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Blendrahmen – Aufbau, Funktion und fugendichter Einbau

Was ist ein Blendrahmen? Welche Aufgabe hat er? Wie ist ein Blendrahmen aufgebaut? Wie wird er in die Fensteröffnung eingebaut und was ist dabei zu beachten?

Damit man den Komfort, sprich: das Licht, die Aussicht und die Frischluftzufuhr eines modernen Fensters – letzteres buchstäblich - in vollen Zügen genießen kann, muss es entsprechend funktional aufgebaut sein. Ein wesentlicher Bestandteil eines Fensters ist der Fensterrahmen. Doch was Laien umgangssprachlich Fensterrahmen nennen, unterscheiden Fachleute noch je nach Bauweise in Zarge, Blockrahmen und Blendrahmen sowie den Flügelrahmen des Fensters. Der Blendrahmen, der Blockrahmen oder die Zarge meinen dabei den Rahmen des Fensters, der fest mit der Außenwand verbunden ist. Darin sitzen dann je nach Fenstertyp ein oder mehrere Flügelrahmen, die sich öffnen lassen. Um den Blendrahmen als eine Bauform des äußeren Fensterrahmens soll es im vorliegenden Artikel gehen: Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum Aufbau, zur Funktionsweise und zum Einbau eines Blendrahmens.

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Um es gleich vorweg zu schreiben: Auch bei Türen spricht man bei den äußeren Türrahmen von Blendrahmen, Zarge oder Blockrahmen, die in die Leibung montiert werden. Aber um die soll es hier nicht gehen. Dieser Beitrag beschreibt Blendrahmen von Fenstern, auch Fensterblendrahmen genannt. Weitere gängige Bezeichnungen für einen Blendrahmen sind: Fensterstock.

Aufbau und tragende Rolle des Blendrahmens

Dadurch, dass sich auch im Blendrahmen Profilkammern befinden, erreicht das Kunststoff-Fenster KF 694 eine Wärmedämmung bis zu einem Uw-Wert von 0,75 W/m²K. (Foto: Kneer-Südfenster)
Dadurch, dass sich auch im Blendrahmen Profilkammern befinden, erreicht das Kunststoff-Fenster KF 694 eine Wärmedämmung bis zu einem Uw-Wert von 0,75 W/m²K. (Foto: Kneer-Südfenster)

Bautechnisch steckt hinter dem Begriff Blendrahmen übrigens das Verblenden, also Verdecken, eines Teils der Wand / des Mauerwerks /der Fassade. Die Aufgabe des Blendrahmens eines Fensters ist es, dessen dauerhafte Befestigung im Baukörper zu gewährleisten. Der Blendrahmen trägt somit das Fenster. Dazu wird der Blendrahmen entweder vor der Wand oder in entsprechende Anschläge in derselben montiert.

Der Blendrahmen eines Fensters besteht aus mehreren Blendrahmteilen beziehungsweise Blendrahmstücken. Dazu gehören: 

  • einem Oberschenkel
  • einem Wetterschenkel (unten), auch „Wasserschenkel“ genannt (Dank eingearbeiteter „Wassernase“ verhindert er das Eindringen von Wasser.)
  • und zwei Höhenschenkeln (seitlich)

Um den Rahmen mehrflügeliger Fenster zusätzlich zu stabilisieren, kann der Blendrahmen mit Hilfe weiterer waagerechter oder senkrechter „Pfosten“ unterteilt werden. Waagrechte (horizontale) Pfosten nennt der Fachmann Kämpfer, Querholz oder Riegel. Senkrechte heißen Setzpfosten oder Losholz.

Der Flügelrahmen, der in den in Deutschland Großteils verbauten Dreh-Kipp-Flügelfenstern meist drehbar und kippbar ist, wird in den Blendrahmen eingebaut. Das muss so geschehen, dass der Winddruck in den Blendrahmen übertragen werden kann.

Einbau eines Blendrahmens (Anschlagprofile)

In Abhängigkeit von der Ausführung des Mauerwerks lässt sich der Blendrahmen unterschiedlich in die Öffnung im Mauerwerk einbauen (anschlagen). Bei Fenstern gibt es häufig einen sogenannten Maueranschlag, der aus speziell geformten Formsteinen / Formziegeln besteht, die die Fensterlaibung bilden. Es handelt sich dabei also um einen um die Maueröffnung laufenden Vor- oder Rücksprung, an dem sich der Blendrahmen verankern lässt. Man spricht auch vom Anschlagen des Blendrahmens. Gängige Anschlagweisen sind: 

  • von außen (sogenannter Außenanschlag)
  • von innen (sogenannter Innenanschlag)
  • stumpf (ohne Anschlag)

Zum Befestigen des Blendrahmens nutzt man Dübel-Verschraubungen oder Montagehilfen (sogenannte Montagepratzen, kurz: Pratzen) aus Metall. Das sind spezielle Beschläge /Anschläge aus zum Beispiel verzinktem Edelstahl, die den Blendrahmen fixieren und die selbst als Halter fest mit der Wand verbunden werden.

Experten-Tipps für die energetische Altbausanierung

  • Wird in einem Altbau aus bestimmten Gründen eine Innendämmung notwendig, so lassen schmale Blendrahmen ausreichend Platz für eine Innendämmung aus atmungsaktiven Materialien.
  • Lässt man die vorhandenen Blendrahmen erhalten, so können die neuen Fensterelemente statt über ein aufwändig zu stellendes Baugerüst über einen Außenaufzug angeliefert und die alten Elemente dem Recycling zugeführt werden.
  • Für den Einbau in denkmalgeschützte Gebäude können moderne Wärmedämmfenster verwendet und das Original durch filigrane Profilleisten und extra angefertigte äußere Blendrahmen imitiert werden.

