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Energie sparen: Hintergrund-Fakten und Einspar-Techniken im Überblick

In Ihrem Haus oder Wohnung schlummern viele Einsparpotenziale. Sie zu nutzen erfordert teils umfangreiche Maßnahmen, die sich jedoch lohnen und im Geldbeutel bemerkbar machen. Wir stellen Ihnen hier große und kleine Maßnahmen zum Energiesparen vor. Viele kleine Energiesparmaßnahmen können schrittweise jederzeit ausgeführt werden. Größere Energiespar-Maßnahmen lohnen sich häufig dann am meisten, wenn Sie aufeinander abgestimmt mit ohnehin fälligen Sanierungsarbeiten kombiniert werden. Also nichts wie ran ans Projekt mit unseren Anleitungen, Tipps und vielen weiteren Infos zum Sparen von Energie.

Energie sparen mit Wärmedämmung

Außenwände und Fassade dämmen

Zur Dämmung von Außenwänden wird vielfach ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) verwendet. Wärmedämm-Verbundsysteme bestehen aus mehreren Komponenten, die als vorgefertigtes System auf die Fassade aufgebracht werden. WDV-Systeme gibt es sowohl für den Neubau als für die Sanierung von Altbauten. Bewährte WDVS aus Polystyrol-Hartschaum oder Mineralwolle können je nach Ausgangssituation helfen, bis zu 50 Heizenergie zu sparen.

Eine weitere, beliebte Möglichkeit, Außenwände zu dämmen, ist die Einblasdämmung. Dabei werden durch Löcher mit einer Einblasmaschine lose Dämmstoffe zwischen ein zweischaliges Mauerwerk eingebracht. Typische Dämmstoffe sind Perlite, Zellulose, Holzfasern oder EPS-Granulat. Die Einblasdämmung eignet sich besonders für eine nachträgliche Wärmedämmung.

Wer aus baulichen Gründen keine Dämmung von außen oder in das zweischalige Mauerwerk auf- bzw. einbringen kann, dem bietet sich mit einer Innendämmung eine weitere Möglichkeit zum Energie sparen. Hier setzt man häufig auf Dämmplatten aus Kalziumsilikat. Das kalkhaltige Mineral wirkt als ein natürlicher Feuchtigkeitsregler. Im Winter nimmt er die Feuchtigkeit des Raumes auf und speichert sie. Im Sommer gibt er sie dann wieder an den Raum.

Dach von Innen und Außen dämmen

Neben den Außenwänden ist das Dach ein lohnender Ansatzpunkt zum Energie sparen, da die Dachfläche einen Großteil der Gebäudehülle des Hauses ausmacht. Zur Innendämmung eines Daches, einer sogenannten Zwischensparrendämmung, eignen sich traditionelle Mineralwollmatten. Bei der Außendämmung des Daches, der sogenannten Aufsparrendämmung, wird über die gesamte Dachfläche eine geschlossene Haube aus Dämmelementen verlegt. Dadurch werden Wärmebrücken durch Sparren und Zwischenwände vermieden und das Volumen des Dachgeschosses wird nicht eingeschränkt.

Kellerdecke (selber) dämmen

Auch im Haus selbst bietet sich die Möglichkeit der Deckendämmung. Um beheizte von unbeheizten Stockwerken thermisch zu trennen, werden z. B. Holzfaserplatten, Styroporplatten, Steinwoll-Platten oder Hartschaum-Platten von unten an die Kellerdecke oder an die an den Dachboden grenzende Decke angebracht. Bei Deckenkonstruktionen aus z. B. Holzbalken lassen sich auch die Hohlräume verfüllen (Zwischendeckendämmung). Mit diesen Maßnahmen lässt sich vergleichsweise einfach Energie sparen. Gerade Heimwerker sind hier im Vorteil!

Kleinere Dämmungsmaßnahmen

Kleinere Dämmungsmaßnahmen bieten sich bei Heizungsrohren, den Fensterdichtungen und Fensterbeschlägen sowie Türen (Haustür, Kellertür, Terrassentür, Dachbodenluke) an. Hier können häufig mit wenig Aufwand deutliche Energie-Einsparungen erzielt werden.

Fenster & Türen austauschen

Neben Außenwänden und Dach bieten die Fenster ein großes Potenzial zum Energie sparen. Gerade im Zuge einer energetischen Sanierung bietet sich ein Austausch an. Eine Zweischeibenverglasung führt gegenüber einer Einfachverglasung bereits zu einem etwa 50% geringeren Wärmeverlust (Dreischeibenverglasung etwa 80%) und entsprechender Energieeinsparung.

