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Zweischaliges Mauerwerk richtig dämmen

Wie wird ein zweischaliges Mauerwerk gedämmt? Wann kommen Dämmplatten zum Einsatz? Wann wird ein zweischaliges Mauerwerk per Einblasdämmung gedämmt?

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Wandschalenkonstruktion eines zweischaligen Verblendmauerwerks

ECOFIBRE ist ein nicht brennbarer Steinwolle-Einblasdämmstoff, der pneumatisch in die Hohlschicht zwischen der Vormauerschale und Innenschale des zweischaligen Mauerwerks eingebracht wird. (Foto: ECOFIBRE)
ECOFIBRE ist ein nicht brennbarer Steinwolle-Einblasdämmstoff, der pneumatisch in die Hohlschicht zwischen der Vormauerschale und Innenschale des zweischaligen Mauerwerks eingebracht wird. (Foto: ECOFIBRE)

Während das Backsteinmauerwerk früher aus Tradition einschalig war, setzte sich mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts das sogenannte zweischalige Verblendmauerwerk durch. Dabei hat die sogenannte Innenschale die tragende Funktion und sorgt zudem für Wärmeschutz und Schallarmut. Die Außenschale aus "Backstein" - der hier als Oberbegriff für sogenannte Vormauerziegel, Klinker oder Handformziegel dient - dient dabei dem Wetterschutz. Außerdem erlaubt die Außenschale, die Außenwand nach individuellen Wünschen zu gestalten.

Gut zu wissen: Die Außenschale des zweischaligen Mauerwerks nennt der Fachmann auch

  • Vormauerschale,
  • Vorsatzschale,
  • Verblendschale oder
  • Verblendmauerwerk.

Daraus resultieren die Begriffe Verblendziegel und Verblender für die Backsteine außen.

Das Verblendmauerwerk und die tragende Innenschale sind üblicherweise mit Hilfe von Edelstahltankern miteinander verbunden. Damit die Verblendschale optimal vor Schlagregen schützt (hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schlagregen) muss sie zum einen mindestens 11,5 Zentimeter dick sein und zum anderen aus Steinen bestehen, die frostfest sind.

Im Zuge der zunehmenden Dämmung von Gebäuden nutzt man den Hohlraum, der meist zwischen eineinhalb und zehn, maximal jedoch fünfzehn Zentimetern tief ist, zwischen den beiden Wandschalen und bringt dort Dämmstoffe ein, um den Dämmschutz des zweischaligen Mauerwerks entsprechend der von der Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) geforderten Dämmwerte zu verbessern. Denn über Öffnungen und Fugen entweicht über diese Hohlräume meist sehr viel Wärme.

Möglichkeiten der Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks

Isover ULTIMATE Dämmstoff-Matten aus Mineralwolle zwischen dem Mauerwerk im Neubau. (Foto: energie-experten.org)
Isover ULTIMATE Dämmstoff-Matten aus Mineralwolle zwischen dem Mauerwerk im Neubau. (Foto: energie-experten.org)

Ganz ähnlich wie bei einer Zwischensparrendämmung eines Steildaches hat man auch beim Dämmen einer zweischaligen Mauer die Wahl zwischen einer kompletten Füllung des Hohlraums zwischen den beiden Schalen Verblendmauerwerk und Innenschale oder einer teilweisen.

Besonders hohe Dämmwerte erzielt man, wenn der Mauerzwischenraum ganz mit Dämmstoffen gefüllt wird.

Die Dämmstoffe müssen langzeitig wasserabweisend und können verschiedener Art sein:

  • Dämmstoff-Platten
  • Dämmstoff-Matten
  • Dämmstoff-Granulat
  • Schüttungen
  • Ortschaum.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Kerndämmung des zweischaligen Mauerwerks mit Dämmplatten oder Dämmmatten aus z. B. Mineral- oder Steinwolle und einer Dämmung der Mauerzwischenräumen mit losem Dämmstoff, der in der Regel dann nachträglich eingeblasen wird.

Kerndämmung des Mauerwerks mit Dämmplatten und Dämmmatten

Steinwolle-Dämmplatte für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. (Foto: DEUTSCHE ROCKWOOL Mineralwoll GmbH & Co. OHG)
Steinwolle-Dämmplatte für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. (Foto: DEUTSCHE ROCKWOOL Mineralwoll GmbH & Co. OHG)

Diese Art der Kerndämmung wird üblicherweise im Neubau eingesetzt. Als Dämmstoffplatten kommen in der Regel Mineralwolle oder Polystyrol-Hartschaumplatten zur Anwendung. Dämmstoffmatten sind meist aus Steinwolle oder Glaswolle.

Die Dämmstoffplatten/ -matten werden mit Hilfe von speziellen Dämmstoffhaltern befestigt. Dabei wird an der Innenschale der Außenwände der Dämmstoff auf Bindeanker oder mit Dämmstoffdübeln befestigt. Bei der Dämmung mit einzelnen Platten bzw. Matten werden diese durch Aufstecken auf die Drahtanker befestigt. Diese werden im Verbund so verlegt, dass die Platten bzw. Matten zweilagig und versetzt zueinander platziert werden, damit Fugen überdeckt und Wärmebrücken vermieden werden.

