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Ratgeber: Technik, Einsatzmöglichkeiten und Preise von Lamellenfenstern

Was ist ein Lamellenfenster? Wie ist es aufgebaut? Wie funktionieren Fensterlamellen? Wo werden sie als Stilelement eingesetzt? Wie werden sie zum Rauch- und Wärmeabzug verwendet? Was kosten Lamellenfenster?

Ein Lamellenfenster besteht aus mehreren Glasstreifen, die sich maximal bis 90 Grad nach außen kippen lassen. Die Glasstreifen sitzen übereinander in einem Rahmen. Lamellenfenster eignen sich als Rauch- und Wärmeabzug und kommen zunehmend als Stilelement in Privathäusern zum Einsatz.

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Kurzbeschreibung eines Lamellenfensters

Auf den ersten Blick erinnert ein Lamellenfenster an eine Jalousie: Doch anstelle der für eine Jalousie typischen Aluminium, Holz- oder Kunststoffstreifen besteht die Verglasung im Fensterflügel eines Lamellenfensters aus schmalen Glasstreifen, den sogenannten Lamellen.

Diese gläsernen Lamellen können jeweils eine eigene Einfassung haben – oder nicht. Jede Lamelle lässt sich um eine, meist mittige, Drehachse an ihren Schmalseiten drehen, mit der sie – eine Lamelle über der anderen - in einen Rahmen eingesetzt ist. Das Glas kann von unterschiedlicher Qualität sein, häufig bringt es Sonnenschutz mit.

Lamellenfenster in einem U-Bahn-Zugang (oben) und (links unten) bei der Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt. (Fotos: rpd/GLASBAU HAHN) rechts unten: Fußgängerbrücke in Bremerhaven. (Foto: rpd/Schollglas Lenderoth)
Lamellenfenster in einem U-Bahn-Zugang (oben) und (links unten) bei der Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt. (Fotos: rpd/GLASBAU HAHN) rechts unten: Fußgängerbrücke in Bremerhaven. (Foto: rpd/Schollglas Lenderoth)

Typischer Aufbau und Funktionsweise eines Lamellenfensters

Das typische Lamellenfenster besteht aus einem Metallrahmen und der Verglasung. Der Rahmen ist klassisch aus thermisch getrennten Metallrahmenprofilen gemacht, deren Oberfläche entweder eloxiert oder pulverbeschichtet ist. Alternativ sind Holz-Alu-Rahmen und Kunststoff-Rahmen gängig.

In die Rahmenprofile spannt man die drehbaren Glaselemente ein. Deren Ausmaße – Höhe, Breite und Dicke - sowie ihre Zahl pro Fenster hängen meist von der Anwendung des Lamellenfensters ab. Üblicherweise sind Lamellen zwischen 20 und 60 Zentimeter hoch und bis zu 4 Zentimeter dick (Glasstärke).

Die Lamellen können Sie synchron und je nach Fenstertyp per 

  • manuell zu bedienendem Hebel (Handhebel),
  • manuell zu bedienender Kurbelstange oder
  • elektrischem Antrieb (E-Motor)

bedienen.Die Glaslamellen schließen flächenbündig: Wird das Lamellenfenster komplett geschlossen, ergibt sich mit einer angrenzenden Festverglasung eine durchgehend glatte Ebene.

Die einzelnen Glaslamellen können unterschiedlich ausgeführt werden als 

  • sogenannte Rahmenkonstruktion,
  • mit zwei horizontalen Profilen oder
  • ganz rahmenlos.

Zum Öffnen wird jede Lamelle über eine Drehachse gedreht. Deren Drehpunkt liegt entweder

  • in der Mittelachse oder
  • im oberen Bereich

des einzelnen Glasstreifens. Ein Drehpunkt in der oberen Lage hat den Vorteil, dass die Glaslamellen in geöffneter Position nicht in den Innenraum hineinragen. Damit Regen außen am Lamellenfenster ungehindert abfließen kann, sind die Lamellen nach außen höchstens bis zu einem Winkel von 90 Grad kippbar.

Lamellenfenster mit geringeren Glasstärken und daraus resultierend geringerem Gewicht und einer Breite von bis zu 1,20 Meter lassen sich mit Hilfe einer senkrechten Befestigung mit Glashalteprofilen an der Fassade anbringen. Sind die Spannweiten des Lamellenfensters größer oder kommt aus Gründen des Wärmeschutzes eine schwerere Mehrscheibenverglasung zum Einsatz, brauchen Sie zusätzliche Tragprofile.

Glasqualitäten in Lamellenfenstern

Dichtungen

Bei Lamellenfenstern gilt: Der Hersteller muss mit einem Prüfbericht belegen, dass sein Produkt funktionstüchtig ist. Es kommt insbesondere auf die Funktionstüchtigkeit der eingebauten Dichtungssysteme an, die sowohl Schlagregen als auch hohen Windlasten Stand halten müssen sowie auch für Wärmeschutz sorgen sollen.

U-Werte

Kommen als Verglasung Lamellen aus mehrscheibigem Wärmeschutzglas zum Einsatz, werben Hersteller mit zugehörigen guten U-Werten zwischen 1,1 und 1,7 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K). Einfachere Verglasungen mit daraus resultierend weniger guten Wärmeschutzeigenschaften können Sie auch gut in unbeheizten Wintergärten, Glasanbauten, verglasten Treppenhäusern oder als Zweite-Haut-Fassade verwenden.

