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Heraklithplatten: Herstellung, Einsatz und Entsorgung

Was sind Heraklithplatten? Wie werden sie gefertigt? Für welche Dämmprojekte eignen sich diese Holzwolle-Leichtplatten und was kosten sie? Was ist beim Dämmen und bei der Entsorgung von Heraklithplatten zu beachten?

Heraklithplatten sind sogenannte Holzwolle-Leichtplatten, kurz HWL, die sich mit dem Namen ihres ursprünglichen Herstellers, der österreichischen Firma Heraklith, ihren Handelsnamen gemacht haben – unter dem sie auch noch nach 2006 zu haben sind, als die deutsche Firma Knauf Gips das österreichische Unternehmen mit Hauptsitz in Fürnitz in Kärnten übernahm. Heute firmiert man unter Knauf Insulation GmbH. Gut zu wissen: Fast drei Viertel (rund 70 Prozent) der hierzulande verwendeten Holzwolle-Leichtplatten tragen den Namen Heraklith.

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Arten und Herstellung von Heraklith-Dämmplatten

In der Nahansicht erkennt man gut die Holzwollefasern einer Heraklithplatte. (Foto: energie-experten.org)
In der Nahansicht erkennt man gut die Holzwollefasern einer Heraklithplatte. (Foto: energie-experten.org)

Heraklith-Platten bestehen hauptsächlich aus dem Dämmstoff Holzwolle, dem man mineralische Bindemittel, insbesondere Zement oder sogenanntes Magnesit zugibt. Die Platten kommen als Dämmplatten zum Einsatz – an Gebäuden ebenso wie in industriellen Bereichen. Sie können als Putzgrund genutzt werden und als Deckenplatte, um Schall zu dämpfen. Dickere Heraklithplatten werden mit Nut und Feder geliefert, dünnere Platten haben eine sogenannte Stufenfalz. Wegen ihres Aussehens werden die Heraklith-Platten im Volksmund übrigens auch Sauerkraut-Platten genannt.

Um die Dämmwirkung zu steigern, kann man auch auf Heraklith-Mehrschichtplatten setzen, die einen andersartigen Dämmkern besitzen. Er kann beispielsweise aus Polystyrol (Styropor), Polyurethan (PUR) oder aus Steinwolle bestehen. Je nach Dämmkern werden die Platten auch unterschiedlich bezeichnet, gleichwohl man im allgemeinen Sprachgebrauch alle drei Varianten unter Herakltihplatten versteht:

  • Tektalan® = Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Steinwollekern,
  • Heratekta® = Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Polystyrolkern,
  • Heraklith BM = Holzwolle-Platten

Heraklithplatten werden aus dem Rohstoff Holz gefertigt. Zumeist aus besonders langfaserigem, gehobeltem Fichten- oder Kiefernholz – der sogenannten Holzwolle. Zur Versteifung fügt man der Holzwolle bei der Herstellung Zement oder Magnesit hinzu – was auch das Brandverhalten der Platten bestimmt: Sie gelten als schwer entflammbar. Man kann die Platten auch dahingehend aufrüsten, dass sie gegen Verrottung und Schädlingsbefall geschützt bleiben. Die Imprägnierung nimmt man Großteils mit Bittersalz vor.

So garantiert der Hersteller druck- und biegefeste Dämmplatten mit robuster, sichtfertiger Oberfläche, die von Natur aus langlebig sein sollen. Bereits im Werk lassen sich die Heraklithplatten in vielen Farben einfärben, was die Gestaltungsmöglichkeiten vielseitiger macht.

