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Sanierungsfahrplan für das EWärmeG in Baden-Württemberg

Was ist ein Sanierungsfahrplan? Wann ist ein Sanierungsfahrplan Pflicht? Gibt es Förderungen zur Ausstellung des Fahrplans?

Der Sanierungsfahrplan ist ein Instrument des EWärmeG in Baden-Württemberg und ist in erster Linie als Beratungsinstrument gedacht. Mit dem Sanierungsfahrplan sollen Eigentümer von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden Maßnahmen aufgezeigt bekommen, wie sie ihre Immobilie energieeffizient betreiben können.

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Der Landtag Baden-Württemberg hat am 11. März 2015 mit der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) beschlossen, dass der Pflichtanteil für Ökowärme in bestehenden Wohngebäuden von 10 auf 15 Prozent steigt. Im Gegenzug bietet das EWärmeG nun aber mehr Möglichkeiten für Hauseigentümer, die Vorgaben umzusetzen. Eine teilweise Erfüllung ist mit einem sogenannten Sanierungsfahrplan möglich.

Wie wird ein Sanierungsfahrplan erstellt?

Mustervordruck eines Sanierungsfahrplan in Baden-Württemberg nach EWärmeG (Grafik: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)
Mustervordruck eines Sanierungsfahrplan in Baden-Württemberg nach EWärmeG (Grafik: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)

Zur Erstellung eines Sanierungsfahrplanes entsprechend der Anforderungen des EWärmeG in Baden-Württemberg wird im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung eine Analyse des Ist-Zustands des Gebäudes erstellt. Aufbauend auf dieser Energieberatung werden dem Hausbesitzer dann mindestens zwei Alternativen vorgestellt, wie bei einer energetischen Sanierung vorgegangen werden kann. Dies kann im Rahmen eines weiteren Vor-Ort-Besuchs durch ein persönliches Beratungsgespräch oder auch telefonisch erfolgen. Die Umsetzung der Maßnahmen des Sanierungsfahrplanes ist jedoch nicht verpflichtend.

Was sind die Bestandteile eines Sanierungsfahrplans?

Zu den wichtigsten Ansätzen eines Sanierungsfahrplanes zählen Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung, Fenster- oder Heizungstausch. Bei manchen Gebäuden wird der Energieberater dazu raten, zuerst den alten Heizkessel auszutauschen, wenn diese Maßnahme das größte Einsparpotenzial verspricht. Bei anderen Immobilien kann es sich lohnen, zuerst die Außenhülle zu dämmen: Denn in schlecht gedämmten Häusern entweicht ein Großteil der wertvollen Wärme über das Dach, ungedämmte Außenwände sowie zugige Fenster und Türen.

Alle Einzelmaßnahmen, die für die Erstellung des Sanierungsfahrplans zugrunde gelegt werden, müssen dabei "ambitionierte Einzelmaßnahmen" sein. Soweit dies aus technischen Gründen oder gebäudeindividuellen Gegebenheiten nicht möglich ist, sind im Sanierungsfahrplan alternative Maßnahmen aufzuzeigen und die Gründe zu beschreiben. Zudem sind bei der Planung der Maßnahmen baukulturelle, denkmalschutzrechtliche und städtebauliche Gegebenheiten zu beachten.

Ist der Sanierungsfahrplan Pflicht im EWärmeG?

Ja und Nein, denn der Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg ist nur eine Teilpflicht, die das EWärmeG vorsieht und kann darauf angerechnet werden. Der Sanierungsfahrplan wird dann bei Wohngebäuden als eine Teilerfüllungsoption mit 5 Prozent angerechnet. Dadurch reduzieren sich weitere Maßnahmen auf nur noch 10 Prozent. Diese verbleibenden 10 Prozent können dann durch eine regenerative betriebene Heizung, ein BHKW, durch Dämmungsmaßnahmen oder den Anschluss an ein Wärmenetz erfüllt werden.

Welche Formalitäten müssen berücksichtigt werden?