Seit fast zehn Jahren, genauer seit 2008, gibt es für Lamellenfenster auch Holz-Aluminium-Rahmen, die die U-Werte insgesamt erhöhen. Auch Lamellenfenster mit Holzrahmen aus Mehrschichtholz sind im Handel. Sie bringen sehr niedrige U-Werte mit sich, sodass Sie diese Lamellenfenster auch als Regelelemente in Passivhäusern einbauen können.

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Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten für Lamellenfenster

Allgemeine Infos zum Einsatz von Lamellenfenstern

Ursprünglich wurden Lamellenfenster als Lüftungsfenster für größere Gewerbe- und Industriebauten entwickelt. Lange wurden sie vorrangig in großen Gebäuden eingesetzt, mittlerweile sieht man sie immer häufiger auch in Privathäusern.

Mit Lamellenfenstern können Sie raumhohe Verglasungen verwirklichen, die Ihnen entsprechend viel Tageslicht bescheren. Meist bestehen Lamellenfenster aus aufstellbaren Horizontallamellen, die wiederum aus Wärmeschutz- und/ oder Sonnenschutzglas gemacht sind. Lamellenfenster können Sie 

  • in senkrechte Glasfassaden
  • in massive Wandflächen
  • und in schräge oder flache Dachkonstruktionen

einbauen.

Anwendungsbeispiele für Lamellenfenster auf einen Blick:

3-fach verglaste Lamellenfenster sind geeignet für:

  • Fassaden, auch von Energiesparhäusern

2-fach verglaste Lamellenfenster sind geeignet für: 

  • Fassaden,
  • unbeheizte Wintergärten,
  • Schulen,
  • Treppenhäuser,
  • Produktionshallen und
  • Bürokomplexe.

einfach verglaste Lamellenfenster sind geeignet für

  • Bienenhäuser
  • Laubengänge

Lamellenfenster als Lüftungsfenster

Dank der Lamellen ist eine recht gute und zugleich recht einbruchsichere Lüftung möglich. Sie eignen sich sogar als Öffnungsmöglichkeit für Rauch-Wärme-Abzugsanlagen. Achten Sie beim Kauf von Lamellenfenstern für den speziellen Einsatz als Rauchabzugsfenster auf deren Zertifizierung gemäß der europäischen Norm DIN EN 12101-2. Lamellenfenster besitzen konstruktionsbedingt 

  • einen hohen Strömungswirkungsgrad,
  • kurze Öffnungszeiten und
  • große Öffnungsflächen.

Damit wirken Lamellenfenster als natürliche Brandlüfter. Sie können somit als integraler Bestandteil baulicher und natürlicher Brandschutzsysteme genutzt werden. Im Brandfall sorgen Lamellenfenster für unversperrte Rettungswege und eine optimale Entrauchung - bestenfalls automatisch geregelt.

Vorteile von Lamellenfenstern auf einen Blick

Zu den Vorteilen, die Ihnen ein modernes Lamellenfenster bringt, gehören unter anderem die:

  • Lamellenfenster stellen eine gute Belüftungsmöglichkeit dar, da sie fein regulierbar sind.
  • Sie sorgen für einen hohen Lichteintrag in den Raum.
  • Sie dienen als Rauch- und Wärmeabzug dem vorbeugenden Brandschutz.
  • Die Konstruktionsweise der Lamellenfenster gewährleistet das ungehinderte Ablaufen von Wasser, was einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Fenstertypen darstellt.
  • Lamellenfenster erlauben eine optimale Raumnutzung, da der Fensterflügel in geöffnetem Zustand nicht in den Raum hinein ragt.
  • Lamellenfenster sind einbruchhemmend und vermindern Unfallgefahren (Absturz) sogar in geöffnetem Zustand.
  • Der Wartungsaufwand für Lamellenfenster ist vergleichsweise gering.
  • Sie sind langlebig.
  • Lamellenfenster lassen sich gut reinigen.
  • Lamellenfenster können Sie passgenau zu Ihrem Bauvorhaben anfertigen lassen.

Preise und kosten von Lamellenfenstern

Die Fenster-Preise für ein Lamellenfenster hängt von vielen Faktoren ab, darunter die Größe des Fensters insgesamt und daraus resultierend die Zahl der Glaslamellen sowie das Material, aus dem Rahmen und Lamellen beschaffen sind.

Wenn Sie sich auf dem Fenstermarkt umsehen, werden Sie feststellen, dass die einen Anbieter die Preise für ihre Lamellenfenster bezogen auf die Fensterfläche in Quadratmetern angeben, während andere Ihnen dafür Festpreise nennen. Einfache Lamellenfenster im Standardmaß kosten deutlich unter 100 Euro, für hochwertige Sonderanfertigungen sind schnell vierstellige Preise fällig.

Expertentipp: Auch wenn Sie bei den namhaften Herstellern von Lamellenfenstern beziehungsweise Marktführern meist eine große Auswahl finden, sind die Preise kleinerer Anbieter oft auch kleiner.

Als weitere Fenster-Kosten kommen auf Sie die Einbaukosten zu, die denen eines Kastenfensters gleichen. Die machen etwa die Hälfte der Fensterkosten aus, inklusive Anliefern der neuen und Entsorgen der alten Fenster. Der Stundensatz für den Einbau variiert von Region zu Region und liegt im Schnitt bei etwa 40 Euro.

Expertentipp: Damit der Einbau Ihres Lamellenfensters gemäß dem aktuellen technischen Standard erfolgt, achten Sie darauf, dass das ausführende Unternehmen bei der Lieferung und Montage der neuen Fenster nach dem RAL-Gütesiegel arbeitet.

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Weitere Informationen über Fensterarten nach Öffnungstechnik

"Technik, Einsatz & Preise von Lamellenfenstern" wurde am 16.01.2017 das letzte Mal aktualisiert.