Letzte Aktualisierung: 23.09.2016

Experten-Ratgeber: Laibungsplatten für innen und außen

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Was ist eine Laibungsplatte? Kann man zur Dämmung der Laibung auch herkömmliche Dämmplatten verwenden? Wie unterscheiden sich spezielle Laibungsdämmplatten?

Die Öffnungen von Fenstern und Türen im Mauerwerk stellen beim energetischen Abdichten der Gebäudehülle eine anspruchsvolle Herausforderung dar, die nur mit Erfahrung, Kompetenz und dem passenden Dämmmaterial zu meistern ist. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel sogenannte Laibungsplatten vor. Das sind spezielle Dämmplatten zur Dämmung der Laibung (auch Leibung genannt) – also der senkrechten Schnittfläche eines Mauerwerks, die bei Fenster- und Türöffnungen der Öffnung selbst zugewandt ist. Sie erfahren dabei Wissenswertes zum Einsatz von Laibungsdämmplatten gemäß ihrer spezifischen Eigenschaften sowie gemäß den Anforderungen an die Laibung. Letztere sind insofern unterschiedlich, als dass die Laibung teils zur Innen- und teils zur Außendämmung gehört.

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Anforderungen an den Einsatz von Laibungsplatten

Laibungsplatten (seltener auch Laibungselemente genannt) sind spezielle Dämmplatten, die ihrer Aufgabe dank besonderer Form und besonderen Materials optimal gerecht werden. Entsprechend ihres Anwendungsbereiches wird die Fensterlaibung mit unterschiedlichen

  • für den Innenbereich und
  • speziell für den Außenbereich

entwickelten Dämmplatten gedämmt.

Der Teil der Laibung der dem Innenraum zugerechnet wird, weil er vor dem Fenster beziehungsweise vor der Tür liegt, muss gemäß den handwerklichen Regeln für Innenräume gedämmt werden. Der Laibungsteil, der sich außen vor befindet, ist hingegen Teil der Wind und Wetter zugewandten Fassade und somit Teil der Außendämmung des Mauerwerks.

Zusätzliche Anforderungen ergeben sich durch den Einsatz im Neu- oder Altbau. Während die Laibungsdämmung im Neubau von vornherein optimal geplant auf alle anderen Bauteile und deren Dämmung abgestimmt werden kann, so steigen die Anforderungen bei Bestandsgebäuden: Wer im Zuge einer energetischen Sanierung die Fassade dämmt – von innen und / oder außen – mag auf dem Mauerwerk zwar „noch genug Luft“ zum Aufbringen von Dämmmaterial haben, auch wenn das im Innenbereich auf Kosten des Raumvolumens geht. Bei der Maueröffnung samt Fenstern und Türen allerdings wird es schnell eng mit der Luft, da diese sich nicht unbegrenzt mit Dämmstoff verkleinern lässt, ohne die Funktionalität der Fenster und Türen zu beeinträchtigen.

Das heißt zum Beispiel, die Laibungsplatten müssen bei gleicher Dämmwirkung wie die anderen im Dämmprojekt verwendeten Dämmstoffe möglichst so beschaffen sein, dass sie wenig Raum der Maueröffnung beanspruchen. Sie müssen also möglichst dünn ausfallen.

Laibungsdämmplatten für den Innenraum

Eine Innendämmungist als Ergänzung der Außendämmung oder als Alternative zu dieser machbar. Doch Innendämmung ist nicht gleich Innendämmung. Es gibt unzählige Dämmplatten aus unterschiedlichen Materialien, deren spezifische Dämmeigenschaften sie in die Innendämmung einbringen. Die Vielfalt macht bei herkömmlichen Dämmplatten nicht halt, sondern betrifft auch das Angebot an Laibungsplatten.

Sie können sich also die passenden Laibungsplatten für Ihr Dämmprojekt holen, um die Dämmung der Laibung an die Flächendämmung der Innenseite der Außenwände systematisch anzugleichen.

Aufgaben von Innenlaibungsplatten

Im Innenbereich muss eine Dämmschicht aus Dämmplatten und Laibungsplatten bestimmten Kriterien genügen: Unter anderem muss eine Dämmung

  • die Wärme gut dämmen (Stichwort: niedriger U-Wert),
  • diffusionsoffen sein, um anteilig dazu beitragen zu können, die Luftfeuchte im Raum zu regulieren - ohne das Risiko von Schimmelbildung zu erhöhen,
  • sich gut verlegen lassen (Stichwort: Schneidbarkeit),
  • druckstabil sein
  • und eine optimale Grundlage für die Gestaltung der Innenraumwände mit Farbe, Tapete oder Putz bilden.