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Abdichtung der Fugen zwischen Blendrahmen und Maueröffnung

Nur ein nach Vorschrift und entsprechend der geltenden Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) eingebautes und abgedichtetes Fenster, das selbst als Bauteil entsprechend zertifiziert ist, garantiert effizienten Wärmeschutz, sowie luftige (Zugluftschutz) als auch akustische (Lärmschutz) Dichte.

Der Einbau des Blendrahmens in die Maueröffnung ist deshalb Sache für erfahrene Hände. Bei der sorgfältigen Abdichtung der Fugen entscheidet sich schließlich, ob die theoretisch erreichbaren Energieeffizienzwerte auch tatsächlich den Verhältnissen in der Praxis gerecht werden.

Der Hohlraum, der zwischen der Maueröffnung und dem eingesetzten Blendrahmen bestehen bleibt, muss fachgerecht abgedichtet werden. Als Dichtungsmaterial zur luftdichten Abdichtung dienen Dämmmaterialien wie: 

  • PUR-Ortsschaum zum Ausschäumen
  • Mineralwolle zum Ausstopfen
  • oder dauerelastische Dichtungsmassen (in Form von Gummiprofilen von außen oder Schaumstoffbändern an der Außenkante des Blendrahmens oder Silikon)

Die zwischen Blendrahmen und Maueröffnung abgedichteten Fugen kann man – einer schöneren Optik wegen – abdecken. Das funktioniert komfortabel mit speziellen Deckleisten. Handelt es sich um Putzfassaden sollte man zu speziellen Putzschienen greifen, die mit dauerelastischem Material ausgerüstet sind.

Von der Dichtung für die Fugen zwischen Blendrahmen und Maueröffnung unterscheidet sich die eigentliche Fensterdichtung im Rahmen selbst, also zwischen Blend- und Flügelrahmen.

Die einzelnen Arbeitsschritte zur Befestigung des Blendrahmens

Die Vorarbeiten

  • Bevor ein Blendrahmen in die dafür vorgesehene Fensteröffnung montiert werden kann – ganz gleich, ob es sich dabei um eine Konstruktion aus Mauerwerk oder Holz handelt – sollte man den Flügelrahmen aus dem Blendrahmen ausbauen. Das macht die anschließende Montage des Blendrahmens um einiges leichter, der sich dann nämlich bequemer händeln lässt.
  • Soll der Blendrahmen in die Fensteröffnung geschraubt werden, ist es sinnvoll, die entsprechenden Schraublöcher im Blendrahmen vorzubohren. Wer seine Fenster nicht von der Stange kauft, sondern direkt beim Hersteller bestellt und passgenau anfertigen lässt, kann die Vorbohrungen direkt mitbestellen. Sie werden dann werksseitig vorgenommen. Wer Montageanker (Montagepratzen) zur Befestigung nutzt, sollte diese zunächst seitlich am Blendrahmen anbringen.

Achtung: Damit die bauphysikalisch wirkenden Kräfte nach dem Einbau des Fensters optimal verteilt werden, sollte man die Bohrungen beziehungsweise Montageanker nach Vorschrift platzieren. Entsprechende „Pläne“ liefert der Fensterhersteller mit oder man findet diese in einschlägigen Ratgebern im Internet.

  • Auch um die Abdichtung sollte man sich vor dem Einsetzen des Blendrahmens in die Maueröffnung kümmern. Zum Beispiel, indem man ein geeignetes Dichtband (Kompriband) anbringt. Auch hierzu sollte man genau nach den Vorschriften des Herstellers desselben vorgehen, um maximale Dichte zu erzielen.

Einsetzen des Blendrahmens in die Maueröffnung und Befestigen

  • Ist der Blendrahmen eingesetzt, wobei die sogenannte Unterblendrahmenschwelle unten sitzt, muss er winklig ausgerichtet werden. Dabei muss auf Horizontale und Vertikale ebenso geachtet werden, wie darauf, dass der Abstand zur Maueröffnung (Fugenbreite, Spaltbreite) rechts und links vom Blendrahmen gleich ist.
  • Dann werden entweder die Montageanker befestigt oder die Schrauben verschraubt.

Achtung: Die Länge und Dicke der Schrauben sollte speziell für das Bauprojekt ausgelegt sein – wer Zweifel an der Passgenauigkeit hegt, wendet sich damit unbedingt an einen Fachhändler oder Fachhandwerker.

Abdichten der Fugen/Spalten

  • Als Nächstes wird die Fuge zwischen Blendrahmen und Mauerwerk abgedichtet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dichtmaterialien den zuvor optimierten Sitz des Blendrahmens nicht verschieben. Das könnte den Einbau des Flügelrahmens und dessen Schließfunktion negativ beeinflussen.

Nacharbeiten

  • Abschließend wird der Flügelrahmen wieder in den Blendrahmen eingesetzt und auf Funktionstüchtigkeit geprüft. Diese Prüfung sollte man nach zwei Wochen erneut vornehmen und gegebenenfalls die Feineinstellung der Bauteile nachjustieren.

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Weitere Informationen zum Aufbau und Arten von Fensterrahmen

"Aufbau, Aufgabe und Einbau von Blendrahmen" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.