Heizung erneuern: Brennwert- oder Öko-Heizung?

Wer seine alte Heizung mit einer neuen ersetzt, ist beim Energie sparen schon ganz vorne mit dabei! Die Brennwertheizung ist die dabei die dominante Heizung auf dem deutschen Wärmemarkt: sie arbeitet höchst effizient, nutzt die Abgaswärme, ist preiswert und einfach zu verbauen. Im Neubau sitzt die Brennwertheizung daher unanfechtbar im Sattel: mehr als die Hälfte aller Neubauten in Deutschland werden mit einer Brennwertheizung ausgestattet, in den meisten Fällen mit Gas.

Häufig kann aber auch ein Heizsystem mit Erneuerbaren Energien nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell lohnenswert sein. Aus finanzieller Sicht ist die Anschaffung von erneuerbar-unterstützenden, energieeffizienten oder auch rein auf erneuerbaren Energien basierenden Heizungssystemen zwar zunächst teurer in der Anschaffung, jedoch spart man langfristig aufgrund des kostenlosen Umweltanteils sehr viel Energie und auch Kosten ein. Zu den in dieser Hinsicht wirtschaftlichsten Energiespar-Heizungen zählen Wärmepumpen, Holzheizungen und Solarthermie-Anlagen.

Energieberatung & Energieausweis

Um in allen Bereichen eines Haushalts Energie zu sparen, hilft eine professionelle Energieberatung durch einen Energieberater. In einer Energieberatung werden individuell Einsparmaßnahmen ermittelt und Wege aufgezeigt, diese umzusetzen. Die dann vorgeschlagenen Maßnahmen zum Energie sparen können dann von einfachen Verhaltensänderungen bis zu umfassenden Sanierungen der Gebäudehülle reichen.

Gemäß der Richtlinien zur Ausstellung und Verwendung eines Energieausweises gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) muss ein Energieausweis grundsätzlich bei der Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ausgestellt und bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung vorgelegt werden. In öffentlich genutzten Gebäuden muss ein Energieausweis ausgehängt werden. Hierfür zertifizierte Energieberater erstellen Ihnen einen Energieausweis.

Energie sparen bei der Heizung

Knapp 60 Prozent der Nebenkosten entfallen bei einem Durchschnittshaushalt auf die Heizenergie. Manchmal ist das Heizverhalten der Verbraucher die Ursache für hohe Heizkosten. 19 bis 20 Grad Celsius beträgt während der Heizperiode die optimale Innentemperatur in häufig genutzten Wohnräumen. Viele heizen jedoch auf 23 bis 24 Grad auf. Das erhöht die Heizkosten um 24 Prozent – sechs Prozent pro Grad lautet die Faustregel. Mit einfachen Verhaltensänderungen aber auch smarten Hilfsmitteln können 30 bis 40 Prozent der Energie eingespart werden.

Wichtig ist auch das richtige Lüften: Die Fenster auf Dauer-Kipp stehen zu lassen, erhöht den Energieverbrauch und die Heizkosten drastisch. Fachleute empfehlen dabei mehrmaliges Querlüften am Tag (am besten morgens, mittags und abends), vor allem durch gegenüberliegende Fenster. Das ermöglicht den schnellen Austausch der verbrauchten, feuchten Luft durch sauerstoffreiche und trockene Luft und hilft Energie zu sparen.

Strom sparen bei Licht und Geräten

Über 300 kWh Strom verbraucht ein Zwei-Personen-Haushalt jährlich für die Beleuchtung. Das sind etwa 10% der Gesamtstromkosten. In Räumen, in denen man kein Licht benötigt, sollte dieses ausgeschaltet werden. Zudem gilt es, die richtigen Lampen zu wählen: LED-Lampen erzielen im Vergleich zur überholten Glühbirne bis zu 85 Prozent Energieeinsparung.

Darüber hinaus lässt sich Strom auch an anderer Stelle gut sparen. So kann man effiziente Haushaltsgeräte nutzen und den Stand-by-Betrieb elektronischer Geräte vermeiden. Mit konsequentem Abschalten können so rund 100 Euro pro Jahr eingespart werden. Wer dazu noch den alten Kühlschrank, die alte Waschmaschine oder Spülmaschine gegen ein effizientes Gerät austauscht, kann schnell mehrere hundert Euro pro Jahr an Stromkosten einsparen.

"Energie sparen: Hintergrund & Techniken im Überblick" wurde am 28.03.2018 das letzte Mal aktualisiert.