Letzte Aktualisierung: 23.11.2020

Dachflächenfenster-Spezial: Vorteile, Einbau und Kosten auf einen Blick

Welche Vorteile bieten Dachflächenfenster? Was ist bei Auswahl und Einbau zu beachten? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Welche Förderungen gibt es für Fenster für Dachflächen?
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Will man den Dachbereich seines Hauses ausbauen, um ihn zum Wohnraum umzufunktionieren, so können neben den Innenraum-Renovierungen auch die Dachfläche mit Fenstern gestaltet werden. Dies schafft ein wohnliches Raumklima und spart Heizkosten. Neben energetischen und ästhetischen Überlegungen können Dachflächenfenster auch technisch-funktionale Vorteile mit sich bringen. Doch nicht jedes Dachfenster eignet sich für jeden Raum- und Dachflächentyp. In unserem großen Dachflächenfenster-Spezial verraten wir, worauf es ankommt und welche Punkte vor dem Kauf unbedingt beachtet werden müssen.

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Energetische Vorteile von neuen Dachflächenfenstern

Dach und Fenster sind vielfach die größten energetischen Schwachstellen eines Hauses. Neue Dachfenster können diese Wärmeverluste erheblich reduzieren. Zudem können mit dem Einbau neuer Dachflächenfenster solare Wärmezugewinne erzielt werden, die wiederum den Heizbedarf im Dachgeschoss senken.

Zudem hilft das gewonnene Tageslichtbeim Strom sparen: In Räumen, die früher traditionell mit wenig Tageslicht auskommen mussten, kann das Kunstlicht tagsüber ausgeschaltet bleiben und in den Morgen- und Abendstunden kann in allen Räumen im Haus oder in der Wohnung das Licht früher aus- und später wieder eingeschaltet werden. Dachflächenfenster bringen so im Wohn- als auch Nichtwohnbau über das Jahr gesehen Einsparungen an Stromkosten.

Automatisch schaltbare Markisen, Rollläden, Jalousien und Plissees können mittels Sensortechnik zudem die Verschattung so steuern, dass im Sommer und Winter die aus energetischen Gesichtspunkten jeweils sinnvollste Position gewählt wird. So öffnet sich z. B. der Rollladen vor dem Dachflächenfenster in der kalten Jahreszeit bei Sonnenschein von selbst, um von solaren Energiegewinnen zu profitieren. Wenn es dunkel wird, schließt er sich, um die Wärmedämmung des Dachfensters zu verbessern.

Dachflächenfenster schaffen angenehme Lichtverhältnisse

In vielen Häusern befindet sich unterm Dach viel Platz, der oftmals nur zur Lagerung von Ausrangiertem genutzt wird. Durch den Einsatz von Dachflächenfenstern gewinnen Hausbesitzer wertvolle Wohnfläche, die durch viel Tageslicht, Luft und Ausblick schnell zum Lieblings- oder Arbeitsplatz, zum neuen Kinderzimmer oder Fitnessraum werden kann.

Eine blendfreie und optimale Ausleuchtung des Dachraumes kann durch Lichtlenkungssysteme wie z. B. besondere Lamellensysteme erreicht werden, die es in Form von Aluminium-Raffstores oder als dem Dachfenster vorgehängte Systeme aus Textilien, Glas oder Metall gibt. Faltstores oder Sichtschutz-Rollos garantieren dabei, dass keine neugierigen Blicke die Entspannung beeinträchtigen. Für ausreichend Privatsphäre können zudem satinierte oder geätzte Glasoberflächen, elektrisch schaltbare Verglasungen, die von klar auf matt wechseln oder ihre Farbe ändern, sorgen.

