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Einblasen einer Steildachdämmung mit Dämmsack-System

Wie funktioniert die Einblasdämmung mit Dämmsack? Welcher Einblasdämmstoff ist dafür am besten geeignet? Was kostet das Einblasverfahren mit Dämmsack-System?

Ältere Häuser mit Schrägdach bzw. Steildach sind häufig gar nicht oder nur unzureichend gedämmt. Eine einfache Dämmmethode, um den Wärmeschutz des Daches zu verbessern, bietet die Einblasdämmung mit Dämmsack-System.

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Die Ausgangslage: ungedämmtes, aber ausgebautes Steildach

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Bei  alten Dächer kann man vielfach vom Spitzboden aus zwischen die Sparren schauen und gähnend leere Gefache bewundern. Und so mancher Hausbesitzer erkennt bei dieser Bestandsschau, dass die Innenverkleidung des ausgebauten Daches mit Dämmschichten aus meist alter Glaswolle (sogenanntem "Engelshaar") versehen ist, die ihrer Wärmeschutzfunktion längst nicht mehr gerecht wird. Häufig fehlt übrigens auch die Unterdeckbahn unter den Dachpfannen. Fakt ist: Nachträglich lassen sich vom Spitzboden aus weder Dämmplatten noch Dämmmatten fachgerecht einbauen. Wie aber bekommt man das Dach dennoch nachträglich gedämmt, ohne die Innenverkleidung zu zerstören oder das Dach abzudecken, was hohen Aufwand und Kosten verursacht?

Das optimale Dämmverfahren: Einblasdämmung mit Dämmsäcken

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Als Lösung bietet sich in diesem Fall eine Zwischensparrendämmung ausgeführt als Einblasdämmung mit Hilfe des Dämmsack-Systems an. Dazu werden vom Spitzboden aus zunächst entsprechend vorkonfektionierte ungefüllte Folienschläuche aus Polyethylen (PE), auch Dämmschläuche oder Dämmsäcke genannt, in die leeren Gefache gepackt und anschließend mit Luft aufgeblasen. Das bewirkt, dass sich die Dämmsäcke dem leeren Gefach optimal anpassen und es komplett ausfüllen. Mit Hilfe eines sogenannten Abstandsholzes jeweils in der Mitte des Gefachs wird gewährleistet, dass die Dachpfannen hinterlüftet werden. In einem letzten Schritt wird der bislang luftgefüllte Dämmsack mit einem Faserdämmstoff befüllt, in der Regel mit Zellulose. Das geschieht derart, dass der Dämmstoff dabei so verdichtet wird, dass er fest und dauerhaft sitzt.

Kurzanleitung zum Einbringen von Dämmsäcken

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Dämmsäcke haben häufig ein Übermaß von ca. 5 cm, damit sich der Sack an den Sparren richtig anschmiegen kann und kein Luftspalt entsteht. Zum Einbringen werden dann zwei Plastikschienen verwendet. Die werden am rechten und linken Rand des ausgerollten Sackes hineingeschoben. Dann wird der Sack quer aufgerollt und diese Rolle in das Gefach eingebracht (an einem Sparren). Dann wird mit Hilfe der Schienen der Sack im Gefach ausgerollt (bis zum anderen Sparren). So ist sichergestellt, dass der Sack optimal im Gefach liegt, wenn er verfüllt wird. Abschließend wird der Sack verschlossen, damit das Material nicht nach oben ausgetragen werden kann.

Durch den Dämmsack wird die Zellulose am Platz gehalten, eine Hinterlüftungsschicht bleibt bestehen und der Kontakt zwischen Dämmsack und Ziegeln wird zuverlässig verhindert. Zur Optimierung kann zwischen Sack und Dachlatte noch ein Kantholz o. Ä. eingebracht werden. Für den Fall dass von außen Wasser eindringen sollte kann das Wasser auf dem Sack ablaufen und staut sich nicht an der Dachlatte.

