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Maße, Eigenschaften und Preise großer Fenster

Wonach richtet sich die Größe eines Fensters? Welche Normen und Richtmaße gelten für Fenstergrößen? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Was kosten große Fenster?

Große Fenster bringen mehr Licht und Wärme in den Raum als kleine. Sie können in moderner Ausfertigung sowohl heiz- als auch Stromkosten sparen helfen. Größe und Form großer Fenster richten sich nach der Funktion des Raums und unterliegen den Rohrichtmaßen (RR) der Norm DIN 18050.

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Fensterform und Fenstergröße richten sich nach der Raumfunktion

Bei großen Fenstern gilt der architektonische Leitspruch „Die Form folgt der Funktion“ nach wie vor. Die Form, Größe und Anordnung der Fenster folgt demnach der Funktion, die die hinter ihnen liegenden Räume haben.

Nicht zuletzt aus der Vielzahl der Nutzungsmöglichkeiten für Räume ergeben sich heute nicht nur unzählige Fensterformen, sondern auch Fenster in allen erdenklichen Größen. Die Fensterform und die Fenstergröße beeinflussen

  • die Lichtverhältnisse und
  • die Klimaverhältnisse

im Raum hinter dem Fenster.

Grundsätzlich sollen große Fenster für Licht, (frische) Luft und Sonne sorgen. Je nach Standort des Gebäudes variieren die typischen Fenstergrößen: Denn für die Wahl der optimalen Fenstergröße spielt das Klima, das lokal vorherrscht, eine große Rolle.

Dabei nehmen die Höhe der Fensterbrüstung und die Höhe des Fenstersturzes maßgeblich auf die Fenstergröße Einfluss, wobei beide davon abhängig sind, wie hoch der Raum ist und wie hoch er über dem Außenterrain liegt.

Große Fenster erfüllen den Wohnraum mit mehr Tageslicht. Aufgrund der großen Fensterfläche müssen Sie aber auch höheren Sicherheits- und Wärmeschutzanforderungen entsprechen. (Foto: Verband Fenster + Fassade - (VFF) / Meko Holz/Metall-System)
Große Fenster erfüllen den Wohnraum mit mehr Tageslicht. Aufgrund der großen Fensterfläche müssen Sie aber auch höheren Sicherheits- und Wärmeschutzanforderungen entsprechen. (Foto: Verband Fenster + Fassade - (VFF) / Meko Holz/Metall-System)

Expertenwissen: Der Verband Fenster + Fassade gibt die Empfehlung, dass Sie schon mit einem Absenken der Fensterbrüstung von den hierzulande lange Zeit üblichen 90 Zentimetern Höhe auf heute häufig benutzte 50 Zentimeter Höhe schon für 50 Prozent mehr Licht im Raum dahinter sorgen könnten.

Beachtet werden müssen bei der Dimensionierung großer Fenster neben einer guten Aussicht von außen nach innen, übrigens auch aus einer sitzenden Position heraus, auch die jeweils geltenden Baunormen.

Normative Vorgaben und Dimensionierung großer Fenster

Zum Thema Fenstergröße und Anordnung von Fensteröffnungen in der Fassade gibt es diverse normative Vorgaben seitens der im jeweiligen Bundesland geltenden Landesbauordnung. Einige Beispiele für geregelte Anforderungen an Fenster haben wir hier für Sie: 

  • Nahezu in allen Bundesländern gilt, dass die lichtdurchlässige Gesamtfläche eines Fensters wenigstens ein Zwanzigstel der Grundfläche des relevanten Innenraumes betragen muss.
  • Die Gesamtbreite aller Fenster sollte dem Gesetzgeber zufolge einem Zehntel der Gesamtbreite aller raumbegrenzenden Wände beziehungsweise 55 Prozent der Innenraumbreite betragen.
  • Für Arbeitsplätze ist eine natürliche Belichtung Vorschrift. Und für mehr als 3,50 Meter (m) hohe Räume gilt, dass die lichtdurchlässige Fläche mindestens 30 Prozent der Außenwandfläche des dahinter liegenden Raumes betragen muss.
  • Die Mindesthöhe der Fensterglasfläche beläuft sich in Wohnräumen häufig auf 1,30 m, wobei diese Angabe keine verbindliche ist.

Fenstergrößen sind heutzutage eher selten eindeutig festgelegt. Großteils werden Fenster auf das jeweilige Bauprojekt passend zugeschnitten. Das ist individuelle Maßarbeit.

