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Glasscheiben-Ratgeber: Alle Scheibentypen & Gestaltungsmöglichkeiten im Überblick

Was ist eine Glasscheibe? Welche Scheibentypen gibt es und wie unterscheiden sie sich? Welche Glasscheibe passt in welches Fenster? Was ist beim Einbau einer Glasscheibe zu beachten? Was kostet eine Glasscheibe?

Eine Glasscheibe ist in ihrer einfachen Form eine Platte aus Glas. Ein Oberbegriff für alle Glasscheiben – in Abgrenzung zu anders geformtem Glas – ist: Flachglas. Solche Glasscheiben kommen im Bauwesen als Fenster- und Architekturglas zum Einsatz. Ebenso beim Verglasen von Fahrzeugen, als Spiegel, als Solarglas oder als Displayglas für PC, Laptop, Tablet, Smartphone und TV. Glasscheiben unterscheidet man nach ihrem Aufbau und daraus resultierend ihren Eigenschaften in Scheibentypen.

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Was versteht man unter einer Glasscheibe?

Der allgemeine Begriff Glasscheibe umfasst alle Scheibengläser, die uns als

  • Fensterscheiben in Gebäuden (Fensterglas),
  • sonstiges sogenanntes Architekturglas,
  • plane Scheiben in Fahrzeugen (Autoseitenfensterglas),
  • Spiegel (Spiegelglas),
  • Solarglas bei Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Anlagen und als
  • Displayglas in Bildschirmgeräten wie PC, Laptop, Tablet, Smartphone und TV begegnen. Aus der Liste wird ersichtlich, es geht hier um flache Glasscheiben, die auch unter dem Fachbegriff Flachglas gesammelt werden.

Zum Herstellen von Glasscheiben gibt es inzwischen mehrere Flachglas-Verfahren: Gängig sind

  • das Floatglas-Verfahren,
  • das Gieß-Verfahren und
  • das Walz-Verfahren.

Je nach Einsatzzweck werden die mit den genannten Verfahren hergestellten Glasscheiben noch weiterbearbeitet – die Rede ist dann von zweckdienlicher Veredelung. Anders ausgedrückt: Die Glasscheiben sind der Rohstoff für weitere Glasscheiben-Produkte.

Viele weitere Informationen zur Herstellung von Flachglasscheiben finden Sie in unserem Ratgeber "Herstellung, Eigenschaften und Verwendung von Floatglas".

Glasscheiben: Produkte aus Scheibenglas und ihre spezifischen Eigenschaften

Glasscheibe ist nicht gleich Glasscheibe. Vielmehr bedingt die Art der Glasscheibe, ihre Kombination sowie Beschichtungen oder Gasfüllungen ihren Einsatzzweck. Je nach Aufbau und Eigenschaften der verwendeten Glasscheiben entstehen so z. B. Brandschutz-, Sonnenschutz- oder auch Wärmeschutzglasscheiben.

Einscheiben-Sicherheitsglasscheiben (ESG)

Das ist thermisch vorgespanntes Glas gemäß der Norm nach DIN 12150-1. Infolgedessen ist eine ESG-Glasscheibe reißfester und temperaturwechselbeständiger als unbehandeltes Flachglas. Aber: ESG-Glasscheiben lassen sich im Nachhinein nicht mehr mechanisch bearbeiten.

Wenn zu große Gewalt einwirkt, zerfällt die ESG-Scheibe in kleine Krümel. ESG-Glasscheiben sind zum Beispiel als Autoseitenscheiben, Duschabtrennungen, Ganzglastüren, Fassadengläser und so genannte Alarmgläser (bei Einbruchmeldeanlagen) im Einsatz.

Verbund-Sicherheitsglasscheiben (VSG)

VSG-Scheiben sind Glasscheiben, auch unterschiedlichen Scheiben-Typs, die gemäß der europäischen Norm DIN EN ISO 12543-2 aus einem Glasscheibenverbund bestehen. Für diesen werden abwechselnde Glasscheiben und Kunststofffolie verklebt, die bestimmte Sicherheitsglasanforderungen erfüllen. Birst oder bricht die VSG-Glasscheibe, haften Scherben und Splitter an der Folie.