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Einblasdämmung mit Dämmsack-System ein Job für Handwerker

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Experten weisen ausdrücklich daraufhin, dass das Dämmen mit Einblasdämmung und Dämmsack-System sich bislang als einziges bewährt habe, wenn es gilt, die Dachschrägen eines ausgebauten Dachs im Nachhinein zu dämmen und zwar aus wirtschaftlicher wie aus technischer Sicht. Gleichzeitig betonen sie, dass die Einblasdämmung mit Dämmsack-System eine Aufgabe für erfahrene Handwerker sei. Zu groß sei nämlich das Risiko, dass der Laie beim Schichten der Dämmsäcke oder bei deren Befüllen Fehler mache, so dass die Dämmung unsachgemäß ausgeführt werde. Das wiederum könne zur Folge haben, dass die Dämmwirkung gemindert werde oder schlimmstenfalls gar der Dämmstoff an sich Schaden leide. Beides Szenarien, die nur mit erheblichem Aufwand und einem tiefen Griff ins Portemonnaie wieder aufzulösen seien. Der Bauherr, der die Dämmung mit Dämmsäcken jedoch dem Profi überlasse, könne demnach sämtliche Vorteile des Verfahrens genießen.

Vorteile und Nachteile einer Einblasdämmung mit Dämmsack

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Die Zwischensparrendämmung mittels eingeblasener Dämmstoffe in Dämmsäcke hat folgende Vorteile:

  • Das aufwändige Entfernen der Innenverkleidung des ausgebauten Dachraums beziehungsweise das Abdecken des Dachs sind nicht nötig.
  • Im Sommer bleibt das Dachklima angenehm und ganzjährig winddicht, ohne Schimmelgefahr.
  • Kostengünstiges Verfahren und Heizkostenersparnis bewirken eine schnelle Amortisation bei gleichzeitiger Reduktion von CO2-Emissionen.
  • Erfahrene Fachbetriebe dämmen ein mittelgroßes Schrägdach eines Einfamilienhauses meist innerhalb eines einzigen Tages, ohne das Wohnen längerfristig zu beeinträchtigen.
  • Auch der nachträgliche Ausbau und das Wiederverwenden des Dämmmaterials sind möglich.
  • Gegebenenfalls kann der Besitzer den Handwerkern zur Hand gehen und so zu einer Kostenreduzierung beitragen.

Folgende Nachteile bzw. Risiken bestehen:

  • Bei falscher Verlegung des Dämmsackes bzw. einem bereits undichten Dach kann sich feuchte Luft als Kondensat am Foliensack niederschlagen.
  • Wärmeleitende Dachdurchdringungen fungieren weiterhin als Wärmebrücken und können den Wärmeschutz der Dämmsackdämmung beeinträchtigen.
  • Bei einer sehr geringen Tiefe der Gefache kann ein wirksamer Wärmeschutz nur durch ein Aufdoppeln der Sparren realisiert werden. Bei diesem Aufwand kann sich jedoch auch wiederum eine klassische Zwischen- und Untersparrendämmung lohnen

Dämmstoff, Wärmeschutz und Kosten einer Dämmsackdämmung

(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)
(Foto: GEKO Maschinenbau GmbH)

Als Dämmstoff zum Einblasen in die vorgefertigten Dämmschläuche beziehungsweise Dämmsäcke wird häufig Zellulose-Faserdämmstoff aus recyceltem Altpapier oder Steinwolleflocken verwendet. Es gibt aber noch eine Vielzahl weiterer geeigneter Einblasdämmstoffe.

Während der Wärmedurchlasskoeffizient eines bislang ungedämmten Daches, also dessen sogenannter U-Wert, z. B. bei etwa 3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin lag, kann er sich nach einer fachgerecht ausgeführten Dämmsack-Dämmung auf z. B. 1 Watt pro Quadratmeter und Kelvin reduzieren. Damit hat sich die Dachschräge wärmetechnisch z. B. um 2/3 verbessert. Der Dämmsack selbst wirkt zudem unterseitig als Dampfbremse, oberseitig als Unterdeckbahn.

Je nach verwendetem Dämmstoff und in Abhängigkeit von der Größe des zu dämmenden Dachs ergeben sich unterschiedliche Kosten für die Einblasdämmung. Man kommt im Schnitt auf etwa 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter.

Insbesondere bei größeren, sanierungsbedürftigen Dachflächen kann es sich hinsichtlich der Sowieso-Kosten lohnen, das Dach umfänglich zu dämmen. Die zunächst höheren Gesamtkosten führen dann aufgrund der besseren Wärmedämmwerte insgesamt zu einer wirtschaftlich effektiveren Dachdämmung. Daher empfehlen wir vor der Entscheidung für ein Dämmsackverfahren, sich von einem Fachbetrieb für Dachdämmungen umfänglich beraten zu lassen.

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"Einblasdämmung mit Dämmsack" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.