Finden Sie jetzt Ihren Energie-Experten! 2758 registrierte Profis direkt erreichen und kostenlos vergleichen!
Jetzt lesen: So funktioniert energie-experten.org

Dachdämmung-Pflicht: EnEV-Regeln, U-Werte und Ausnahmen

Muss ich mein Dach dämmen? Welche Pflicht zur Dachdämmung gibt es?

Welche Pflichten zur Dachdämmung bestehen, regelt die Energieeinsparverordnung. Wir geben Ihnen hier einen Überblick, über Ihre Pflichten als Hausbesitzer, Ihr Hausdach zu dämmen oder die bestehende Dachdämmung entsprechend der EnEV-Anforderungen zu verbessern.

Kostenlose Angebote für eine Dachdämmung anfordern

Finden Sie jetzt Energie-Experten in Ihrer Nähe:
 

Allgemeine EnEV-Regelungen zur Wärmedämmung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine "Verordnung über energieeinsparenden Wärmeschutz und energieeinsparende Anlagentechnik bei Gebäuden" und ist ursprünglich im Jahr 2002 in Kraft getreten. Seitdem wurde die Verordnung mehrfach geändert, die jüngste Änderung erfuhr die Verordnung im November 2013, am 1. Mai 2014 trat diese Änderung in Kraft.

Die derzeit geltende EnEV 2014 setzt zwei EU-Richtlinien um:

1. Richtlinie 2010/31/EU: Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

2. Richtlinie 2012/27/EU: Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur Energieeffizienz, zur Änderung der Richtlinien 2009/125/EG und 2010/30/EU und zur Aufhebung der Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG Text von Bedeutung für den EWR

Die EnEV schreibt Bauherren verpflichtend bestimmte bautechnische Standardanforderungen vor, um den Betriebsenergiebedarf ihres Gebäudes (Bestand) beziehungsweise ihres Bauvorhabens (Neubau) effizient zu gestalten. Dabei kann es sich sowohl um Wohngebäude, Bürogebäude als auch Betriebsgebäude handeln.

Dadurch, dass die EnEV die zuvor geltende Heizungsanlagenverordnung und Wärmeschutzverordnung vereint, ist zum einen nicht mehr nur die nutzbare Energie bilanzrelevant, die einem Raum zur Verfügung gestellt wird, sondern die Endenergie, die an der Gebäudegrenze übergeben wird. Zum anderen schlägt sich der Energiebedarf damit primärenergetisch in der Energiebilanz des Gebäudes nieder und somit gleicht diese eher dessen Ökobilanz.

Nachrüstpflicht zur Dachdämmung ab 2016

Mit der geänderten EnEV, die seit Mai dieses Jahres gilt, wurden vor allem die Normen verschärft, die Neubauten betreffen – weniger die für Bestandsbauten. Ziel ist nach wie vor das sogenannte EU-Niedrigstenergiegebäude. Wobei anzumerken ist, dass die verschärften EnEV-Vorschriften erst ab 2016 gelten.

Nichtdestotrotz. gibt es nun aber auch eine Norm, die das Nachrüsten der gegebenenfalls bereits vorhandenen Dachdämmung verpflichtend regelt. Zuvor wurde die Verordnung nämlich so ausgelegt, dass ein Dach, das bereits gedämmt war, nicht mehr angefasst werden musste, um die Dämmung zu verbessern – ganz gleich, wie stark (dickere Dämmschicht) oder schwach (dünnere Dämmschicht) die Dämmwirkung der bestehenden Dämmschicht war. Mit der jüngsten Änderung der Verordnung ist das anders.

Jetzt gilt die Norm DIN 4108-2 als Standard. Demnach ergibt sich eine Pflicht zur Dachdämmung: Entweder sollte die oberste Geschossdecke oder ersatzweise das Dach selbst im Nachhinein gedämmt werden, wobei ein U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/qmK) erreicht werden sollte.

