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Experten-Ratgeber: So finden Sie den perfekten Parkettboden

Was ist ein Parkettboden? Welches Holz eignet sich? Wie wird er verlegt? Welche Trends sind heute modern? Wie sollte man Parkettboden reinigen und pflegen?

Ein Parkettboden ist ein Fußbodenbelag aus Holz, der vorrangig in Innenräumen verlegt wird. Das Holz stammt Großteils von Laubbäumen, ist also sogenanntes Hartholz. Für den Parkettboden wird das Holz in kleine Stücke geschnitten und diese werden in dekorativen Mustern verlegt, wobei die Holzfaser immer horizontal zum Liegen kommt.

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Historische Entwicklung des Parkettbodens

Ein Fußbodenbelag aus massiven Hartholzelementen, das in der Regel von Laubbäumen stammt, oder aus mit Hartholz furnierten Weichholzelementen wird Parkettboden oder kurz: Parkett genannt. Wegen der wertvollen Holzqualität, die von Eigenschaften wie Härte, Robustheit und Widerstandsfähigkeit gekennzeichnet ist, und der aufwendigen und teils künstlerischen Verlegeweise gilt Parkettboden als ein hochpreisiger Bodenbelag.

Im 16. Jahrhundert begann man damit, die bis dahin üblichen Dielenböden („Bretterböden“) individueller zu gestalten. Die üblicherweise auf eine Länge geschnittenen Dielen wurden in der Länge variiert und mit Hilfe von Beizen gefärbt. Und man nagelte Holztafeln aus Edelhölzern wie Birne, Kirsche oder Nuss auf die Dielen: das erste Tafelparkett war geboren.

Mit dem wachsenden Zugriff auf importierte Edelholzarten aller Art und Farbe weitete sich diese Praxis aus, zunächst in Palästen der Monarchen, später auch in den Villen der Patrizier. Im 17. Jahrhundert setzte sich der Parkettboden als dekorativer Bodenbelag bei den oberen Schichten in Frankreich (boden)flächendeckend durch.

Im 18. Jahrhundert bis zum revolutionären Sturm auf die Bastille 1789 hatte sich das Handwerk des Parkettbodenverlegers zu einem Kunsthandwerk entwickelt: Auf den kunstvoll gestalteten Parkettböden herrschten prunkvolle Intarsien mit vielseitigen Ornamenten sowie szenisch oder gegenständlich gestalteten Bildern.

Die im 19. Jahrhundert beginnende Industrialisierung brachte den Parkettboden letztlich in öffentliche und bürgerliche Räume. Die Parkettbodenbretter wurden zu schmalen Stäben (Stäbchen), der Bodenbelag zum Stabparkettboden (Stäbchenparkettboden). Seit den 1970ern bildet man in Deutschland den Beruf des Parkettbodenlegers aus.

Ein Parkettboden sieht nicht nur edel aus, sondern ist auch leicht hygienisch rein zuhalten. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / MeisterWerke)
Ein Parkettboden sieht nicht nur edel aus, sondern ist auch leicht hygienisch rein zuhalten. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / MeisterWerke)

Experten-Wissen: Die Franzosen „verkleinern“ Begriffe mit der Nachsilbe „-ette“. Wir kennen Lehnwörter aus dem Französischen mit der Endung im Original wie „Baguette“ und „Stiefelette“ oder eingedeutscht wie „Kabinett“. Auf Französisch heißt „Parkett“: „Parquet“, verkleinert mit „-ette“. Seit dem 18. Jahrhundert hat sich der Begriff für die „Holzvertäfelung von Fußböden“ durchgesetzt.

Holz-Auswahl und Qualität

Die Auswahl geeigneter Holzarten für Parkettböden ist umfangreich und wurde seit jeher nahezu ausschließlich vom verfügbaren Budget bestimmt. Aber: Viele der erhältlichen Edelhölzer, darunter Pockholz vom Guajak- oder Pockholzbaum, sind geschützte Arten, deren Verwendung genehmigungspflichtig ist.

