Letzte Aktualisierung: 08.11.2018

Einsatz von Putzträgerplatten im Wärmedämmverbundsystem

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Was ist die Funktion einer Putzträgerplatte? Welche Arten von Putzträgerplatten gibt es? Was muss beim Anbringen von Putzträgerplatten beachtet werden?

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist ein aus aufeinander abgestimmten Komponenten errichtetes Dämm-System, das der möglichst effizienten und langlebigen Wärmedämmung von außenseitigen Fassaden eines Gebäudes dient. Putzträgerplatten sind dabei ein wichtiges Kernelement von WDVS und werden daher nur innerhalb eines Komplettsystems von Systemhaltern angeboten.

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Putz tragende Dämmplatten als Kern des WDVS

Sogenannte Putzträgerplatten stellen den Kern eines Wärmedämmverbundsystems dar. Sie sind jedoch mehr als Putz tragende Platten. Bestenfalls handelt es sich dabei um Putz tragende Dämmstoffplatten. Solche Putzträgerplatten erfüllen insgesamt drei Aufgaben, und das sowohl an den Fassaden von Neubauten als auch von Altbauten:

  • Wärmeschutz
  • Schallschutz
  • Brandschutz

Im Handel sind Putzträgerplatten verschiedenster Art erhältlich. Häufig werden WDVS mit dem Dämmstoff Polystyrol errichtet, der allerdings nur als schwer entflammbar kategorisiert ist. Alternativ lassen sich WDVS direkt mit nicht brennbaren Dämmstoffen realisieren.

Nicht brennbare Putzträgerplatten aus Steinwolle

So gibt es Putzträgerplatten aus Steinwolle, die ihren Einsatz innerhalb eines sogenannten mineralischen Wärmedämmverbundsystems finden. Ein bekannter Hersteller derartiger Putzträgerplatten ist der Hersteller Rockwool aus Gladbeck mit den Dämmplatten "Coverrock" und "Coverrock II".

Mineralwolle-Oberflächen vereinfachen Montage

"Coverrock" und "Coverrock II" haben beispielsweise eine verdichtete Vorderseite (im WDVS nach außen gerichtet) und eine weiche(re) flexibeler(e) Rückseite (bauseitig). Diese Zweischichtcharakteristik mache die Rockwool-Platten nach Angaben des Herstellers besonders anschmiegsam in Richtung Fassade (bauseitig) und besonders hart in Richtung Außenseite (putzseitig). Dank der weichen und flexiblen Innenseite können sich die Platten optimal an den Untergrund anpassen und gegebenenfalls Unebenmäßigkeiten desselben ausgleichen.

Gleichzeitig gestatte der zweischichtige Aufbau, der hier nur beispielhaft genannten Putzträgerplatten, deren effiziente Montage an der zu dämmenden Fassade. Demnach benötigten die Putzträgerplatten vergleichsweise wenige mechanische Befestiger (WDVS-Dübel). Das spare nicht nur Kosten, sondern mache bei der Montage auch weniger Lärm.

Weitere Vorteile von Mineralwolle-Putzträgerplatten

Vor allem aber punkten die Putzträgerplatten Coverrock und Coverrock II mit einem hohen Wärmeschutz, der auf einer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit (so genannter U-Wert) beruhe, verspricht Hersteller Rockwool. Für beide Putzträgerplatten gibt Rockwool eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Quadratmeter und Kelvin an. Darüber hinaus sind die Putzträgerplatten nicht brennbar, sie entsprechen laut Herstellerangaben nach der europäischen NormDIN EN 13501-1 zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Baustoffen der Euroklasse A1.

Zu erwähnen ist außerdem, dass die Putzträgerpatten schalldämmend wirken sowie wasserabweisend und diffusionsoffen. Wegen ihrer mineralischen Basis sind die Platten zudem zu 100 Prozent reycelbar. Die Putzträgerplatte "Coverrock II" sei demnach mit einer weiteren Besonderheit ausgestattet. Sie ist beidseitig beschichtet, wobei die Beschaffenheit der Oberflächen verschieden ist. Das diene, so der Hersteller, der maschinellen Verarbeitung von Klebemörtel und Putz.

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Oberflächenbündige Verdübelung von Putzträgerplatten

Die widerstandsfähige verdichtete Oberlage der beispielhaft genannten Rockwool-Putzträgerplatten ist etwa zwei Zentimeter dick. Damit ließe sich eine oberflächig bündig abschließende Verdübelung (vertiefte Montage) realisieren, garantiert der Hersteller. Um das Risiko von Dübelabzeichnungen im Oberputz zu mindern, lassen sich auf den Platten sogar sogenannte Dübelteller einsetzen.

Dübelabzeichnungen auf der Gebäudehülle sind ein Schönheitsmakel, der sich häufig erst nach einer geraumen Weile zeigt. Die sichtbaren Flecken entstehen, wenn oberflächenbündig angebrachte Dübel wegen der Wärmebrücke, die sie darstellen, punktuell einen erhöhten Wärmedurchgang erlauben, so dass der Putz auf ihnen schneller trocknet, als im angrenzenden Bereich.

Diesem Effekt kann man bewusst gegensteuern. Und zwar indem man sogenannte Dübelteller versenkt und sie anschließend mit Dämmstoff bedeckt. Als Beispiel soll hier der auf die Rockwool-Putzträgerplatten abgestimmte Dübel "ejotherm VT 2G" genannt werden. Bei den Rockwool-Platten durchdringt dessen eigentlicher Dübelteller die verdichtete Oberlage. Der Kragen des Kombitellers wird bündig zur Oberfläche der Platte gesetzt und der Teller mit eingesetzten Steinwolle-Rondellen bedeckt.

Ökologische Putzträgerplatten

Im Holzbau bieten Putzträgerdämmplatten aus Holzfasern eine natürliche Alternative zu konventionellen Dämmstoffen. Damit lassen sich ebenfalls diffusionsoffene Außenwandgestaltungen verwirklichen. Wegen der besonderen Eigenschaften des Dämmstoffs Holz sind die Putzträgerplatten speziell vor Durchnässung und Staunässe zu schützen. Nur Putzträgerplatten, die absolut trocken, sauber und unbeschädigt sind, dürfen verarbeitet werden. Die Holzfaserdämmplatte "HFD-Exterior Compact" vom WDVS-Hersteller Inthermo wird dazu im Trockenverfahren behandelt. Das heißt, die Holzfasern werden zusammen mit einem hydrophobierenden PU-Leim und anderen Zutaten unter Einsatz von Wasserdampf verpresst.

Die Putzträgerplatten aus Holzfasern werden ebenfalls verklebt oder mechanisch befestigt (mittels Klammern und ab einer Dicke von 120 Millimetern mittels Dübeln). Die Wärmeleitfähigkeit der Holzfaser-Putzträgerplatten ist bei Platten bis 60 Millimeter mit 0,042 Watt pro Quadratmeter und Kelvin angegeben und bei Platten ab 80 Millimeter mit 0,044 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

Auch Stroh kann als gepresste Platten ebenfalls als Wärmedämmverbundsystem genutzt werden. In der Regel werden die Strohdämmplatten mit PU-Kleber oder anderen chemische Zusätzen so versteift, dass sie entsprechend haltbar sind und als Fassadendämmplatte verarbeitet werden können.

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