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Heizung erneuern: Pflichten, Kosten & Zuschüsse im Überblick

Wann sollte man die Heizung erneuern? Welche Alternativen hat man? Wie hoch sind die Kosten? Ist man zur Heizungserneuerung verpflichtet? Gibt es Zuschüsse zur neuen Heizung?

Heizungen in deutschen Kellern sind im Schnitt älter als 25 Jahre und müssten vielfach gegen neue Heizungen ausgetauscht werden. Die Gründe sind vielfältig: Ein ineffizienter Energieverbrauch, hohe CO2- und Schadstoffemissionen, unnötig hohe Heizkosten oder auch gesetzliche Vorschriften. Das Erneuern einer Heizung kann sich lohnen. Neben geringeren Heizkosten gibt es bei Öko-Heizungen häufig Zuschüsse vom Staat.

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Fürs Heizen verbrauchen deutsche Haushalte noch immer den Großteil ihrer Energie. Den größten Posten der Energiekosten machen meist die Heizkosten im Monat aus. Ältere oder gar veraltete Heizungen sind wahre Energiefresser. Das macht sie nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch in Sachen Ökologie unhaltbar. Wer Energie effizient verheizen und Heizkosten sparen möchte, sollte seine alte Heizung erneuern.

Wann sollten Sie über eine Erneuerung Ihrer Heizung nachdenken?

Für den Betreiber einer Heizung ist es nicht leicht, zu entscheiden, ob die noch immer laufende Heizung erneuert werden sollte oder nicht.

1. Hohe Abgaswerte: Ein Indiz, dass der Heizkessel veraltet ist, sind hohe Abgaswerte. Dies kann an einer falschen Einstellung der Heizung liegen als auch an der altersbedingten Abnutzung. Ihr Schornsteinfeger erfasst jährlich die Abgaswerte Ihrer Heizung und hilft Ihnen dabei, festzustellen, welche Ursache zu hohe Abgaswerte haben und, ob Sie die Heizung erneuern sollten.

2. Hohe Reparaturkosten: Heizungen gehen selbstverständlich auch mal kaputt. Die wenigsten würden nun daran denken, gleich die ganze Heizung auszutauschen. Mit zunehmendem Alter der Heizung steigt jedoch auch die Reparaturanfälligkeit und die Kosten. Fallen jedes Jahr mehrere hundert Euro an, sollte sie über eine Erneuerung nachdenken.

3. Offensichtliche Schäden: Weist ihre Heizung Rost oder gar Lecks auf oder hängen Kabel aus der Heizungssteuerung, so stellen diese Schäden Sicherheitsmängel dar. Die Behebung sollten Sie nicht auf die lange Bank schieben. Eine Erneuerung der Heizung ist hier oft günstiger als aufwändige Reparaturen.

4. Ineffizientes Heizen: Hitze im Heizungskeller kann ein Symptom für ineffizientes Heizen sein. Liegen die Temperaturen in einem nicht beheizten Heizraum auf Dauer über 20 Grad Celsius, deutet dies darauf hin, dass zu viel Energie durch Abwärme verloren geht, also direkt vom Heizkessel an die Umgebung abgegeben wird.

5. Hohe Heizkosten: Letztlich können natürlich auch dauerhaft hohe Ausgaben für Heizung und Warmwasser ein Hinweis auf veraltete Heiztechnik sein. Ein Vergleich mit einer ähnlichen Verbrauchssituation jedoch mit einer neueren Heiztechnik kann Aufschlüsse geben, wieviel Sie sparen könnten, wenn Sie Ihre Heizung erneuern.

Experten-Tipp: Wenn auf Ihre Heizung ein oder mehrere vorgenannte Zeichen zutreffen, so sollten Sie über eine Erneuerung nachdenken. Lassen Sie sich im ersten Schritt von einem Heizungsfachmann über die mögliche Austauschmöglichkeiten und Kosten beraten!

Erneuerungspflichten: Was sieht der Gesetzgeber vor?

Verbote

Die Erneuerungspflicht alter Geräte regelt die Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV). So müssen z. B. die früher gängigen Konstanttemperaturheizkessel erneuert werden, wenn sie 30 Jahre betrieben worden sind. Denn die Geräte verbrauchen im Vergleich zu modernen Heizungen zu viel Energie, da sie die eh zu große Energiemenge mit viel zu großen Verlusten in Raumwärme umsetzen.

Ausnahmen

Der Gesetzgeber hat aber auch Ausnahmen formuliert: So brauchen Sie die alte Heizung nicht zu erneuern, wenn Sie Ihr Haus (Ein- oder Zweifamilienhaus) bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnten. Auch Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern müssen nicht erneuert werden, solange ihre Nennleistung größer als 400 Kilowatt ist. Gleiches gilt für Heizungen, die eine Heizleistung von weniger als 4 Kilowatt haben.