Bevor Listen zum Erhalt der Arten von Flora und Fauna geführt wurden, „gönnten“ sich betuchte Zeitgenossen Parkettböden aus seltenen und kostbaren Hölzern, die somit auch als Statussymbol dienten.

Umweltbewusste Verbraucher suchen heute nach Parkettböden aus Hölzern, die von Natur aus optimale Eigenschaften als Bodenbelag besitzen – und sowohl nachhaltig als auch qualitativ hochwertig realisierbar sind.

Das von der Föderation der europäischen Parkettindustrie (FEP) vergebene „Real-Wood“-Zeichen zeichnet Parkettboden aus, dessen Nutzschicht aus echtem Massiv- oder Mehrschichtparkettholz besteht. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V.)
Das von der Föderation der europäischen Parkettindustrie (FEP) vergebene „Real-Wood“-Zeichen zeichnet Parkettboden aus, dessen Nutzschicht aus echtem Massiv- oder Mehrschichtparkettholz besteht. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V.)

Zu den Laubhölzern, die zu Parkettböden weiterverarbeitet werden, zählen Ahorn, Aloma (Bilinga), Birke, Bambus, Buche (Rotbuche), Doussie (Afzelia), Eiche, Erle, Esche, Kambala (Iroko), Kirsche, Black Cherry, Merbau, Nußbaum (Walnuß), Wenge. Zu den heute gängigen Nadelhölzern zählen die Fichte, Kiefer und Lärche.

Tabelle 1: Holzfarben von Parkettboden im Überblick
Holzart Holzfarbe (Splint) Holzfarbe (Kern)
Ahorn gelblich-weiß gelblich-weiß
Aloma (Bilinga) rosa bis hellgelb gelb bis rötlich
Birke gelbl.-weiß bis rötl.-gelb gelbl.-weiß bis rötl.-gelb
Bambus hellgelblich hellgelblich
Buche (Rotbuche) hellgelblich bis rötl.-grau hellgelblich bis rötl.-grau
Doussie (Afzelia) weiß-grau bis hellgelblich gelblich bis hellbraun
Eiche grau hell- bis dunkelbraun
Erle rötl.-gelb, rötl.-braun rötl.-gelb, rötl.-braun
Esche weiß bis hellgelblich hellgrau bis oliv
Kambala (Iroko) gelblich-weiß bis grau gelblich-grau bis hellbraun
Kirsche (Black Cherry) gelblich- bis rötlich-weiß blaßgelb, später rötlich-braun
Merbau gelblich-weiß hellbraun bis rötl.-braun
Nußbaum (Walnuß) grau bis rötlich-weiß grau bis dunkelbraun
Wenige grau-weiß hell- bis dunkelbraun
Fichte gelbl.-weiß bis rötl.-gelb gelbl.-weiß bis rötl.-gelb
Kiefer hellgelblich-weiß rötlich-weiß
Lärche gelblich rötlich-braun

Weil ein gewachsenes Stück Holz keinem anderen gleicht, gibt es bei Parkettbodenelementen keine einheitliche Optik. Ähnliche Oberflächen werden deshalb in sogenannten Sortierungen zusammengefasst. Europäische Normen legen dafür Sortierungsregeln fest und beschreiben detailliert, welche Sortierung welche Parkettbödenhölzer umfasst.

Expertenwissen: Diese Sortierung beschreibt nur die optische Qualität des Parkettbodens. Sie soll helfen, die Auswahl des passenden Bodenbelags zu erleichtern.

In entsprechenden Sortierungs-Listen stehen Symbole und dazugehörige Tabellen, aus denen sich die zulässigen Merkmale der Hölzer ablesen lassen. Merkmalen sind 

  • Farbunterschiede,
  • Splint,
  • Markierungen und
  • Astigkeit.