VSG-Glasscheiben, die dicker als rund 25 Millimeter (mm) sind, nennt man auch Panzerglas. Das kommt häufig als Schaufensterscheibe, Vitrinenscheibe und Autoseitenfensterscheibe zum Einsatz. Noch dickeres Glas gilt als schussfest.

Moderne Glasschiebetür. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)
Moderne Glasschiebetür. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)

Verbundglasscheiben (VG)

Gemäß der EU-Norm DIN EN ISO 12543-3 bestehen Verbundglasscheiben aus wenigstens zwei Glasscheiben und organischen Zwischenmaterialien, häufig Gießharz. Als Verbundfolie wird üblicherweise eine hochreißfeste, zähelastische, thermoplastische Verbundfolie aus Polyvinylbutyral (PVB) verwendet.

Je nach Anzahl, Art und Dicke der verwendeten Glasscheiben und Zwischenlagen werden Verbundgläser eingesetzt als Sicherheitsglas, Schallschutzglas, Brandschutzglas, durchwurf-, durchbruch- oder durchschusshemmendes Glas usw.

Dom Aquaree Berlin. (Foto: Bundesverband Flachglas e.V. / Saint Gobain Glass)
Dom Aquaree Berlin. (Foto: Bundesverband Flachglas e.V. / Saint Gobain Glass)

Mehrscheiben-Isolierglasscheiben (MIG)

Wie von der Norm DIN 1259-2 vorgeschrieben, bestehen die MIG-Scheiben (auch als Wärmedämmglas- oder Isolierverglasscheiben bekannt) aus mindestens zwei Glasscheiben und einem Randverbund mit hermetisch verschlossenem Scheibenzwischenraum (SZR), der mit Gas oder Luft befüllt ist. Dies ist notwendig, um die Luftfeuchtigkeit im Scheibenzwischenraum so gering wie möglich zu halten und somit die Entstehung von Tauwasser sowie eine Korrosion der aufgedampften metallischen low-e-Beschichtung zu verhindern. Außerdem soll ein Entweichen des Füllgases vermieden werden.

Änderungen der Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Luftdruck führen je nach Biegesteifigkeit der Glastafeln zu einem Ein- oder Ausbauchen der Glasscheiben und damit zu entsprechenden Belastungen der Glasscheiben sowie des Randverbundes.

Teilvorgespannte Glasscheiben (TVG)

Teilvorgespanntes Glas wird im gleichen Herstellprozess wie Einscheibensicherheitsglasscheiben hergestellt, jedoch langsamer abgekühlt, und unterscheidet sich so durch ein geringeres Maß der eingeprägten Vorspannung. TVG hat folglich eine geringere Biegefestigkeit als ESG.

Dementsprechend fällt auch das Bruchverhalten anders aus: TVG-Glasscheiben brechen mit langen Rissen, die von der Schadstelle bis zum Rand der Scheibe verlaufen. Die Temperaturwechselbeständigkeit von TVG-Scheiben beträgt rund 100°C. TVG kann nachträglich nicht bearbeitet z.B. geschnitten oder gebohrt werden.

Schaltbare Glasscheiben

Intelligente Glasscheiben sind elektrisch schaltbar, so dass sich die Lichtdurchlässigkeit verändern lässt. Die „smarten“ Glasscheiben dienen häufig als Sonnenschutz (Glasscheibe bleibt transparent) oder Sichtschutz (Glas wird opak).

Verglasungen, die bei Sonnenlicht ihre Glasfarbe verändern, sind nicht neu. Bereits seit den 1980er Jahren gibt es Fensterglas mit thermochromem und photochromem Glas, welches seine Farbe ändert, indem eingebettete Flüssigkristalle oder photochemisch aktive Moleküle auf Wärme und Licht reagieren. Sie sind jedoch nicht schaltbar, sondern immer von der Sonneneinstrahlung abhängig.

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Techniken zur Gestaltung von Glasscheiben

Dank spezieller Gestaltungstechniken und besonderer Behandlungen der Oberfläche wird eine Glasscheibe zu einem kreativen Kunstwerk, das nicht nur in der Architektur für bewundernde Blicke sorgt. Angefertigt werden können heute Glasscheiben mit reizvollen Oberflächen mit Techniken von A wie Airbrush bis O wie Oberflächenlaserung.

