Letzte Aktualisierung: 04.03.2021

Wichtige Tipps zum Sitzfenster: Konstruktion, Kosten & Probleme

Sie möchten gemütlich auf der Fensterbank sitzen und nach draußen schauen? Mit einem Sitzfenster schaffen Sie einen neuen Lieblingsplatz in Ihren vier Wänden und sorgen für eine ebenso effiziente wie moderne Nutzung des Raumes. Hier erfahren Sie,

  • welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt,
  • mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und
  • worauf es bei der Konstruktion und beim Einbau eines Sitzfensters zu achten gilt.
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Sitzfenster – Wohlfühl-Ort, Eyecatcher und Sitzgelegenheit in einem

Ein Sitzfenster, auch Nischenfenster genannt, begeistert als kuscheliger Rückzugsort und sorgt in jedem Zimmer für ein wohnliches, modernes Ambiente. Dabei bietet die als Sitzbank dienende Fensternische nicht nur zusätzliche Sitzplätze und ein Plus an Wohnkomfort, sondern bringt jede Menge Licht in den Raum.

Dank des freien Blicks nach draußen lässt ein großes Sitzfenster das Zimmer optisch größer wirken: Die Aussicht und die Natur werden Bestandteil der Innenarchitektur und vermitteln ein Gefühl von Weite.

Entscheiden Sie, ob Sie Ihr Sitzfenster als lichtdurchflutete Leseecke, als Tagesbett zum Relaxen, als Sitzbank für den Esstisch oder als praktische Ablage nutzen möchten – ein Sitzfenster erlaubt Ihnen eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten.

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Welche verschiedenen Möglichkeiten für Sitzfenster gibt es?

Ob kleine oder große Räume, ob Erdgeschoss oder Maisonette, ob Wohnzimmer, Küche oder Schlafzimmer – ein Sitzfenster bereichert jeden Raum und lässt sich in der Regel problemlos integrieren. Dabei stehen Ihnen verschiedene Varianten zur Verfügung:

  1. ein baulich integriertes „echtes“ Sitzfenster, das fester Bestandteil der Architektur des Hauses ist
  2. ein durch maßgeschneiderte Umbauten in ein Sitzfenster umfunktioniertes Fenster
  3. ein Fenster, das durch ein darunter positioniertes Möbel optisch wie ein Sitzfenster wirkt

Je nachdem, für welche Variante Sie sich entscheiden, gibt es bei der Planung einiges zu beachten, damit Ihr Sitzfenster zu einem gemütlichen wie funktionalen Fenstersitz wird, der sich stimmig in den Grundriss und die Optik des Raumes einfügt.

Variante 1: Ein baulich integriertes Sitzfenster

Diese Variante, bei der das Sitzfenster fester Bestandteil der Architektur des Hauses ist, bietet sich insbesondere bei der Planung eines Neubaus an. In den letzten Jahren haben sich vor allem großflächige Fenster (sog. "Panorama-Fenster") durchgesetzt.

Durch bauliche Maßnahmen können Sie solch ein Sitzfenster mit breiter Fensterbank jedoch auch nachträglich in Ihren Altbau integrieren. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten:

Flächenbündig mit der Außenfassade:

Besonders einfach gestaltet sich der Einbau bei breiten, stabilen Außenwänden. Die Tiefe der Außenwand ist dann identisch mit der Tiefe des Sitzfensters. Das Sitzfenster bildet eine Nische und schließt auf der Außenseite flächenbündig mit der Außenfassade (Fensterscheibe) und auf der Innenseite mit der Zimmerwand (Fensterbrett/ Holzumrandung) ab. Ein umlaufender Holzrahmen in der Fensternische sorgt für eine schöne Optik und ist wärmetechnisch von Vorteil.

Als auskragender Erker:

Bei dieser Variante befindet sich Ihr Nischenfenster in einem Erker, der als Vorbau aus der Hausfassade heraussticht. Die Sitzbank kann die volle Tiefe des Erkers einnehmen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob nur die Front oder auch die Seitenwände aus Glas bestehen. Ist Ihr Erker ebenerdig und nicht nur ein Vorsprung auf Fensterhöhe, dann nutzen Sie den Platz unter dem Fensterbrett als zusätzlichen Stauraum.

Variante 2: Ein durch Umbau maßangefertigtes Sitzfenster

Im Grunde kann fast jedes „gewöhnliche“ Fenster nachträglich in einen Fenstersitz umgebaut werden. Das wichtigste Element ist dabei eine maßangefertigte Fensterbank.

