Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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Herstellung und Verwendungsarten von Blähton als Bau- und Dämmstoff

Was ist Blähton? Was sind die besonderen Eigenschaften von Blähton? Für welche Bau- und Dämmvorhaben eignet sich Blähton?

Blähton ist ein spezieller mineralischer, anorganischer Baustoff beziehungsweise Werkstoff, der vielerorts eingesetzt wird, unter anderem als Dämmmaterial. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, genauer im Jahre 1917 hat man in den USA versucht, Blähton herzustellen. Da ein gewisser S.J. Hayde als sein „Erfinder“ gilt, nennt man den Blähton auch Haydite. Das erste deutsche Blähtonwerk eröffnete 1955 in Henstedt (Dithmarschen) seine Brennofentüren. Man kann also sagen, dass Blähton ein traditioneller Dämmstoff ist.

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Bestandteile und Herstellung von Blähton

Gefertigt wird Blähton aus kalkarmem Ton, dessen organische Bestandteile möglichst fein verteilt sind. Der rohe Ton wird mit Hilfe von Wasser aufbereitet, zerkleinert (gemahlen und gegebenenfalls mittels Eisenoxid granuliert) und anschließend bei einer Hitze von um die 1.200 Grad Celsius in einem sogenannten Drehrohrofen gebrannt.

Dabei geschehen zwei Dinge zugleich: Einerseits verbrennen die organischen Bestandteile des Tons. Andererseits entsteht dabei Kohlendioxid, das den Ton in Form von Kügelchen aufbläht. Schlussendlich hat sich dabei das Volumen des Ausgangsmaterials vervier- beziehungswiese verfünffacht. Der somit entstandene Blähton besteht aus einem Kern mit geschlossenen, sehr feinen Poren (geschlossenporig) und hat eine Oberfläche, die als gesintert bezeichnet wird. Er ist unempfindlich gegenüber Wasser und Frost, druckfest und beständig gegenüber Säuren und Laugen. Blähton wird in der Regel bis 16 mm Größtkorn hergestellt.

Wärmedämmung mit Blähton: Vor- und Nachteile

Obwohl die Wärmeleitfähigkeit von Blähton mit U-Werten zwischen 0,07 und 0,15 Watt pro Meter und Kelvin recht hoch ist, oder anders ausgedrückt: die Wärmedämmwirkung von Blähton schlechter als die vieler anderer Materialien ist, wird er als Dämmmaterial gerne verwendet. Denn er bringt einen guten sommerlichen Wärmeschutz und einen sehr guten Schallschutz in das Dämmprojekt ein. Dank seiner diffusionsoffenen Beschaffenheit beeinflusst er ein Raumklima positiv.

Würde man mit Blähton eine Fassade gemäß der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) dämmen und U-Werte von 0,024 Watt pro Meter und Kelvin erzielen wollen, müsste die Dämmschicht immerhin 72 Zentimeter betragen. Das ist der Hauptgrund, warum man Blähton in der Praxis häufig mit anderen Dämmmaterialien kombiniert.

Von großem Vorteil für den Einsatz als Dämmmaterial ist das Brandverhalten von Blähton: Er wird nach der geltenden EU-Norm DIN EN-13501-1 in die höchste Brandschutzklasse A1 (nicht brennbar, ohne Anteile von brennbaren Baustoffen) eingeteilt.

Vorteilhaft ist zudem, dass Blähton als unverrottbar gilt und resistent gegenüber Schädlings- und Pilzbefall. Gleichwohl unverrottbar, ist Blähton dennoch nachhaltig zu entsorgen. Er lässt sich wiederverwenden (recyceln), wobei ihm der geringe Rückbauaufwand zu Gute kommt: Loses Blähtongranulat kann aufgenommen oder aufgesaugt und erneut als Dämmstoff benutzt werden. Als Bauschutt ist Blähton als umweltneutral zu bewerten, der als solcher ohne Probleme deponiert werden kann.

Als größten Vorteil des Blähtons muss man seine Natürlichkeit nennen. Er vereint mit seiner mäßig bis guten Wärmedämmung eine durchaus nennenswerte Umweltfreundlichkeit. Das Rohmaterial ist hochwertiger und hochreiner Ton, der so landschaftsschonend und flächenschonend wie möglich abgebaut wird. Anschließend werden die Abbauflächen ökologisch rekultiviert. Aber: Zur Herstellung von Blähton wird je nach Hersteller eine erhebliche Menge an Energie benötigt, die (noch) Großteils aus fossiler Herkunft stammt. Das ist mit hohen Emissionen von Treibhausgasen verbunden.

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Verwendungsarten von Blähton als Bau- und Dämmstoff

Blähton als Zuschlagstoff

Da die Blähtonkügelchen einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern haben können und zugleich fast ideal kugelig sind, nimmt man sie gerne als Zuschlagstoff in Mörtel, Beton oder Lehm her. Blähton wird so zu einem Ausgangsstoff von sogenanntem gefügedichten und haufwerksporigen Leichtbeton (Blähbeton) und Blähton-Leichtlehm.