Alle Varianten der Glasscheibengestaltung aufzuführen, würde den Rahmen sprengen, daher finden Sie nachfolgend die wichtigsten Behandlungstechniken wie man aus einer normalen Glasscheibe ein kleines Kunstwerk macht.

Satinieren

Beim Satinieren wird die Oberfläche der Glasscheibe mit Flusssäure geätzt. Dabei kann die Fläche ganz oder auch nur teilweise behandelt werden und es sind verschiedene Stufen der Mattierung möglich. Auch die notwendige Rutschsicherheit von begehbarem Glas kann mit dem Satinieren erzielt werden. Attraktive Anwendungsbeispiele für dieses Prinzip sind blickdichte Glastüren oder auch Glastrennwände im heimischen Bad oder im Besprechungsraum großer Unternehmen.

Verglaste Toilettenanlage. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)
Verglaste Toilettenanlage. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)

Sandstrahlen

Mit dem Sandstrahlen wird ein ähnlicher Effekt erreicht, wobei hier die Oberfläche der Glasscheibe aufgeraut und abgetragen wird. Dabei kann die Oberflächenrauheit der Mattierung mit der Körnung des Spezialsandes und dem veränderbaren Luftdruck variiert und dreidimensionale Effekte erreicht werden. Ein Abkleben von Bereichen, die nicht gesandstrahlt werden sollen, bietet der künstlerischen Kreativität freien Raum.

Tiefenlaserung

Einen anderen Weg geht die Tiefenlaserung, die nur bei nicht thermisch vorgespannten Glasscheiben möglich ist: Hier bleibt die Glasoberfläche unversehrt. Der eingesetzte Laser verändert das Glas in der Tiefe. So lassen sich interessante 3D-Effekte erzielen. Bekannte Beispiele für dieses Prinzip sind unter anderem Glasschilder, die einen Firmennamen oder den Namen eines Bewohners anzeigen – gerne auch mit attraktiver Beleuchtung in moderner LED-Technik.

Lackieren

Beim Lackieren wird mit dem Aufbringen einer organischen Farbe im Sprüh- oder Gießverfahren eine farblich homogene Glasoberfläche geschaffen. Hier steht das gesamte Farbspektrum zur Verfügung und es lassen sich auch innovative Design-Ideen umsetzen. Ein schönes Beispiel für diese Glasbehandlung sind farbenfrohe Wandverkleidungen beziehungsweise Möbeloberflächen, die für eine intensive Optik mit starker Tiefenwirkung sorgen.

Emaillieren

Ähnlich funktioniert das Emaillieren einer Glasscheibe. Bei dieser Technik werden anorganische beziehungsweise keramische Farben im Gieß-, Sprüh- oder Rollverfahren auf das Glas aufgebracht und innerhalb des Produktionsprozesses zum Einscheiben-Sicherheitsglas, das thermisch vorgespannt wird, mit diesem fest verschmolzen.

Die Emaillierung ist besonders widerstandsfähig. Aus diesem Grund werden diese Glasscheiben unter anderem für eine besonders wirkungsvolle Fassadengestaltung genutzt. Auch für Küchenspiegel oder Küchenrückwände eignet sich das Emaillieren sehr gut. Emaillierte Rückwände sind eine schöne Alternative zu dem gewöhnlichen Keramikfliesenspiegel in Küche oder Bad und es kann besonders effektiv dort eingesetzt werden, wo es auf einen hohen Hygienestandard ankommt.

Bedruckung

Zu guter Letzt ist noch die Bedruckung zu nennen, bei der organische und auch anorganische beziehungsweise keramische Farben auf die Glasscheibe aufgebracht werden. Der Farbauftrag erfolgt entweder durch ein Sieb aus feinmaschigem und farbdurchlässigem Gewebe, oder digital per „Tintenstrahldrucker“.

Beim Siebdruck wird pro Farbe ein Sieb benötigt, daher ist diese Gestaltungstechnik eher für eine Serien- oder eine serielle Einzelfertigung geeignet. Mit dem Digitaldruckverfahren sind hingegen auch Unikate möglich – bis hin zum Fotodruck. Bekannte Anwendungsbeispiele sind Gebäudefassaden und großformatige Trennwände in Innenräumen.

