Letzte Aktualisierung: 19.10.2020

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Experten-Ratgeber: Fenster fachmännisch isolieren und abdichten

Welche Undichtheiten und Beschädigungen lassen sich reparieren? Welche Isolierbänder gibt es? Wie werden sie angebracht? Wann helfen Isolierfolien auf Fensterscheiben?

Ein steter Luftzug im angenehm geheizten Wohnzimmer lässt einen schnell frösteln. Gegen die wegen der Zugluft kalten Füße hilft das Aufdrehen der Heizung selten. Stattdessen erzielt man damit eher den Effekt „heißer Kopf – kalte Füße“. Außerdem steigen die Heizkosten mit dem Aufdrehen der Heizung unnötig an, indem ein guter Teil der Wärme mit der Zugluft unkontrolliert nach draußen zieht und dem Haushalt so verloren geht. Besser wäre es, die Ursache für den Luftzug auszumachen und zu beseitigen: Sehr oft sind undichte Fenster der Grund für den kalten Luftzug. Wir erklären Ihnen hier, welche Undichtheiten besonders häufig am Fenster vorkommen und wie und vor Allem, womit Sie die Fenster isolieren können, um Wärme und Heizkosten zu sparen.

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Undichte Fensterstellen und Beschädigungen finden

Häufig sind es undichte Fenster, die einen Luftzug verursachen. Die häufigsten Ursachen für undichte Fenster und daraus resultierend Luftzug sind: 

  • Die äußere Gummidichtung ist porös und / oder an manchen Stellen weggebrochen.
  • Die innere Scheibenabdichtung ist schadhaft.
  • Das Fenster hat sich „verzogen“, so dass es nicht mehr optimal im Fensterrahmen sitzt
  • Das Fenster lässt sich weder einstellen noch in seiner Position korrigieren.

Um undichte Fensterstellen zu identifizieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen. Lässt sich das Papier leicht herausziehen, ist die Dichtung ungenügend.

Alternativ können Sie anhand des Luftzugs feststellen, man das Fenster isolieren muss. Meist spürt man, aus welcher beziehungsweise in welche Richtung der unerwünschte Luftzug strömt.

Andernfalls helfen schon einfache Hausmittel beim Aufspüren der Zugluft. So kann man z. B. eine brennende Kerze nehmen und beobachten, wie die Flamme sich verhält. Alternativ zeigt auch der Rauch eines Räucherkegels, woher der Wind weht beziehungsweise wo ihre Ursache ist.

Isolieren von Fensterrahmen und -flügel mit Dichtungsbändern

Im Fachhandel, mitunter auch in einer gut sortierten Drogerie, können Sie sogenannte Dichtungsbänder oder Dichtbänder kaufen, mit deren Hilfe Sie in Eigenleistung Fenster fachmännisch isolieren. Diese Dichtungsbänder sind in der Regel selbstklebend. Man unterscheidet folgende Arten von Dichtungsbändern zum Fensterisolieren: 

  • Dichtungsband mit Schaumstoff
  • E-Profil-Gummidichtung
  • P-Profil-Gummidichtung
  • selbstklebendes Silikonband
  • D-Profil, K-Profil und V-Profil

Es macht durchaus einen Unterschied, welche Art Dichtungsband man zum Isolieren der Fenster nutzt und auch, von welcher Qualität das Band ist. Dabei gilt es, zu bedenken, dass je größer der Luftspalt ist, der abgedichtet werden muss, desto hochwertigeres Dichtungsband sollten Sie verwenden.

Mit Schaumstoffdichtungen können Spalten von 1 bis 3,5 mm abgedichtet werden. Das Material drückt sich flexibel zusammen und legt sich so dicht an die angrenzenden Flächen. Mit einer Gummidichtung mit Hohlprofil lassen sich auch weitere Spaltmaße von 2 bis 5 mm isolieren.

Im Folgenden stellen wir Ihnen deshalb die einzelnen Dichtungsbandtypen vor und erklären jeweils deren Vor- und Nachteile.