Die Erstellung des Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg kann sich nach dem von der Landesrierung herausgegebenen Musterbericht (hier als pdf-Version) richten. Diese Darstellung ist jedoch nicht verpflichtend und kann auch durch eine andere Darstellungsweise erfüllt werden, solange sich diese nach den Anforderungen des EWärmeG richtet. So sind Fahrpläne, die nach den Vorgaben der BAFA "Vor-Ort-Beratung" erstellt werden ebenfalls zulässig. Als Sanierungsfahrplan können jedoch nur BAFA-Berichte zugelassen werden, nicht älter als fünf Jahre alt sind.

Die Voraussetzungen zur Berechtigung werden in der Verordnung geregelt (§ 6 des Entwurfs). Neben nach § 21 EnEV qualifizierten Energieberatern sind auch entsprechend qualifizierte Handwerker für den Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg ausstellungsberechtigt. Der Aussteller muss dann in einer Selbsterklärung bestätigen, dass er die Anforderungen dieser Verordnung erfüllt.

Was gilt bei mehreren Wohngebäuden und Gebäudekomplexen?

Für mehrere Wohngebäude gilt ein sogenannter Portfolio-Sanierungsfahrplan. Dafür wird ein Sanierungsfahrplan für ein ähnliches in Baden-Württemberg gelegenes Typgebäude erstellt, der dann auf die jeweils anderen Gebäude gleichen Typs übertragen wird. Der Portfolio-Sanierungsfahrplan gilt dann für alle Gebäude, die einem Typgebäude zugeordnet wurden.

Bei einem Gebäudekomplex kann ein für den gesamten Komplex erstellter Sanierungsfahrplan auch als Sanierungsfahrplan für ein Einzelgebäude verwendet werden, wenn die Gebäude miteinander vergleichbar sind.

Welche Regelungen gelten für Nichtwohngebäude?

Bei Nichtwohngebäuden ist der Sanierungsfahrplan eine Option, um das EWärmeG vollständig zu erfüllen. Dieser muss dann aber zusätzlich die Themen Lüftung, Kühlung, Klimatisierung und Beleuchtung mit berücksichtigen und ist daher auch umfangreicher und aufwändiger als ein Sanierungsfahrplan für "normale" Wohngebäude. Die erforderlichen Inhalte und die Voraussetzungen zu diesem Sanierungsfahrplan und zur Ausstellungsberechtigung sind ebenfalls in der Verordnung festgelegt. Aufgrund der Vielfältigkeit der Gebäudetypen bei Nichtwohngebäuden ist jedoch kein Musterbericht verfügbar

Was kostet die Erstellung eines Sanierungsfahrplanes?

Der Sanierungsfahrplan ist eine relative günstige Möglichkeit die Auflagen des EWärmeG zur erfüllen: Für Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen die Kosten je nach Objekt in einer Größenordnung von rund 800 Euro. Die Kosten für einen Sanierungsfahrplan bei einem Nichtwohngebäude mit vereinfachtem Berechnungsverfahren belaufen sich auf 3.000 und 6.000 Euro. Für andere Nichtwohngebäude ist mit Kosten von etwa 3.000 bis 8.000 Euro je Nutzungseinheit zu rechnen.

Im Vergleich zu den Kosten für die Erfüllung der verbleibenden 10 Prozent, sollte man daher unbedingt die Möglichkeit der Ausstellung eines Sanierungsfahrplanes in Anspruch nehmen. Hier lohnt es sich trotzdem, mehrere Angebote für einen Sanierungsfahrplan von verschiedenen Gebäudeenergieberatern anzufordern, um das beste Angebot auswählen zu können.

Welche Förderungen und Zuschüsse gibt es?

Für die Erstellung eines Sanierungsfahrplanes sind für Gebäude in Baden-Württemberg Förderungen des Landes vorgesehen. Sanierungsfahrpläne für Nichtwohngebäude werden hingegen nicht gefördert.

Da der Sanierungsfahrplan auch entsprechend der Vorgaben der BAFA "Vor-Ort-Beratung" erfüllt werden kann, können auch hierüber BAFA-Förderungen in Anspruch genommen werden: Eigentümer erhalten so (zum Stand der Veröffentlichung dieses Artikels) einen maximalen Zuschuss zu den Kosten für einen Sanierungsfahrplan von maximal 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. 1.100 Euro für Wohngebäude mit drei oder mehr Wohneinheiten.

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"Sanierungsfahrplan nach EWärmeG" wurde am 14.03.2016 das letzte Mal aktualisiert.