Die Mindestanforderungen hinsichtlich des Tageslichteinfalls sind in den Landesbauordnungengeregelt. Demnach muss die Dachfensterlichtfläche je nach Bundesland ein Achtel bis ein Zehntel der Wohnfläche betragen, bei einer 70 m² großen Dachwohnung also mindestens 7 m². Legt man die DIN 5034 "Tageslicht in Innenräumen" der Planung zugrunde, sollte die Summe der Breiten aller Dachfenster mindestens 55 Prozent der Breite des Wohnraums betragen. Ob dies im Einzelfall wirklich ausreicht, entscheiden neben dem persönlichen Geschmack und Lichtbedarf auch die individuellen Gegebenheiten. Bei gegenüberliegender Bebauung beispielsweise sind meist ebenso größere Dachfensterflächen erforderlich wie bei großer Raumtiefe.

Sonnenschutz und Lüftung mit Dachflächenfenstern

Wenn es im Sommer zu warm wird, sorgen Beschattungen wie Hitzeschutz-Markisen oder Rollläden dafür, dass sich die Räume hinter den schräg eingebauten Dachflächenfenstern nicht unangenehm aufheizen. Alternativ dazu gibt es auch besondere, mit Sonnenschutzglas ausgestattete Fenster, die weniger Sonnenstrahlen hindurchdringen lassen – dies gilt dann allerdings auch für die kalte Jahreszeit, wodurch die Heizenergie sparenden solaren Energiegewinne reduziert werden. Für einen natürlichen Sonnenschutz kann aber auch die Natur selbst sorgen: Steht ein großer Laubbaum vorm Haus, spendet er im Sommer wohltuenden Schatten und lässt im Winter die wärmenden Sonnenstrahlen durch.

Mit dem Einbau von Dachflächenfenstern erhöht man selbstverständlich auch die Lüftungsmöglichkeiten im Obergeschoss. Und das verringert die Schimmelgefahr und verbessert das Raumklima deutlich. Insbesondere kann das Lüften über die Dachflächenfenster mit den Fenstern im Erdgeschoss kombiniert werden. Der Luftaustausch basiert dann auf dem so genannten Kamineffekt: Die Luft wird dabei wie in einem Schornstein von unten nach oben gesogen und die Luft im Haus so in kürzester Zeit erneuert.

Sonnenschutz und Dachfensterlüftung lassen sich auch automatisiert verknüpfen. Für besonderen Komfort sorgen dabei automatisierte Steuerungs-Elemente, durch die sich Fenster, Rollläden und weitere Sonnenschutzprodukte einfach per Knopfdruck, Touchscreen, außen liegende Wind- und Regensensoren oder sensorische Steuerungen, die zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit oder den CO2-Gehalt der Luft im Innenraum messen, öffnen und schließen lassen. Dann kann zum Beispiel der Rollladen hochgefahren werden und die sich öffnenden Fenster lassen die frische Abendluft herein.

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Auswahl des richtigen Fenstertyps für eine Schrägdachfläche

Ein Dachflächenfenster wird immer nur im Steildach eingesetzt. Da ein Dachfenster in dieser Position stärkeren Witterungsbedingungen ausgesetzt ist als ein Erdgeschoss-Fenster im geschützten Terrassenbereich, muss ein Dachflächenfenster auch immer ein spezielles Dichtungssystem aufweisen und hohe Anforderung in Sachen Witterungsbeständigkeit erfüllen. Bei billigen Varianten müssen hier oftmals noch Deckrahmen eingezogen werden, sodass das Regenwasser auch immer abfließen kann. Bei der Auswahl eines Dachflächenfensters sollte daher auf das Überwachungszeichen ("Ü-Zeichen") geachtet werden, das als Prüfzeichen für die Fensteranforderungen in der Dachschräge u.a. hinsichtlich der Schlagregensicherheit attestiert.

Bei der Auswahl von Dachflächenfenstern wird vielfach auf das Schwingfenster zurückgegriffen, das es auch als Klapp-Schwingfenster und als Top-Schwingfenster gibt. Daneben gibt es noch weitere Arten von Dachflächenfenstern mit Dreh-, Schiebe- oder Hebeflügelfunktion. Diese Dachfensterarten werden jedoch nur noch selten eingesetzt, da auf Grund ihrer starken mechanischen Beanspruchung auch ihr Verschleiß sehr hoch und die Lebensdauer im Vergleich eher gering ist.

