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Bautechnische Möglichkeiten zur Schalldämmung im Überblick

Was ist Schall? Warum spielt Schallschutz eine große Rolle bei der Gestaltung von Wohn- und Arbeitsräumen? Wie funktioniert eine Schalldämmung?

Eine optimale Schalldämmung der Räume, ganz gleich, ob darin gelebt und / oder gearbeitet werden soll, sorgt dafür, dass die alltägliche Lärmkulisse draußen bleibt – und man weder den Straßenlärm noch den Nachbarn hört. Damit bleibt Umweltschmutz draußen, denn nichts anderes ist Lärm, der einen unter Stress setzt und schlimmstenfalls krank macht. Wir zeigen Ihnen, wie eine Schalldämmung funktioniert und welche bautechnischen Möglichkeiten bestehen, eine Schalldämmung mit einer Wärmedämmung zu kombinieren.

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Entstehung und Ausbreitung von Luft- und Körperschall

Durch den optimierten Strömungswiderstand und die strukturierte Oberfläche der SONATECH® PUR Pyramide entsteht ein Lärmschutzprodukt mit exzellenter Schalldämmung. (Foto: SONATECH GmbH + Co. KG)
Durch den optimierten Strömungswiderstand und die strukturierte Oberfläche der SONATECH® PUR Pyramide entsteht ein Lärmschutzprodukt mit exzellenter Schalldämmung. (Foto: SONATECH GmbH + Co. KG)

Selbst innerhalb der Wohnung verhindert die Schalldämmung, dass Geräusche von einem Zimmer in das nächste dringen. So können einzelne Mitglieder der Familie oder Wohngemeinschaft beziehungsweise Kollegen in ihren Räumen Ruhe und Geborgenheit finden und zugleich Privatsphäre. So, wie die optimale Schalldämmung einem Ruhe von außen verschafft, hindert sie aber auch den Krach, den man selbst macht, daran, zu den Zimmer- und Wohnungsnachbarn vorzudringen.

Um zu verstehen, wie eine Schalldämmung funktioniert, muss man allerdings wissen, wie Schall sich überhaupt ausbreitet.

Physikalisch betrachtet ist Schall, verursacht von Menschenstimmen, live oder aus Radio/TV, oder Maschinen eine Welle, die sich innerhalb eines Mediums ausbreitet. Das uns geläufigste Medium ist Luft (Luftschall), gleichwohl sich Schall auch in Wasser oder durch feste Gegenstände (Körperschall) hindurch ausbreitet. Erzeuger von Schall sind in jedem Fall schwingende Körper.

Streicht man beispielsweise mit dem Bogen über die Saite einer Geige, versetzt man diese in Schwingungen. Die Saite bringt die sie umgebende Luft zum Schwingen – eine Welle entsteht. Das geschieht, indem die Luft von der schwingenden Seite an der Stelle zusammengedrückt wird, was zugleich den dort herrschenden Luftdruck erhöht.

Anschließend breitet sich diese Luftmasse mit hohem Druck, der mitunter auch mal spürbar ist, in alle Richtungen aus. Das tut sie mit einer Geschwindigkeit von 330 Metern pro Sekunde, was 1.188 Kilometern in der Stunde entspricht. Diese Schallwelle dringt bis zu unserem Ohr vor, wo sie auf das Trommelfell trifft und in ein Signal gewandelt wird, das zum Gehirn weitergeleitet wird - mit dem Ergebnis, dass wir den Klang der Geige hören.

Wobei die Physiker sehr wohl zwischen Klang und Ton unterscheiden. Ein Ton ist demnach ein sogenanntes Schallereignis, das aus einer perfekten Welle besteht. Ein ganzes Musikstück bedeutet, dass dieser physikalische Vorgang mehrere Male hintereinander geschieht, oder anders ausgedrückt: eine ganze Reihe von Wellen an uns vorbeischwappt.

Dabei breitet sich innerhalb der Luft mal eine stark, mal eine weniger stark verdichtete (zusammengedrückte) Schicht Luft aus. Könnte man die Luftteilchen sehen, ergäbe sich ein Bild, das ähnlich dessen sich konzentrisch ausbreitender Kreise im Wasser ist, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat.

Messung der Effektivität von Schalldämmungsmaßnahmen

Wichtigste Kennzeichen des Schalls sind die Zahl der Schwingungen pro Sekunde (Hertz, Hz), also seine Frequenz, sowie seine Lautstärke (auch Schalldruck oder Schallpegel genannt), die in Dezibel (dB) angegebenen wird. Die Effektivität einer Schalldämmung wird daher in diesen Einheiten bemessen.

Was man dazu noch wissen sollte: Bei der Wahrnehmung von Schall gibt es das Phänomen (Verhältnis Lautstärkeskala zu Lautstärkeempfindung), dass eine Erhöhung der Lautstärke eines Geräuschs von 60 Dezibel um „nur“ 10 Dezibel auf 70 Dezibel bereits als doppelt laut wahrgenommen wird. Das leise Gerede des Nachbarn am Telefon kann sogar schon als doppelt laut gehört werden, wenn er seine Stimme nur um 3 Dezibel „aufdreht“. Umgekehrt bedeutet das: Schon eine Schalldämmung, die nur 10 Dezibel Lärm dämmt, wird als wohltuende Lärmhalbierung empfunden.

