Letzte Aktualisierung: 30.10.2024

Dämmen mit Kalziumsilikat – das muss man wissen

  • Kalziumsilikat, auch bekannt als Calciumsilikat, ist ein hochsaugfähiges, feinporiges Material, das in Form von Dämmplatten ideal für Dämmungen in feuchtebelasteten Innenräumen geeignet ist. Zudem sind Kalziumsilikatplatten mit einem pH-Wert von über 12 alkalisch und wirken damit schon aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung Schimmel entgegen.
  • Pro und Contra: Kalziumsilikat bietet viele Vorteile. Es ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1), schimmelresistent und sehr kapillarleitfähig, was bedeutet, dass es Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Das macht es perfekt für feuchte Räume. Nachteilig ist die etwas höhere Wärmeleitfähigkeit von 0,050 bis 0,065 W/(mK), weshalb Kalziumsilikat häufiger in Kombination mit anderen Dämmstoffen eingesetzt wird.
  • Anwendung: Kalziumsilikat eignet sich besonders für Innendämmungen, bei denen keine Dampfsperre erforderlich ist. Es wird häufig in denkmalgeschützten Gebäuden oder zur Schimmelprophylaxe verwendet. Besonders effektiv ist es auch Laibungs- und Flankendämmung an Fenstern oder stark beanspruchten Außenwänden, da es Kondenswasser verhindert und Schimmelbildung vorbeugt.
  • Kosten Kalziumsilikat: Die Preise variieren je nach Plattendicke und Anbieter. Im Durchschnitt liegen die Preise aber mit 40 und 70 Euro pro m2 deutlich über konventionellen Dämmstoff-Preisen. Kalziumsilikatplatten mit einer Dicke von 50 mm kosten beispielsweise etwa 45 bis 60 Euro pro m2. Je nach Dicke und Dichte der Platten können die Preise jedoch auch darüber oder darunter liegen.
  • Ist Kalziumsilikat giftig? Kalziumsilikat ist nicht giftig. Tatsächlich wird es auch in der Lebensmittelindustrie als Trennmittel verwendet, was seine Sicherheit zusätzlich unterstreicht. Es ist ein gesundheitlich unbedenklicher Dämmstoff, der in vielen Anwendungen eingesetzt werden kann, ohne dass schädliche Substanzen freigesetzt werden.

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Kalziumsilikat – saugfähig, schimmelbeständig und unbrennbar

Kalziumsilikat oder Calciumsilikat ist eine chemische Verbindung, die sowohl in der Natur als Mineral Wollastonit vorkommt, als auch mit einer chemischen Reaktion von Calciumoxid (CaO, also: Branntkalk, Kalk) und Siliciumoxid (SiO2, also: Quarz beziehungsweise Kieselgel) gewonnen werden kann. Kalziumsilikat ist fest, geruchlos, weiß und löst sich in Wasser nicht auf. Es gilt daher als unlöslich in Wasser.

Mit diesen Eigenschaften wird Kalziumsilikat beispielsweise bei der Herstellung von Lebensmitteln benutzt – als Trennmittel oder als Trägersubstanz für Farbstoffe oder Emulgatoren. Das natürliche Mineral Wollastonit kommt in der Keramikindustrie zum Einsatz und auch als Füllstoff für Polymere.

In Form von Kalziumsilikatplatten dient das Material als Dämmstoff in der Innendämmung, zum Beispiel zum Verkleiden Wänden und Decken, und erfüllt dort zugleich Funktionen des Brandschutzes. Aufgrund seines mineralischen Charakters lässt sich der Dämmstoff außerdem gut entsorgen.

Um solche Kalziumsilikat-Dämmstoffe herzustellen, werden Kalk, Quarzsand und Porenbildner (auch Luftporenbildner; „Aufschäum“-Effekt) sowie ein Anteil an Zellstoff (etwa 5 Prozent) in Wasser aufgeschlemmt. Die Zutaten reagieren so zu einer Vorstufe des Kalziumsilikats. Mithilfe von Wasserdampf und hohem Druck erfolgt in einem weiteren Verarbeitungsschritt das Aushärten der Dämmstoffplatten. Ihre Struktur ist offen, feinporig und sie besitzen eine hohe kapillare Saugfähigkeit.

Die hohe kapillare Saugfähigkeit des Kalziumsilikats ist der Grund dafür, dass diese Dämmstoffe sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen können. Sie speichern die Feuchtigkeit zwischen und geben sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab (Puffereffekt). Das macht den Dämmstoff ideal zum Einsatz als „Klimaretter“ in feuchten Räumen beziehungsweise an feuchtem Mauerwerk.

