Letzte Aktualisierung: 09.10.2018

Klinkerriemchen für WDVS-Dämmungen

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Wie lässt sich ein WDVS mit Klinkern gestalten? Welche Klinkerriemchen gibt es? Wie werden die Klinker und Flachverblender auf das WDVS aufgebracht?

Die Fassadengestaltung eines WDVS mit Flachverblendern oder Klinkerriemchen stellt eine Alternative zur klassischen Putzoberfläche dar. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber üblichen Vormauerschalen ist, daß der Belag dabei im direkten Verbund mit dem Wärmedämmverbundsystem aufgebracht wird. Hier erklären wir, worauf Sie bei der Auswahl und beim Anbringen von Klinker bzw. Verblender auf ein WDVS achten müssen.

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Vorteile und Gestaltungsvarianten von Klinkerriemchen

Eine Klinker- bzw. Verblender-Optik einer gedämmten WDVS-Fassade ist gerade in den Regionen interessant, in denen die Fassaden nicht verputzt sind, sondern ein Verblendmauerwerk vorherrscht. Speziell in landschaftlichen Regionen, in denen vorzugsweise mit Sichtmauerwerk gestaltet wird, ist ein WDVS mit Flachverblendern oder Klinkerriemchen im Neubau als auch bei einer energetischen Altbausanierung besonders interessant.

Klinkerriemchen ermöglichen ebenso wie beim Sichtmauerwerk ausdrucksstarke Oberflächen, inklusive Gebrauchsspuren und Kantenausbrüche, deren Zeitlosigkeit durch die sich bildende Patina noch steigt. Die bei über 1100 °C gebrannten 11 bis 14 Millimeter starken Klinker bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen Sedimenten. Sie sind hart, wasserabweisend und extrem widerstandsfähig gegen Frost, Hitze oder Hagel. So weisen verklinkerte WDVS auch aufgrund ihrer Strapazierfähigkeit und Witterungsbeständigkeit eine längere Haltbarkeit als normale, verputzte WDVS-Fassaden auf.

Klinkerriemchen bzw. Flachverblender für WDVS sind im Normalformat (240 x 71 mm), im Langformat und auch als Winkelvariante für die Eckausbildung erhältlich. Es gibt sie handgeformt oder industriell akkurat, glatt bis strukturiert, lasiert oder roh, monochrom bis changierend, in klassischen roten Erdtönen bis zu metallic-schwarzen Farbstellungen. Die Oberflächen der Naturklinker können dazu je nach Steinsorte (Sand- und Kalksteine sowie Granite) auch geschliffen, poliert, sandgestrahlt, gebürstet oder beflammt werden. So können auch ganz individuelle Oberflächenvarianten und Riemchengrößen als WDVS-Abschluss gefertigt werden.

WDVS-Klinker ermöglichen Vollwärmeschutz von Altbau-Klinkerfassaden

Ein Gebäude in Ziegelarchitektur mit einem WDVS zu dämmen, war immer ein sensibles Thema, da es oftmals bedeutete, den besonderen Charakter der Steinfassade aufgeben zu müssen. Die dünnen, aus Ton gebrannten Klinkerriemchen lösen dieses Problem und verleihen dem Gebäude auch nach der energetischen Sanierung mit dem WDVS eine Ziegelhaus-Optik, die kaum vom ursprünglichen Gebäude zu unterscheiden ist.

Für eine individuelle Klinker-Gestaltung bzw. eine Nachbildung der alten Verblender-Fassade bieten sich eine Vielzahl von Klinkertypen an, die in Verbindung mit einer breiten Palette an Fugenmörtelfarben mehrere hundert Gestaltungskombinationen ermöglichen. So hebt z. B. ein heller Farbton des Fugenmörtels in Kombination mit einem dunklen Klinkerriemchen die Fuge besonders stark hervor, während dezentere, dunklere Fugenmörtelfarben der mit Riemchen versehenen WDVS-Fassade eher Ruhe und ein einheitlicheres Gesamtbild entstehen lassen.

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Anbringen von Klinkerriemchen und Flachverblender auf WDVS

Die Klinkerriemchen bzw. Flachverblender sind relativ leicht auf das WDVS aufzubringen. Nach dem Aufkleben, Armieren und Verdübeln der Dämmplatten werden die Verblendsteine auf dem Unterputz verklebt, verfugt und anschließend gereinigt. Der Fugenmörtel wird dann in Handverfugung oder mit der Spritz- oder Schlämmtechnik aufgetragen. Folgende Bilderserie zeigt das Auftragen von Klinker auf ein WDVS am Beispiel des Klinker-Systems der HECK Wall Systems GmbH:

Klinker müssen zum WDV-System passen

Besonders Putze sind mit ihrer Oberflächenvielfalt ein perfekt ergänzendes Material, zum Beispiel dann, wenn ein verklinkertes Sockelgeschoss oder stoßgeschützte Hauseingänge mit daran anschließenden Putzflächen kombiniert werden. Während die Klinker durch ihr Format, die Fugen und den gewählten Verband strengen Rhythmen unterliegen, bestechen die Putze mit individuellen Ausformungsmöglichkeiten.

Die energieeffiziente Bekleidung einer Fassade mit Naturstein erfordert jedoch Know-how und muss zum WDV-System des Herstellers passen. So wird es häufig nötig, das Kleben der Klinker auf dem Unterputz des WDVS mit dem systemzugehörigen Ansatzmörtel auszuführen. Und je nach gewähltem Belag müssen auch die Fugen mit dem systemzugehörigen Fugenmörtel verfüllt werden (Kellenverfugung oder Schlämmverfugung). Diese Systemzugehörigkeit sollte auch bei Putzanschlüssen eingehalten werden.

Grundsätzlich gilt dabei, dass der Hersteller des Belages den Eignungsnachweis seines Produktes für den Einsatz auf WDVS führen muss (Weitere Infos finden Sie in unserem Kapitel "Zulassung von WDV-Systemen"). Die Verwendung von auf WDVS verklebten Klinkerriemchen wird analog zu anderen harten Belägen wie Naturwerkstein und Keramik durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (Z-33.46-422) geregelt.

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