Grundsätzlich müssen bei ungedämmten oder ungenügend gedämmten Dächern ab 2016 das Dach selbst oder die darunterliegende Geschossdecke gedämmt werden, sofern keine Ausnahmeregelung greift. (Grafik: energie-experten.org)
Grundsätzlich müssen bei ungedämmten oder ungenügend gedämmten Dächern ab 2016 das Dach selbst oder die darunterliegende Geschossdecke gedämmt werden, sofern keine Ausnahmeregelung greift. (Grafik: energie-experten.org)

Fachbetriebe für Dachdämmungen vor Ort finden

Finden Sie jetzt Energie-Experten in Ihrer Nähe:
 

Verpflichtende U-Werte zur Dämmung des Daches

Für einzelne Bauteile eines Neubaus gibt die EnEV 2014 U-Werte mit einer bestimmten Bandbreite vor. Fest stehen die Kennzahlen für das oben bereits erwähnte Referenzgebäude sowie die maximalen Kennzahlen. Dabei gilt, dass ein Bauteil, um im Beispiel zu bleiben also das gedämmte Dach, einen "schlechteren" Wert aufweisen darf, als der Maximalwert vorgibt, es gleichwohl aber zumindest dem Kennwert entsprechen muss.

  • Für Außenwände, Decken und Dächer beträgt der maximale U-Wert 0,24 W/qmK
  • Für Decken und Wände, die an unbeheizte Räume oder Erdreich grenzen mit Ausnahme von Dachräumen, beträgt der maximale U-Wert 0,30 W/qmK

Die bisher geltenden Vorschriften für die Dachhaut von Schräg- und Flachdächern wurden insofern präzisiert, als dass man mit einer Sanierung der Dachhaut sowohl die Eindeckung als auch die darunter liegende Lattung meint. Für Flachdächer hat man zudem noch das Erneuern der Abdichtung der Dachhaut in den Vorschriftstext aufgenommen.

Ausnahmeregelungen von der Dachdämmungspflicht

Wichtig: Grundsätzlich gilt nach den Anforderungen im Bauteilverfahren, dass wenn mehr als zehn Prozent eines Bauteils verändert werden, die Einhaltung der geltenden EnEV Pflicht ist. Diesem Grundsatz unterliegen Dachbauteile, die man nach dem 31.12.1983 installiert hat, wobei die energiesparrechtlichen Vorgaben eingehalten wurden, nun nicht mehr. Das bedeutet für Bauherren, die mehr als zehn Prozent des Dachs erneuern, jetzt nicht mehr das gesamte Dach auf den Stand der aktuellen EnEV bringen müssen.

Diese Änderung ist nicht unumstritten. Kritiker sehen sie als Rückschritt, mit dem gerade bei der Dachsanierung von Gebäuden jüngerer Baujahre als 1984 gegebenes Potenzial zur Einsparung von Energie verschenkt werde.

Kritik an der Dämmungspflicht und Dämmstoffdicke

Da die Anforderungspflichten an die Wärmedämmung der Gebäudehülle mit der EnEV 2014 um 20 Prozent strenger als die der Energiesparverordnung aus dem Jahr 2009 sind, bedeutet ein Mindern des U-Wertes um das entsprechende Fünftel, dass die Dämmschicht verstärkt werden muss. Das entspricht ungefähr einer zusätzlichen Dämmstoffdicke von zwei bis fünf Zentimetern.

Experten fordern, dass aufgrund der Tatsache, dass der U-Wert eines Außenbauteils nicht linear zur Dämmdicke abnimmt, sondern stattdessen einer sogenannten exponentiellen Funktion folgt, die Dämmleistung bestehender Systeme besser gestaltet werden müsse – schließlich bringen immer dickere Dämmstoffschichten nicht den nötigen Effekt.

Kostenloser Preisvergleich von Fachbetrieben für Dachdämmungen

Finden Sie jetzt Energie-Experten in Ihrer Nähe:
 

"Pflicht zur Dachdämmung im Überblick" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.