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Technischer Ratgeber zum Abdichten des Dachrandes mit Dachrandprofilen

Was ist ein Dachrandprofil? Bei welcher Dachform kommt es zum Einsatz? Welche Bauvorschriften, Normen und Regeln gelten für das Abdichten des Dachrandes mit Profilen? Wie unterscheiden sich Dachrandabdeckung und -randprofil?

Das sogenannte Dachrandprofil ist Teil der Dachabdichtung. Es bildet den reinen Abschluss des Dachrandes, also des Übergangs zwischen Fassade und Dach. Das Dachrandprofil kommt auf Dachrändern mit Aufkantung ebenso zum Einsatz wie auf Dachrändern ohne Aufkantung (Attika), wobei es der Attikakrone keine Abdeckung bieten.

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Vergleich von Dachrandprofil und Dachrandabdeckung

Dichter Dachrand: Anschluss von Fassade und Dach

Der Dachrand zählt in bautechnischen Normen und Regelwerken als sogenanntes Dachdetail. Damit ein Dach auf Dauer dichthält, muss der Dachrand entsprechend der Anwendungskategorie der Dachabdichtung behandelt werden. Das heißt:

  • Um einen dichten Dachrand zu errichten, darf er weder hinter- noch unterlaufen werden.
  • Um einen auf Dauer dichten Dachrand zu errichten, muss konstruktiv gewährleistet werden, dass sowohl der Dachrand als auch der Anschluss an die Dachabdichtung funktional weder beschränkt noch gestört werden, weil Bewegungen aus dem Untergrund und / oder temperaturwechselbegründete Längenänderungen auftreten. Die einwandfreie Funktionalität ist zudem nur dann von Dauer, wenn sich die zur Dachabdichtung genutzten Materialien untereinander vertragen.

Expertentipp: Für die Planung gilt die Faustregel, dass zum Abdichten des Dachrandabschlusses die Materialien zum Einsatz kommen sollten, die man auch zur Abdichtung der Dachfläche nutzt.

Normen und Regelwerke für den Dachrand

Ein flaches Dach und damit auch sein Rand unterliegt zunächst der Norm DIN 18531 „Dachabdichtungen - Abdichtungen für nicht genutzte Dächer“. Des Weiteren gelten dafür die „Fachregeln für Dächer mit Abdichtungen“, die sogenannten Flachdachrichtlinien. Zur Anwendung kommen auch die Regelwerke VOB Teil C ATV „Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten“ (gemäß der Norm DIN 18338), VOB Teil C ATV „Klempnerarbeiten“ (gemäß der Norm DIN 18339) sowie die Richtlinien für die Ausführung von Klempnerarbeiten an Dach und Fassade, die sogenannten Klempnerfachregeln. Auch Teilen der Norm DIN 18195 „Bauwerksabdichtung“ sowie der VOB Teil C ATV „Abdichtungsarbeiten“ (gemäß der Norm DIN 18336) muss der Dachrand bautechnisch gerecht werden.

Dachrandabschlussprofil oder Dachrandabdeckung – zwei Abschlussarten kurz vorgestellt

Das Abdichten des Dachrandes erfolgt in Abhängigkeit von der Dachneigung. Je nach Neigungswinkel des Dachs ist die Dachabdichtung entsprechend hoch über die Abdichtungsebene zu führen. Sind die Flachdächer bekiest oder begrünt, gilt die Oberkante der letzten Schicht als Ausgangsmaß. Den Dachrandabschluss bildet:

  • eine Dachrandabdeckung oder
  • ein Dachrandprofil.

Die beiden Abschlussarten zur Gestaltung von Dachrändern unterscheiden sich in ihrer Bauweise:

  • Die Dachrandabdeckung ist sowohl Dachrand als auch schützende Mauerabdeckung für die Attikakrone.
  • Das Dachrandprofil ist ein reiner Abschluss des Dachrandes (daher auch die Bezeichnung Dachrandabschlussprofil), das bei Dachrändern mit Aufkantung ebenso zum Einsatz kommt wie bei Dachrändern ohne Aufkantung (siehe auch "Attika").

Da die für Dachprofile bautechnisch geforderten Überdeckungen und Detailausführungen denen der Dachrandabdeckungen entsprechen, lohnt es sich, diese im Folgenden konkret aufzuführen.