Das Erscheinungsbild der Oberflächen der sortierten Parkettbodenhölzer werden mit einheitlichen Symbolen gekennzeichnet: Kreis , Quadrat und Dreieck, wobei der Kreis für die höchstmögliche Sortierung steht.

Expertenwissen: Viele Hersteller stellen der Sortierung nach EU-Reglement eigene Qualitätszeichen gegenüber, zum Beispiel „natur“, „select“ oder „rustikal“.

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Verlegen und Verlegemuster für Parkettböden

Das Verlegen von Parkettboden ist Handwerk und Kunsthandwerk zugleich.

Ein hochwertiger Parkettboden trägt auch zum Werterhalt und Wiederverkaufswert einer Immobilie bei. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / Meisterwerke)
Ein hochwertiger Parkettboden trägt auch zum Werterhalt und Wiederverkaufswert einer Immobilie bei. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / Meisterwerke)

Parkettböden verlegen – so geht‘s

Klassischerweise verleimte man die Parkettbodendielen, -tafeln und -stäbe mit dem Untergrund. Anschließend wurden die Flächen aus einzelnen Elementen abgeschliffen, um sie anzugleichen und zu ebnen und dann zu versiegeln. Moderne Parkettböden lassen sich auch aus vorgefertigten Elementen verlegen, die bereits mit einem tragfähigen Untergrund ausgerüstet sind.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen

  • Einschichtparkettboden
  • Mehrschichtparkettboden

Einschichtige Parkettböden sind aus massivem Vollholz gemacht, mehrschichtige aus zwei oder drei Schichten, von denen nur die obere, die sogenannte Deckschicht des Bodenbelags aus Vollholz ist. Diese Variante von Parkettboden nennt man auch Fertigparkettboden.

Tabelle 2: Bezeichnung und Normen der wichtigsten Parkettbodenarten
Allgemeine Bezeichnung Bezeichnung nach Norm DIN-Norm
Stabparkett Parkettstäbe DIN 280-1
Stabparkett Parkettriemen DIN 280-1
Stabparkett Vollholzelemente mit Nut und/oder Feder E DIN EN 13 226
Mosaikparkett Mosaikparkettlamellen DIN 280-2
Mosaikparkett Mosaikparkettlamellen E DIN EN 13 488
10-mm-Massivparkett Vollholzlamparkett E DIN EN 13 227
Fertigparkett Fertigparkettelemente (Dreischichtparkett) DIN 280-5
Mehrschichtparkett Mehrschichtparkett E DIN EN 13 489
Tafelparkett Tafeln für Tafelparkett DIN 280-1

Gemäß den Verlegetraditionen wird Parkettboden auch heutzutage mit Hilfe von 

  • Nut und Feder,
  • einer sogenannten Spundung oder
  • per Klick-System fixiert.

Der Parkettboden kann

  • vollflächig auf dem Untergrund verklebt
  • oder schwimmend darauf verlegt werden.

Weil Holz „lebt“, der Fachmann sagt „arbeitet“, sollte beim Verlegen eines Parkettbodens beachtet werden, dass etwa 1,5 Zentimeter Abstand zur Wand bestehen. Auch wichtig: Parkett leitet Schall und Trittgeräusche weiter. Aus diesem Grund ist eine Trittschalldämmung als Unterlage für den Parkettboden ratsam. Eine PE-Folie unter dem Parkettboden verhindert dessen Aufquellen infolge von unten aufsteigender Feuchtigkeit in das Holz.