Beeindruckende Lichtinstallation. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)
Beeindruckende Lichtinstallation. (Foto: Bundesverband Flachglas e. V. / Sprinz)

Einbau von Glasscheiben und Glasscheibenwechsel – Anleitung und Tipps & Tricks

Mit handwerklichem Geschick ist der Austausch einer Glasscheibe auch für Laien machbar. Muss eine schadhafte oder gar zerstörte Glasscheibe getauscht werden, ist folgende Vorgehensweise üblich:

  1. Nehmen Sie den Fensterflügel mit der kaputten Glasscheibe aus seiner Hängevorrichtung! Halten Sie sich dabei an die Anweisungen des Herstellers.
  2. Bauen Sie dann die kaputte Glasscheibe aus. Dazu entfernen Sie zunächst die Leisten an der Innenseite des Fensters. Sind diese gelockert, lassen sie sich gut heraushebeln. Seien Sie beim Entfernen der Leisten vorsichtig, so dass sie diese nicht zerstören. Denn dann können Sie die Leisten weiterverwenden und sparen sich den Kauf neuer Leisten.
  3. Es folgt das Herausnehmen der alten Glasscheibe. Damit Sie die Scheibe einfacher herausnehmen können, kleben Sie einfach einen Handgriff (bei größeren Glasscheiben zwei) aus stark haftendem Klebeband auf und fassen die Scheibe damit an.
  4. Anschließend säubern Sie den Rahmen sorgfältig: Weder Bruchstücke der Glasscheibe, noch Reste von Kitt, Silikon oder den sogenannten Vorlegebändern dürfen verbleiben.
  5. Als Nächstes befestigen Sie die neuen Vorlegebänder wie vom Hersteller vorgeschrieben.
  6. Dann setzen Sie die neue Glasscheibe in den Rahmen. Damit die neue Scheibe auf Anhieb sitzt, ist es ratsam, sich die Glasscheibe vom Fachmann passgenau zuschneiden zu lassen. Der hat das dafür nötige Werkzeug und die Erfahrung – und Sie machen sich den Glasscheibentausch einfacher.
  7. Ist die Scheibe im Rahmen, muss ihr Sitz exakt justiert werden.
  8. Sitzt die Glasscheibe wie gewünscht, werden die Fensterleisten (siehe Schritt 2) angebracht.
  9. Zum Schluss versiegeln Sie die Außen- und Innenseite des Fensters mit Silikon. Gehen Sie dazu vor, wie vom Hersteller vorgeschrieben.

Glasscheiben – Preise und Kosten im Überblick

Die Preise von Glasscheiben variieren mit dem Scheibentyp und der Größe der Glasscheibe. Je funktionaler eine Glasscheibe ist, desto höher ist meist auch ihr Preis. Zur Orientierung können Ihnen die folgenden Glasscheibenpreise dienen:

  • einfache Glasscheibe: 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter
  • Doppelglasscheibe: 80,00 bis 110 Euro pro Quadratmeter
  • Isolierglasscheiben: 130,00 bis 170 Euro pro Quadratmeter

Nimmt ein Glaser den Tausch der Glasscheiben vor, können Sie mit 50 Euro pro Arbeitsstunde rechnen, die dieser dafür aufwendet. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Anfahrtskosten für den Handwerker und Materialkosten für den Glasscheibenwechsel.

Tabelle: Preise für Floatglasscheiben pro m2
Dicke Preise
3 mm 12,80 €
4 mm 16,00 €
5 mm 20,00 €
6 mm 24,00 €
8 mm 32,00 €
10 mm 42,00 €
12 mm 60,00 €
15 mm 114,00 €
19 mm 162,00 €

In der Herstellung von nicht rechtwinkligen Glasscheiben werden in der Regel Zuschläge berechnet. Je nachdem wie groß die ursprünglich rechteckige Glasscheibe war und wie viele Ecken geschnitten werden, rechnet man mit einem

  • Glaszuschlag von 20% bis 75% und einem
  • Kantenzuschlag von 100% bis 500%.

Hinzu können Kosten für Schablonen (rund 15 Euro), Rüstkosten und Übergrößenzuschläge kommen.

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"Glasscheibe: Alle Typen & Oberflächen im Vergleich" wurde am 26.03.2019 das letzte Mal aktualisiert.