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Dichtungsband mit Schaumstoff

Das Dichtungsband mit Schaumstoff ist ein Klassiker unter den Mitteln zum Fensterisolieren. Allerdings ist es bekannt dafür, dass es meist nur eine Saison hält und, dass die Schaumstoffbeschichtung, insbesondere bei günstigen Qualitäten, schnell abbröselt, mitunter schon beim Anbringen des Dichtbandes.

Weiß man zudem, dass das Schaumstoffband kaum größere Spalten abdichtet, weil es schnell an Flexibilität verliert, so dass der Schaumstoff nach dem Zusammendrücken nicht mehr in seine ursprüngliche Form zurückfedert, wird klar, dass dieser Typ Dichtband nur eine einfache und schnelle Lösung für kleine Undichten sein kann. Nachhaltiges Isolieren von Fenstern geht anders:

Dichtungsband aus Gummi mit E-Profil

Ein Gummidichtband mit einem vergleichsweise feinen E-Profil ist recht flexibel, so dass es sich gut an Fensterspalten unterschiedlicher Größe anpasst. Solche E-Profil-Gummidichtung ist für Spalten zwischen einem und dreieinhalb Millimetern gut geeignet. Hochwertige Qualitäten sind sehr wetterfest, sprich: witterungsbeständig, und haften gut – wobei man die Dichtbänder auch ohne große Probleme wieder entfernen kann.

Hersteller werben damit, dass solche Bänder bis zu acht Jahre ihren abdichtenden Dienst tun. Wer auf günstige Produkte setzt, muss mit einer kürzeren Lebensdauer des Dichtbandes rechnen. Ein qualitativ hochwertiges Dichtungsband hält Temperaturen zwischen minus 50 und plus 60 Grad Celsius stand. Oft haben Sie die Wahl zwischen verschieden farbigen Dichtungsbändern mit E-Profil, braun und weiß sind gängig.

Dichtungsband aus Gummi mit P-Profil

Fensterisolierbänder aus Gummi mit P-Profil sollen zwischen vier und acht Jahren dicht halten. Gedacht ist das P-Profil-Dichtband für größere Spalten in Fenstern, wie sie typischerweise bei Fenstern mit Hohlprofilen auftreten. Spalten zwischen zwei und fünf Millimetern verschließen diese P-Profil-Dichtungsbänder zuverlässig. Die Witterungsbeständigkeit und Temperaturbeständigkeit dieser Bänder ist so gut wie die der E-Profilbänder aus Gummi, auch die Farben Braun und Weiß sind handelsüblich.

Silikonband

Selbstklebendes Silikonband ist nicht nur ein sehr zuverlässiges Mittel gegen Luftzug, sondern auch gegen Feuchtigkeit. Wer sein Fenster damit isoliert, kann mit bis zu 15 Jahren Abdichtung rechnen.

Von Vorteil ist, dass das Silikondichtband in der Regel transparent ist – so passt es zu unterschiedlichen Fensterfarben. Man kann aber auch eine schwarze Version kaufen. Die ist insbesondere dafür gedacht, Originaldichtungen (innen wie außen) „unsichtbar“ auszubessern beziehungsweise zu ersetzen.

Wer Silikon aus der Kartusche kennt, sollte wissen, dass sich das selbstklebende Silikonband zum Fensterisolieren deutlich einfacher anbringen lässt. Es ist hochflexibel und haftet sehr gut. Silikondichtbänder dichten Spalten zwischen einem und sieben Millimetern zuverlässig ab.

Die Witterungsbeständigkeit der Silikon-Fensterisolierung ist sehr gut. Seine UV-Licht-Beständigkeit sucht ihresgleichen. Erwähnenswert ist, dass sich das Silikondichtband besser reinigen lässt, als Silikondichtungen aus der Kartusche.