Gängige Verlegemuster für Parkettböden

Ist die Entscheidung für die gewünschte Holzart gefallen, steht die nächste Entscheidung an: das Verlegemuster des Parkettbodens. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, zum Beispiel

  • den klassischen Ein-Stab-Parkettboden
  • den Fischgrät-Parkettboden
  • oder den Parkett mit Flechtstruktur.
Würfelmuster (Grafik: energie-experten.org)
Würfelmuster (Grafik: energie-experten.org)
Parallelmuster (Grafik: energie-experten.org)
Parallelmuster (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (1-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (1-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (2-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (2-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Englischer Verband (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Leitermuster (Grafik: energie-experten.org)
Leitermuster (Grafik: energie-experten.org)
Kassettenmuster (Grafik: energie-experten.org)
Kassettenmuster (Grafik: energie-experten.org)
Kassettenmuster mit dunkler Einlage (Grafik: energie-experten.org)
Kassettenmuster mit dunkler Einlage (Grafik: energie-experten.org)
Fischgrätmuster (2-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Fischgrätmuster (2-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Fischgrätmuster (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Fischgrätmuster (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Burgunder Verband (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Burgunder Verband (3-fach) (Grafik: energie-experten.org)
Fränkischer Verband (Grafik: energie-experten.org)
Fränkischer Verband (Grafik: energie-experten.org)
Altdeutscher Verband (Grafik: energie-experten.org)
Altdeutscher Verband (Grafik: energie-experten.org)
Schiffsboden (regelmäßiger Verband) (Grafik: energie-experten.org)
Schiffsboden (regelmäßiger Verband) (Grafik: energie-experten.org)
Schiffsboden (unregelmäßiger Verband) (Grafik: energie-experten.org)
Schiffsboden (unregelmäßiger Verband) (Grafik: energie-experten.org)
Shipstyle (Grafik: energie-experten.org)
Shipstyle (Grafik: energie-experten.org)

Moderne Parkettboden-Trends

Angesichts der steigenden Nachfrage der Verbraucher nach natürlichen Holzoberflächen lassen die deutschen Parkettboden-Hersteller keinen Versuch aus, bei ihren Produkten die Ursprünglichkeit des Naturmaterials so gut wie möglich zu erhalten. Da wird gebürstet, geschroppt, geräuchert und gekälkt, es werden Äste und Wurmlöcher herausgearbeitet, natürliche Risse per Hand gekittet und anschließend wird mit Naturölen ein High-End-Finish hingelegt.

Gebürsteter Parkettboden

Besonders oft anzutreffen sind heutzutage Parkettböden mit gebürsteten Oberflächen. Durch die sorgfältige Bürstung der weichen Bestandteile des Holzes in Längsrichtung zur Maserung erhält die Oberfläche eine spürbare Struktur und die härteren Bereiche wie die Jahresringe und die natürliche Maserung kommen dadurch besser zur Geltung. In Verbindung mit einer geölten Rohoptik kann so beispielsweise eine klassisch-elegante Struktur realisiert werden.

Gebürstetes Eicheparkett in perlgrau, verlegt in einem neu interpretierten Fischgrätmuster. (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / Hain)
Gebürstetes Eicheparkett in perlgrau, verlegt in einem neu interpretierten Fischgrätmuster. (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / Hain)

Kernräucherung und Kalkung

Wenn die Parkettoberfläche gar gebürstet, kerngeräuchert und gekalkt wird, sorgen die entstandenen dunklen Brauntöne für einen spannenden Kontrast. In Kombination mit einem kühlen Grau, einem warmen, weißcremigen Farbton oder einem ästhetischen Nussbaum-Farbton wirken der Parkettboden wiederum ganz anders und hebt den unverwechselbaren Charakter individuell hervor.

Dreidimensionales Stabparkett

Modern sind auch u.a. der Schiffsboden mit dreidimensionaler Optik. Bei diesem sorgen hervorgehobene Astanteile, eine starke Strukturierung und eine um jede einzelne Lamelle verlaufende Fase für eine spannende Einzelstaboptik, die der von klassischem Stabparkettboden entspricht. Behandelt mit verschiedensten Natur- und Farbölen wird den Böden ein gleichermaßen ursprünglicher wie auch moderner Look verpasst.