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Einordnung und Richtlinien zum bautechnischen Schallschutz

Von der trockenen Theorie geht’s jetzt direkt in die Praxis. Eine wirksame Schalldämmung umfasst mehrere Faktoren. Dazu zählen:

  • Abschottung des Gebäudeinneren vor Außenlärm
  • Vermindern von Schallübertragung zwischen den Räumen im Gebäude
  • Verhindern von Schallübertragung aus dem Gebäude heraus in die Umwelt
  • Schaffen eines guten „akustischen Klimas“ (vor allem: in großen Räumen)

Punkte 1 bis 3 gehören übrigens zum Thema Bauakustik, Punkt 4 zum Thema Raumakustik.

Die Norm DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ bildet den in Deutschland geltenden Rahmen für die Schalldämmung im Hochbau. Sie regelt den geforderten Mindestschallschutz, ihr Beiblatt 2 die Anforderungen an einen erhöhten Schallschutz.

Die Regeln des Vereins Deutscher Ingenieure 4100, kurz: VDI-Richtlinie, zeigt drei Schallschutzstufen für den erhöhten Schallschutz im Hochbau auf:

Tabelle: Kennwerte der Schallschutzstufen (SSt) in Mehrfamilienhäusern nach VDI 4100:2012-10
Art der GeräuschemissionSchallschutzstufe (SSt) ISchallschutzstufe (SSt) IISchallschutzstufe (SSt) III
Laute Spracheundeutlich verstehbarkaum verstehbarim Allgemeinen nicht verstehbar
Sprache mit angehobener Sprechweiseim Allgemeinen kaum verstehbarim Allgemeinen nicht verstehbarnicht verstehbar
Sprache in normaler Sprechweiseim Allgemeinen nicht verstehbarnicht verstehbarnicht hörbar
Sehr laute Musikpartyssehr deutlich hörbardeutlich hörbarnoch hörbar
Laute Musik, laut eingestellte Rundfunk- und Fernsehgerätedeutlich hörbarnoch hörbarkaum hörbar
Musik in normaler Lautstärkenoch hörbarkaum hörbarnicht hörbar
Spielende Kinderhörbarnoch hörbarkaum hörbar
Gehgeräuscheim Allgemeinen kaum störendim Allgemeinen nicht störendnicht störend
Nutzergeräuschehörbarnoch hörbarim Allgemeinen nicht hörbar
Geräusche aus gebäudetechnischen Anlagenunzumutbare Belästigungen werden im Allgemeinen vermiedenim Allgemeinen nicht störendnicht oder nur selten störend
Haushaltsgerätenoch hörbarkaum hörbarim Allgemeinen nicht hörbar

Wichtig: Die VDI-Richtlinie ist eine Richtlinie zur Schalldämmung. Soll sie gelten, muss das bauvertraglich festgehalten werden. Besteht in Sachen Schalldämmung Zweifel oder wurden vertragliche Prüfungen des bestehenden Schallschutzes vereinbart, muss eine sogenannte Güteprüfung des Schallschutzes nach DIN 4109-11 veranlasst werden.

Techniken einer bautechnischen Schalldämmung

Mit den Schallschutzsystemen „Die Blaue” von Rigips lassen sich durch Schalldämmung und Schallsabsorption die wichtigsten Sekundärmaßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Luft-, Körper- und Trittschall erzielen. (Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH)
Mit den Schallschutzsystemen „Die Blaue” von Rigips lassen sich durch Schalldämmung und Schallsabsorption die wichtigsten Sekundärmaßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Luft-, Körper- und Trittschall erzielen. (Foto: Saint-Gobain Rigips GmbH)

Schallschutz wird für Neubauten idealerweise direkt mit eingeplant. So kann man bereits entsprechende schallschützende Mauersteine (Beton- oder Vollziegelwände sowie Kalksandstein) verwenden, um Lärm außerhalb der Mauern zu lassen. Dennoch kommt es in Neubauten wie in schlecht beziehungsweise gar nicht schallgedämmten Bestandsbauten, insbesondere Altbauten, zu Problemen mit dem Schallschutz. Die lassen sich jedoch auch im Nachhinein noch angehen.

Wichtig dabei: Es gibt verschiedene Schalldämmungen, die zudem noch nach dem Einsatzzweck (Decken, Wände, Fenster, Türen, Dächer und andere Bauteile/Bauabschnitte) unterschieden werden. Welche die optimale Schalldämmung für Ihr individuelles Schallproblem ist, kann meist nur der Fachmann vor Ort entscheiden.

Schallschutz lässt sich zum Beispiel so realisieren:

  • Außen-/Innenwände: spezielle Mauersteine oder Schalldämmplatten zur Innenwanddämmung, auch Wärmedämmplatten bringen mitunter bereits einen guten Schallschutz mit, zum Beispiel Mineralwolle-Dämmplatten, daneben gibt es schallabsorbierende Einlagen für Holz- oder Metallständerwandkonstruktionen, die „vorgehängt“ werden, schallabsorbierende Trennwandplatten.
  • Boden: hochelastische Estrichdämmplatten aus Mineralwolle werden unter den schwimmenden Mörtel-, Fließ- oder Heizestrich verlegt • Dach: Klemmfilz bringt auch Schallschutz in schlecht isolierte Dächer
  • Türen und Fenster: DIN 4109 klassifiziert den Schallschutz von Türen. Fenster werden ebenso in Schallschutzklassen unterscheiden, geltende Norm ist hier die VDI-Richtlinie 2719.
  • Rohre: Rohre müssen von anderen Bauteilen entkoppelt werden, da sie bei Anstoß Schall übertragen. Zum Beispiel mit Rohrschellen mit Schalldämmeinlage oder man nutzt gleich spezielle Rohre/Rohrschellen aus elastischem Kunststoff.

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Weitere Informationen zur Schalldämmung

"Möglichkeiten zur Schalldämmung im Überblick" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.