Letzte Aktualisierung: 03.05.2017

Sonnenschutzglas verhindert Überhitzung von Gebäuden

Was muss bei der Auswahl spezieller Sonnenschutzfenster beachtet werden?
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Spezielles Sonnenschutzglas verhindert eine Überhitzung der Räume. Ein zu hoher Sonnenschutz kann im Winter jedoch zu höheren Heizkosten führen. Daher müssen Hitze- und Wärmeschutz bei der Auswahl des Sonnenschutzglases beachtet werden. Drei Arten von Sonnenschutzglas bieten sich für Neubau oder Modernisierungsmaßnahme an:

  • Sonnenschutzglas mit Beschichtung: Beschichtete Sonnenschutzverglasungen sind farbneutral, lassen bis zu 80% weniger den Raum aufheizende, infrarote Wärmestrahlung hinein und besitzen nahezu keine spiegelnden Eigenschaften.
  • Schaltbare Verglasungen: Die Farbe schaltbaren bzw. dimmbaren Glases lässt sich durch Zugabe von elektrischem Strom von glasklar hin zu Blau verändern. Das reduziert den solaren Energieeintrag und gleichzeitig bleibt die Durchsicht erhalten.
  • Systeme im Scheibenzwischenraum: Mittels in den Scheibenzwischenraum integrierter Jalousien, Rollos oder Plissees kann die Sonneneinstrahlung manuell oder automatisch gesteuert werden.

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Prinzip des Sonnenschutzes mit Fensterglas

In Wintermonaten ist die Wärme, welche die Sonne durch die Fenster schickt, ein gern gesehener Gast. An heißen Sommertagen kann sich die Freude über diese Energiezufuhr allerdings in engen Grenzen halten. Sonnenschutzglas ist neben außenhängenden Systemen wie Sonnenschutzjalousien eine der Möglichkeiten, der Hitze Herr zu werden. Die Hauptaufgabe von Sonnenschutzglas ist, im Sommer möglichst wenig Energie in die Räumlichkeiten zu lassen, aber dabei gleichzeitig den Lichteinfall nicht zu behindern. Zusätzlich müssen sie im Winter die Wärme möglichst in den Räumlichkeiten behalten.

Sonnenschutz bedeutet aber auch UV-Schutz vor Sonnenbrand. Bereits das heutzutage standardmäßig eingesetzte Wärmedämmglas bietet durch seine Beschichtung einen guten Schutz vor der UV-Strahlung des Sonnenlichts.

Einen noch besseren UV-Schutz bieten Isoliergläser mit Verbundsicherheitsgläsern, die für den Verletzungs-, Einbruch- oder Schallschutz in den Isolierglasaufbau integriert werden: deren Verbundfolie aus PVB (Polyvinylbuteral) blockt UV-Strahlung zu über 95 Prozent. Als Nebeneffekt werden auch das Ausbleichen zum Beispiel von Bodenbelägen oder farbliche Veränderungen von Holzoberflächen durch solare UV-Strahlung wirksam verhindert.

Gefärbtes, beschichtetes und adaptives Sonnenschutzglas

Gegen Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts betrat das erste Sonnenschutzglas die Baubühne. Diese Gläser waren gefärbt und senkten so über Absorption die Lichtdurchlässigkeit. Im Winter hat dieses Sonnenschutzglas deshalb allerdings auch wenig Wärme in die Räumlichkeiten passieren lassen und auch die Sicht nach Draußen war durch die Tönung eingeschränkt.

Heutzutage arbeitet man deshalb bevorzugt mit beschichtetem Sonnenschutzglas. Hier wird das Glas mit Edelmetall beschichtet (Magnetron-Beschichtungsverfahren) oder es werden Metalloxide auf das Glas gesprüht (Pyrolytisches Beschichtungsverfahren). Dies sorgt dafür, dass das eintreffende Licht reflektiert wird. Auch diese Verglasung lässt nur wenig Energie in das Gebäudeinnere, lässt aber gleichzeitig mehr Licht herein als das gefärbte Glas. Der Sonnenschutz im Sommer ist ausgeprägter, der Blick bleibt frei und im Winter gelangt trotzdem mehr Energie in die Räume.

Neuere, "intelligente" Gläser besitzen die Eigenschaft, automatisch oder nutzergesteuert ihre Lichtdurchlässigkeit elektrochrom oder thermochrom zu verändern. Diese adaptive Sonnenschutzmöglichkeiten sind in Form von Gläsern mit integrierten Systemen oder in Form von schaltbaren Verglasungen erhältlich.

Sonnenschutzglas mit metallischer Sonnenschutzbeschichtung

Modernes Sonnenschutzglas mit metallischer Sonnenschutzbeschichtung sieht aus wie normales Fensterglas. Der feine Unterschied dazu liegt in einer sehr dünnen, fast unsichtbaren Edelmetallbeschichtung, die auf einen geringen Wärmedurchlass hin optimiert ist und mit der die Sonnenstrahlen gefiltert werden. Dabei wird möglichst viel des sichtbaren Lichts hindurchgelassen, während bis zu 80 Prozent der infraroten Strahlung, die wir als Wärme spüren, reflektiert wird.