Kalziumsilikat sorgt für eine Trocknung, indem es die Luftfeuchte mindert. Von Vorteil: Aufgrund seines hohen pH-Wertes von 10 (alkalisch) ist Kalziumsilikat zugleich unempfindlich gegenüber Schimmel. Deshalb zählen folgende Anwendungen zu den wichtigsten von Kalziumsilikat:

  • Sanierung feuchter Mauern
  • Innendämmung
  • Schimmel-Prophylaxe

Kalziumsilikat ist als Schüttung und Platte erhältlich. Im Handel werden die Platten üblicherweise in Dicken zwischen 20 und 120 mm vertrieben. Bei der Anwendung als Innendämmung ist das Anbringen von Dampfsperren oder Dampfbremsen aufgrund der Fähigkeit des Materials, Feuchte zu puffern und bei entsprechenden Bedingungen wieder an die Raumluft abzugeben, nicht notwendig.

Dämm- und Baustoffeigenschaften von Kalziumsilikat

Die Dämmeigenschaften von Kalziumsilikat beruhen auf einer Wärmeleitfähigkeit von 0,050 bis 0,070 W/(m·K). Das sind etwas schlechtere Werte als die, die beispielsweise Mineralwolle in ein Dämmprojekt einbringen würde.

Wenn Sie sich für den Dämmstoff Kalziumsilikat entscheiden, müssen Sie demnach mit einer etwas dickeren Dämmschicht rechnen, was auf Kosten von bewohnbarem Innenraum geht. Der Vollständigkeit halber: Die Rohdichte des Materials liegt zwischen 200 und 800 Kilogramm pro Kubikmeter – je nachdem, wie stark es „aufgeschäumt“ wurde.

Der sehr gute Brandschutz, den Kalziumsilikat in ein Dämmprojekt einbringt, beruht auf seiner Eigenschaft, nicht brennbar zu sein. Der Dämmstoff wird nach der Norm DIN 4102 in die Baustoffklasse A1 (nicht brennbar) eingestuft.

Tabelle: Übersicht der Dämm- und Baustoffeigenschaften von Kalziumsilikat
Kennzahl Kalziumsilikat
Anwendungstyp nach DIN V 4108-10 DAD, DAA, DEO, DI, WAB, WAP, WI
DIN EN/ Zulassung k. A.
Rohdichte in kg/m3 115 bis 300
Bemessungswert Wärmeleitfähigkeit W/(m·K) 0,045 bis 0,100
Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl 3 bis 20
Brandklasse nach DIN EN 13501-1 A1, A2 (DIN 4102-1) / A1, A2-s1, d0 (Euroklasse)
Spezifische Wärmekapazität in J/(kgK) 850 bis 1000
Druckspannung in kPa (10 % Stauchung) 500 bis 1500
Zugfestigkeit in kPa (senkrecht zur Plattenebene) bis 500
Dynamische Steifigkeit in MN/m3 k. A.
Dimensionsstabilität in % k. A.
Temperaturbeständigkeit in °C k. A.

Kalziumsilikat – Dämmstoff für die Innendämmung

Es gibt Dämmprojekte, die nur das Dämmen des Gebäudes von Innen zulassen, beispielsweise wegen des Denkmalschutzes, unter dem es steht, oder wegen anderer Gesetze, beispielsweise die Nachbarschaftsverordnung, der es unterliegt. Eine Innendämmung wirft jedoch häufig bauphysikalische Probleme auf, denn in bewohnten Räumen entsteht Feuchtigkeit.

Die kann bei einer dichten Beschichtung der Mauern von Innen nicht mehr durch das Mauerwerk hindurch nach Außen verschwinden und kondensiert stattdessen: auf dem Dämmmaterial oder zwischen diesem und der Mauer. Beides kann der Entstehung von Schimmel Vorschub leisten und somit die Dämmwirkung zunichtemachen und das Wohnklima verschlechtern.

Wird zum Innendämmen ein Dämmstoff wie Kalziumsilikat verwendet, der Feuchtigkeit nicht nur gut verträgt und sich auch von Schimmel nicht beeindrucken lässt, sondern sogar noch kapillarleitfähig ist, löst man die bauphysikalischen Probleme ziemlich gut.

In folgenden dämmtechnischen Szenarien ist der Einsatz von Kalziumsilikat denkbar: 

  • Sanierung problematischer Außenwandflächen (punktuelle Sanierung, zum Beispiel von Ecken)
  • Wärmedämmung soll nur gering verbessert werden
  • bei hoher Raumfeuchtigkeit
  • bei Verzicht auf eine Dampfsperre
  • bei Verzicht auf zusätzliche Verkleidung
  • als Therapie- beziehungsweise Prophylaxe-Maßnahme bei Schimmel

Ein perfekter Einsatzort für Kalziumsilikat ist beispielsweise der Bereich um ein neues, dichtes Fenster in einem Altbau. Dort bildet sich schnell Kondenswasser und infolgedessen tritt auch recht häufig Schimmel auf. Eine Dämmung der Fensterlaibung mit Kalziumsilikat verhindert das effektiv.

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News über Kalziumsilikat

| Fassade
[...] hohen Wasseraufnahmevermögens nur begrenzt geeignet. Als anorganische Dämmstoffe können Mineralwolle (Stein- und Glaswolle) und Mineralschaum (Kalziumsilikat-Hydrate) Verwendung finden. Als organische Dämmstoffe bieten sich Polystyrol-Hartschaum (PS), Polystyrolpartikel-Schaum (EPS), [...]
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