Sogenannte Rohbaurichtmaße (kurz: RR) für Fensteröffnungen finden Sie lediglich in der Norm DIN 18050. Dazu müssen Sie wissen: Die in der Norm genannten Richtmaße beziehen sich auf das sogenannte Ziegelmodul, sie sind also für eine 12,5-Zentimeter-Standard-Ziegelmauer gedacht.

Die Richtmaße definieren Mindest- und Maximalmaße. Für Planer, Bauherren & Co. gilt, dass Sie Fenster innerhalb der Rohbaurichtmaße dimensionieren sollten. Ein Blick auf die Tabelle der Norm DIN 18050, die Richtmaße zwischen 37,5 und 225 Zentimetern enthält, ist also in jedem Fall nötig.

Richtgrößen für ein- und zweiflügelige Fenster

Übersicht der Rohbau-Richtmaße für ein- und zweiflügelige Fenstergrößen nach DIN 18050 "Fensteröffnungen für den Wohnungsbau" in mm (Grafik: energie-experten.org)
Übersicht der Rohbau-Richtmaße für ein- und zweiflügelige Fenstergrößen nach DIN 18050 "Fensteröffnungen für den Wohnungsbau" in mm (Grafik: energie-experten.org)

Richtgrößen für drei- und vierflügelige Fenster

Die maximale Breite eines großen Fensters definiert man darüber hinaus auch anhand der zu erwartenden Lebensdauer des Fensters. Hier gilt: Je breiter ein großes Fenster ist, desto stärkere Hebelkräfte sind für das Öffnen und Schließen des Fensters aufzubringen. Diese Kräfte belasten die Gesamtkonstruktion, wobei die Belastungen auf Fenster und Fenstermechanik proportional zur Breite des Fensters zunehmen.

Übersicht der Rohbau-Richtmaße für drei und vierflügelige Fenstergrößen nach DIN 18050 "Fensteröffnungen für den Wohnungsbau" in mm (Grafik: energie-experten.org)
Übersicht der Rohbau-Richtmaße für drei- und vierflügelige Fenstergrößen nach DIN 18050 "Fensteröffnungen für den Wohnungsbau" in mm (Grafik: energie-experten.org)
Übersicht der Rohbau-Richtmaße für drei- und vierflügelige Fenstergrößen nach DIN 18050 "Fensteröffnungen für den Wohnungsbau" in mm (Grafik: energie-experten.org)

* Die Zahlen in den Bildern sind Kennnummern für die Fenstergröße und sind immer zusammengesetzt aus dem Vielfachen der Maßeinheit 125 mm für Breite und Höhe. Z. B.: Fensteröffnung 9 x 11 = (9 x 125) x (11 x 125) = 1125 x 1375

Expertenwissen: Eine Faustregel „definiert“ für große Fenster ein geometrisches Optimum, das solange bestünde, solange die Fensterbreite das Eineinhalbfache der Fensterhöhe nicht überschreite.

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Vor- und Nachteile großer Fenster

Heizkostenersparnis dank großer Fenster

Moderne große Fenster mit Isolierglas können, vorausgesetzt, die Fenster sind energie-strategisch vorteilhaft platziert, im Frühjahr, Herbst und Winter durchaus dazu beitragen, Heizkosten zu sparen. Denn je größer ein Fenster ist, desto mehr Solarwärme kann den Raum dahinter erwärmen, so dass weniger Heizungswärme erzeugt werden muss.

Wer deshalb auf große Fenster setzt, sollte jedoch auch an den sonnenreichen, warmen Sommer denken und für ausreichend Sonnenschutz sorgen. Der lässt sich auf vielerlei Art und Weise realisieren, zum Beispiel mit geeigneten Jalousien, Markisen und Rollläden. Moderne Sonnenschutzsysteme regeln die Verschattung automatisch, in Abhängigkeit von Sollwerten, die der Verbraucher vorgibt, und Istwerten, die sie mit geeigneter Messtechnik (Sensortechnik) aus den am Standort vorherrschenden Umweltbedingungen erfassen.

Ein derart automatisierter Rollladen beispielsweise sorgt aktiv für die höchstmögliche Energieeffizienz der Gebäudehülle: Er öffnet sich während der Heizperiode, sobald die Sonne scheint und schließt sich, sobald es dunkel wird. Damit verbessert er die Wärmedämmung des großen Fensters spürbar.