Sonnenschutz im Scheibenzwischenraum

Während diese Eigenschaft statisch ist, also über das gesamte Jahr gleichbleibend anhält, kann man auch Gläser einsetzen, deren Sonnenschutzwirkung veränderbar ist. Da gibt es zum Beispiel in den Scheibenzwischenraum integrierte Jalousien oder Plissees. Diese lassen sich manuell oder motorisch der individuellen Wettersituation anpassen, bieten wohltuenden Schatten im Innenraum und sorgen für einen optimalen Sichtschutz von außen.

Elektrochrome Sonnenschutz-Verglasungen

Etwas anders funktionieren schaltbare, „elektrochrome“ Verglasungen. Bei ihnen verdunkelt sich das Glas je nach Wettersituation per Knopfdruck in mehreren Stufen von kristallklar bis sattblau, wobei die Durchsicht stets erhalten bleibt.

Link-Tipp: Einen guten Überblick über die wichtigsten Verglasungen finden Sie auch im Ratgeber-Fenster von daemmen-und-sanieren.de

Kennzahlen für das passende Sonnenschutzglas

U-Wert: der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert bzw. nur bei Verglasung der Ug-Wert) beschreibt, wie viel Energie durch das Fenster nach draußen entweicht. Je niedriger der U-Wert, desto besser behält die Verglasung die Wärmeenergie im Raum. Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass Fenster heutzutage mindestens einen U-Wert von 1,3 erreichen oder übertreffen müssen. Man sollte beachten, dass auch der Fensterrahmen Bedingungen an den U-Wert erfüllen muss.

g-Wert: der g-Wert beschreibt den Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung. Je niedriger der g-Wert, desto weniger Energie lässt das Sonnenschutzglas passieren.

tL-Wert: die Lichtdurchlässigkeit. Er gibt an, wie viel Prozent des Lichtes das Sonnenschutzglas übertritt. Werte von 40 bis 70 Prozent sind üblich. Fenster ohne Sonnenschutzglas weisen tL-Werte um die 80 Prozent auf.

Ra: der Farbwiedergabeindex. Hier ist ersichtlich, wie gut man durch das Sonnenschutzglas hindurch Farben wahrnehmen kann. Werte über 90 sprechen für eine recht naturgetreue Farbwahrnehmung durch das Glas hindurch.

Expertentipp: Zwei Werte sind bei Sonnenschutzglas wichtig: Der g- und der Ug-Wert. Der g-Wert bestimmt die Menge der Energie, die das Glas in den Raum hineinlässt. Er liegt bei hochwertigem Sonnenschutzglas zwischen 0,20 und 0,50, das Glas lässt also zwischen 20 und 50 Prozent der Sonnenenergie durch. Der zweite Wert, der Ug-Wert, sollte grundsätzlich möglichst klein sein, dann geht nur wenig Heizungswärme verloren. Der Wert liegt bei Zweischeiben-Sonnenschutzgläsern bei rund einem Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K), bei heute üblichem Dreifachglas bei bis zu 0,5 W/m2K

Auswahl des richtigen Sonnenschutzglases

Grundsätzlich lässt sich sagen: Wo es auf einen kühlen Kopf ankommt, da sollte Sonnenschutzglas zum Einsatz kommen. Davon profitieren beispielsweise großformatige Dachverglasungen und ganzjährig nutzbare Wintergärten ganz besonders, aber auch großflächige Verglasungen, wie sie heute unter anderem im Wohn-/Essbereich vorkommen.

Bei der Auswahl der Sonnenschutzverglasung ist genaues Abwägen zwischen dem Sonnenschutz und der Heizung erforderlich. Ein möglichst geringer g-Wert ist im Sommer sehr gut, da sehr wenig Solarenergie durch das Fensterglas durchgelassen wird, kann aber während der Heizperiode zu einem Mehrverbrauch bei der Heizung sorgen, da weniger Energie durch die Fenster in das Gebäude gelangt.

Auf der anderen Seite kann das Sonnenschutzglas Energiekosten aber auch senken, indem es z.B. dafür sorgt, dass eine Wohnraumlüftung oder Klimaanlage an den heißen Tagen weniger Arbeit verrichten muss. Aus diesem Grund sollte ein Fachmann vor dem Fensterkauf die entsprechenden Kennwerte vergleichen und Entscheidungshilfen treffen.

Im Zweifel könnte sich beispielsweise auch eine Kombination von Sonnenschutzglas mit relativ hohem Lichtdurchlassgrad mit einer zusätzlichen Lösung wie Jalousien als ideal herausstellen. Eine Ersteinschätzung zur Rentabilität eines Fenstertausches bietet unser Fensterrechner.

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