Typen von Innenlaibungsplatten

Es gibt einfache Laibungsplatten aus nur einem Dämmstoff und Systemplatten aus zwei und mehr Schichten, von denen mindestens eine dämmt, weil sie aus Dämmmaterial besteht. Als Dämmmaterialien kommen die üblichen Dämmstoffe in Frage, die schon bei vergleichsweise geringen Stärken eine recht hohe Dämmwirkung mitbringen, zum Beispiel 

Die anderen fest mit der Dämmschicht verbundenen Schichten erfüllen extra Aufgaben: Sie stabilisieren beispielsweise oder bilden, etwa dank einer integrierten Armierungsschicht aus besandetem Glasfaservlies den perfekten Beschichtungsuntergrund zur Aufnahme von Materialien zur Gestaltung der Innenwände (Farbe, Tapete oder Putz). Dank der optimal aufeinander abgestimmten funktionalen Schichten der Systemplatten fallen die damit gestalteten Laibungsdämmungen häufig dünner (schlanker) aus als wenn Sie einfache Laibungsplatten verwenden und diese anschließend gestalten.

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Dämmplatten für die Außenlaibung der Fassade

Die Außen- oder Fassadendämmung mit Dämmplatten muss vielen Aufgaben gerecht werden, die wir bereits oben als Aufgaben der Innendämmung genannt haben. Allerdings kommen weitere hinzu, die dem direkten Kontakt der Fassade mit Sonne, Wind und Wetter geschuldet sind. So muss die Außendämmung mit Frost, Schnee und Regen, insbesondere Schlagregen, klarkommen. Sie muss also feuchtigkeitsbeständig sein und zugleich darf sie keine Feuchtigkeit ins Gemäuer durchdringen lassen.

Als Teil der Fassadendämmung ist eine Laibung mit ihren Bauteilanschlüssen ein Bereich, der ein großes Risiko für Undichten birgt. Umso wichtiger ist die Auswahl der passenden Laibungsplatten und deren fachgerechte Montage (siehe unten). Kommt als Fassadendämmung ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem (kurz: WDVS) zum Einsatz, sollten Sie unbedingt nach entsprechend systemkompatiblen Laibungsplatten fragen, denn viele Anbieter haben die optimal zur WDVS-Dämmung passenden Dämmplatten für die Leibung im Angebot.

Tabelle 1: Übersicht über gängige Laibungsplatten, deren Anwendungsbereiche und Rohstoffbasis
Laibungsplatte Hersteller Anwendung Rohstoff
ERFURT-KlimaTec LP 1000+ ERFURT & SOHN Innendämmung kaschiertes Blähglas-Granulat
Fixrock 033 LB Rockwool Außendämmung Steinwolle
HASIT HD-EPL EPS Laibungsplatten Hasit Außendämmung expandiertes Polystyrol (EPS)
Implio Gutex Außen- und Innendämmung Holzweichfasern
MW-Laibungsplatte 035 Keimfarben Außendämmung beschichtete Mineralwolle
TecTem Knauf Innendämmung expandierte Perlite
WDVS Laibungsplatte EPS 3858 Brillux Außendämmung expandiertes Polystyrol (EPS)
WLG 035 LOBATHERM quick-mix Außendämmung Steinwolle

Außenlaibungsplatten montieren – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Viele Laibungsplatten werden im Rahmen einer energetischen Sanierung im Nachhinein montiert. Die Montage kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen, wobei es kaum einen Unterscheid macht, ob die Laibungsplatten innen oder außen angebracht werden. Dabei unterscheidet man eine Befestigung 

  • mit speziellem Mörtel wie z. B. Klebemörtel,
  • mit speziellen Klebern,
  • mit Hilfe von Laibungsplattenprofilen bzw. Anschlussprofilen oder
  • mit einer Kombination der vorgenannten Befestigungsarten.

Im Folgenden erklären wir Ihnen die Montage der Laibungsplatten mit Hilfe von Laibungsplattenprofilen im Außenbereich Schritt für Schritt.

1. Untergrund (Laibung) glätten und säubern

Alte Wandbeläge, nicht (mehr) haftende oder dampfdichte (diffusionsdichte) Beschichtungen und Verunreinigungen müssen komplett entfernt werden. Stellen Sie sicher, dass die „nackte“ Laibung der Montage der Laibungsplatten glatt ist. Risse, Unebenheiten, Abplatzungen und Vorsprünge müssen Sie schließen, ausgleichen und entfernen. Viele Anbieter von Dämm- und Laibungsplatten haben das passende Material dafür im Angebot. Nach den Vorarbeiten muss die Laibung gesäubert werden.