Große Fensterflächen können heute so energieeffizient wie eine Wand sein und nutzen gleichzeitig in der kalten Jahreszeit solare Wärmegewinne. (Foto: Ver-band Fenster + Fassade/ Interpane)
Große Fensterflächen können heute so energieeffizient wie eine Wand sein und nutzen gleichzeitig in der kalten Jahreszeit solare Wärmegewinne. (Foto: Ver-band Fenster + Fassade/ Interpane)

Stromkostenersparnis dank großer Fenster

Doch es sind nicht nur die Heizkosten, die große Fenster sparen helfen. Auch Stromkosten sinken, wenn große Fenster für viel Licht sorgen. Solange ausreichend Tageslicht in den Raum fällt, können künstliche Lichtquellen ausbleiben.

Das bekommt nicht nur der Haushaltskasse, sondern auch der Gesundheit der Bewohner: Tageslicht hat erwiesenermaßen positive Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Morgens können elektrisch betriebene Leuchtmittel früher aus- und abends später eingeschaltet werden.

Für angenehmes Wohn- und Arbeitslicht sorgen Sie mit geeigneten Vorrichtungen, die blendendes Licht mildern. Das können z. B. einfache Lamellenvorhänge sein, die Sie innen befestigen und händisch bedienen. Oder entsprechende Technik wird der Fassade vorgehängt und bestenfalls vollautomatisiert bedient. Angesichts der stetig steigenden Stromkosten ein Pro für große Fenster.

Privatsphäre dank Glasveredelung

Fenster bilden eine durchsichtige Grenze zwischen innen und außen, zwischen öffentlich und privat, zwischen geschütztem und ungeschütztem Raum. Insbesondere mit veredelten Glasflächen, zum Beispiel satinierten oder geätzten, sorgen Sie für Sichtschutz und somit erhöhten Schutz des Innenraums, denn durch derart ausgelegte Fenster dringen Licht und Wärme ein, aber keine Blicke.

Hochmoderne Verglasungen sind sogar elektrisch schaltbar, sie wechseln von klar auf matt oder ändern ihre Farbe. Aus Gründen des Schutzes Ihrer Privatsphäre müssen Sie also nicht auf die Vorteile großer Fenster verzichten.

Sicherheit bei großen Fenstern

Großen Fenstern sagt man weniger sichere Eigenschaften nach als kleinen. Doch mit moderner Fenstertechnik lassen sich auch große Fenster auf hohem Niveau sichern. Beim Kauf großer Fenster sollten Sie daher auf genormte und geprüfte Sicherheit setzen: Die DIN EN 1627 beispielsweise regelt die Einbruchhemmung bei Fenstern und Fenstertüren.

Dazu klassifiziert die Norm große Fenster in sieben Widerstandsklassen (RC). Im Privatbereich empfiehlt die Polizei die Widerstandsklasse RC 2: Entsprechend ausgelegte große Fenster haben Pilzkopfzapfen-Beschläge, einbruchhemmende Verglasungen (P4A-Glas) und meist abschließbare Fenstergriffe. Die Sicherheit muss großen Fenstern demnach nicht zum Nachteil werden.

Preisfaktoren und Preisberechnung großer Fenster

Die Preise großer Fenster steigen in der Regel mit ihrer Größe nicht linear, sondern überproportional an. Das heißt, dass ein Fenster mit einer doppelt so großen Fensterfläche nicht doppelt soviel kostet, sondern mehr als das Doppelte.

Zudem ist der Wärmeschutz bei großen Fenstern von besonderer Bedeutung, da sie große Flächen der Gebäudehülle einnehmen und daher in einem Niedrigenergiehaus nahezu ebenso so gute Dämmwerte wie die sie umgebenden Wände aufweisen sollten.

Daher muss man bei großen Fenstern mit höheren Preisen für eine 3-fach-Verglasung mit z. B. warmer Kante einrechnen. Je nach Größe des gewünschten Fensters kann dies dann vergleichsweise teuer werden. Wer also Kosten sparen möchte, der kann mit etwas weniger großen Fenstern am meisten sparen. Am U-Wert sollte man hingegen nicht sparen.

Tabelle 1: Preisvergleich großer 2- und 3-teiliger Kunststofffenster mit warmer Kante
Gesamtmaße (Breite x Höhe) Fenstertyp 2-fach Verglasung 3-fach Verglasung
3000mm x 1875mm 2 Flügel-Fenster mit jeweils Dreh-Kipp-Öffnung 847,26 € /Stück 1.096,67 € /Stück
3750mm x 1750mm 3 Flügel-Fenster mit jeweils Dreh-Kipp-Öffnung 1.111,27 € /Stück 1.401,88 € /Stück

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"Maße, Eigenschaften & Preise großer Fenster" wurde am 21.03.2017 das letzte Mal aktualisiert.