Bei den gewünschten Größenmaßen der Dachflächenfenster gibt es kaum Beschränkungen, sodass neben dem Preis hier nur die gewünschte Ästhetik entscheidet. Wer auf ein XXL-Modell setzt, sollte allerdings beachten, dass das Dachflächenfenster auch häufiger geputzt werden muss als senkrecht montierte normale Fenster. Und auch bei der Wahl des Fensterrahmens (Aluminium, Holz oder Kunststoff) und dem Eindeckrahmen entscheidet vornehmlich der Geschmack des Hausbesitzers.

Wie bei jedem modernen Fenster auch sollte bei der Auswahl des richtigen Dachflächenfenster selbstverständlich auf die Wärmedämmeigenschaften des Fensterglases und des Fensterrahmens geachtet werden. Fortschrittliche Dreifachverglasungen sind um ein Vielfaches leistungsfähiger, als die früher üblichen Einfachverglasungen, und schaffen heute Ug-Werte von etwa 0,7 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K). Einfachglas hingegen kommt nur auf 6 W/m2K.

Tipps zur Planung und Einbau eines Dachflächenfensters

Bei der Planung des Einbaus neuer Dachfenster sollte immer zuerst die richtige Himmelsrichtung, die Lage im Gebäude und die Raumfunktion berücksichtigt werden. Dabei gilt, dass das meiste Licht aus Süden kommt. Hier sollten große Dachflächenfenster mit Sonnenschutz eingeplant werden. Die Ost- und die Westfassade können das Sonnenlicht ebenfalls noch recht gut nutzen: Hier sollte man bodentiefe Dachflächenfenster einplanen oder im Zuge einer Modernisierung die Brüstung absenken, um einen größeren Lichteinlass zu erreichen und zum Beispiel im Sitzen in den Garten schauen zu können. Die Nordseite von Haus oder Wohnung bekommt hingegen am wenigsten Licht und Sonnenwärme ab, hier können die Fenster entsprechend kleiner ausfallen.

Um bei Fenstern in der Dachschräge einen möglichst hohen Ausblick-Komfort zu gewährleisten, sollte die Fensterunterkante nicht tiefer als 90 Zentimeter und die Fensteroberkante nicht höher als etwa 200 Zentimeter eingebaut werden. Zudem sollte unbedingt beachtet werden, dass die Dachflächenfenster bei einer Dachneigung unter 15 Grad nur mit entsprechenden Sondermaßnahmen eingebaut werden sollten.

Zum Einbau eines Dachflächenfensters müssen als Erstes die Dachziegelin diesem Bereich entfernt werden. Danach wird die Dachdämmunggroßflächig gelöst. Neben dem Aspekt, dass dies in luftiger Höhe geschehen muss, muss man hier auch wirklich wissen, was man macht. Wird die Dachdämmung falsch entfernt oder unsachgemäß wieder angebracht, entstehen Wärmebrücken. Diese erhöhen die Energiekosten und können Schimmelbefall hervorrufen. Dasselbe gilt auch für die Wartung der Dachflächenfenster.

Um den Lichteinfall so optimal wie möglich zugestalten, sollte auf die Konstruktion des Innenfutters geachtet werden. Dabei gilt, dass Kastenfutter - Oben waagerechte und unten senkrechte Fensterinnenfutter - den Lichteinfall einengen. Eine hochgezogene obere Kante und ein zum Dach gezogene untere Kante vergrößern hingegen den Lichteinfall um vieles mehr als eine vergleichsweise gleichgroße Verbreiterung des Fensters (Keilfutter).

Hier finden Sie weitere Informationen zum Einbau von Dachfenstern.

Preise und Kosten für moderne Dachflächenfenster

Die Preise für Dachflächenfenster variieren je nach der Ausstattung und den Kosten für den Einbau. Die Preise für das Dachflächenfenster selbst hängen von der Größe, der gewünschten Verglasung als auch vom Typ des Fensterrahmens ab. Außerdem entscheidet der angebotene Funktionsumfang über den Dachfenster-Preis. Soll das Dachflächenfenster nämlich einen integrierten Insektenschutz bieten oder sich vollautomatisch öffnen lassen, dann kostet dieses Zusatzfunktionen auch etwas mehr. Zu den Kosten für das eigentliche Dachfenster müssen weitere Materialkosten für einen Eindeckrahmen, die Anschlüsse an das Dach und die Dämmung und das Innenfutter des Dachflächenfensters eingerechnet werden.

