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Ratgeber: Isolieren, verbessern und austauschen von einfach verglasten Fenstern

Was ist eine Einfachverglasung? Welche Vor- und Nachteile hat sie? Wo setzt man einfach verglaste Fenster sinnvoll ein? Wie lassen sich Einfachfenster verbessern? Wie werden sie isoliert und ausgetauscht?

Bei einer Einfachverglasungen sind Flächen mit einfachen Flachglasscheiben verglast. Einfach verglaste Fenster bieten kaum Wärme- und Schallschutz. Im Neubau sind sie daher unzulässig, in Altbauten gibt es Möglichkeiten, Einfachfenster zu erhalten und die Isolierung zu verbessern.

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Technischer Aufbau und Einsatz von Einfachfenstern

Sind alte Holzfenster mit einer einzigen einfachen flachen Glasscheibe verglast, handelt es sich um eine sogenannte Einfachverglasung (auch 1fach-Verglasung geschrieben). Die ist heutzutage eher selten anzufinden, am ehesten noch in historischen Gebäuden, darunter Altbauten und denkmalgeschützte Häuser.

Einfach verglaste Fenster erkennt man gut an der Konstruktionsweise: Die Glasscheiben sind in Holzrahmen eingepasst, die dabei entstehenden Fugen sind mit Fensterkitt abgedichtet.

Typischerweise wurden solche Einfachverglasungen seit den 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre im Wohnungsbau verwendet. Wegen des bis zu fünf Mal schlechteren Wärmeschutzes als heutzutage Standard ist, den die einfach verglasten Fenster bieten, ist ihre Verwendung im Wohnungsbau mit der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 untersagt worden.

Bei Neubau und Sanierung gibt es für Fenster seitdem Mindestdämmwerte, die Einfachverglasungen nicht mehr erreichen. Bei nicht zum Wohnen gedachten Räumen, zum Beispiel Kellern oder Nebengebäuden, sind sie bis heute im Einsatz.

Schematische Darstellung der Unterschiede des Aufbaus einer Einfach- und einer Mehrfachverglasung. (Grafik: energie-experten.org)
Schematische Darstellung der Unterschiede des Aufbaus einer Einfach- und einer Mehrfachverglasung. (Grafik: energie-experten.org)

Wärmedämmwirkung von Einfachverglasung

Wie gut einfache Verglasungen isolieren, bemisst sich nach dem sogenannten Ug-Wert. Dieser lag bei den früher üblichen Einfachverglasungen noch bei rund 6 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K).

Die Wärme isolierende Wirkung von Fenstern mit einfacher Verglasung ist sehr schlecht. Einfachverglasungen haben U-Werte von häufig über 5,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) und mehr. Damit liegen sie weit über den von der Energieeinsparverordnung (EnEV) geforderten Ug-Werten für Fenster.

Aktuelle Zweifach-Wärmedämmverglasungen liegen im Bereich von etwa 1,1 bis 1,3 W/m2K und Dreifach-Wärmedämmverglasungen sogar bei etwa 0,8 W/m2K, wobei auch 0,6 W/m2K realisierbar sind.

Chronologische Entwicklung des Wärmedämmstandards von der Einfach- bis zur Mehrfachverglasung (Grafik: energie-experten.org)
Chronologische Entwicklung des Wärmedämmstandards von der Einfach- bis zur Mehrfachverglasung (Grafik: energie-experten.org)

Vor- und Nachteile von einfach verglasten Fenstern

Vorteile

Der argumentativ schlagkräftigste Vorteil einfach verglaster Fenster ist ihr niedriger Preis. Typisches Einfachglas mit Stärken zwischen drei und vier Millimetern kostet um die 15 Euro pro Quadratmeter. Dünnere Scheiben (zwei Millimeter Stärke) sind aufwendiger zu produzieren und mit Preisen bis zu 45 Euro pro Quadratmeter entsprechend teurer.

