Letzte Aktualisierung: 14.03.2016

Anwendung und Preise von Schaumglasplatten im Überblick

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Woraus besteht eine Schaumglasplatte? Für welche Dämmprojekte eignen sie sich als Dämmstoff? Was muss man beim Dämmen mit Schaumglasplatten beachten? Was kosten Dämmplatten aus Schaumglas?

Dämmplatten aus Schaumglas bestehen aus aufgeschäumten Glas, also Glasschaum. Schaumglasplatten (häufig auch unter dem Synonym Glasschaumplatten bekannt) bestehen häufig aus Altglas, sind hoch wärmedämmend und kommen zur Außen- als auch Innendämmung zum Einsatz. Aufgrund der Rohstoffbasis Schaumglas müssen bei der Anwendung dieser Dämmplatten jedoch wenige Restriktionen beachtet werden.

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Herstellung von Glasschaum und Schaumglasplatten

Schaumglas ist ein Dämmstoff für das Bauwesen nach der europäischen Norm DIN EN 13167. Er wird aus Quarzsand gewonnen, der zusammen mit zum Beispiel Feldspat, Dolomit, Eisenoxide, Mangandioxid und Natriumkarbonat, zu Glas geschmolzen wird. Oder man greift zu recyceltem Glas, insbesondere Flachglasrecyclat (mehr als 66 Prozent), also ausrangierte Auto- und Fensterscheiben, als Rohstoff für Schaumglasplatten.

Glas wird in Kugelmühlen zermahlen und mit ein wenig Kohlenstoff versetzt. Der dient als Treibmittel, wenn das Gemisch in Aufschäumöfen (energiesparende Niedertemperaturöfen) aufgeschäumt wird. Dabei entsteht eine hermetisch geschlossene Schaumglasstruktur mit Zellen aus dünnen Glaswänden, die auch noch nach dem Erkalten des Glasschaums im sogenannten Streckofen erhalten bleibt.

Erkaltet weisen die Glasschaumzellen einen Unterdruck auf, der etwa 0,5 bar beträgt und seinerseits die Wärmeleitfähigkeit des Glasschaums zusätzlich verringert und somit die Dämmwirkung des Materials erhöht. Entweder produziert man so Formteile, Schaumglasschotter, also lose Schaumglasnuggets, Schaumglasgranulat oder Schaumglasplatten. Die Platten haben üblicherweise eine Dicke zwischen 40 und 180 Millimetern.

Dämm- und Baustoffeigenschaften von Schaumglasplatten

Der typische Lambda-Wert der Wärmeleitfähigkeit von Glasschaumplatten liegt zwischen 0,040 und 0,060 Watt pro Meter und Kelvin. Schaumglasplatten wirken somit gut wärmedämmend. Soll die Dämmung mit Schaumglasplatten den Anforderungen der geltenden EnEVbezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten entsprechen, die bei der Dämmung der Fassade einen U-Wert von 0,24 Watt pro Meter und Kelvin vorschreiben, muss man eine 16 Zentimeter dicke Plattenschicht aus Schaumglas aufbringen.

Zudem sind Schaumglasplatten wasserdicht und dampfdicht, da intakte Dämmplatten aufgrund ihrer geschlossenen Zellstruktur so gut wie kein Wasser aufnehmen. Es bleibt also auch nach dem Einbau trocken, solange es intakt ist. Aber: An der Oberfläche sind die Zellen offen, so dass dort Wasser eindringen kann. Gefriert das Wasser, sprengt es die Zellwand und öffnet somit dem Wasser eine weitere Zelle der Schaumglasplattenstruktur. Mit der Zeit bilden sich so mikrofeine Risse, die sich wegen der Kapillarwirkung ausbreiten und Wasser gegebenenfalls weiter vordringen lassen. Daraus ergibt sich, dass Schaumglasplatten – anders als Schaumglasschotter, der frostsicher ist - nicht beständig gegenüber Frost sind. Ein wiederholter Frostwechsel kann Schaumglasplatten nach und nach stark beschädigen und ihre Dämmwirkung entsprechend beeinträchtigen.

Platten aus Glasschaum sind stauchungsfrei und druckfest. Letzteres allerdings nicht gegenüber hoher Punktlast. Die Druckfestigkeit von Schaumglasplatten beträgt 0,5 Newton pro Quadratmillimeter, es gibt sogar Schaumglas mit einer Druckfestigkeit von bis zu 0,7 Newton pro Quadratmillimeter. Das bedeutet, dass Lasten von bis zu 50 Tonnen pro Quadratmeter abgefangen werden können.

Viele weitere Vorteile bieten Schaumglasplatten: Sie sind Schaumglasplatten maßbeständig, beständig gegenüber Säure (auch Humussäure) und Lauge, sicher vor Schädlingsbefall (Nager und Mikroorganismen), resistent gegen das Eindringen von Wurzeln und leicht zu bearbeiten. Da sich Schaumglas bei Temperaturen zwischen minus 260 und 430 Grad Celsius verarbeiten lässt, kann es zu jeder Jahreszeit zum Einsatz kommen.

Schaumglasplatten gelten als nicht brennbar und werden demzufolge der BaustoffklasseA1 zugeordnet – sowohl nach der alten, nationalen Norm DIN 4102-1 als auch nach der aktuellen europäischen Norm DIN EN-13501-1. Positiv hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass Schaumglasplatten sich theoretisch recyceln lassen, da der Glasschaum sich wieder einschmelzen lässt.