Tabakgrauer Eiche-Schiffsboden mit dreidimensionaler Retro-Struktur. (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / HARO)
Tabakgrauer Eiche-Schiffsboden mit dreidimensionaler Retro-Struktur. (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / HARO)

Landhausdielen

Weiterhin äußerst beliebt sind extralange und -breite Formate, mit denen Räumen ein großzügiger Gesamteindruck verliehen werden kann. Beispielhaft sind hier Landhausdielen mit Breiten von 240 Millimetern und Längen von drei bis vier Metern zu nennen, die allerdings noch deutlich größer ausfallen können.

Fischgrät-Parkettboden

Ganz klammheimlich drängt sich unterdessen ein guter alter Bekannter bei den Verlegemustern ins Rampenlicht: Der klassische Fischgrät-Parkettboden. Dabei können die einzelnen Elemente durchaus größer als bislang ausfallen.

Farbiger Parkettboden

In der Farbpalette dominieren heute vor allem authentische, matte und sanfte Naturtöne – diese reichen von verschiedenen Weiß- und Grautönen, über Beige- und Cremefarben, bis hin zu warmen Brauntönen. Diese Farben tragen dazu bei, den natürlichen Charakter des Parkettbodens zu unterstreichen und eine wohnliche Atmosphäre in den Raum zu zaubern.

Dabei wissen auch nicht alltägliche Farbtöne wie Caramel oder ein sandiges Gelb mit ihrem Charme zu überzeugen. Wer es extravagant wünscht, kann sich für einen in Gold oder Silber gekalkten Boden aus Räuchereiche entscheiden, bei dem speziell entwickelte Naturöle für einen luxuriösen Metallic-Effekt sorgen.

Experten-Tipp: Da anhand der Optik Echtholz und Kunststoffböden mit Holzdekor kaum noch zu unterscheiden ist, wird der Bodenvergleich im Baumarkt für den Verbraucher immer schwieriger. Gut zu wissen, dass es mit dem Zeichen ‚Real Wood’ von der Föderation der europäischen Parkettindustrie (FEP) ein Qualitätszeichen gibt, das nur an Böden vergeben wird, die aus 100 Prozent Echtholz bestehen.

Parkettboden auf einer Fußbodenheizung

Wegen der sehr guten Wärmeleitfähigkeit von Holz ist Parkettboden auch als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung geeignet. Bei einer Kombination der warmen Holzoberfläche eines Parkettbodens und einer Fußbodenheizung wirken sich drei Faktoren auf den Wärmeertrag der Fußbodenheizung aus: 

  • Holzsorte
  • Dicke
  • Parkettboden-Aufbau

Besonders gut geeignet ist ein Parkettboden aus Eiche, da es ein geringes Schwind- und Quellverhalten aufweist.

Damit das Holz seine Eigenschaft, das Raumklima positiv zu beeinflussen, beibehalten kann, muss vor allem in den Wintermonaten auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Denn wenn die Raumluft zu sehr austrocknet, führt dies nicht nur zu unschönen Rissen und Fugen im Bodenbelag, sondern es hat auch negative Auswirkungen auf die Bewohner, die Haustiere und die Pflanzen. Neben der Eiche bieten sich auch Nussbaum und einige tropische Holzarten an.

Das Parkett sollte möglichst in Mustern mit unterschiedlichen Ausrichtungen verlegt werden. So sind Fischgrät-, Flecht- oder Würfelmuster ideal, um ein ausgeglichenes Fugenbild zu erhalten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Parkettbodenelemente vollflächig mit dem Untergrund zu verkleben. Die Verklebung sorgt zusätzlich dafür, dass die Wärme nicht in Hohlräumen zwischen Estrich und Parkett „hängen“ bleibt und sorgt ganz nebenbei auch für die besten Werte bei der Tritt- und Raumschalldämmung.