  • Gefügedichter Leichtbeton mit Blähton, Blähglas, Blähschiefer oder Naturbims wird aufgrund der erreichbaren Festigkeit und Dauerhaftigkeit für Stahl- und Spannbetonbauwerke aller Expositionsklassen bis hin zu Brücken und Off-Shore-Bauwerken verwendet.
  • Blähton-Leichtlehm benutzt man hingegen als Füllmaterial für Innenschalen zur Dämmung von Außenwänden und zur Erstellung von Leichtlehmwänden.
  • Blähtonsteine aus Blähbeton werden häufig für tragende und nicht tragende Innenwände und Keller eingesetzt, da durch den haufwerksporigen Leichtbeton mit Blähtonkugeln eine um rund 20 Prozent verbesserte Wärmedämmleistung erreicht wird.

Kleinere Blähtonkügelchen mit einem Durchmesser von bis zu vier Millimetern kommen häufig in Mauermörtel, Putzmörtel oder Estrichmörtel zum Einsatz. Das vor allem wegen seiner guten schall- und wärmedämmenden Eigenschaften.

Blähton als Schüttdämmstoff

Unbearbeitete und unbehandelte Blähtonkügelchen werden gerne auch als loser Schüttstoff verwendet. Der wird auch als Blähtongranulat gehandelt und wird z. B. zur Ausbildung von wasserableitenden Dränebenen unter Dachbegrünungen oder als Dränschicht in Pflanzgefäßen verwendet.

Zu Dämmzwecken eignet sich Blähton als Schüttdämmung beispielsweise prima, um eine oberste Geschossdecke zu dämmen (,die zugleich der Fußboden eines Dachbodens sein kann). Soll das Dach nicht gedämmt werden, bildet ein mit aufgeschüttetem Blähtongranulat gedämmter Dachfußboden die nach oben hin abschließende Dämmschicht.

Blähton lässt sich aber genauso gut als Füllstoff in Hohlräume einbringen, um diese im Nachhinein zu dämmen. Das nennt man mitunter auch Blähton-Tonschüttung. Beispielsweise kommt sie zum Einsatz in:

  • Hohlräumen in Wänden, auch Außenwänden (zum Beispiel in zweischaligem Mauerwerk zur Fassadendämmung)
  • Hohlräumen in Dächern
  • Hohlräumen in Fußböden.

Als Hohlraumdämmung macht Blähton nicht nur unerwünschtem Wärmeverlust den Garaus, sondern verhindert auch das Eindringen unerwünschter Geräusche (Schallschutz).

Eigenschaften von Blähton als Bau- und Dämmstoff
Dämmwerte Ökobilanzwerte Baunormen
Blähton (Lambda und Dichte): 0,09 W/mK und 350 kg/m3 Treibhauspotenzial (kg CO2-Äquivalent): 0,164 Anwendung nach DIN 4108-10: DAD, DZ, DEO, WH, WI, WTR
Blähtonsteine voll (Lambda und Dichte): 0,18 W/mK und 800 kg/m3 Versauerungspotenzial (kg SO2-Äquivalent): 0,0005 Norm für an der Verwendungsstelle hergestellte Dämmstoffe: DIN EN 14063-1:2004-11
Blähtonsteine hohl (Lambda und Dichte): 0,22 W/mK und 650 kg/m3 Primärenergiegehalt nicht erneuerbar (MJ): 1,22 Norm für leichte Schütt- und Wärmedämmstoffe aus Blähton-Leichtzuschlagstoffen: DIN EN 15732:2013-01
Leichtbeton mit Blähtonzuschlägen (Lambda und Dichte): 0,45 W/mK und 1100 kg/m3 Primärenergiegehalt erneuerbar (MJ): 1,14 Brandschutz nach EU-Norm DIN EN-13501-1: A1

Kosten von Blähton-Granulat

Die Kosten für Blähton-Granulat sind abhängig von der Granulatstärke, also der Größe der einzelnen Blähtonkörner. Man muss mit einem Preis um die 20 Euro für rund 50 Liter Blähtongranulat rechnen. Dieser Preis erscheint auf den ersten Blick recht hoch, wenn man diesen mit anderen Dämmstoff-Preisen vergleicht. Wie bei anderen Dämmstoffen auch, muss man beim Kauf eines Dämmstoffes jedoch zunächst die Anwendungsanforderungen spezifizieren. Und hierbei kann Blähton insbesondere mit seiner Nicht-Brennbarkeit, Umweltfreundlichkeit und seiner Granulatform punkten. Im direkten Vergleich kann Blähton dann günstiger sein als andere Dämmstoffe.

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