oder wider das eine oder andere Gerät.

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Ofen – Typen unterschieden nach Verwendungszweck

Ein Ofen mit moderner Verbrennungstechnik verursacht bis zu 85 Prozent weniger Emissionen als Geräte, die vor 1975 gebaut worden sind. (Foto: HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V.)
Ein Ofen mit moderner Verbrennungstechnik verursacht bis zu 85 Prozent weniger Emissionen als Geräte, die vor 1975 gebaut worden sind. (Foto: HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V.)

Ein Ofen hat die Aufgabe, einen Raum kontrolliert zu erwärmen. Traditionell ist das der Raum, in dem der Ofen steht. Man nennt solche Öfen auch Heizöfen oder Zimmeröfen. Moderne Materialien wie Rohstahl, Edelstahl, Beton und Putztechniken kommen bei den unterschiedlichen Ofenarten zum Einsatz. Eine moderne gemauerte Ofenanlage kann problemlos mit einer Schrankwand kombiniert werden oder der Flachbild-Fernseher integriert sich wunderbar in den Ofen-Bereich. Bei der Gestaltung und Ausführung sind nur wenige Grenzen gesetzt.

Neben diesen sogenannten Einzelraumfeuerungsanlagen (ERFA) lassen sich eine ganze Reihe moderner Öfen auch als Komponente in die Heizungsanlage integrieren, dann spricht man von ihm als Heizkessel oder kurz: Kessel. Zudem gibt es neben den Öfen, die als Wärmelieferanten dienen, diverse Öfen, die auf andere Aufgaben spezialisiert wurden, darunter Schmelzöfen zum Schmelzen von Metallen, Brennöfen zum Brennen und Glasieren von Keramik oder von Ziegeln sowie Öfen zum Kochen und / oder Backen (Koch- / Backherde, kurz: Herde, Backöfen).

Tabelle 1: Unterscheidung verschiedener Ofen-Arten als Einzelraumfeuerungsanlage
Ofen-Art Unterscheidung
Gemauerter Ofen Unter gemauerten Ofenanlagen versteht man in aller Regel den typischen Kamin. Man unterscheidet zwischen offenen Kaminen und Heizkaminen mit einer Tür. Ihr Mindestwirkungsgrad muss mindestens 70% betragen.
Kachelofen Bei einem Kachelofen wird ein Ofen-Einsatz (Brennraum) verbaut und es befindet sich zwischen Feuerstätte und Schornstein ein berechneter Rauchgaskanal, der Wärme aufnimmt und in die Speichermasse abgibt. Ein Kachelofen hat einen hohen Wirkungsgrad und speichert die Wärme hervorragend.
Grundofen Ein Grundofen gleicht in der Funktion einem Kachelofen, allerdings wird der Brennraum gemauert und eine Türe aus Glas oder Stahl wird eingesetzt.
Kaminofen Ein Kaminofen ist eine freistehende Feuerstätte, die man bei Bedarf transportieren kann. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Stahlkonstruktion mit verschiedenen Speichermaterialien und einer Sichtfenstertür.

Ofen – unterschieden nach Wärmeprodukten

Kleinkachelöfen lassen sich jedem Raumkonzept und Einrichtungsstil anpassen. Als Ofenformen sind quadratische oder runde Grundformen möglich, zum Beispiel ein schlanker Säulenofen. (Foto: AdK - Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft e.V.)
Kleinkachelöfen lassen sich jedem Raumkonzept und Einrichtungsstil anpassen. Als Ofenformen sind quadratische oder runde Grundformen möglich, zum Beispiel ein schlanker Säulenofen. (Foto: AdK - Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft e.V.)