Besonders komfortabel ist jedoch ein umlaufender Rahmen, der die Seiten begrenzt. Dieser verschafft Ihnen beidseitige Rückenlehnen in der gleichen Breite wie die Sitzfläche. Außerdem verleiht ein Rahmen Gemütlichkeit und rahmt den Ausblick nach draußen ein – fast wie bei einem Gemälde. Der Rahmen wird meistens aus Holz angefertigt. Vorteilhaft kann gerade bei schmalen Außenwänden ein passgenauer Stahlrahmen als elegante Alternative sein. Dieser zeichnet sich durch eine besondere Stabilität aus und erzeugt – wenn er in den Raum hineinragt – einen schönen schwebenden Effekt.

Bei dieser Variante kann man zudem mit einer Aussparung mittig unter dem Fenster arbeiten und einen Tisch anstellen, sodass man von links und rechts, seitlich zum Fenster, am Tisch sitzt. So kann man das Sitzfenster auch als aussichtsreiches Plätzchen zum Essen, Café oder Wein trinken gestalten.

Experten-Tipp: Ist ein Heizkörper unter dem Fenster installiert, dann ist es wichtig, diesen nicht zu verstellen, damit die warme Luft sich ungehindert im Raum verteilen kann. Eine gute Lösung verspricht eine „schwebende“ Konstruktion, bei der ein Holz- oder Stahlrahmen in die Fensterlaibung eingepasst wird. Bei schmalen, instabilen Wänden oder einer sehr breiten Sitzfläche sind zusätzliche Stützen ratsam – entweder als Beine an den beiden vorderen Ecken oder in Form von Stahlstangen, die die Sitzfläche mit der Zimmerdecke verbinden und so ein schönes Schaukel-Design kreieren.

Variante 3: Ein optisch angetäuschtes Sitzfenster

Sie möchten gerne ein Sitzfenster, die Architektur oder Ihr Budget lassen diese Umbaumaßnahme aber nicht zu? Kein Problem – mit den richtigen Möbeln gelingt es Ihnen, mit einem gewöhnlichen Fenster den Anschein eines Sitzfensters zu erwecken.

Stellen Sie einfach ein

  • passgenaues Liegemöbel,
  • eine Bank oder ein tiefes Sideboard mit Stauraum

unter die Fensternische. Wichtig ist, dass das Möbel auf Höhe des Fensterbrettes abschließt. Wenige Zentimeter Höhenunterschied schummeln Sie mit Sitzpolstern oder einer dicken Auflage weg.

Die Sitzbank lässt sich auch in eine Schrankwand aus maßangefertigten Einbauschränken integrieren – so wird der Eindruck eines Nischenfensters noch verstärkt und Ihr Fenster erhält zusätzliche Rückenlehnen als Rahmen.

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Was ist bei der Planung eines Sitzfensters zu beachten?

Ergonomie: Wie sitze ich richtig?

Um mit Funktionalität, Komfort und einer ansprechenden Optik zu überzeugen, sollte ein Sitzfenster bestimmte (ergonomische) Voraussetzungen erfüllen:

Die Sitztiefe hängt davon ab, wie das Sitzfenster vorrangig genutzt wird.

  • 40 Zentimeter sind ideal, wenn Sie das Sitzfenster als alternative Sitzgelegenheit zum Beispiel am Esszimmertisch nutzen und sich mit dem Rücken an der Fensterscheibe anlehnen möchten.
  • Soll Ihr Sitzfenster als gemütlicher Wohlfühl-Ort und als Liegefläche fungieren, sind mindestens 60 cm Sitztiefe empfehlenswert.

Möchte man vornehmlich mit dem Rücken zum Fenster sitzen und die Beine auch auf dem Boden stellen können, so bieten sich niedrige Fenster an, deren Höhe eine angenehme und ergonomische Sitzposition ermöglicht. Die optimale Sitzhöhe liegt in einem Bereich von 40 bis 50 cm. Das genaue Maß ist natürlich von der Körpergröße (und vom Tisch) abhängig.

Wer das Sitzfenster als Sitz am Esstisch nutzen möchte, der sollte in jedem Fall auch auf die Beinfreiheit achten. Wer eine erhöhte Liegefläche mit einer Sitzgelegenheit kombinieren möchte, dem sei eine Fußstütze empfohlen, die man bei Bedarf unter das Sitzfenster stellen kann, um angenehm an einem Tisch sitzen zu können. Dann stützt die Fußablage Ihre Beine und hilft Ihnen, rückengerecht und entspannt zu sitzen.

Für einen hohen Sitzkomfort beziehen Sie die Sitzfläche mit Filz oder legen Sie eine dicke Polsterung oder Kissen auf die Fensterbank.

Tipps bei der Fenster-Auswahl

Allgemein gilt: Je größer das Fenster, desto einladender wirkt ein Sitzfenster. Deshalb sind Panoramafenster gerade in modernen Neubauten oftmals die erste Wahl. Aber auch kleine Fenster in gemütlichen Nischen bieten sich als Fenstersitz an.