Bautechnische Vorschriften für den Dachrand mit Dachrandabdeckung

Kommen Dachrandabdeckungen als Abschluss der Abdichtung an Dachrändern mit Aufkantung (Attika) zur Anwendung, können diese unabhängig davon ausgeführt werden, welcher Werkstoff zur Dachabdichtung (entweder Kunststoff, Kautschuk oder Bitumen) genutzt wurde. Folgende Faustregeln sind beachten:

  • Die Ansicht muss den oberen Rand von Putz / Bekleidung um mindestens fünfzig Millimeter (mm) überdecken.
  • Die sogenannte Tropfkante muss zum Bauwerk einen Mindestüberstand von zwei bis vier Zentimetern haben muss.
  • Die Stöße müssen regenfest ausgelegt sein.
  • Die Bestandteile der Konstruktion müssen sich infolge von Temperaturwechseln ausdehnen, zusammenziehen oder verschieben können, ohne Schäden zu verursachen.
  • Die Wahl der Materialstärke hängt von der entsprechenden Abwicklung und Befestigungsart ab.
  • Dachrandabdeckungen, Halterungen und Befestigungen müssen den am Einsatzort üblichen Beanspruchungen durch Wind (Stichwort: Windbelastung) und Wetter standhalten.
  • Der Abstand zwischen den Haltern muss von der Höhe des Hauses abhängig gemacht werden.
  • Sowohl an Ecken als auch Enden sollten vorgefertigte Formteile zum Einsatz kommen.
  • Abdeckungen müssen mit einem Gefälle zur Dachseite hin realisiert werden.
  • Wasser, welches ggf. unter die Abdeckung gerät, muss sicher abgeleitet werden. Daher muss die Dachabdichtung bis zur Außenkante des Dachrandes führen und winddicht fixiert werden.

Dank vorgefertigter und passgenauer Formteile können Sie die Dachabdeckung einfach und schnell montieren. Handelsüblich ist ein Lieferumfang, der einbaufertige Einzelteile der Dachrandabdeckungen mit bereits geschweißten Ecken, T-Stücken und Endkappen ebenso umfasst wie Aufkantungen inklusive Haltern, Stoßverbindungen und Niveauplatten.

Für die Höhe der Abdichtung (hier in Zentimeter angegeben) gilt in Abhängigkeit von der Dachneigung (hier in Winkelgrad und Prozent angegeben)

  • bis 5° beziehungsweise 8,8 Prozent mindestens 10 cm,
  • über 5° beziehungsweise 8,8 Prozent mindestens 5 cm.

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Bautechnische Vorschriften für den Dachrand mit Dachrandabschlussprofilen

Dachrandprofile kommen als Dachrandabschluss von Dachabdichtungen aus

  • Kunststoff-Dachbahnen
  • Elastomer-Dachbahnen und
  • Bitumen-Dachbahnen

an Dachrändern ohne Aufkantung und mit Aufkantung (Attika) zum Einsatz.

Wichtig: Anders als die Dachrandabdeckung decken Dachrandprofile die Attikakrone nicht ab!

Die sogenannte Flachdachrichtlinie (siehe oben) legt zum einen den

  • Abstand der Tropfkante und zum anderen die
  • Überdeckung des Dachrandabschlusses über die darunter liegende Fassade fest, die man auch Ansichtshöhe nennt.

Die Ansichtshöhe ist davon abhängig, wie hoch das Gebäude ist. Es gelten bei verschiedenen Gebäudehöhen (hier in Metern) folgende Tropfabstände (hier in Zentimetern) und Abkantungen (hier in Zentimetern):

  • bis 8 Meter: 2 Zentimeter Tropfabstand und 5 Zentimeter Abkantung
  • 8 bis 20 Meter: 3 Zentimeter Tropfabstand und 8 Zentimeter Abkantung
  • über 20 Meter: 4 Zentimeter Tropfabstand und 10 Zentimeter Abkantung

Befestigung von Dachrandprofilen

Damit der Dachrand auf Dauer sicher abgedichtet ist, schreiben die Flachdachrichtlinien zur „Befestigung Randhölzer“ vor, wie die Dachrandprofile befestigt werden müssen und wie ggf. zum Einsatz kommende Randhölzer bzw. Randbohlen ausgelegt sein müssen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Windsogsicherheit.

Grundsätzlich gilt für Dachrandprofile, dass diese so beschaffen und angebaut werden müssen, dass sich bei temperaturbedingten Längenänderungen der Dachrandprofile die Abdichtung des Dachrands nicht verschlechtert. Das ist auch der Grund, warum Sie Dachrandabschlussprofile nicht direkt in die Dachabdichtung kleben dürfen.

Damit die Dachabdichtung dauerhaft dichthält, müssen sämtliche An- und Abschlüsse bis zu ihrem oberen Ende wasserdicht sein.