Einsatz und Anwendungsfälle von Heraklithplatten

Dämmung von Kellerdecken

Heraklithplatten werden aufgrund ihrer wärme- als auch schalltechnischen Dämmeigenschaften häufig zur Kellerdeckendämmung eingesetzt. Wegen ihrer leichten Verarbeitung sind sie schon mit geringem Aufwand an die Kellerdecke montiert, wo sie zur verbesserten Energiebilanz darüber liegender Wohnräume beitragen. Laut Hersteller eignen sich z. B. die Heratekta-Dämmplatte besonders gut fürs Dämmen häufig genutzter Kellerräume. Ihr U-Wert liegt bei 0,035 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Er beruht auf den wärmeleitenden Eigenschaften der magnesitgebundenen Holzwolle-Mehrschichtplatte, die mit einem Dämmkern aus Polystyrol daherkommt. Ihre sichtseitige Oberfläche ist wie geliefert fertig montierbar, robust, schlag- und stoßfest. Befestigen lassen sich die Herateka-Heraklithplatten mittels Dübeln (gegebenenfalls Dübeltellern) oder Betonschrauben direkt an der beispielsweise Stahlbetondecke des Kellers.

Dämmung von Garagendecken

Einsatz von Heraklithplatten Tektalan TK von Knauf Insulation in der Tiefgarage der Schrannenhalle in München. (Foto: Knauf Insulation, Simbach am Inn)
Einsatz von Heraklithplatten Tektalan TK von Knauf Insulation in der Tiefgarage der Schrannenhalle in München. (Foto: Knauf Insulation, Simbach am Inn)

Aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften hinsichtlich

  • Wärmedämmung,
  • Brandschutz,
  • Schalldämmung
  • und Optik

werden Heraklithplatten auch häufig zur Dämmung von Garagen, Tiefgaragen und überbauten Parkdecks genutzt. Man dämmt mit ihnen die Parkdeck- beziehungsweise Tiefgaragendecke und schützt darüber liegende beheizte Wohn- und Gewerberäume effektiv vor Kälte und Schall. Insbesondere bei Tiefgaragen kommt der den Platten dank Spezialbehandlung inhärente Brandschutz zum Tragen. Je geringer die Deckenhöhe der Garagen und Keller, desto eher ist aber auch die Schallwirkung der Platten gefragt.

Gut zu wissen: Bei Garagen unterscheidet man hierzulande nach Großgaragen (Fläche größer gleich 1.000 Quadratmeter) und Mittelgaragen (Fläche kleiner gleich 1.000 Quadratmeter). Da das Baurecht der Hoheit der Länder unterliegt, gibt es in Deutschland je nach Bundesland unterschiedliche Bauvorschriften und entsprechend unterschiedliche Dämmvorschriften für große und mittlere Garagen. Da sich Heraklithplatten hieran flexibel anpassen lassen, kommen Sie u.a. in diesen Fällen vermehrt zum Einsatz.

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Verlegung von Heraklithplatten

Zum Verlegen der Heraklithplatten wird geraten, in einer Raumecke zu beginnen. Dabei solle man die überstehende Feder der mit Feder und Nut gelieferten Platten am Wandanschluss zuschneiden. Wichtig sei es, so empfehlen es die Dämmplatten-Hersteller, dass die Platten sauber an den Wandanschluss angepasst würden. Die Löcher für die Dübel sollten in der Plattenmitte vorgebohrt werden. Die Dübel sind mit einem Hammer in das Dübelloch einzuschlagen. Verlegt wird die Heraklithplatte im sogenannten Plattenverband.

Aus baubiologischer Sicht ist beim Verlegen allenfalls der Zementgehalt bedenklich, weil zementhaltiger Staub auch Schwermetalle enthalten kann und somit theoretisch gesundheitsschädlich sein könnte. Aber solange die Heraklitplattten verbaut sind und kein Abrieb möglich ist, sind sie völlig harmlos. Wer solche Dämmplatten benutzen möchte und trotzdem baubiologisch auf der sicheren Seite sein will, der kann statt der zementhaltigen Produkte magnesitgebundene Heraklithplatten benutzen.

