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Letzte Aktualisierung: 24.10.2024
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Die durch die Fenster-Verglasung eintretende Sonnenenergie setzt sich dabei aus zwei Hauptkomponenten zusammen:
Der g-Wert summiert beide Effekte – den direkten und den indirekten Energieeintrag – und beschreibt somit den gesamten Energiefluss, der durch die Verglasung in den Innenraum gelangt.
Der g-Wert des Fensters wird i.d.R. in Prozent angegeben, wobei ein g-Wert von 1 bzw. 100 % bedeutet, dass die gesamte auf die Scheibe treffende Sonnenenergie in das Gebäude gelangt, was in der Praxis jedoch nicht vorkommt. 0 % bedeuten, dass keine Solarenergie in den Raum gelangt.
Mit folgender Formel wird der g-Wert vereinfacht berechnet:
\(1 = τ + α + ρ\)
\(g = τ = 1 - α - ρ\)
ρ steht dabei für den Reflexionsgrad, α für den Absorptionsgrad und τ für den Transmissionsgrad.
Unter Berücksichtigung indirekter Wärmeabstrahlung q ließe sich folgende Formel zur Berechnung des g-Wertes heranziehen:
\(1 = (τ + q) + α + ρ\)
\(g = (τ + q) = 1 - α - ρ\)
Die Wahl der Verglasung eines Fensters ist insbesondere im Hinblick auf den sommerlichen Wärmeschutz und die Vermeidung von Überhitzung entscheidend. Dabei gilt:
Die g-Werte von Verglasungen können durch spezielle Beschichtungen und den Aufbau des Fenstersystems beeinflusst werden:
| Fensterart | g-Wert Fenster |
|---|---|
| Einfachverglasung (Standardglas) | 0,75 - 0,90 |
| Zweifachverglasung (Standard) | 0,65 - 0,70 |
| beschichtetes Zweifachisolierglas mit Argonfüllung | 0,60 0,72 |
| zweifach beschichtetes Dreifach-Isolierglas mit Argonfüllung | 0,50 0,60 |
| Dreifachverglasung (Standard) | 0,70 - 0,75 |
| Glasbausteine | 0,60 |
| Wärmeschutzverglasung (Zweifach) | 0,45 - 0,60 |
| Wärmeschutzverglasung (Dreifach) | 0,35 - 0,50 |
| Sonnenschutzverglasung (Zweifach) | 0,30 - 0,45 |
| Sonnenschutzverglasung (Dreifach) | 0,20 - 0,35 |
| Low-E-Verglasung (mit Beschichtung) | 0,30 - 0,50 |
| Schallschutzverglasung | 0,4 - 0,6 |
| Hochreflektierende Sonnenschutzverglasung | 0,15 - 0,3 |
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Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, da er die solaren Wärmegewinne durch Fenster und Verglasungen beeinflusst, was wiederum Auswirkungen auf den Heiz- und Kühlenergiebedarf eines Gebäudes hat.
Die DIN 4108 umfasst verschiedene Teilbereiche des Wärmeschutzes, darunter:
Der g-Wert hat sowohl im sommerlichen als auch im winterlichen Wärmeschutz eine wesentliche Bedeutung.
Ein zentrales Thema der DIN 4108-2 ist der sommerliche Wärmeschutz, der sicherstellen soll, dass Gebäude auch bei hohen Außentemperaturen nicht überhitzen. Dies betrifft vor allem Gebäude mit großen Glasflächen, wie zum Beispiel Bürogebäude, Schulen oder Wohnhäuser mit großen Fenstern.
Die DIN 4108-2 gibt Richtlinien zur Vermeidung von Überhitzung in Räumen, indem sie Anforderungen an den Sonnenschutz festlegt. Hier kommt der g-Wert ins Spiel: Je niedriger der g-Wert einer Verglasung, desto weniger solare Wärme gelangt in den Innenraum und desto besser wird der Raum vor Überhitzung geschützt.
Konkrete Anforderungen an den g-Wert:
Auch im winterlichen Wärmeschutz spielt der g-Wert eine Rolle, jedoch in einem anderen Kontext. Während im Sommer ein niedriger g-Wert wünschenswert ist, um das Gebäude vor Überhitzung zu schützen, kann im Winter ein höherer g-Wert von Vorteil sein. Dies liegt daran, dass durch einen höheren g-Wert mehr Sonnenenergie in den Raum gelangt und somit die Heizlast verringert werden kann.
Winterliche Anforderungen an den g-Wert:
Die DIN 4108 ist eng mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verknüpft. Nach GEG § 14 ist der sommerliche Wärmeschutz für alle Neubauten und Erweiterungen nach § 51 Abs. 2 gemäß DIN 4108-2:2013-02 einzuhalten. Um die Anforderungen des GEG zu erfüllen, muss der g-Wert der Fenster auf das jeweilige Nutzungsszenario abgestimmt sein, da diese Energiegewinne in die Energiebilanz des Gebäudes eingehen.
Der Nachweis kann über das vereinfachte Verfahren Sonneneintragskennwerte nach DIN 4108-2:2013-02, Abschnitt 8.3 erbracht werden. Der Nachweis ist für kritische Raumsituationen, insbesondere einzelne Räume oder zusammenhängende Raumgruppen zu führen.