Tabelle 1: Befestigerabstände von Randbohlen nach Fachregel für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie)
Gebäudehöhen   bis 10 m 10 bis 18 m 18 bis 25 m
Holz auf Beton  (verz. Schrauben d = 8 mm + Dübel Auszugswert F z,d=2,70 kN) 1,00 m 0,66 m 0,50 m
Holz auf Porenbeton (verz. Schrauben d = 8 mm + Spezialdübel Auszugswert F z,d=0,50 kN   ) 0,90 m 0,50 m 0,25 m
Holz auf Profilblech d = 0,88 mm (verz. Schrauben d = 6 mm Auszugswert F z,d=0,90 kN) 0,60 m 0,50 m 0,33 m
Holz auf Vollholz (verz. Holzschrauben d = 8 mm Auszugswert F z,d=0,33 kN) 0,33 m 0,25 m 0,20 m

Dachrandprofile sicher gegen Windsog befestigen

Die Dachabdichtung muss am Dachrand Windsog standhalten und in der Lage sein, horizontale Kräfte sicher aufzunehmen. Deshalb befestigen Sie sie mechanisch mit einer der beiden Befestigungsmethoden

  • Linienbefestigung oder
  • lineare Befestigung.

Linienbefestigung: Mit dieser Methode lässt sich ein Dachrandprofil fixieren, das den vorgenannten Anforderungen gerecht wird. Dazu müssen drei Befestigungen pro Meter Dachrand in die tragende Unterkonstruktion gesetzt werden.

Ist das Dach begrünt, muss der Dachrand frei von Bewuchs bleiben. Das lässt sich unter anderem mit Hilfe von Plattenbelägen oder Kiesstreifen realisieren.

Handelt es sich bei den Tragschalen um Stahltrapezprofile, können unterschiedliche Bewegungen zwischen aufgehenden Bauteilen, Dachrandkonstruktionen und Dachflächen auftreten. Extra Aufkantungen oder Auflager müssen deshalb konstruktiv mit der Trapezschale verbunden werden.

Um temperaturwechselbedingte Änderungen und Bewegungen der Dachrandprofile aufzufangen, müssen Sie in Abhängigkeit von den zum Einsatz kommenden Profilwerkstoffen Stoßfugen zwischen den einzelnen Profilstäben einrichten, wobei sich die Breite der Fugen danach richtet, woraus die Profile bestehen und welche Temperatur sie beim Montieren haben.

Besonderheiten von Dachrandprofilen aus Aluminium

Gängig sind heute Dachrandprofile aus Aluminium, da der Werkstoff vor allem ein Leichtgewicht ist. Seine Korrosionsbeständigkeit macht Alu zum optimalen Material für den Einsatz am Dachrand. Spezifische Eigenschaften kann man mit Legierungen gewährleisten.

Die Pulverbeschichtung des Dachrand-Aluminium-Profils von alwitra ermöglicht eine große Farbauswahl und macht das Aluminiumprofil korrosionsbeständig und langlebig. (Fotos: alwitra GmbH & Co.)
Die Pulverbeschichtung des Dachrand-Aluminium-Profils von alwitra ermöglicht eine große Farbauswahl und macht das Aluminiumprofil korrosionsbeständig und langlebig. (Fotos: alwitra GmbH & Co.)

Experten-Wissen: Wichtig bei der Montage von nicht alkalienbeständigen Alu-Dachrandprofilen ist es, das Leichtmetall gemäß der Norm DIN 18339 "VOB Teil C ATV Klempnerarbeiten" von angrenzenden Materialien wie Mörtel, Steinen, Beton, Holzschutzmitteln zu schützen. Das gelingt mit einer Trennschicht.

Tabelle 2: Empfohlene Stoßfugenbreiten bei Dachrandprofilen aus Aluminium
Profiltemperatur bei Montage  + 5 °C + 10 °C + 20 °C + 30 °C
Maximale Fugenbreite pro laufendem Meter Dachrandprofillänge 1,79 mm/lfdm 1,67 mm/lfdm 1,43 mm/lfdm 1,19 mm/lfdm
Empfohlene Mindestfugenbreite bei 5 m Dachrandprofillänge 9 mm 8 mm 7 mm 6 mm
Empfohlene Mindestfugenbreite bei 2,5 m Dachrandprofillänge 5 mm 4 mm 3 mm 3 mm

Alu-Dachrandprofile sind Konstruktionen aus in der Regel zwei oder mehr Teilen. Die gilt es ohne Spannung in die Dachabdichtung einzubringen. Handelsüblich sind inzwischen auch sogenannte Dachrandprofil-Systeme: Sie erleichtern Ihnen die fachgerechte Montage mit patentierten, vierdimensional einstellbaren Haltern. Von Vorteil ist auch deren Anschlussbrücke zur winddichten Linienbefestigung der Flächenabdichtung am Dachrand.

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Weitere Informationen über Dachbeschichtungen

"Abdichten des Dachrandes mit Dachrandprofilen" wurde am 23.03.2018 das letzte Mal aktualisiert.