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Hartschaumplatten: Typen, Einsatz & Preise im Überblick

Was sind Hartschaumplatten? Welche Plattentypen gibt es? Wo kommen Platten aus Hartschaum zum Einsatz? Was kosten sie?

Hartschaumplatten bestehen aus geschäumten Kunststoffen, die eine feste Wabenstruktur bilden. Als Kunststoffe kommen Polystyrol, Polyurethan, Phenolharz oder auch Melamin zum Einsatz. Hartschaumplatten sind vergleichsweise leicht, fest und steif. Dank ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit und hohen Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eignen sie sich sehr gut als u.a. Dämmplatten im Außenbereich von Neu- und Altbauten.

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Die wichtigsten Hartschaum-Plattentypen nach ihren Einsatzstoffen

Hartschaum ist ein organisch-synthetisches Material, das sich wegen seiner schlechten Wärmeleitfähigkeit sehr gut als Dämmstoff eignet. In der Praxis formt man Hartschaum häufig zu Platten, um diese als Hartschaumdämmplatten einzusetzen.

Dazu werden unterschiedliche Rohstoffe eingesetzt, denn jeder Rohstoff verleiht der Hartschaumplatte seine materialspezifischen Eigenschaften. Drei Hartschaum-Arten kommen dabei vornehmlich zum Einsatz:

Polystyrol

Polystyrol-Hartschaum (auch als Styropor bekannt) hat sich bei der Wärmedämmung von Gebäuden bestens bewährt. Weil PS-Hartschaumplatten nur einen geringen Anteil an Feuchtigkeit aufnehmen, sind sie selbst zum Dämmen des erdberührenden Gebäudesockels, sprich: als Perimeterdämmung, sowie zur Dämmung eines sogenannten Umkehrdachs geeignet.

Zu den bekannten Handelsnamen bei PS-Hartschaumplatten gehören: Austrotherm (Österreich), Hungarocell (Ungarn), Floormate, Jackodur, Lustron, Roofmate, Styropor, Styrodur, Styrofoam (USA), Sagex (Schweiz) und Telgopor (spanischsprachige Länder). Grundsätzlich unterscheidet man Platten aus expandiertem (EPS) und aus extrudiertem Polystyrolhartschaum (XPS).

Hartschaum-Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS). (Foto: energie-experten.org)
Hartschaum-Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS). (Foto: energie-experten.org)
Ausführungen unterschiedlicher XPS-Plattenprodukte von Ursa (Foto: URSA Deutschland GmbH)
Ausführungen unterschiedlicher XPS-Plattenprodukte von Ursa (Foto: URSA Deutschland GmbH)

Polyurethan

Polyurethan-Schaumstoffe gibt es in weicher und fester Ausführung. Außerdem gibt es PU/R-Schaum auch als sogenannten Ortschaum, auch Montageschaum oder Expansionsschaum genannt, der erst vor Ort in Fugen & Co. ausschäumt und aushärtet.

PUR-Hartschaum kann mit unterschiedlichen Dichten hergestellt werden. Außerdem versieht man PU/R-Hartschaumplatten teilweise mit Füllstoffen, darunter Glasmikroballons und pulverisiertes Aluminiumpulver.

Die Hartschaumplatten aus PU/R dienen vor allem zur Wärmedämmung, beispielsweise in Gebäuden, Kühlgeräten, Wärme- und Kältespeichern sowie in Rohrsystemen aus Kunststoffmantelverbundrohren oder flexiblen Verbundrohre. Die Schaumplatten werden dazu meist spanend bearbeitet.

PIR-Dämmstoff fällt auch unter die Oberbezeichnung „PU“, besitzt jedoch einen höheren Anteil an Diphenylmethandiisocyanat (kurz: MDI). Und als Reaktionspartner kommt bei PIR Polyesterpolyol zum Einsatz und nicht wie bei PUR Polyetherpolyol. Im Ergebnis sind Hartschaumplatten aus PIR damit sowohl chemisch als auch thermisch stabiler als PUR.

