Letzte Aktualisierung: 08.08.2018

Armierungsmörtel für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS)

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Was ist ein Armierungsmörtel? Worin unterscheiden sich einzelne Mörteltypen? Wie teuer sind Mörtel für Armierungsgewebe?

Armierungsmörtel wird in einem Wärmedämmverbundsystem (kurz: WDVS) zum einen auf die Dämmplatten aufgebracht wird. Er soll die Dämmplatten schützen und dafür sorgen, dass eine ebene und einheitliche Fläche entsteht, die als Untergrund (Unterputz) dient, um darauf weitere Deckbeschichtungen (Oberputz) aufzutragen. Zum anderen werden mit Armierungsmörtel auch zum Verkleben der Dämmplatten eingesetzt.

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Was versteht man unter einem Armierungsmörtel?

Ein sogenannter Armierungsmörtel ist ein Mörtel, der als Komponente eines Wärmedämmverbundsystems, kurz: WDVS, dient. Er wird auf die Dämmplatten geschichtet. In den Armierungsmörtel kann eine Bewehrung, das sogenannte Armierungsgewebe, eingearbeitet werden.

Die sich dank des Armierungsmörtels ergebende ebene und einheitliche Mörtelfläche wird zum Untergrund für nachfolgend aufzubringende Deckbeschichtungen des WDVS (Schlussbeschichtung Oberputz, keramische Fassadenbekleidungen, Flachverblendern oder Bossen), die zum systemdichten Abschluss und zur optischen Gestaltung der Fassadenoberfläche beitragen.

Außerdem dient ein Armierungsmörtel, der dann oft als Klebemörtel gehandelt wird, zum Verkleben zum Beispiel aus Polystyrolplatten (Styropor) oder Mineralwolleplatten, im Rahmen eines WDVS.

Alternative und im Handel gängige Bezeichnungen für Armierungsmörtel sind zum Beispiel Armierungsmasse, Armierungsspachtelmasse, Armierungsspachtel und Armierungsputz/ Armierungsunterputz.

Aufgrund der einem Klebemörtel ähnlichen bzw. 1:1 gleichenden Beschaffenheit von Armierungsmörtel und ähnlicher bzw. gleicher Verwendung verkaufen einige Hersteller ihren Armierungsmörtel direkt als Klebe- und Armierungsmörtel, während andere ihre Produkte kategorisieren in

  • Klebemörtel (Kleber) für Dämmplatten aus Styropor, Klebemörtel für Wärmedämmungssysteme mit Styropor (im Unterschied zu Klebemörtel für Wärmedämmungssysteme mit Mineralwolle) und
  • Armierungsmörtel zur Herstellung einer Armierungsschicht auf einem Styropor- oder Mineralwolle-WDVS.

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Woraus besteht Armierungsmörtel?

Zement, Putz, Mörtel – lauter Baustoffe, die mit Wasser versetzt zu dickflüssigen Massen werden, die sich sehr ähnlich sind. Sie kommen als Kleber, Füllmasse oder (schützenden / gestaltenden) Beschichtung zur Anwendung. Grundsätzlich bestehen die genannten Baustoffe aus Großteils den gleichen Rohstoffen: Kalk, Ton und Sand.

Zement gilt als Bindemittel: Er sorgt als Bestandteil von Baustoffen für deren stofflichen Zusammenhalt. Zement besteht aus den Hauptbestandteilen Kalkstein und Ton. Diese werden oft mit etwas Quarzsand und Eisenerz versetzt, dann fein gemahlen und anschließend bei 1.400 bis 1.500 Grad Celsius gebrannt. So erhält man kleine, harte Kügelchen, die Zementklinker genannt werden. Sie vermischt man mit weiteren Zutaten, darunter Hüttensand, Flugasche, Kalkstein und Gips, und mahlt das Ganze erneut. Das Ergebnis ist das Bindemittel Zement in grauer, pulveriger Form. Gibt man Wasser dazu, entsteht Zementleim, der steinhart wird, wenn er trocknet.

Versetzt man Zement mit Wasser, Sand und Kies, bekommt man Beton. Ohne Kies entsteht Zement-Mörtel. Also Beton ohne Gesteinskörnungen, deren Korngröße größer als vier Millimeter ist.

In anderen Mörtelarten steckt anstelle von Zement ein anderes Bindemittel, zum Beispiel Kalk. Das ist dann sogenannter Kalkmörtel. Je nach Bindemittel ergeben sich so Gipsmörtel, Lehmmörtel, Kunstharzmörtel oder Mischarten wie Kalkzementmörtel.

Je nach Anwendung fügt man den Mörteln weitere Zusatzstoffe zu. Aus den unterschiedlichen Anwendungen resultieren dann Mörtelarten wie: 

  • Mauermörtel,
  • Fliesenmörtel,
  • Estrichmörtel oder
  • Armierungsmörtel.

Putz ist Mörtel, der auf Wände oder Decken ein- oder mehrlagig aufgeschichtet wird. Wie alle anderen Mörtelarten besteht er auch aus Sand, Wasser und Bindemittel. Variierende Bindemittel und Zusätze bringen unterschiedliche Putze / Putzmörtel hervor, die dann nach Anwendung in Unter- und Oberputze sowie Außen- und Innenputze unterschieden werden.

Armierungsmörtel ist eine spezielle Putzmörtelart, die in Verbindung mit einem darin vollflächig eingebetteten Armierungsgewebe den sogenannten Armierungsputz auf dem WDVS ergibt. Sie bestehen aus Kunstharzdispersionen oder aus werkseitig vorgemischten (mineralischen) Trockenmörtelmischungen.

Preise und Verbrauch von Mörteln für Armierungsgewebe

Die von vielen Herstellern als Klebe- und / oder Armierungsmörtel gehandelten Mörtel müssen immer zum verwendeten WDVS passen. So findet man bei den WDVS-Anbietern zu den von ihnen angebotenen WDVS passende Armierungsmörtel teilweise in unterschiedlichster Ausführung, die z. B. eine schnelle Verarbeitung garantieren sollen. Je nach Produktauslegung variieren die Preise für Armierungsmörtel. Markenprodukte sind meist teurer als die unbekannter Hersteller.

Tabelle 1: Beispiel-Preise für Armierungsmörtel für WDVS
Armierungsmörtel für Menge in kg Netto-Preis Netto-Preis pro kg
WDVS mit Styropor 25 8,50 € 0,34 €
WDVS mit Mineralwolle 25 8,42 € 0,34 €

Neben der zum WDV-Systemverträglichkeit sollte bei einem Preisvergleich auch auf die Verbrauchsangaben des Herstellers geachtet werden. Diese unterscheiden sich in der Regel je nachdem, ob ein Styropor- oder ein Mineralwolle-WDVS vorliegt. Meist ist mehr Mörtel für ein Armierungsgewebe auf einem Mineralwolle-WDVS nötig als für eines auf einer Styropor-Dämmplatte.

Tabelle 2: Durchschnittliche Verbrauchsangaben von Armierungsmörtel pro m<sup>2</sup>
Armierungsmörtel für Verbrauch zur Herstellung einer Armierungsschicht
WDVS mit Styropor 3 bis 3,5 kg/m2
WDVS mit Mineralwolle 5,5 bis 6,5 kg/m2

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