Die Wärme, die ein Ofen liefert, ist ein Mix aus sogenannter Strahlungswärme und sogenannter Konvektionswärme. Die Vor- und Nachteile beider Wärmearten wird hier erklärt:

Strahlungswärme

Die Strahlungswärme ist die Wärme, die der Ofen als aufgeheizter Massekörper buchstäblich abstrahlt: in Form von Wärmestrahlen, darunter langwellige Infrarotstrahlen. Diese Strahlungswärme erwärmt nicht die Luft im Raum, sondern die Körper, auf die sie trifft, beispielsweise Möbel, Wände, Menschen und Haustiere. Die Strahlungswärme eines Ofens ähnelt sehr der der Sonne, die tief in unsere Haut vordringt. Lebewesen empfinden die Strahlungswärme vom Ofen daher als besonders behaglich, wobei es auf ihre Milde ankommt. Es gilt: Eine Oberflächentemperatur des Ofens zwischen 40 und 65 Grad Celsius behagt uns am meisten.

Typische Öfen, die uns mit einem hohen Anteil an Strahlungswärme versorgen, sind Speicheröfen beziehungsweise Grundöfen wie Specksteinöfen oder Kachelöfen. Auch Kamine und Kaminöfen liefern Strahlungswärme. Der Vorteil bei der Erwärmung eines Raumes damit ist der, dass bei Strahlungswärme kaum Luftverwirbelungen stattfinden. Stattdessen verteilt sich Strahlungswärme gleichmäßig im Raum, so dass es zwischen Fußboden und Decke nicht zu großen Temperaturunterschieden kommt. Allerdings braucht man für eine effektive Beheizung auch einen recht massigen Ofen: Je größer dessen Abstrahlungsoberfläche ist, desto mehr Strahlungswärme gibt er ab. Vorteilhaft ist, dass die Luftfeuchtigkeit bei einem vor allem strahlenden Ofen stetig und damit frisch und staubarm bleibt.

Solche vor allem Strahlungswärme-Öfen sind gut geeignet für hohe Räume, für (noch) zugige Räume und Räume, die schnell erwärmt werden sollen. Aber Achtung: Nahe des Ofens wird es sehr warm. Mit frei aufstellbaren Abschirmungen lässt sich die Wärme bis zu einem gewissen Maß auch im Raum dirigieren.

Konvektionswärme

Konvektionswärme ist die Wärme, die die Luft direkt um den Ofen herum von diesem abgreift. Die erwärmte Luft dehnt sich aus und steigt gemäß den Gesetzen der Thermik nach oben, wobei sie den Raum beheizt. Das Ganze verursacht eine spürbare Luftbewegung im Raum, die von uns als ungleichmäßige Erwärmung – und daher als unangenehmer – empfunden wird. Hinzu kommt, dass sich mit der Luft auch Staub und Pollen eher verteilen, was insbesondere Allergiker oft beeinträchtigt. Die Temperaturunterschiede zwischen Decke und Fußboden sind recht groß, teilweise bis zu 15 Grad Celsius. Außerdem muss man wissen, dass sich ein Raum mittels Konvektionswärme langsamer erwärmt als mittels Strahlungswärme.

Als typische Öfen, die besonders viel Konvektionswärme abgeben, zählen Kaminöfen und Heizkamine.

Moderne Öfen und Kamine werden heute so gefertigt, dass sie die Vorteile beider Wärmearten vereinen. So verbaut man frontseitig gerne große Glastüren oder Türen mit großen Sichtfenstern, um möglichst viel Strahlungswärme an den Raum zu liefern. Das rückseitig installierte Hitzeschild soll die Wand hinter dem Ofen vor seiner Hitze schützen. Und so entscheiden oft die Seitenwände mit ihrer Bauart, ob der Ofen mehr Strahlungswärme oder mehr Konvektionswärme abgibt.

Warme Luftströmung

Zu erwähnen sind neben den Strahlungs- und Konvektionsöfen auch sogenannte Warmluftöfen. Sie geben nach dem Heizlüfterprinzip einen Strom warmer Luft ab. Bei solchen Hypokaustenanlagen wird warme Luft durch Kanäle geleitet. Diese Bauart ermöglicht es Räume oder sogar ganze Etagen miteinander zu verbinden und mit Wärme zu versorgen.