Schichtweiser Aufbau eines Parkettbodens auf einer Fußbodenheizung (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / PROLINE)
Schichtweiser Aufbau eines Parkettbodens auf einer Fußbodenheizung (Foto: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. / PROLINE)
Tabelle 3: Wichtige bauphysikalische Angaben zu Parkettboden
Holzart Rohdichte (g/cm3) Brinellhärte (N/mm2) Wärmeleitfähigkeit (W/mK)
Ahorn 0,61 - 0,66 26 - 34 0,16 - 0,18
Aloma (Bilinga) 0,73 - 0,87 25 - 35 0,16 - 0,19
Birke 0,65 - 0,73 21 - 34 0,14 - 0,16
Bambus 0,67 30 - 34 0,16
Buche (Rotbuche) 0,70 - 0,79 28 - 40 0,16
Doussie (Afzelia) 0,74 - 0,93 33 - 45 0,16 - 0,20
Eiche 0,65 - 0,76 23 - 42 0,13 - 0,20
Erle 0,49 - 0,57 7 - 17 0,12 - 0,13
Esche 0,68 - 0,76 28 - 40 0,15 - 0,17
Kambala (Iroko) 0,63 - 0,77 23 - 36 0,14 - 0,17
Kirsche (Black Cherry) 0,56 - 0,66 28 - 31 0,13 - 0,15
Merbau 0,81 - 0,90 37 - 43 0,18 - 0,19
Nußbaum (Walnuß) 0,64 - 0,68 25 - 28 0,13 - 0,15
Wenige 0,81 - 0,93 39 - 50 0,18 - 0,20
Fichte 0,43 - 0,47 12 - 16 0,10 - 0,12
Kiefer 0,51 - 0,55 14 - 23 0,14
Lärche 0,54 - 0,62 19 - 25 0,12

Damit der Parkettboden nicht überhitzt, gibt es Richtwerte, an die man sich beim Heizen halten sollte: Im Allgemeinen sollte die Temperatur an der Estrichoberfläche 27 Grad nicht überschreiten, um nicht unnötig viel Energie einzusetzen. Das ergibt rechnerisch eine Holztemperatur von rund 23 bis 24 Grad und eine Raumtemperatur von angenehmen 20 Grad. Das Zulegen oder Zustellen des Untergrundes verringert die Heizungsleistung und ist nicht gut für das Holz.

Mögliche Oberflächenbehandlungen für Parkettböden

Möglichkeiten zur Oberflächen-Versiegelung

Parkettboden wird erst mit seiner Versiegelung zu einem widerstandsfähigen Bodenbelag. Zum Versiegeln gibt es mehrere Methoden

  • Öle für Parkettboden unterscheidet man nach aushärtenden und nicht aushärtenden Varianten. So oder so – mit beiden Ölen ergibt sich keine geschlossene Schicht. Vielmehr wirken Öle für Parkettböden wie offenporige Imprägnierung. Das geölte Holz kann atmen - ist aber auch anfällig gegenüber Wasser, Fettspritzern, wie sie in der Küche produziert werden, oder gegenüber anderen Schmutz.
  • Anders als pure Öle wirken Öl-Wachs-Systeme auf Parkettboden. Das Öl dringt nach wie vor tief in die Poren des Holzes ein, das Wachs bleibt auf der Oberfläche sitzen. Dort sorgt es für Anti-Rutsch, Anti-Wasser und Anti-Schmutz.
  • Öl-Kunstharzsiegel haben eine ähnliche Wirkung wie Öl-Wachs-Versiegelungen. Darin stecken allerdings Lösungsmittel, die während des Aushärtens ausdünsten. Auf dem Parkett bildet sich mit der Öl-Kunstharz-Versiegelung ein Film, der robust und wasserbeständig ist.
  • Auch Wachs versiegelt Parkettboden. Es sorgt für wasserabstoßende und vor Schmutz und Abrieb schützende Eigenschaften. Es gibt Kaltwachse und Warmwachse.
  • Neben den natürlichen Ölen und Wachsen gibt es inzwischen auch sogenannte Wasserlacke für Parkettböden. In ihnen stecken nur wenig Lösemittel, dennoch erzielt man damit ausreichend Schutz. Wasserlacke lassen sich einfach verarbeiten und sind nicht entflammbar.
  • Für stark beanspruchte Parkettböden empfiehlt sich eine Versiegelung mit Polyurethan. Die Polyesterharze, polymere Isocyanate und Lösungsmittel bewirken ein gutes Haftungsvermögen sowie eine hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien. Auf dem Parkettboden bildet sich dank dieser Versiegelung ein geschlossener, zäh-elastischer Film, der mechanisch höchst belastbar ist. Der Parkettboden wird damit wasserfest, kann aber Feuchtigkeit nicht mehr regulieren.