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Einsatzmöglichkeiten für wärmedämmende Schaumglasplatten

Aus den rohstoffbedingten Eigenschaften von Schaumglasplatten ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für diese Dämmstoffplatten. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Dächer (auch: begrünte oder bekieste Dächer)
  • Parkdecks/Terrassen
  • Perimeterdämmung (auch: lastabtragende Gründungsplatten)
  • Außenwände (auch: hinterlüftete Fassaden, unter Verkleidung und Putz, Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk)
  • Innenwände (auch: Kellerböden)
  • Dämmen von Wärmebrücken

Beim Dämmen von Flach- und Steildächern setzt man heute gerne auf Schaumglasplatten. Es heißt, das Dämmen von Dächern sei einer der Hauptanwendungsfälle von Schaumglasplatten. Sie kommen sowohl unter der Dachdeckung als auch unter der Abdichtung zum Einsatz. Man kann sie sogar als Untersparrendämmung einsetzen. Im Rahmen einer Innendämmung lassen sich mit Schaumglasplatten Raumdecken und die Bodenplatte ebenso dämmen wie Raumtrennwände. Auch das Dämmen von Innenwänden ist mit Schaumglasplatten möglich.

Dagegen sind Schaumglasplatten ungeeignet für das Dämmen von Wänden in Holzrahmen- bzw. Holztafelbauweise und für das Dämmen von Haustrennwänden mit Schallschutz.

Verlegen auf Flachdächer und zur Bauwerksabdichtung

Seit vielen Jahrzehnten wird Schaumglas erfolgreich zum Dämmen von kompakten Flachdächern eingesetzt. Das ist die übliche Vorgehensweise zum Verlegen von Schaumglasplatten zum Dämmen flacher Dächer und Ähnlichem:

1. Die saubere und trockene Fläche (Betonecke) mit Bitumen vorstreichen.

2. Heißbitumenkleber verteilen.

3. Schaumglasplatten fugenversetzt diagonal einschieben (Kantentauchverfahren), so dass Stoß- und Lagerfugen mit Bitumen gefüllt sind.

4. Schaumglasdämmplatten kurz festdrücken.

5. Auftragen eines zellfüllenden, vollflächigen Deckabstrichs. Gegebenenfalls in Kombination mit einer Abdichtung aus Schweißbahnen.

6. Bitumen-Abdichtung vollflächig auf den Heißbitumenabzug schweißen.

Preise für Schaumglasplatten im Vergleich

Die Preise für Schaumglasplatten liegen je nach Plattengröße zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter Dämmplatte. Dabei wird häufig wie bei vielen anderen Bau- und Dämmstoffen weitergehend nach Abnahmemengen unterschieden. So gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen Schaumglasplattenmengen über 50 m3 und unter 5 m3. Nachfolgend haben wir Ihnen eine Preisübersicht zusammengestellt mit den Preisen für Glasschaumplatten nach Anwendungsgebieten und Dämmplattenmaßen.

Tabelle: Preise für Schaumglasplatten nach Dämmanwendung und Plattendicke
Plattenmaße in mm Schaumglasplatten zur Dämmung von hinterlüfteten Fassaden, Innendämmung und Perimeterdämmung Schaumglasplatten zur Dämmung von Flachdächern aus Profilblechen, Beton, Fertigteilen und Holz, Wänden, Decken, Böden, Perimeterdämmung, lastabtragende Wärmedämmung unter Gründungsplatten, Innendämmung Schaumglasplatten zur Dämmung von belasteten und befahrbaren Flächen, Perimeterdämmung, lastabtragende Wärmedämmung unter Gründungsplatten
30 x 300 x 450 k.A. 14,40 Euro pro m2 k.A.
40 x 600 x 450 k.A. 19,25 Euro pro m2 20,60 Euro pro m2
50 x 600 x 450 k.A. 21,90 Euro pro m2 23,40 Euro pro m2
60 x 600 x 450 k.A. 26,20 Euro pro m2 28,00 Euro pro m2
70 x 600 x 450 k.A. 30,60 Euro pro m2 k.A.
80 x 600 x 450 31,40 Euro pro m2 34,95 Euro pro m2 37,40 Euro pro m2
90 x 600 x 450 k.A. 39,30 Euro pro m2 k.A.
100 x 600 x 450 39,30 Euro pro m2 43,70 Euro pro m2 46,75 Euro pro m2
110 x 600 x 450 k.A. 48,00 Euro pro m2 51,40 Euro pro m2
120 x 600 x 450 47,20 Euro pro m2 52,40 Euro pro m2 56,10 Euro pro m2
130 x 600 x 450 k.A. 56,80 Euro pro m2 60,80 Euro pro m2
140 x 600 x 450 55,00 Euro pro m2 61,20 Euro pro m2 65,45 Euro pro m2
150 x 600 x 450 k.A. 65,50 Euro pro m2 70,10 Euro pro m2
160 x 600 x 450 62,90 Euro pro m2 69,90 Euro pro m2 74,80 Euro pro m2
170 x 600 x 450 k.A. 76,40 Euro pro m2 81,65 Euro pro m2
180 x 600 x 450 k.A. 80,95 Euro pro m2 86,40 Euro pro m2

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