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Fachartikel: Agrarjournalist Klaus Knippertz

Kategorien: Energieberatung, Ingenieurbüro | eingetragen am: 22.08.2011

Niederländer wollen Gewächshäuser als Energiequelle nutzen

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Kürzlich hat die niederländische Wirtschaftsgruppe Gartenbau PT (Productschap Tuinbouw) den Jahresplan 2011 des Branchenprogramms „Gewächshäuser als Energiequelle KaE“ („Kas als Energiebron“) vorgelegt. Den KaE‐Förderetat veranschlagt die PT mit 7,6 Mio. EUR. Die Finanzierung teilt sich die PT mit dem Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation EL&I (Economische Zaken, Landbouw en Innovatie). Damit ist das KaE ein wichtiger Pfeiler der niederländischen Förderpolitik für Energiesparmaßnahmen im Gartenbau, für die im laufenden Jahr insgesamt rund 26 Mio. EUR vorgesehen sind.

Programmziele

Das KaE wurde im Jahr 2002 im Rahmen einer Gemeinschaftsinitiative der Gartenbaubranche und des damaligen niederländischen Landwirtschaftsministeriums ins Leben gerufen. Sechs Jahre später wurden folgende messbare Ziele vereinbart:

• Im Jahr 2020 sollen 20 % der eingesetzten Energie im Gartenbau aus „nachhaltigen“ Quellen stammen.
• Bis zum Jahr 2020 soll der niederländische Gartenbausektor seinen CO2‐Ausstoß um mindestens 3,3 Mio. t verringern. Dies entspricht einem Rückgang von 48 % gegenüber dem Referenzwert im Jahr 1990. Der Großteil der Einsparungen soll der Unterglasanbau leisten: Dort ist eine Reduzierung um 2,3 Mio. t CO2 vorgesehen. Der Freiland‐Gartenbau soll 1 Mio. t CO2 weniger emittieren.
• Bis zum Jahr 2020 soll sich die Energieeffizienz im Gartenbau um 2 % im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreswert verbessern.
• Im Jahr 2011 sollen 700 ha unter halb geschlossenen Gewächshäusern bewirtschaftet werden.

KaE-„Entwicklungpfade“

Um langfristig die Klimaneutralität des Unter‐Glas‐Anbaus sicherzustellen, orientieren sich die Maßnahmen des Programms inhaltlich an drei einfachen Prinzipien:

1. Vermeidung unnötigen Energieverbrauchs,
2. Einsatz von nachhaltigen Energiequellen und
3. optimaler Einsatz von fossilen Energiequellen zur Deckung des verbleibenden
Energiebedarfs.

Diese Prinzipien sollen im Rahmen von sieben „Entwicklungspfaden“ verwirklicht werden:

• Neue Anbaustrategien (Prinzip 1)
• Licht (Prinzip 1)
• Sonnenenergie (Prinzip 2)
• Erdwärme (Prinzip 2)
• Biobrennstoffe (Prinzip 2)
• Nachhaltige Elektrizität (Prinzip 3)
• Nachhaltige CO2‐Wirtschaft (Prinzip 3)

Auf der kostenfreien Internetseite http://www.energieportal-hortigate.de wurde der Klimaplan in einer Serie von drei Berichten unter der Rubrik „Berichte aus dem Ausland“ ausführlich vorgestellt. Im ersten Teil vom 14. Februar 2011 liegt der Fokus auf den Programmzielen, der Organisation und den beiden Strategielinien „Neue Anbaumethoden“ und „Beleuchtung“. In einem weiteren Bericht werden die Aspekte „Sonnenenergie“ und „Erdwärme“ vorgestellt. Den Schwerpunkt des dritten und letzten Berichts bilden die Strategien „Biobrennstoffe“, „Nachhaltige Stromerzeugung“ und „Kohlendioxid‐ Emissionen“.
(Autor: Klaus Knippertz)

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