Zur Lagesicherung werden auf die Drahtanker Kunststoffabdeckscheiben geschoben und gegen die Platten/ Matten gedrückt. Bei Verlegung mit Luftschicht sind Scheiben mit Abtropfnasen zu verwenden, damit keine Feuchtigkeit von der Außen- zur Innenschale gelangen kann. Anschließend wird die Verblendschale gemauert.

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Nachträgliche Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk

Über Schläuche und Düsen werden die Schüttdämmstoffe direkt in Hohlräume des zweischaligen Mauerwerks eingeblasen. (Foto: Knauf Insulation GmbH)
Über Schläuche und Düsen werden die Schüttdämmstoffe direkt in Hohlräume des zweischaligen Mauerwerks eingeblasen. (Foto: Knauf Insulation GmbH)

In der Praxis stehen heute viele Bauherren vor der Aufgabe, ihr zeitgemäß zweischaliges Gebäude im Nachhinein zu dämmen. Dafür eignet sich besonders die Kerndämmung mit Hilfe einer Einblasdämmung. Dazu sollte man zunächst eine Bestandaufnahme des Mauerwerks vornehmen (lassen). Der Fachmann bohrt zu diesem Zweck kleine Löcher in die Außenschale und führt dort ein Videoendoskop ein. Es empfiehlt sich, hierbei besonderes Augenmerk auf die Verbindungen zwischen beiden Schalen und deren Zustand zu achten. Das Abdichten von gegebenenfalls vorhandenen Lecks sorge laut Experten bereits für einen wesentlich geringeren Wärmeverlust.

Ergibt sich aus dieser Prüfung, dass das zweischalige Mauerkonstrukt für eine Kerndämmung geeignet ist, wird der Hohlraum mit losem Dämmmaterial gefüllt. Das Einblasen des Dämmstoffs geschieht entweder über

  • Löcher in der Außenschale
  • Löcher in der Innenschale
  • oder (bei Gebäuden in Bungalowbauweise) direkt von oben.

Eine solche Einblasdämmung bringt mehrere Vorteile mit sich: Neben den merklich reduzierten Heizkosten erhöht sich damit auch das Wohlgefühl im Wohnraum, da die Wände wärmer sind. Eventuell empfundener Zug verschwindet, auch Schimmel bildet sich anschließend seltener. Die Einblasdämmung punktet aber auch mit ihrer vergleichsweise schnellen und einfachen Machbarkeit. Fachleute werben damit, dass die Arbeit innerhalb eines Tages erledigt wird und auch ein teures und zeitaufwendiges Einrüsten des Gebäudes nicht notwendig sei.

Während die Wärmedämmung mittels Einblasen der Dämmstoffe, also die Kerndämmung, oft als "moderne" Dämmvariante für zweischaliges Mauerwerk bezeichnet wird, ist die Dämmung mit Luftschicht eher als konventionell anzusehen.

Zweischalige Außenwände mit Dämmung und Luftschicht

Im Neubau wird heute bei der Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks in der Regel auf eine Hinterlüftung der Vormauerschale verzichtet. (Foto: energie-experten.org)
Im Neubau wird heute bei der Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks in der Regel auf eine Hinterlüftung der Vormauerschale verzichtet. (Foto: energie-experten.org)

Bei einem großen Abstand zwischen tragender und zugleich gut wärmenden Mauerwerk und Verblendung hat man, den tiefen Hohlraum nicht komplett mit Dämmstoff zu füllen und der Luft so Raum zum Zirkulieren zu verschaffen. Das hat insbesondere im Sommer Vorteile: Die Hinterlüftung gewährleistet, dass sich keine Wärme staut (Wärmestau) und sich das zweischalige Mauerwerk nicht aufheizt. Schwankende Außentemperaturen verändern das Raumklima somit deutlich weniger.

Soll das zweischalige Mauerwerk hinterlüftet sein, bringt man auf die äußere Seite der Innenschale eine Dämmschicht an. Zwischen ihr und der Außenschale lässt man einen Hohlraum mit etwa einer Tiefe vier Zentimetern (sogenannte Sperrschicht für Regenwasser). Tritt an der Innenseite der äußeren Schale Kondenswasser auf, trocknet es dank der zirkulierenden Luft dort schnell. Anfallendes Schlagregenwasser fließt an der Rückseite eh ab. Feuchtigkeit, die aus dem Innenraum in die innere Schale und die darauf sitzende Dämmschicht und durch diese hindurch in den Hohlraum dringt, sollte auf diese Weise ebenso entweichen können. Dafür sorgen dampfdurchlässige Dämmstoffe.

Im Vergleich der Dämmmethoden eines zweischaligen Mauerwerks mit und ohne Luftschicht, tendiert man heute zur vollen Verfüllung des Hohlraumes zwischen den Mauerwerksschalen. Insbesondere im Neubau wird heute üblicherweise auf eine Hinterlüftung der Vormauerschale verzichtet.

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"Zweischaliges Mauerwerk richtig dämmen" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.