Und auch wenn für ineffiziente Niedertemperaturkessel seit September 2015 EU-weit ein Herstellungsverbot gilt, sind sie von der Erneuerungspflicht ausgenommen.

Hauskauf

Planen Sie einen Hauskauf müssen Sie abhängig vom Alter der Heizung diese eventuell austauschen. Der Gesetzgeber gibt Ihnen beim Kauf einer Immobilie in der Regel zwei Jahre Zeit, um einen veralteten Heizungskessel zu erneuern.

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Anschaffungs-, Umbau- und Heizkosten im Überblick

Die Kosten einer neuen Heizung lassen sich nie auf Euro und Cent vorhersagen, da sie immer von der individuellen Heizsituation abhängen. Insbesondere bei der Erneuerung der Heizung ist es daher wichtig, sowohl die reinen Anschaffungskosten als auch die Kosten für den Umbau des Heizungssystems zu berücksichtigen.

Kosten für Anschaffung und Montage

Mit folgenden Anschaffungskosten können Sie für unterschiedliche Heizungstypen rechnen:

Tabelle 1: Kosten für Anschaffung und Montage einer neuen Heizung für ein Einfamilienhaus
Neues Heizungssystem Anschaffungs- & Montagekosten
Öl-Brennwertheizung 7.000 bis 9.000 Euro
Gas-Brennwertheizung 7.000 bis 9.000 Euro
Öl-Brennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 10.000 bis 12.000 Euro
Gasbrennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 10.000 bis 12.000 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe 13.000 bis 16.000 Euro
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) 20.000 bis 25.000 Euro
Holzpelletheizung 20.000 bis 25.000 Euro

Anpassungs- und Umbaukosten

Gerade wenn man seine Heizung erneuert und auf ein anderes Heizungssystem umsteigen möchte, so müssen nicht nur die Kosten für die Anschaffung des Heizwärmeerzeugers, sondern eine Reihe von Anpassungsmaßnahmen eingeplant werden.

Hierzu zählen energieträgerindividuelle Kosten wie die der Energielieferung und -bevorratung (Gasanschluss, Pelletlager etc. pp.). Daneben gibt es eine Reihe von Kostenpositionen, die immer anfallen, wenn man seine Heizung erneuern möchte.

Tabelle 2: Zusätzliche Kosten beim Erneuern von kleineren Heizungssystemen
Positionen Kosten
Ausdehnungsgefäß mit Zubehör 300 Euro
Umwälzpumpe für Raumheizung 200 Euro
Regeleinrichtungen 200 Euro
Rohrleitungen mit Zubehör 500 Euro
Schornsteinsanierung (bei Brennwertheizungen) 800 Euro
Heiz- und Brauchwasserspeicher 800 Euro
Summe 2800 Euro

Heizkosten nach Heizungssystem

Auch die Heizkosten hängen natürlich in hohem Maße vom Heizverhalten ab. Dennoch kann man unter gleichen Annahmen auch Aussagen zu den zu erwartenden Heizkosten treffen, wenn man seine Heizung erneuern möchte.

Tabelle 3: Geschätzte Heizkosten pro Jahr nach Heizungssystem
Neues Heizungssystem Geschätzte Heizkosten pro Jahr
Öl-Brennwertheizung 2.000 bis 2.200 Euro
Gas-Brennwertheizung 1.900 bis 2.100 Euro
Öl-Brennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 1.800 bis 2.000 Euro
Gasbrennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 1.700 bis 1.900 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe 1.500 bis 1.700 Euro
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) 1.100 bis 1.300 Euro
Holzpelletheizung 1.800 bis 2.000 Euro

Experten-Tipp: Es ist sinnvoll, die Heizung dann zu erneuern, wenn ihre Heizleistung wegen hoher Außentemperaturen nicht gebraucht wird: im heizfreien Sommer und angrenzenden milden Übergangszeiten. Doch auch ein paar milde Wintertage wären ein möglicherweise günstiger Zeitpunkt, denn dann sind die Terminkalender der Heizungsbauer nicht ganz so voll wie in der Hochsaison. Rechnen sollten Sie mit ein bis drei Tagen Handwerk für das Erneuern der Heizung – je nach Umfang der Modernisierungsmaßnahme.

Ersparnisse nach Heizsystem

Wer seine Heizung erneuert, der spart immer auch Heizkosten ein. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt dabei vom Heizsystem und den Energiepreisen ab.

Tabelle 4: Kostenersparnisse beim Erneuern eines alten Ölstandard-Heizkessels (Baujahr bis 1985)
Heizungssystem Ersparnis neue Heizung
Öl-Brennwertheizung 250 Euro
Gas-Brennwertheizung 350 Euro
Öl-Brennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 500 Euro
Gasbrennwertheizung + Solaranlage für Warmwasser 600 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe 800 Euro
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) 1000 Euro
Holzpelletheizung 600 Euro

Förderung und Zuschüsse zur Heizungserneuerung

Wer seine Heizung erneuern möchte, der kann abhängig vom Heizsystem eine staatliche Förderung bekommen.