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Ofen – unterschieden nach Baumaterial, Bauteile und Brennstoffart

Elegant, komfortabel und wärmespendend für bis zu drei Räume: Pellet-Ofen Domo mit MultiAir Warmluftverteilung. (Foto: www.rika.ch)
Elegant, komfortabel und wärmespendend für bis zu drei Räume: Pellet-Ofen Domo mit MultiAir Warmluftverteilung. (Foto: www.rika.ch)

Im Laufe der Jahrhunderte, die uns der Ofen bereits begleitet, haben sich unzählige Öfen mit unterschiedlichen Bau- und / oder Betriebsformen entwickelt, die man sowohl nach der Technik als auch nach ihrem Baumaterial und der zu verbrennenden Energiequelle unterscheiden kann.

Baumaterial

Die Palette der Materialien, aus denen sich Öfen bauen lassen, reicht von Gusseisen und Stahl, über Keramikkacheln bis hin zu Lehm.

Ofenheizung – Bauweise unterschieden nach der Abhängigkeit von der Raumluft

Je nach Bauweise heizt ein Ofen mit von der Raumluft abhängiger oder unabhängiger Luftzufuhr. Ein offener Kamin beispielsweise ist von der Luftzufuhr aus dem Raum abhängig, denn er braucht den Sauerstoff aus der Raumluft, um die Brennmaterialien zu verbrennen. Ein Ofen, der raumluftunabhängig (RLU, geregelt hierzulande in der Feuerungsverordnung: FeuVO) brennt, bezieht die Verbrennungsluft / den Sauerstoff über Leitungen und Schächte von außerhalb.

Man muss bei der Entscheidung für den einen oder anderen Ofentypen also bedenken, dass raumluftabhängige Öfen die Raumluft spürbar verschlechtern können. Früher hatten undichte, zugige Fensterkonstruktionen und andere Luftleckagen den Nebeneffekt, für - wenn auch unkontrollierten - Luftaustausch im Raum zu sorgen. Heutige dichte Fenster und dicht gedämmte Wände verhindern den unkontrollierten Luftaustausch. Für die Energiebilanz des Hauses ist das von Vorteil, den Betrieb eines raumluftabhängigen Ofens erschwert die energetische Hülle. Regelmäßige Frischluftzufuhr durch kontrolliertes Lüften wäre nötig, wobei die Wärme des Ofens nach draußen verloren geht und ein stets Nachheizen erforderlich wird.

Bauteile eines modernen Kaminofens

Ein typischer Kaminofen besteht heute meist aus folgenden Bauteilen

  • einem Korpus (möglichst aus hochwertigem Stahl gefertigt)
  • einem Feuerraum (aus Stahl oder Guss, verkleidet mit Schamotte oder Vermiculite oder unverkleidet)
  • Rauchgasumlenkplatten
  • Feinstaubfolter
  • Rauchrohranschlusstutzen
  • Feuerraumscheibe
  • Feuerraumtür
  • Verbrennungsluftstutzen
  • Verkleidung
  • Bodenplatte 

Brennstoffe für moderne Öfen

Als Brennstoffe für moderne Öfen kommen sowohl

  • fossile (Braun- und Steinkohle, Erdöl, Erdgas)
  • als auch nachwachsende wie Holzscheite, Pellets oder Holz-Briketts

in Frage.

Abschätzung der benötigten Ofen-Heizleistung

Bei der Auswahl eines Ofens ist zuallererst von Bedeutung, welche Heizleistung dieser haben muss, um sowohl den Raum ausreichend auf normale 21°C erwärmen zu können als auch, den Raum nicht zu überhitzen. Dazu kann man sich an der Raumgröße (genauer dem Raumvolumen) und dem Baujahr bzw. energetischen Standard des Hauses orientieren. Zudem muss bei der Bestimmung der Ofen-Leistung berücksichtigt werden, ob der Ofen nur als Zusatzheizung an kühleren Tagen oder als alleinige Raumheizung eingesetzt werden soll. Dementsprechend kann die Leistung variiert werden.