2. Schimmel ausschließen

Schließen Sie vor der Montage der Laibungsplatten aus, dass das Mauerwerk dort feucht oder infolgedessen gar schon von Schimmel befallen ist. Ist eine Schimmelsanierung nötig, holen Sie sich Fachleute dazu! Sie können außerdem den Anbieter der Laibungs-/Dämmplatten nach speziellen Schimmelsanierungsplatten nebst entsprechenden Materialien zur Vorbehandlung des Untergrundes fragen.

3. Untergrund vorbehandeln

Manch Untergrund ist nicht für den direkten Auftrag von Laibungsplatten geeignet. Stark saugende, kreidende und sandende Untergründe sollten Sie deshalb mit lösungsmittelfreien Grundierungen grundieren. Lassen Sie sich auch hier am besten vom Anbieter / Hersteller Ihrer Dämm- und laibungsplatten ein passendes Produkt empfehlen.

4. Schallbrücken verhindern

Um unerwünschte Schallübertragungen auszuschließen, sollten Sie mögliche Schallbrücken von vornherein verhindern. Das geht beispielsweise mit einem sogenannten Entkopplungsband, das Sie nach Anweisung des Herstellers anbringen.

5. Laibungsplattenprofile anbringen

Als Nächstes folgt die Anbringung der Laibungsplattenprofile – ebenfalls entsprechend der Montageanleitung des Herstellers. Häufig werden die Profile direkt am Fensterrahmen (Blendrahmen) befestigt (geklebt), so dass eine fugenfreie Montage gewährleistet wird.

6. Dichtungsbänder einsetzen

Gegebenenfalls müssen Sie als Nächstes ein Dichtband auf die sogenannten Bordprofile kleben.

7. Laibungsplatten einpassen und ggf. passgenau zuschneiden

Beim Einpassen und Zuschneiden der Laibungsplatten kommt es auf jeden Millimeter an. Gegebenenfalls können Sie auch die Neigung einer eingebauten Fensterbank berücksichtigen, wenn Sie die Laibungsplatte zuschneiden.

8. Laibungsplatten einsetzen

Tragen Sie den Kleber wie vom Hersteller empfohlen auf die obere Klebekante der Laibung auf und setzen Sie die Laibungsplatte dann ein.

9. Fugen schließen

Verschließen Sie sämtliche Fugen der Laibungsplatte, insbesondere die zwischen Wand und Blendrahmen mit Hilfe des vom Hersteller empfohlenen Fugenfüllmaterials.

Tipps zum Kauf von Laibungsplatten

  • Es ist üblich, Laibungsplatten für den Innenraum nicht nur im Bereich der Fensterlaibung zu montieren, sondern häufig auch an der Wandflächehinter Heizkörpern oder gar an den Zimmerdecken. Bei Bedarf lohnt es sich, direkt mehr zu bestellen.
  • Laibungsplatten werden auch unter anderen Bezeichnungen gehandelt. Zum Beispiel können sie Laibungsplatten für den Innenraum auch als Innenraum-Dämmplatten, Innendämmplatten oder als Klimaplatten kaufen. Man findet sie auch als Anti-Schimmel- sowie Schimmelsanierungsplatten.
  • Laibungsplatten für die Fassade heißen im Handel auch Laibungsplatten außen oder Fassaden-Laibungsplatten.
  • Laibungsplatten werden üblicherweise in Standardmaßen verkauft. Viele Hersteller bieten jedoch die Möglichkeit individuellen und passgenauen Zuschnitts an. Denken Sie hier an eine ausreichend große Zugabe für das endgültige Einpassen der Laibungsplatten vor Ort!
  • Hersteller von Dämmplatten haben häufig die systematisch passenden Laibungsplatten zu ihren herkömmlichen Dämmplatten im Angebot. Fragen Sie danach, insbesondere, wenn Sie sich für ein Paketangebot bestehend aus Dämmplatten und zugehörigen Befestigungs- und Verarbeitungsmaterialien (Profilen, Klebern, Grundierungen zum Auftrag von Oberflächenbeschichtungen und mehr) interessieren.
  • Die Preise von Laibungsplatten hängen von deren Beschaffenheit und Größe ab. Üblich sind Preise ab 12 bis 15 Euro pro Quadratmeter für einfache Laibungsplatten (siehe Typenerklärung weiter unten). System-Laibungsplatten kosten auch schon mal 50 Euro und mehr pro Quadratmeter.

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