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Einsatz von Dämmstreifen gegen Schall- und Kältebrücken

Was sind Dämmstreifen und wo werden sie eingesetzt? Was ist beim Einsatz von Dämmstreifen zu beachten? Aus welchen Materialien bestehen sie und welche Unterschiede gibt es?

Dämmstreifen können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen und werden in aller Regel als Ergänzung zu Dämmungssystemen eingesetzt, die an Bauteile des Hauses anschließen. Ziel ist es dabei, effektiv Kälte- und Schallbrücken zu vermeiden. Wir erklären hier das Prinzip von Dämmstreifen, zeigen auf, welche Materialien heute eingesetzt werden und wo Dämmstreifen zum Einsatz kommen.

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Überblick über gängige Arten von Dämmstreifen

Dämmstreifen können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Darunter Kunststoff wie Polyethylen (Polyethylenschaumstoff oder tierischen Naturfasern wie Wolle (Schafwolle) sowie pflanzlichen Naturfasern wie Hanf. In den eingangs erwähnten Ständerwerken aus Metall zum Beispiel kommen Dämmstreifen aus Glaswolle oder Mineralwolle zum Einsatz. Sie lösen („entkoppeln“) die Trockenbauwände aus der Schallübertragung.

Dämmstreifen sind heutzutage häufig in einer selbstklebenden Variante zu haben. Die bis zu etwa zwei Zentimeter starken Streifen schließen unerwünschte Schall- wie Wärmebrücken aus, wenn man sie fachgerecht zwischen Wänden und Decken beziehungsweise Böden montiert.

Bei Trockenbauwänden werden die praktisch zu verarbeitenden selbstklebenden Dämmstreifen einfach an der wandseitigen Profilseite aufgebracht.

Selbstklebende Polyethylenschaumstoffstreifen lassen sich beispielsweise auf Rohbetonböden, schwimmenden Estrichen oder Estrichen auf Trennlage, Holzdielen- und Spanplattenböden sowie alten Keramik- und Naturwerksteinböden befestigen. Sie dienen als Randdämmstreifen beim Einbau von Estrichen und helfen, eine unerwünschte Dreiflankenhaftung bei elastischen Randanschlussfugen zu verhindern. Unerwünschte Schallbrücken werden mit Dämmstreifen in „Platzhalter-Funktion“ verhindert, mit dem Effekt, dass der zum Verlegen beziehungsweise Ausgleich verwendete Mörtel nicht in die Randfuge eindringen kann.

Nichtbrennbarer Randdämmstreifen tempusROCK+ für Fußbodenheizungen. Der Randdämmstreifen ist aus Steinwolle mit einer Wärmeleitstufe von WLG 035. (Bild: herotec GmbH Flächenheizung, Ahlen)
Nichtbrennbarer Randdämmstreifen tempusROCK+ für Fußbodenheizungen. Der Randdämmstreifen ist aus Steinwolle mit einer Wärmeleitstufe von WLG 035. (Bild: herotec GmbH Flächenheizung, Ahlen)

Dämmstreifen aus Mineralwolle (Steinwolle, Glaswolle) bringen ihre Brandeigenschaften in das Bauprojekt ein: Sie brennen nicht. Wer also Brandschutzauflagen erfüllen muss, greift zu Mineralwolle-Dämmstreifen.

Manche Dämmstreifen sind mit angeschweißten Folien ausgestattet, die eine Art Folienlappen (Folienschürze nach DIN 18560) bildet, so dass keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Capatect IDS Hanf-Filz-Dämmstreifen (Foto: CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH)
Capatect IDS Hanf-Filz-Dämmstreifen (Foto: CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH)

Dämmstreifen zur Reduktion unerwünschter Schallbrücken

Es gibt viele „Baustellen“, an denen sogenannte unerwünschte Schallbrücken entstehen. Zum Beispiel dann, wenn ein starres Metallprofil zwei Trockenbauwände (sogenannte zweischalige Trockenbau-Konstruktion) verbindet, zwischen denen ein Hohlraum geschaffen wurde, um diesen mit Dämmstoff zu füllen. Eine solche Schallbrücke ist insofern von Nachteil, als dass sie Körperschall überträgt – und das in sehr starkem Maß. Ähnlich können Treppen, Decken oder Rohre zur Schallbrücke werden, wenn sie nicht entsprechend schallisoliert werden. Selbst Wandbohrungen sollte man schallisolieren, um zu verhindern, dass sich Schall ungehindert ausbreitet.

Daher ist es von besonderer Bedeutung, sämtliche Bauteile im Rohinnenausbau so voneinander zu trennen, dass sie einander nicht berühren. Dabei helfen häufig sogenannte Dämmstreifen. Andere handelsübliche Bezeichnungen für Dämmstreifen sind „Randdämmstreifen“, „Randstreifen“ beziehungsweise „Streifenware“. Solche Dämmstreifen gibt es entweder meterweise verpackt von der Rolle, häufig in verschiedenen Breiten und Stärken (zwischen einem und zwei Zentimetern). Oder als Meter-Streifen im Paket gebündelt. Auch die Meter-Streifen können unterschiedlich stark und breit sein.