In einem gut gedämmten Neubau wird entsprechend weniger Wärme benötigt, als in einem Altbau aus den 70- und 80er Jahren. Überschlägig kann man sagen, dass für einen Altbau aus den 70ern bei einer Raumgröße von 50 m2 ein Ofen etwa 5 bis 6 kW besitzen sollte, um den Raum bei einer Außentemperatur von minus 10 bis 15 Grad gleichbleibend zu beheizen. Bei gleichen Bedingungen benötigt der Ofen in einem Haus aus den 1990ern nur 3 bis 4 KW und in einem Neubau lediglich nur etwa 2 kW. Bei einer Außentemperatur von Null Grad würden man nur die Hälfte an Leistung benötigen.

Tabelle 2: Kennzahlen der Ofen-Heizleistung nach Raumgröße und spezifischem Wärmebedarf
Haus-Baujahr 1980 1990 2000 2010 2015
Wärmebedarf 80 bis 100 W/m2 60 bis 70 W/m2 40 bis 55 W/m2 30 bis 40 W/m2 < 30 W/m2
150 m2 14 kW 10 kW 7 kW 5 kW 4 kW
60 m2 6 kW 4 kW 3 kW 2 kW 1,5 kW
30 m2 3 kW 2 kW 1,5 kW 1 kW 0,7 kW

Experten-Tipp: Die meisten Ofen-Hersteller geben nur die Nennwärmeleistung an. Diese ist für sich allein betrachtet noch nicht ausreichend, um auf die Heizwärmeleistung in der Praxis zu schließen. Diese ist nämlich von der verwendeten Holzmenge, -art und der Speichermasse des Ofens abhängig. Ausschlaggebend sollte daher die Hersteller-Angabe zur Heizleistung pro Stunde sein. Wer sich nur an der Nennwärmeleistung orientiert, läuft Gefahr, einen zu groß dimensionierten Ofen zu kaufen.

Umfang der technischen Ausstattung nach Verwendungsumfang

Bei der Ofen-Auswahl gibt es wie aufgezeigt eine Vielzahl an Ofen-Typen. Wenn sie lediglich ab und zu ein schönes Flammenspiel genießen wollen, so reicht ein schöner Design-Ofen mit großer Sichtscheibe vollkommen aus.

Möchten Sie jedoch öfter heizen, so sollten Sie Wert auf eine entsprechende technische Ausstattung des Ofens legen. Das Heizgerät eines solchen Ofen besitzt dann eine kleinere Sichtscheibe, die Wärme wird jedoch vermehrt im Ofenkorpus bzw. Zugsystem zwischen dem Feuerraum und dem Schornstein, durch das die Rauchgase geführt werden, gespeichert und kann über eine längere Zeit in den Raum abgegeben werden.

Mit Hilfe einer Ofensteuerung steuert der Ofen den Abbrand von selbst. Die Luftzufuhr ist dann in der Anfeuerungsphase hoch und mit Erreichen einer Grenztemperatur von z.B. 500 Grad wird die Luftzufuhr automatisch reduziert und endet in der Glutphase. Mit einer Abbrandsteuerung können Sie den Ofen sich selbst überlassen.

Die Ofen-Wärme kann überdies durch den Anschluss an die Zentralheizung in einem zentralen Pufferspeicher zwischengespeichert werden und somit auch nach dem Abbrand im Ofen selbst zu Heizzwecken zur Verfügung stehen. Die Wärme dieser Ofenheizung steht dann nicht nur im Aufstellungsraum des Ofens, sondern durch das Warmwasserverteilungssystem im ganzen Haus zur Verfügung.

Experten-Wissen: Aufgrund der „Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ (1.BImSchV) mussten Ende 2014 alle alten Kaminöfen, Kachelofeneinsätze sowie Heizkamine mit einer Typprüfung vor 1975 stillgelegt, nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die vorgegebenen Grenzwerte nicht erfüllten. Ende 2017 sind alle Festbrennstoffgeräte, deren Typprüfung vor 1985 erfolgte, von der Modernisierungsmaßnahme betroffen. Beim Ofen-Kauf sollte man daher auf die Einhaltung der BImSchV-Anforderungen achten.

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Weitere Informationen über Kaminöfen

"Ofen-Bauweisen, Typen und Verwendung" wurde am 21.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.