Je nach Klimaregion (A bis C) gilt als Grenz-Raumtemperatur ein Wert von 25°C (A) bis 27 °C (C), der in nicht mehr als zehn Prozent der Aufenthaltszeit überschritten werden sollte (siehe auch "Übertemperaturgradstunden").
Das Sonneneintragskennwertverfahren nach Nr. 8.3 DIN 4108-2 basiert auf einem Vergleich zwischen einem zulässigen Sonneneintragskennwert Szul und einem für den Raum ermittelten, dem vorhandenen Sonneneintragskennwert Svorh. Nach den Anforderungen der DIN 4108-2 gilt:
\(S_{vorh} \leq S_{zul}\)
Der vorhandene Sonnenschutz des Fensters wird über den Sonneneintragskennwert Svorh abgebildet, der mit folgenden Größen berechnet wird:
Mit folgender Formel lässt sich der vorhandene Sonneneintragskennwert Svorh berechnet:
\(S_{vorh} = {\sum_{j} (A_{w,j} \cdot g_{total,j}) \over A_G}\)
\(g_{total,j} = g \cdot F_c\)
Der Fc-Wert, der in die Berechnung des gtotal-Wertes einfließt, kann dabei der Tabelle 7 der DIN 4108-2 zur Abschätzung des Abminderungsfaktors in Abhängigkeit des g-Wertes entnommen werden.
| Sonnenschutz | Fc-Wert bei g ≤ 0,40 und 2-fach Verglasung | Fc-Wert bei g > 0,40 und 3-fach Verglasung | Fc-Wert bei g > 0,40 und 2-fach Verglasung |
|---|---|---|---|
| Ohne Sonnenschutz | 1,00 | 1,00 | 1,00 |
| Innenliegend oder zwischen den Scheiben | |||
| Weiß oder hoch reflektierende Oberflächen mit geringer Transparenz | 0,65 | 0,70 | 0,65 |
| Helle Farbe oder geringe Transparenz | 0,75 | 0,80 | 0,75 |
| Dunkle Farben oder höhere Transparenz | 0,90 | 0,90 | 0,85 |
| Außenliegend mit Fensterläden, Rollläden | |||
| Fensterläden, Rollläden, 3/4 geschlossen | 0,35 | 0,30 | 0,30 |
| Fensterläden, Rollläden, geschlossen | 0,15 | 0,10 | 0,10 |
| Außenliegend mit Jalousie und Raffstore, drehbaren Lamellen | |||
| Jalousie und Raffstore, drehbare Lamellen, 45° Lamellenstellung | 0,30 | 0,25 | 0,25 |
| Jalousie und Raffstore, drehbare Lamellen, 10° Lamellenstellung | 0,20 | 0,15 | 0,15 |
| Außenliegend mit Markisen, parallel zu Verglasung | 0,30 | 0,25 | 0,25 |
| Außenliegend mit Vordächern, Markisen allgemein, freistehenden Lamellen | 0,55 | 0,50 | 0,50 |
In Wirklichkeit besteht jedoch auch eine Abhängigkeit zwischen dem Abminderungsfaktor des Sonnenschutz vom Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung, die insbesondere bei innenliegenden Sonnenschutzvorrichtungen sehr ausgeprägt ist.
\(F_c = F(g)\)
Daher lassen sich die Abschirmqualitäten eines Sonnenschutzes, insbesondere eines innenliegenden Sonnenschutzes, wirklich belastbar nur in Verbindung mit der Verglasung bzw. mit dem Wärmedurchlasskoeffizienten Λ beurteilen. Für die Formulierung der Sonnenschutzanforderungen ist es deshalb immer günstiger mit dem resultierenden gtotal-Wert zu rechnen.
g-Wert-Formel für außenliegenden Sonnenschutz:
\(g_{total} = τ_e \cdot g + α_e \cdot {Λ \over Λ_2} + τ_e \cdot (1-g) \cdot {Λ \over Λ_1}\)
g-Wert-Formel für innenliegenden Sonnenschutz:
\(g_{total} = g \cdot (1 - g \cdot ρ_e - α_e \cdot {Λ \over Λ_2})\)
g-Wert-Formel für Sonnenschutz zwischen den Glasscheiben:
\(g_{total} = g \cdot τ_e + g \cdot (α_e + (1 - g) \cdot ρ_e) \cdot {Λ \over Λ_3}\)
Szul steht hingegen für den nach DIN 4108-2 zulässigen Sonneneintragskennwert. Das ist der maximale Sonneneintrag, der noch erlaubt ist, um ein angenehmes Raumklima zu gewährleisten, ohne dass eine Überhitzung entsteht.
Der zulässige Sonneneintragskennwert Szul ist abhängig von:
Mit folgender Formel lässt sich der zulässigen Sonneneintragskennwert Szul berechnen:
\(S_{zul} = \sum S_x\)
Die Werte zur Berechnung von Szul können ebenfalls über eine Pauschalwerte-Tabelle ermittelt werden.
Der f-Wert gibt letztlich das Verhältnis zwischen dem vorhandenen Sonneneintragskennwert Svorh und dem zulässigen Sonneneintragskennwert Szul wieder. Er gibt an, wie gut der Sonneneintrag in einem Raum den Anforderungen entspricht.
Die Formel zur Berechnung des f-Wertes lautet:
\(f = {S_{vorh} \over S_{zul}}\)
Der f-Wert zeigt, ob der Sonneneintrag im akzeptablen Bereich liegt