Daten und Fakten der Strompreisbildung
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Daten und Fakten der Strompreisbildung

Daten und Fakten der Strompreisbildung (Foto: energie-experten.org)
Herr Rösler würde sich keine Photovoltaikanlage auf das Dach seines Hauses in der Nähe von Hannover bauen lassen. Bislang sei die Photovoltaik-Förderung ein Geschäft zulasten der Allgemeinheit, so Rösler. Herr Rösler würde sich aber auch selbst dann keine PV-Anlage installieren, wenn diese ohne Förderung wirtschaftlich zu betreiben wäre. Dies verriet er im Interview mit Ingo Arzt in der Samstagsausgabe der „taz“ vom 06.10.2012. Grund genug für uns, noch einmal Daten und Fakten der Energiewende und der Strompreisbildung zusammenzutragen.
Erneuerbare senken Börsenstrompreise
Immer wieder heißt es, die Energiewende lasse die Strompreise in Deutschland steigen. Das stimmt nicht. So liegt der Börsenstrompreis heute um 10 bis 20 % niedriger als noch vor 3 oder 4 Jahren. Einer der Gründe ist der gestiegene Anteil erneuerbarer Energien. Der preisdämpfende Effekt kommt dabei durch den so genannten Merit-Order-Effekt zustande: An der Börse wird die Stromnachfrage immer durch das günstigste Kraftwerk bedient. Bei steigender Nachfrage kommen die teureren Erzeuger zum Zug. Der teuerste Anbieter bestimmt demnach den Marktpreis. Erzeuger, die Strom kostengünstiger produzieren können, profitieren von der Differenz zwischen Börsenstrompreis und ihren Erzeugungskosten. Da das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für regenerativ erzeugten Strom einen Einspeisevorrang definiert, verschiebt sich mit jeder Kilowattstunde Ökostrom die Merit Order. Im Ergebnis heißt das, je mehr aus erneuerbaren Energien gewonnener Strom im Netz ist, desto weniger konventionell erzeugter Strom wird abgenommen, so dass teure fossile Kraftwerke nicht mehr eingesetzt werden müssen. Damit sinkt der Börsenpreis.
Erneuerbare begünstigen stromintensive Unternehmen
Auch heißt es, dass die Förderung erneuerbarer Energien zu steigenden Kosten für die Industrie führe und so die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere stromintensiver Unternehmen gefährde. Dies stimmt ebenso wenig! Zum einen sind stromintensive Unternehmen von staatlich veranlassten Strompreisbestandteilen kaum betroffen. Dies gilt neben der KWK-Umlage und den Netzentgelten auch für die EEG-Umlage. Entweder produzieren die Unternehmen ihren Strom selbst und sind daher nicht umlagepflichtig, oder sie sind weitestgehend von der EEG-Umlage ausgenommen. Zum anderen kaufen stromintensive Unternehmen ihren Strom häufig direkt an der Börse. Und dies dann gerade zu den Preisen, die sich eng am Börsenpreis orientieren und vom Merit-Order-Effekt der Erneuerbaren beeinflusst werden. Die stromintensiven Unternehmen profitieren also sowohl von der Befreiung von der Stromsteuer als auch von niedrigen Börsenstrompreisen durch die Einspeisung erneuerbarer Energien.
Haushaltsstrompreise nicht nur durch Erneuerbare gestiegen
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht zum Nulltarif zu haben. Daher muss zugestanden werden, dass der Strompreis für Haushalte auch aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Energien gestiegen ist: Pro Monat zahlte ein durchschnittlicher Privathaushalt 2011 für die gleiche Menge Strom etwa 32 Euro mehr als im Jahr 2000. Aber der Hauptanteil entfiel mit 14 Euro dabei auf die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb. Die Förderung erneuerbarer Energien macht dagegen nur rund zehn Euro aus. Auch anteilig belastet die EEG-Umlage die Stromkunden eher geringfügig: Heute liegt der Haushaltstrompreis bei etwa 26 Cent pro kWh. Dabei schlägt die EEG-Umlage mit etwa 3,6 Cent pro Kilowattstunde zu Buche. Dies entspricht ungefähr einem Siebtel des Strompreises. Diese Preisentwicklung überrascht jedoch nicht, da die Rohstoffpreise sowohl für Öl als auch für Gas und Kohle kontinuierlich gestiegen sind. Seit dem Jahr 2000 beträgt der Preisanstieg hier etwa 100 %!
Erneuerbare machen unabhängig von fossilen Rohstoffen
Gerade diese Preisspirale fossiler Energieträger kann durch einen weiter zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren durchbrochen werden. Die deutsche Energieversorgung würde somit unabhängiger von politischen Entwicklungen in rohstoffreichen Staaten und immuner gegen Preisanstiege auf den Rohstoffmärkten werden. Außerdem wirkt der Ausbau der erneuerbaren Energien dem kontinuierlichen Kapitalabfluss aus der deutschen Volkswirtschaft entgegen, der mit dem Import fossiler Energieträger einher geht. Bereits im Jahr 2010 führte der Ausbau erneuerbarer Energien zur Verringerung der deutschen Importrechnung für Kohle, Gas und Öl um rund sieben Milliarden Euro. Dies sorgt für mehr Wertschöpfung im Land und sichert Arbeitsplätze.
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"Daten und Fakten der Strompreisbildung" wurde am 06.10.2012 verfasst