Preise für Dachflächenfenster nach der Größe und Verglasung
Außenmaße (Breite x Höhe) / Preise Dachflächenfenster 2-fach-Verglasung (24 mm) 2-fach-Verglasung (27 mm) 3-fach-Verglasung (37 mm)
Maße 55 x 98 cm 450 Euro 510 Euro 580 Euro
Maße 55 x 118 cm 480 Euro 550 Euro 620 Euro
Maße 66 x 118 cm 540 Euro 620 Euro 720 Euro
Maße 66 x 140 cm 570 Euro 670 Euro 780 Euro
Maße 78 x 98 cm 520 Euro 600 Euro 700 Euro
Maße 78 x 118 cm 570 Euro 670 Euro 780 Euro
Maße 78 x 140 cm 620 Euro 730 Euro 860 Euro
Maße 78 x 160 cm 690 Euro 820 Euro 970 Euro
Maße 94 x 118 cm 640 Euro 760 Euro 890 Euro
Maße 94 x 140 cm 700 Euro 830 Euro 990 Euro
Maße 94 x 160 cm 760 Euro 920 Euro 1.090 Euro
Maße 114 x 118 cm 710 Euro 850 Euro 1.010 Euro
Maße 114 x 140 cm 770 Euro 940 Euro 1.130 Euro
Maße 134 x 140 cm 840 Euro 1.040 Euro 1.260 Euro

Ein weiterer großer Kostenfaktor sind die Montagearbeiten, die nur von einem entsprechend qualifizierten Dachdecker ausgeführt werden sollten. Ein Kostenvoranschlag des Fachmanns ist hier zwingend notwendig. Im Idealfall holt man mindestens zwei unterschiedliche Kostenvoranschläge ein und vergleicht diese dann. Es versteht sich von selbst, dass Arbeit vom Fachmann ihren Preis haben und man hier nicht am falschen Ende sparen sollte. Meist kann der Fachmann die gewünschten Dachflächenfenster auch zu vergünstigten Preisen anbieten, als man diese selbst besorgen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass folgende Punkte die eigentlichen Kosten beeinflussen:

  • Basispreis Dachflächenfenster (Dachflächenfenster Maße, Hersteller)
  • Montagekosten und Arbeitszeit Dachdecker
  • Funktionsumfang und Qualität des gewünschten Modells

Tipp: Beim Ausbau des Dachbodens sollte das Dach auch gleich energetisch saniert werden. Das wertet nicht nur die eigene Immobilie auf, sondern schlägt sich auch positiv auf die Heizkostenrechnung nieder. Wer hier möglichst viel einsparen will, sollte eine Gebäudeenergieberatung beauftragen.

Förderkredite und Zuschüsse über KfW Fenster-Förderung

Seit einiger Zeit haben Hausbesitzer die Möglichkeit, die energetische Sanierung von Wohngebäuden, die vor 1995 gebaut wurden, durch staatliche Förderungen zu finanzieren. Dazu gehören die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken, die Erneuerung der Fenster und Außentüren, die Optimierung der Heizungsanlage oder eine Neuanschaffung sowie der Einbau einer Lüftungsanlage. Mit Hilfe des KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ gibt es für eine Gesamtsanierung einen Förderkredit von bis zu 75.000 Euro, bei Einzelmaßnahmen sind es maximal 50.000 Euro. Insgesamt werden dem Kreditnehmer maximal 16.875 Euro Tilgungszuschuss gewährt. Wer so den Kauf und Einbau von Dachflächenfenstern fördern lassen möchte, der muss sich für die Gewährung einer KfW-Fensterförderung jedoch vorher ein Gutachten eines spezialisierten Ingenieurs oder Energieberaters ausstellen lassen.

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