PIR-Dämmplatten Integra AP PIR mit Nut und-Feder, diffusionsoffener Unterdeckbahn mit rutschhemmender Oberfläche und integrierten Klebestreifen. (Foto: SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG)
PIR-Dämmplatten Integra AP PIR mit Nut und-Feder, diffusionsoffener Unterdeckbahn mit rutschhemmender Oberfläche und integrierten Klebestreifen. (Foto: SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG)

Phenolharz

Phenolharz (häufig auch als Resol-Hartschaum bezeichnet) ist ein spröd-harter Schaumkunststoff mit sehr günstigen Wärmedämmeigenschaften. Die beiden wichtigen Ausgangsstoffe für Phenolharzplatten sind Phenol (aktuelle Bezeichnung nach IUPAC: Benzenol, veraltete Bezeichnung: Karbolsäure oder kurz arbol) und Formaldehyd (nach IUPAC: Methanal). Als Treibmittel dient Pentan.

Der Lambda-Wert von Hartschaumplatten aus Phenolharz beträgt häufig etwa 0,022 bis 0,025 Watt pro Meter und Kelvin. Die Dämmwirkung ist damit als sehr gut einzuschätzen. Der Grund für die gute Dämmwirkung liegt in der hohen Geschlossenzelligkeit des Materials von größer/ gleich 90 Prozent. Schon eine vergleichsweise dünne Schicht Phenolharzplatten liefert die in der geltenden EnEV vorgeschriebene Dämmwirkung. Das ist ein wichtiger Vorteil der Dämmplatten aus Phenolharz-Hartschaum.

Die Phenolharz Dämmplatte 022 von ALLIGATOR ist aus FCKW-/ HFCKW-freiem Phenol /Resol-Hartschaum, beidseitig mit Glasvlies kaschiert und ideal für den Loggia- und Laibungsbereich, Dachgauben oder Durchfahrten. (Foto: ALLIGATOR FARBWERKE GmbH)
Die Phenolharz Dämmplatte 022 von ALLIGATOR ist aus FCKW-/ HFCKW-freiem Phenol /Resol-Hartschaum, beidseitig mit Glasvlies kaschiert und ideal für den Loggia- und Laibungsbereich, Dachgauben oder Durchfahrten. (Foto: ALLIGATOR FARBWERKE GmbH)

Melaminharz

Melaminharze sind Kunstharze (Kondensationsharze), die auf den Verbindungen Melamin und Formaldehyd basieren und zu den Aminoplasten zählen. Melaminharzschaum wird aus duroplastischem Aminoplast zu einem Schaum mit einer räumlichen Netzstruktur i.d.R. ohne Flammschutzmittel hergestellt.

Melaminharzschaum ist ein offenzelliger, sehr leichter Dämmstoff. Er besitzt eine hohe Schallabsorption und ist relativ temperaturbeständig. Aufgrund der feinzelligen Struktur besitzt Melaminharzschaum bei Normaltemperatur eine relativ geringe Wärmeleitfähigkeit. Der Dämmstoff ist jedoch nicht dauerhaft resistent gegen Säuren, Basen und Wasser. Hartschaumplatten aus Melaminharz werden daher eher in speziellen Anwendungen als Schalldämmung, Akustik-Platten, Warmwasser-/Solarspeicherdämmung sowie im Fahrzeugbau und Luft- und Raumfahrt eingesetzt.

Tabelle 1: Vergleich von organisch-synthetischen Hartschaum-Dämmstoffen
Hartschaum Rohdichte WLS (W/mK) μ -Wert Primärenergieinhalt (kWh/m3) Baustoffklasse
Polystyrolschaum expandiert 15 - 60 032 - 040 20 - 100 870 B1, B2
Polystyrolschaum extrudiert 20 - 60 030 – 040 80 - 300 870 B1, B2
Polyurethan-Hartschaum 30 - 100 023 - 030 30 - 100 780 - 830 B1, B2
Polyurethan-Ortschaum 40 - 60 027 - 030 110 - 600 1140 - 1330 B2
Phenolharzschaum 35 - 40 022 - 030 10 - 60 k. A. B1, B2
Melaminschaum 8 - 11 035 1 - 2 k. A. B1

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Anwendungsbereiche von Hartschaumplatten

Die Anwendung bzw. Einsatz von Hartschaumplatten wird durch seine Materialeigenschaften definiert. Die Schaumplatten besitzen i.d.R. eine Art Wabenstruktur, sind unverrottbar, wenig elastisch und feuchtebeständig. Die Wasseraufnahme beträgt weniger als 5%.