Von Vorteil ist zudem die farbliche Vielfalt, in der sie Einfachverglasungen kaufen können. Denken Sie nur an dekorative Kirchenfenster oder Butzenscheiben – die sind in der Regel aus einfachem Glas gestaltet. Als dritten Vorteil sollte man die Tatsache erwähnen, dass einfach verglaste Fenster viel Licht und Wärme in einen Raum einlassen.

Aus den Vorteilen ergeben sich typische Verwendungen von Einfachverglasung: Sie kommen als Kellerfensterverglasung ebenso zum Einsatz wie in Garagen, Werkzeugschuppen, Geräte- oder einfachen Glasgewächshäusern im Garten, sozusagen den Vorstufen von Wintergärten. Auch zu dekorativen Zwecken setzt man noch einfache Gläser ein.

Nachteile

Einfachverglasung bringt Ihnen kaum Wärmeschutz. Das ist ihr größter Nachteil. Verglichen mit einer modernen Wärmeschutzverglasung, die heute Standard im Wohnungsbau ist, lassen einfach verglaste Fenster in etwa das Fünffache an Wärme durch. Der hohe Wärmedurchlass bedeutet im Winter hohe Heizwärmeverluste, auf Kosten der Umwelt und Ihrer Heizkosten. Und im Sommer haben Sie damit die Hitze schnell im Haus.

Doch nicht nur mangelnder Wärmeschutz ist ein Nachteil von Einfachverglasung. Sie bieten ebenso wenig Schutz vor Lärm von draußen – sprich: kaum Schallschutz.

Als dritter Nachteil von einfach verglasten Fenstern ist die Verletzungsgefahr anzuführen, die besteht, wenn die 1fach-Scheiben zu Bruch gehen. Ihr Bruchverhalten entspricht nicht mehr heutigen Sicherheitsstandards. Unsicher sind einfach verglaste Fenster auch in Bezug auf Einbruchschutz: Sie leisten Einbrechern so gut wie keinen Widerstand.

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Möglichkeiten zum Verbessern von Wärme-, Schall- und Einbruchschutz einfach verglaster Fenster

Für Situationen, wo Sie auf einfach verglaste Fenster nicht verzichten wollen oder können, gibt es inzwischen Möglichkeiten, deren nachteilige Eigenschaften nachzubessern – ohne dass Sie gleich die Verglasung und oder das Fenster wechseln müssen.

Gummidichtungen

So können Sie die alten Holzkitt-Abdichtungen der Einfachverglasung mit Gummidichtungen verbessern, die zwar nicht die Glaseigenschaften an sich ändern, aber zumindest Undichten beheben, die ein häufiger Grund für Zugluft sind. Handelsübliche Gummidichtungen halten etwa drei Jahre und kosten weniger als einen Euro pro Meter.

Scheibenfolien

Im Fachhandel gibt es zudem spezielle Scheibenfolien, die unter anderem als Energiesparfolien oder Kälteschutzfolien gehandelt werden. Laut Angaben ihrer Hersteller sollen solche Folien einfache Fensterverglasungen bis zu 65 Prozent besser isolieren. Kälteschutzfolien sind vergleichsweise preiswert und erhalten die originale Optik der Fenster.

Vorsatzscheiben

Eine aufwendigere Verbesserungsmöglichkeit, trotz Einfachverglasung Wärme und Heizkosten zu sparen, sind sogenannte innere Vorsatzscheiben. Solche auch Energiespar-Vorsatzscheiben genannten Elemente montieren Sie innen vor das Fenster. Sie bringen mehr Wärmeschutz und Schallschutz, kommen aber nicht an die besseren Isolierwerte von moderner Wärmeschutzverglasung heran.

Verdopplung der Einfachgläser durch Vorsatzscheiben

Innere Vorsatzscheiben werden beweglich an bestehende Fensterflügel montiert. Sie können mit den derzeit üblichen Wärmeschutz-Beschichtungen ausgerüstet sein. Aber: Solche Beschichtungen verringern passive Solargewinne. Außerdem muss man beachten, dass historische Fensterflügel das extra Gewicht von etwa zehn Kilo pro Quadratmeter bei vier Millimeter Floatglas tragen müssen.