D-Profil, K-Profil und V-Profil-Dichtung

Neben den vorgenannten Dichtungen zum Isolieren Fenstern gibt es eine Reihe von Sonderformen, die kleinere Änderungen bzw. Erweiterungen zu den vorgenannten Varianten bieten.

So ist eine D-Profil-Dichtung lediglich ein verkürztes P-Profil. Das K-Profil stellt hingegen eine Erweiterung zum E-Profil dar. Die V-Profildichtung wird aufgrund ihrer besonderen Form bei Fenstern und Türen weniger zum Isolieren des Fensters eingesetzt, sondern um Spaltenbreiten bis zu 7 mm z. B. bei Schiebetüren aus Schallschutzgründen zu überbrücken.

Wichtige Regeln zum Anbringen von Dichtbändern:

  • Bevor ein Dichtungsband aufgeklebt wird, muss der Untergrund sauber, trocken und absolut fettfrei sein.
  • Die Außentemperaturen sollten beim Isolieren des Fensters nicht weniger als fünf Grad Celsius betragen.
  • Dachfenster sollten mit hochwertigen Dichtungen isoliert werden, die Wind und Wetter standhalten. Silikondichtband ist hier empfehlenswert.
  • Bei Holzfenstern kommt das Isolieren schnell an seine Grenzen. Insbesondere bei alten, mit Kitt abgedichteten Holzfenstern kommt man um einen Fensterwechsel nicht herum, wenn der Kitt bröselig ist und / oder teilweise bereits ganz fehlt.
  • Bei Doppelkastenfenstern sollten jedoch nur die inneren Flügel abgedichtet werden. Sonst sammele sich Kondenswasser in dem Zwischenraum, und das führe zu Feuchtigkeitsschäden.

Experten-Tipp: Wer nachträglich seine zugigen Fenster mit einem Isolierband abdichtet, kann laut einer Studie von CO2online in einem Einfamilienhaushalt mit 150 Quadratmetern Wohnfläche pro Jahr 75 Euro einsparen

Fensterscheiben mit Kälteschutz-Folie isolieren

Nicht nur undichte Fenster, durch deren Spalten Zugluft eindringt, sind aus energetischer Sicht zu sanieren. Auch einfach verglaste Fenster lassen über die Glasfläche viel Wärme verloren gehen. Wer nicht gleich wärmedämmende Iso-Fenster einbauen möchte, kann sich kurzfristig mit einer Spezialfolie behelfen, die die einfach verglaste Scheibe zusätzlich dämmt.

Die transparente Isolierfolie gibt’s in Standardgrößen für gängige Fenstermaße oder von der Rolle. Handelsüblich sind Vier-Meter-Rollen Fenster-Isolierfolie. Die Folie wirkt wie ein Luftpolster auf dem Fensterglas und sorgt für eine Verbesserung des Dämmwerts des damit isolierten Fensters – ähnlich dem Wert, als wäre eine zweite Glasscheibe vorhanden. So bleibt die Wärme im Haus und auch der Ausfall von Kondenswasser an der Innenseite der Scheibe wird gemindert.

Zum Anbringen der Fensterisolier-Folie verwendet man beidseitiges Klebeband, das in der Regel zum Lieferumfang gehört. Das klebt man auf den inneren Fensterrahmen und befestigt daran die Iso-Folie. Ein Föhn hilft, die Folie glatt und straff auf die Scheibe zu kleben.

Damit es gut haftet, wird der Fensterrahmen gründlich gereinigt. Zudem muss auch die Scheibe selbst gereinigt werden, sie natürlich nicht zum Putzen erreichbar ist, solange die Folie davor gespannt ist.

Nun wird die Isolierfolie zugeschnitten. Schneiden Sie es so zu, dass sie überall etwa 5 cm über das Klebeband hinaussteht. Das erleichtert das Anbringen und verschafft ein wenig Spielraum, wenn die Folie nicht ganz exakt angelegt wird. Drücken Sie die Folie leicht gespannt erst auf den oberen Klebestreifen, dann auf die seitlichen und auf den unteren Streifen.

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