Aus diesen Gründen werden organisch-synthetische Schaumplatten häufig dort an und im Gebäude als Wärmedämmung eingesetzt, wo diese direkt Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Dies sind 

Auch an typischen Wärmebrücken wie etwa einem unzureichend gedämmten Fenstersturz oder auskragenden Balkonplatten werden Platten aus Hartschaum oft nachträglich zur Minderung des Wärmeverlustes eingesetzt.

Tabelle 2: Anwendungsbereiche von Hartschaumplatten
Einsatzbereiche Anwendungsbereiche
Dach Flachdachdämmung
Fassade WDVS, Sockeldämmung
Decken Wärmedämmung, Trittschalldämmung
Keller Perimeterdämmung
Wände Kerndämmung
Wärmebrücken Fenstersturz, auskragende Balkonplatten

Hartschaumplatten sind feuchtigkeitsresistent, aber nicht diffusionsoffen. Sie können daher nicht "atmen" (Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben) und daher keinen Feuchtigkeitsaustausch gewährleisten. Daher sind Platten aus Hartschaum häufig nicht als Innendämmung geeignet.

Zudem sind sie formstabil. Das heißt, dass sie sich nicht wie z. B. Mineralwolle verformen lassen. Dies ist insbesondere an Bauteilen von Nachteil, die selbst von einer gewissen saisonalen Verformung wie z.B. die Sparren des Daches betroffen sind. Der Einsatz als Zwischensparrendämmung ist daher nicht empfohlen, da Fugen entstehen, die die Dämmwirkung beeinträchtigen oder zu Nichte machen können.

Hartschaum-Dämmplatten sind zudem i.d.R. nicht UV-beständig, die Oberfläche kann bei extremer oder andauernder Sonneneinstrahlung mit der Zeit vergilben und spröde werden. Entstehen dabei Fugen und Risse, wird die Dämmwirkung beeinträchtigt. Daher ist der Einsatz von harten Schaumplatten dort ungeeignet, wo diese direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Preise & Kosten von Hartschaumplatten im Überblick

Die Grundpreise von Hartschaumplatten variieren je nach eingesetztem Hartschaumtyp und seinen damit verbundenen bauphysikalischen Eigenschaften. Weitere Preisfaktoren sind ihre Oberflächengestaltung, Kantenausbildung und spezielle Kombinationen von Hartschaumdämmstoffen.

Ist die Hartschaumplatte ausgewählt, so ist letztlich die Dicke der Platte für den Preis maßgebend. Selbstverständlich gilt hier: Dickere Platten kosten mehr als dünnere Platten. Das heißt, dass Hartschaumplatten (bei gleicher Wärmeleitfähigkeit) mit zunehmender Wärmedämmung im Preis und Kosten deutlich ansteigen.

Tabelle 3: Beispiel-Preise für Hartschaumplatten aus XPS
XPS-Platte Dicke Wärmeleitfähigkeit Preis pro m2
mit gerader Kante 30 mm 0,033 W/(mK) 9,00 €
mit gerader Kante 40 mm 0,033 W/(mK) 12,00 €
mit gerader Kante 50 mm 0,033 W/(mK) 14,50 €
mit gerader Kante 60 mm 0,033 W/(mK) 17,50 €
mit gerader Kante 80 mm 0,035 W/(mK) 23,50 €
mit gerader Kante 100 mm 0,036 W/(mK) 30,00 €
mit Stufenfalz 40 mm 0,027 W/(mK) 18,50 €
mit Stufenfalz 50 mm 0,027 W/(mK) 23,00 €
mit Stufenfalz 60 mm 0,027 W/(mK) 27,50 €
mit Stufenfalz 80 mm 0,032 W/(mK) 30,00 €
mit Stufenfalz 100 mm 0,029 W/(mK) 46,00 €
mit Stufenfalz 100 mm 0,032 W/(mK) 37,50 €
mit Stufenfalz 120 mm 0,032 W/(mK) 48,00 €
mit Stufenfalz 140 mm 0,032 W/(mK) 56,00 €
mit Stufenfalz 160 mm 0,032 W/(mK) 64,00 €
mit Stufenfalz 180 mm 0,032 W/(mK) 76,50 €
mit Stufenfalz 200 mm 0,032 W/(mK) 85,00 €

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"Hartschaumplatten: Typen, Einsatz & Preise" wurde am 07.09.2017 das letzte Mal aktualisiert.