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Schwimmende Solarinseln könnten 30.000 Menschen mit Solarstrom versorgen

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Schwimmende Solarinseln könnten 30.000 Menschen mit Solarstrom versorgen - hier: Offshore-Solarfeldkonzept SUNdy (Grafik: DNV KEMA)

Schwimmende Solarinseln könnten 30.000 Menschen mit Solarstrom versorgen - hier: Offshore-Solarfeldkonzept SUNdy (Grafik: DNV KEMA)

Photovoltaikanlagen sind aus dem heutigen Stadt- und Landschaftsbild nicht mehr wegzudenken. Bald könnte aber auch das maritime Bild der Waterkant nicht nur durch Offshore-Windräder sondern auch durch Offshore-Photovoltaikanlagen bereichert werden: Die niederländische DNV KEMA Energy & Sustainability hat das SUNdy, ein großmaßstäbliches Offshore-Solarfeldkonzept, entwickelt, das jetzt bei der Singapore International Energy Week vorgestellt wurde.

Solarinsel kann 2 MW Strom erzeugen

Das schwimmende Offshore-Solarfeldkonzept SUNdy zeichnet sich im Wesentlichen durch ein sechseckiges Array aus, das auf der Meeresoberfläche treibt. Ein Verbund dieser Arrays aus insgesamt 4.200 Solarpaneelen bildet eine Solarinsel mit der Fläche eines großen Fußballstadions und kann 2 MW Strom erzeugen. Mehrere miteinander verbundene Inseln machen zusammen ein Solarfeld mit einer Produktionskapazität von 50 MW oder mehr aus. Der hierbei erzeugte Ökostrom reicht für 30.000 Menschen.

SUNdy-Konstruktion ähnelt Spinnennetz

Ermöglicht wird das SUNdy-Konzept durch den Einsatz von 560-W Photovoltaik-Paneele aus dünner Folie, die flexibel und leichter als die herkömmlichen starren Module aus Glas sind. Deswegen können sie auf der Meeresoberfläche schwimmen, erläutert Sanjay Kuttan, Managing Director des DNV Clean Technology Centre in Singapur. "Der Schlüssel, eine seegängige Struktur dieser Größe zu schaffen, liegt im Einsatz einer ausschließlich auf Spannung basierenden Konstruktion. So ähnlich wie ein Spinnennetz überlässt sich diese dynamische, nachgiebige Struktur den Wellen. Gleichzeitig ist sie aber in der Lage erheblichen, auf sie einwirkenden äußeren Lasten standzuhalten."

Mehrere Inseln bilden Offshore-Solarfarm

"Die Insel ist für die Solarerzeugung und Verkabelungseffizienz optimiert", erklärt Kevin Smith, Global Segment Director bei DNV KEMA für den Bereich Renewable Energy Services. "Die Solar-Arrays sind in elektrische Zonen unterteilt, die den erzeugten Strom in zwei Hauptschaltanlagen einspeisen, die wiederum den Strom zur Transformation auf eine höhere Spannung in einer zentralen Umspannstation sammeln (2MVA 480/34,5kV). Von der zentralen Insel der Offshore-Solarfarm führen elektrische Übertragungsleitungen von 30kV weg und verbinden die anderen Inseln in Reihe miteinander, so dass ein geschlossener, kontinuierlicher Kreis zu der Umspannstation an Land für die Netzanbindung entsteht."

Solarstromlösung für überfüllte Megacities an der Küste

Vor allem für dicht bevölkerte Länder, die mehr und mehr Energie brauchen, um ihre boomenden Wirtschaften zu versorgen, könnte SUNdy eine praktikable Lösung darstellen, um ohne weiteren Flächenbedarf umweltfreundlichen Solarstrom in großem Umfang zu erzeugen. Dies gilt z. B. für überfüllte Megacities an der Küste, in denen das Potenzial für Solarenergie auf Dächern begrenzt ist, und in städtischen Regionen, die Premiumpreise für die großmaßstäblich errichtete Solarproduktion verlangen.

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"Schwimmende Solarinseln könnten 30.000 Menschen mit Solarstrom versorgen" wurde am 28.10.2012 verfasst