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Ergänzung von Dämmsystemen um Dämmstreifen

Fakt ist also: Wer Dämmplatten zur Wärmedämmung/ Schalldämmung großflächig verlegt, muss sich gleichzeitig um die sogenannte Schallentkopplung zu angrenzenden Bauteilen wie Decken, Fußböden oder Trockenbauwänden kümmern. Andernfalls breitet sich Schall über die steifen Dämmelemente in die flankierende Außenwand und damit in andere Räume hin aus. Doch nicht nur das: Wegen des unterschiedlichen Dehnungs- und Setzungsverhalten der einzelnen Bauteile können Risse in der Dämmschicht entstehen. Diese verschlechtern die Wirkung der Dämmung oder machen sie vollkommen zunichte, wenn über die Risse beispielsweise Feuchtigkeit zwischen Dämmschicht und Wand, Boden oder Decke gelangt und dort Schaden anrichtet. Will man die Schallübertragung wie auch die Risse vermeiden, sollte man sein Innendämmsystem unbedingt um geeignete Dämmstreifen ergänzen.

Dämmstreifen als schalldämmende Ergänzung zu Dämmplatten

Dämmstreifen kommen unter die erste Reihe der Dämmplatten, direkt auf den Fußboden. Je nach Material kann der Dämmstreifen anfallende Feuchtigkeit aufnehmen, bewahren und bei Gelegenheit wieder an den Raum abgeben. Dank der ihnen eigenen Elastizität sind Dämmstreifen in der Lage, gegebenenfalls kleine Unebenheiten in der Konstruktion auszugleichen.

Einsatz von Dämmstreifen beim Verlegen einer Fußbodenheizung

Wer eine Fußbodenheizung verlegt, kommt nicht umhin, an den Umfassungswänden Dämmstreifen zu verlegen. Insbesondere an den Aussparungen für Türen, gegebenenfalls an Säulen oder Vorsprüngen sind die Dämmstreifen unerlässlich, da ohne sie weder die Dehnung des Estrichs aufgefangen werden würde, noch die Wärmedämmung lückenlos zu realisieren sei und auch die Schalldämmung nicht wirksam gelänge.

Daher ist das lückenlose Aufstellen des Randdämmstreifens an den aufsteigenden Bauteilen der erste Schritt beim Verlegen der Fußbodenheizung. Im Laufe der weiteren Arbeit dürfen kein Heizestrich, kein Putzmörtel und keine Fugenmasse in die Randfuge gelangen. Andernfalls könnten diese Wärme- und Schallbrücken bilden. Steht nach dem Verlegen des Fußbodens noch etwas vom Dämmstreifen über, darf er erst nach Beendigung der Verlegung entfernt werden. Wird eine mehrlagige Dämmschicht errichtet, kommt der Dämmstreifen vor dem Einbringen der obersten Dämmschicht zum Einsatz.

Der Fließestrich (hier: maxit plan 450) umfließt die Heizungsrohre der Fußbodenheizung und sorgt so für eine hohlraumfreie Rohrummantelung und Randabschluss zum Dämmstreifen. (Foto: maxit)
Der Fließestrich (hier: maxit plan 450) umfließt die Heizungsrohre der Fußbodenheizung und sorgt so für eine hohlraumfreie Rohrummantelung und Randabschluss zum Dämmstreifen. (Foto: maxit)

Mauerrandstreifen um Fenster- und Türöffnungen

Ein Mauerrandstreifen wird teilweise auch zu den Dämmstreifen gezählt. Mit ihm werden Mauerwerksöffnungen im zweischaligen Mauerwerk ringsum ausgekleidet. So werden Wärmebrücken an Fenster- und Türöffnungen wirkungsvoll vermieden oder ein idealer Abschluss von Bauwerksteilen im Giebelbereich hergestellt.

Mauerrandstreifen - häufig aus extrudiertem Polystyrol - nehmen kein Wasser auf und sind verrottungsfest. Durch eine waffelförmige, gefinierte Oberflächenstruktur können sie direkt verputzt werden. Mauerrandstreifen können mit dem Cutter, einer Stichsäge oder einem Fuchsschwanz zugeschnitten werden. Zur Befestigung werden sie gedübelt, genagelt oder geklebt.

Mauerrandstreifen sind spezielle Dämmstreifen, die zur Dämmung der Einfassungen von hauptsächlich Fenstern und Türen eingesetzt werden. (Foto: energie-experten.org)
Mauerrandstreifen sind spezielle Dämmstreifen, die zur Dämmung der Einfassungen von hauptsächlich Fenstern und Türen eingesetzt werden. (Foto: energie-experten.org)

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"Dämmstreifen gegen Schall- und Kältebrücken" wurde am 27.02.2020 das letzte Mal aktualisiert.