Ob klein oder groß – entscheiden Sie sich bei der Fensterscheibe für gedämmtes Isolierglas und eine gedämmte Fensterlaibung, damit Sie in Ihrem Nischenfenster das ganze Jahr hindurch weder frieren noch schwitzen. Im Idealfall verwenden Sie ein Fenster mit 3-fach-Verglasung.

Befindet sich das Sitzfenster im ersten Stock Ihres Hauses oder sogar noch höher, muss es sich aus Sicherheitsgründen um Verbundsicherheitsglas handeln.

Achtung Absturzsicherung! Wenn sich Ihr Fenster in den oberen Stockwerken befindet und sich öffnen lässt, benötigen Sie eine entsprechende Absturzsicherung. Hier käme ein französischer Balkon oder abschließbare Fenstergriffe infrage.

Um die Sicht nicht zu stören und um keine Fenstergriffe im Rücken zu haben, ist eine Festverglasung vorteilhaft – dann besteht auch keinerlei Absturzrisiko. Möglich ist ebenfalls eine praktische Fensteraufteilung, bei der zum Beispiel ein Kippflügelfenster im oberen Bereich für Frischluft sorgt.

Bedenken Sie bei der Planung außerdem, dass die Fenster beidseitig gereinigt werden müssen – sei es von innen durch das Öffnen der Fenster oder von außen mithilfe einer Leiter.

Schwitzwasser, Schimmel & Wärmestau

Wenn es draußen kalt und drinnen warm ist, bildet sich am Fenster oftmals Kondenswasser. In der Regel verdunstet diese Feuchtigkeit, sobald das Zimmer regelmäßig gelüftet wird.

Tritt diese Schwitzwasser-Problematik jedoch häufig auf, kann es zu Schimmelbildung am Fenster kommen. Auch die Polster und Kissen im Nischenfenster nehmen die Feuchtigkeit auf und können dadurch Flecken bilden oder klamm werden. Regelmäßiges, richtiges Lüften hilft gegen Kondenswasser ebenso wie das Beheizen des Raumes.

Speziell für ein Sitzfenster ist es wichtig, dass die Holzlaibung bzw. das Sitzbrett direkt am Fenster anliegen und gut abgedichtet sind, damit sich keine Feuchtigkeit in den Zwischenräumen sammeln kann. Achten Sie außerdem darauf, dass sich zwischen textiler Sitzauflage und Fensterscheibe ein Freiraum zur Luftzirkulation befindet.

Wichtig: Gerade, wenn man viele Kissen und Decken vor dem Sitzfenster auslegt, kann es zu einer übermäßigen thermischen Belastung der Scheibe dann kommen, wenn sich das Fenster ungleichmäßig erwärmt oder auch abkühlt. Scheint z. B. die Sonne, so kann es zu einem Wärmestau durch Polster und Kissen und letztlich zu Spannungsrissen in der Scheibe kommen. ESG-Scheiben sind diesbezüglich unproblematisch.

Preis-Check: Was kostet ein Sitzfenster?

Und was kostet nun eigentlich der Spaß? Einen Pauschalpreis lässt sich schwer berechnen, denn die Kosten für einen Fenstersitz hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie Fenstergröße, Art der Verglasung, Material für Nischenrahmen und Sitzfläche etc. Allgemein gilt, dass ein Sitzfenster teurer wird, desto größer es ist.

  • Besonders günstig erhalten Sie ein optisch angetäuschtes Sitzfenster – hier fallen lediglich die Kosten für das entsprechende Liegemöbel an.
  • Für einen Umbau müssen Sie schon etwas tiefer in die Tasche greifen, auch wenn die Kosten für das Fenster entfallen, weil dieses ja bereits vorhanden ist.
  • Und für ein maßangefertigtes „richtiges“ Sitzfenster mit passgenauer, breiter Holzlaibung sollten Sie mindestens 2.000 Euro einkalkulieren – der Preis für ein großes Panorama-Sitzfenster kann aber locker auch das Doppelte oder Dreifache betragen.

Die Kostenfaktoren in unserer Tabelle dienen lediglich zur Orientierung, denn bei Fenster-Preisen gibt es große Unterschiede. So sind Kunststofffenster beispielsweise deutlich günstiger als Holzfenster und auch beim Holz für den Rahmen und das Fensterbrett gibt es je nach Holzart eine große Spannweite bei den Preisen.

Tabelle: Preis-Spannen für Sitzfenster
Kosten Preise
Fenster (3-fach verglast) ca. 250 - 450 Euro/m2 je nach Ausführung/Material
Fenstereinbau ca. 150 Euro
Holzrahmen ca. 30 - 100 Euro/laufendem Meter
Tischler/Schreiner ca. 40 - 70 Euro/Stunde

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