Preise für neue und gebrauchte Heraklithplatten

Heraklithplatten kann man häufig im typischen Format 50 x 200 x 2,5 cm oder 125 x 60 x 2,5 cm kaufen. Die Dämmplatten-Preise bewegen sich dabei um 10 bis 15 Euro pro Platte. Häufig kann man Heraklithplatten auch gebraucht in den einschlägigen Kleinanzeigen-Portalen kaufen. Die Preise variieren hier stark je nachdem, ob die Herakltiplatten beim Kauf direkt abgeholt werden oder, ob sie verschickt werden. Die Preise werden dabei häufig in Quadratmetern oder auch pro Stück angeboten. Der Quadratmeterpreis liegt teilweise bei 2 bis 5 Euro. Letztendlich ist auch eine Heraklithplatte im gebrauchten Zustand in der Regel noch voll und unbedenklich einsätzfähig.

Richtiges Entsorgen von Heraklithplatten

Heraklithplatten mit Polystyrol oder Polyurethan wurden bislang in Müllheizkraftwerken wie hier in Darmstadt verbrannt. (Foto: energie-experten.org)
Heraklithplatten mit Polystyrol oder Polyurethan wurden bislang in Müllheizkraftwerken wie hier in Darmstadt verbrannt. (Foto: energie-experten.org)

Das Entsorgen von Heraklithplatten ist insofern problematisch, als dass der Abfall zum großen Teil mit Bauschutt und Bauabfall vermischt ist, wie er bei Abbruch- und Umbauarbeiten üblicherweise anfällt. Bei Neubauten fallen Abschnitte und Bruchstücke an. Bei einer thermischen Entsorgung (Verbrennung) muss man bedenken, dass die eigentlich schwer entflammbaren Heraklithplatten lange im Feuer bleiben müssen, bis sie verbrennen.

In der Praxis ist es deshalb so, dass entsprechende Biomasse-Heizkraftwerke die reinen Holzwolle-Leichtbauplatten eher ungerne annehmen und verbrennen. Mehrschichtplatten mit Hartschaumkern aus Polystyrol oder Polyurethan dagegen haben einen recht hohen Brennwert – und wurden bisher entsprechend gerne in Müllheizkraftwerken verbrannt. Heraklith-Verbundplatten, die einen dämmenden Kern aus Mineralwolle enthalten, hat man bislang deponiert.

Demnach lassen sich drei Möglichkeiten des Entsorgens von Heraklithplatten ausmachen:

  • mechanische Vorbehandlung
  • thermische Verwertung
  • stoffliche Verwertung nach Vorbehandlung als Zuschlagstoff zum Porosierungsmittel bei der Ziegelherstellung

Asbest und Gesundheitsschädlichkeit von Heraklith

Heraklithplatten von Knauf Insulation sind PEFC zertifiziert, das zeigt, dass diese Heraklithplatten aus Holz aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gefertigt wurden. (Foto: Knauf Insulation GmbH)
Heraklithplatten von Knauf Insulation sind PEFC zertifiziert, das zeigt, dass diese Heraklithplatten aus Holz aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung gefertigt wurden. (Foto: Knauf Insulation GmbH)

Häufig wird auch bei der Entsorgung vermutet, dass Heraklithplatten mit Asbest belastet und somit gesundheitsschädlich sein könnten und daher gesondert entsorgt werden müssten. Dies ist allerdings nicht der Fall, denn Asbest ist nicht in Heraklithplatten enthalten. Heraklithplatten gibt es seit vielen Jahrzehnten und sie enthielten nie Asbest und waren daher auch nie gesundheitsschädlich.

Heutzutage achten Hersteller von Heraklithplatten zudem darauf, dass auch der Rohstoff Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kommt. Dies sind in aller Regel Hölzer aus regionalen Wäldern mit schnell nachwachsendem Holz. Zudem werden häufig nur umweltverträgliche Werkstoffe wie Wasser, Holz, Magnesit oder Zement hinzugesetzt. Wer baut der Auswahl von Heraklthplatten auf das PEFC-Siegel setzt, der kann die Platte ruhigen Gewissens verbauen.

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Weitere Informationen über Dämmplatten nach Rohstoffeinsatz

"Dämmen und Entsorgen von Heraklithplatten" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.