Kauft man heute Parkettboden, so ist dieser meistens bereits vorbehandelt, um die Holzoberflächen äußerst widerstandfähig zu machen, ohne dass sie dabei ihr unbehandeltes und natürliches Aussehen einbüßen. Durch das Aufbringen eines unsichtbaren mehrschichtigen Lackes wird die Oberfläche vollständig und dauerhaft geschlossen, womit das Eindringen von Schmutzpartikeln und Flüssigkeiten verhindert wird. Solch veredelte Oberflächen bewahren den natürlichen Charme des Parkettbodens und sind von unbehandeltem Holz kaum zu unterscheiden.

Reinigung und Pflege von Parkettboden

Im Grunde sind Parkettböden pflegeleicht. Oft reicht es, sie mit Besen, Staubsauger trocken und ab und zu mit einem nebelfeuchter Lappen zu reinigen. Um Kratzern vorzubeugen, ist es ratsam, alle Möbel mit Filzgleitern auszustatten und am Eingang gute Schmutzabstreifer zu installieren. Dann können Sand und Steinchen den edlen Parkettboden nicht zerkratzen.

Ein stark verschmutzter und / oder oberflächlich angegriffener Parkettboden kann geschliffen und anschließend erneut versiegelt werden, so dass er zwar dünner ist, dafür aber wieder wie neu aussieht.

Schäden im Parkettboden ausbessern

Um kleinere Schäden auszubessern, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wenn es sich um einen lackierten Parkettboden und eine großflächige Beschädigung handelt, ist eine Renovierung die sinnvollste Variante. Dabei wird das Parkett abgeschliffen und vollflächig neu versiegelt. Bei geöltem Parkettboden reicht oft eine partielle Erneuerung aus. In beiden Fällen ist in der Regel die Hilfe eines Fachmanns heranzuziehen.

Kleinere Beschädigungen hingegen, wie sie etwa beim Herunterfallen von Gegenständen schnell entstehen können, lassen sich mit etwas Geschick und den richtigen Hilfsmitteln selbst reparieren. Dabei helfen Reparatursets, die speziell für den Endverbraucher zusammengestellt wurden: Schleif- und Poliertücher, ein kleiner Hobel, ein Klarlack- und Versiegelungsstift und eine Auswahl an farbigen Wachsen sowie ein elektrisches Schmelzgerät für die Wachsmischung helfen, kleinere Schäden selbst zu beheben.

Kleinere Schäden im Parkettboden können mit den richtigen Hilfsmitteln oft auch ohne Fachmann selbst beseitigt werden. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / Heinrich König picobello)
Kleinere Schäden im Parkettboden können mit den richtigen Hilfsmitteln oft auch ohne Fachmann selbst beseitigt werden. (Foto: Verband der deutschen Parkettindustrie e.V. / Heinrich König picobello)

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Weitere Informationen über Fußböden

"Ratgeber: So finden Sie den perfekten Parkettboden" wurde am 22.10.2018 das letzte Mal aktualisiert.