Auf jeden Flügel kommt eine umlaufend geklebte Schlauchdichtung, die für den dichten Abschluss der Vorsatzscheibe zum Raum hin sorgen soll. Um Schwitzwasser im Zwischenraum zu verhindern, müssen zum Entlüften desselben nach außen Löcher in den Flügelrahmen gebohrt werden.

Um ein historisches Fenster an aktuelle Normen anzunähern, setzt man oft noch eine extra Gummidichtung in die Falze der Fensterrahmen. Die kann geklebt oder in eine in den Rahmen und teilweise in die Flügel eingefräste Nut eingebracht werden. Aber: Die Gummidichtungen hebeln die Fenster auf der Seite der Bänder hoch, so dass sie sich mit der Zeit lockern können.

Zudem schwächt das Nutfräsen den Querschnitt der Rahmenhölzer historischer Fensterkonstruktionen. Das Fräsen stellt einen irreversiblen Eingriff in die historische Substanz dar. Solch ein Eingriff widerspricht den Grundsätzen des Denkmalschutzes und darf im Rahmen der Denkmalpflege nicht ausgeführt werden.

Sanierung historischer Fenster durch Austausch der Einfachverglasung

Beim gängigen Austausch der Einfachverglasung mit moderner Zweifach- oder Dreifachverglasung stößt man bei alten Fensterrahmen aus Holz schnell mal an konstruktive Grenzen. Denn die dickere Mehrscheibenverglasung passt oft nicht in die geringen Falztiefen historischer Holzfenster und überlastet mit ihrem Gewicht die zierlichen Flügel häufig.

Wer das Dilemma löst, indem er vor das neue Isolierglasfenster einen neuen Holzrahmen platziert, liegt bei dem Versuch, das Gesicht der vormaligen Fassade zu wahren, schnell schief. Für solche Fälle gibt es inzwischen Spezialgläser, zum Beispiel das Sonderisolierglas Histofein 8, das sich laut Hersteller in der Denkmalpflege bewährt habe.

Die nur acht Millimeter dünne Isolierglasscheibe punktet mit ihrer Dämmleistung, ihrem geringen Gewicht und passt ohne großen Aufwand in die dünnen Holz- und Stahlprofile originaler Fenster eingesetzt. Der Ug-Wert der Scheibe verbessert sich im Vergleich zur alten Einfachverglasung von 5,8 W/m2K auf 1,9 W/m2K, wobei das historische Rahmenmaterial erhalten bleibt.

Histoglas ist ein spezielles Sonderisolierglas, das eine originalgetreue Erhaltung der Ansicht des Einfachfensters mit traditioneller Kittbettabdichtung im denkmalgeschützten Objekt ermöglicht. (Fotos: DÖRR Histoglas, Mannheim)
Histoglas ist ein spezielles Sonderisolierglas, das eine originalgetreue Erhaltung der Ansicht des Einfachfensters mit traditioneller Kittbettabdichtung im denkmalgeschützten Objekt ermöglicht. (Fotos: DÖRR Histoglas, Mannheim)

Experten-Tipp: Die vorgenannten Möglichkeiten zur Verbesserung von Wärme- und Schalldämmung sparen Sanierungsaufwand und -kosten. Weil Einfachverglasungen jedoch zeitgemäße Ansprüche an Wärmedämmung und Schallschutz nicht erfüllen, sollten Sie - sofern möglich - zur langfristigen Verbesserung erwägen, die Einfach-Fenster auszutauschen (vorausgesetzt, die Rahmen sind einwandfrei und funktionstüchtig) oder das komplette Fenster zu auszutauschen.

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"Einfachverglasung: Isolieren, verbessern & Austausch" wurde am 24.01.2017 das letzte Mal aktualisiert.