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Aufdopplung von Dachsparren: Innendämmung des Daches kostengünstig verbessern

Was ist eine Aufdopplung der Sparren und wann macht sie Sinn? Was ist bei der Aufdopplung zu beachten? Welche Vor- und Nachteile hat eine Aufdopplung?

Wer die Dämmwerte einer vorhandenen Zwischensparrendämmung des Daches erhöhen will, muss mitunter die Tiefe des sogenannten Gefachs, also des Raums zwischen den Sparren, entsprechend erhöhen, damit die gewünschte dämmende Wirkung eintritt. Mittel der Wahl ist häufig die sogenannte Aufdopplung der Sparren.

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Prinzip und Aufbau einer Steildachkonstruktion

Aufbringen der Dachlatten auf den Konterlatten der Dachsparren (Foto: Zentralverband Deutsches Baugewerbe)
Aufbringen der Dachlatten auf den Konterlatten der Dachsparren (Foto: Zentralverband Deutsches Baugewerbe)

Sparren heißen die Balken einer Steildachkonstruktion, die vom Zimmermann errichtet wurde. Die Holzsparren reichen vom Dachfirst (höchster Punkt des Daches) bis zur Dachtraufe (niedrigster Punkt des Daches). Sie sind eins der wichtigsten Elemente der Dachkonstruktion. Die aufrecht stehenden Dachsparren treffen sich dann in der Mitte des Daches am Dachfirst.

Auf den im Querschnitt rechteckigen Tragbalken, die jeweils mit der schmalen Seite nach außen aufgestellt werden, was der Statik und Stabilität der Konstruktion dient, werden die Konterlatten und Dachlatten verlegt, um schlussendlich darauf die Dachdecke zu befestigen.

Es gilt: Je länger die Sparren sind, desto steiler ist der Dachstuhl.

Funktional betrachtet leiten die Sparren die aufliegende Last mit Hilfe aufliegender sogenannter Pfetten in das darunter liegende Tragwerk.

Aufdopplung der Sparren erhöht Dämmwirkung

Insbesondere in Altbauten sind die Sparren vielfach nur zwischen 10 und 14 Zentimetern dick. Entsprechend ist die Tiefe der Gefächer dazwischen. Füllt man diese einfach mit Dämmmaterial, erreicht man häufig jedoch nicht die gewünschten und heute auch gesetzlich vorgeschriebenen Wärmeschutzwerte einer Dämmdicke von mindestens 18 Zentimetern.

Im Sanierungsfall hat der Bauherr nach den Vorgaben der geltenden EnEV daher zum Beispiel nur die Wahl zwischen

  • einer aufwendigen und infolgedessen auch teuren Aufsparrendämmung (hierzu muss die Außenhaut des Daches mitsamt den Dachziegeln angefasst werden) oder
  • einer etwas weniger aufwendigen und somit auch etwas günstigeren Zwischensparrendämmung mit einer Aufdopplung der Sparren von innen.

Wer also die teure Aufsparrendämmung vermeiden möchte und trotzdem das Maximum an Dämmwirkung durch eine Innendämmung des Daches erzielen will, für den ist die Aufdopplung der Sparren ein kostengünstiger Kompromiss. Denn dabei werden nur die Sparren raumseitig erhöht, um so das Gefach dazwischen tiefer werden zu lassen, um mehr Dämmmaterial einzubringen und die Dämmung zu verbessern.

Traglast der Dachkonstruktion im Bedarfsfall erhöhen

Doch nicht nur für die energetische Verbesserung der Dämmung des Dachs ist die Aufdopplung von Nutzen. Sie kann auch dann sinnvoll sein, wenn grundsätzlich der Dachausbau ansteht oder wenn die Traglast der Dachkonstruktion verstärkt werden soll, weil beispielswiese neue Dachziegel aufgelegt werden sollen. Oder, weil auf dem Dach eine Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage Platz und Halt finden soll.

Zum Aufdoppeln der Dachsparren nutzt man meist das klassische Arbeitsmaterial Holz. Es wird in Form von Dachlatten auf den vorhandenen Sparren befestigt. Alternativ kann man auch sogenannte Polystyrol-Hartschaumstreifen verwenden. Das Holz lässt sich entweder längs zum Sparren oder quer zum Sparren aufdoppeln – Sie können die Latten aufnageln oder aufschrauben.

Aufdopplung längs und quer zum Dachsparren

Wer die Sparren in Laufrichtung aufdoppelt, erhält ein tieferes Gefach und kann dieses mit entsprechend dickeren Dämmschichten füllen. Dann wird darauf eine sogenannte Dampfbremse angebracht, die das Eindringen von Wasserdampf aus dem bewohnten Dachraum in die Dachkonstruktion einschließlich des Dämmmaterials verhindert. Die Aufdopplung längs der Sparren ist laut Experten zu bevorzugen, da entstehende Zwischenräume weniger tote Winkel haben und besser mit Dämmstoffen zu befüllen sind.

Anders ist es, wenn man die Sparren quer aufdoppelt. Dann befüllt man die vorhanden Gefächer zunächst mit Dämmstoff. Anschließend ist eine Dampfsperre zu montieren, die die Zwischensparrendämmung zum Innenraum luftdicht verschließt. Darauf kommt die Querverlegung von Dachlatten, am besten übrigens in dem Abstand, wie ihn auch die Sparren haben. Die so entstehenden Zwischenräume müssen ebenfalls mit Dämmmaterial befüllt werden. Da die Sparren selbst dabei mit Dämmstoff bedeckt werden, vermeidet man mit der Aufdopplung quer zum Sparren unerwünschte Kälte- und/oder Wärmebrücken.

Die quere Aufdopplung hat gegenüber der, die entlang des Sparrens verläuft, den Vorteil, dass Sie darin auch die für den auszubauenden Dachraum nötigen elektrischen Kabel & Co. unterbringen können. Darüber hinaus stützen die quer verlegten Sparren die Innenausbaubauteile wie zum Beispiel die Gipskartonplatten.

Tipp: Beratung von Fachbetrieben anfordern

Wer Zweifel hat, ob die vorhandene Dachkonstruktion den neuen Anforderungen an Wärmedämmung, Wärme- und/oder Stromerzeugung und Wetterschutz überhaupt standhält, sollte unbedingt einen Fachmann zur Begutachtung hinzuziehen. Er kann mit wissendem Blick bewerten, was an Ihrem Dach zu tun ist und ob die mit der Aufdopplung entstehende zusätzliche Holzlast des Daches vom tragenden Gebäude darunter ausgehalten wird. Auf Basis einer solchen Begutachtung können dann mehrere Angebote für die Aufdopplung der Sparren eingeholt und verglichen werden.

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"Aufdopplung längs und quer zum Dachsparren" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.