KfW-Förderung

Die KfW-Programme vergeben Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen (zum Teil mit Tilgungszuschüssen). Zu den wichtigsten Förderprogrammen der KfW zählen

1. KfW-Programm 151/152 “Energieeffizient Sanieren – Kredit“: Im Programm 151 "Energieeffizient Sanieren – Kredit" werden alle Maßnahmen zur Sanierung zum KfW-Effizienzhaus gefördert, im Programm 152 werden Einzelmaßnahmen wie eine Erneuerung der Heizung gefördert.

2. KfW-Programm "Energieeffizienz Sanieren – Investitionszuschuss": Das KfW-Förderprogramm "Energieeffizienz Sanieren – Investitionszuschuss" erfolgt wahlweise für ein KfW-Effizienzhaus, Einzelmaßnahmen wie die Erneuerung einer kompletten Heizung oder ein Maßnahmenpaket.

3. KfW-Programm 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit": Für alle, die ihre Heizung in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen und eine Förderung im Rahmen des BAFA-Programms wählen, ist ein ergänzendes Darlehen aus dem KfW-Programm 167 möglich.

4. KfW-Programm 431 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung": Für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen, beispielsweise für alle, die ihre Heizung erneuern wollen, stellt die KfW ebenfalls Fördermittel bereit.

5. KfW-Programm 433 "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle": Gefördert wird der Einbau von Brennstoffzellen von 0,25 bis 5,0 kW elektrischer Leistung in neue oder in bestehende Wohngebäude.

Tabelle 5: KfW-Programme zur Förderung einer Heizungserneuerung
Heizungssystem KfW-Programm Kombination mit BAFA-Zuschuss
Heizung auf Basis erneuerbarer Energien (z. B. Wärmepumpe) KfW-Effizienzhaus (151 oder 430) Nein
Einzelmaßnahme (167) Ja
Kombinierte Heizung aus Basis erneuerbarer Energien und fossiler Energieträger (z. B. Brennwertkessel mit Solarthermie) KfW-Effizienzhaus (151 oder 430) Nein
Einzelmaßnahme (152 oder 430) Nein
Einzelmaßnahme (167) Ja
Heizung auf Basis fossiler Energieträger (z. B. Brennwertkessel) KfW-Effizienzhaus (151 oder 430) Nein
Einzelmaßnahme (152 oder 430) Nein

BAFA-Förderung

Über das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden Solarwärmeanlagen, Wärmepumpen und Biomasseanlagen bezuschusst.

1. Solarthermie: Das BAFA bezuschusst Solarthermieanlagen mit Zuschüssen bis zu 20.000 Euro pro Vorhaben. Bei einer ertragsabhängigen Förderung kann der Zuschussbetrag höher ausfallen.

Klick zum Download: BAFA-Förderübersicht Solarthermie (Grafik: BAFA)
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2. Wärmepumpen: Wärmepumpen, die erneuerbare Wärme aus Wasser, Luft und Erde nutzen, werden vom BAFA mit Zuschüssen von bis zu 15.000 Euro gefördert.

Klick zum Download: BAFA-Förderübersicht Wärmepumpen (Grafik: BAFA)
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3. Biomasse: Das BAFA fördert Biomasseanlagen mit Zuschüssen von bis zu 8.000 Euro pro Vorhaben.

Klick zum Download: BAFA-Förderübersicht Biomasse (Grafik: BAFA)
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Die BAFA-Zuschüsse richten sich danach, ob die Erneuerung des Heizungssystems als Basisförderung, die um eine Zusatzförderung ergänzt werden kann, oder als Innovationsförderung für besonders fortschrittliche Heizungstechniken eingestuft wird.

Diverse Zusatzförderungen können über das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) beantragt werden, wenn das erneuerte Heizsystem bestimmten Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien genügt. Einen zusätzlichen Zuschuss im Rahmen der „Nachträglichen Optimierung“ gewährt das BAFA, wenn Sie Ihre bereits geförderte Heizung optimieren oder einen Wärmepumpencheck durchführen.

Experten-Tipp: Die Akquise der Fördermittel ist häufig kompliziert und muss strikten Formalitäten folgen. Wir empfehlen Ihnen, die Auswahl und Beantragung der Fördermittel frühzeitig mit Ihrem Anbieter, der die Heizung erneuern soll, zu besprechen und ggf. einen spezialisierten Energieberater zur Fördermittelbeantragung hinzuzuziehen.

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"Heizung erneuern: Pflichten, Kosten & Zuschüsse" wurde am 28.09.2017 das letzte Mal aktualisiert.